Der Große Preis von Italien 1999 (offiziell 70º Gran Premio Campari d’Italia) fand am 12. September auf dem Autodromo Nazionale di Monza in Monza statt und war das 13. Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1999.
Bericht Hintergrund Nach dem Großen Preis von Belgien führte Mika Häkkinen in der Fahrerwertung mit einem Punkt vor Eddie Irvine und mit 14 Punkten vor David Coulthard. In der Konstrukteurswertung führte McLaren mit neun Punkten vor Ferrari und mit 59 Punkten vor Jordan.
Vor dem Rennen gab Ferrari bekannt, dass der bisherige Stewart-Pilot Rubens Barrichello zur Saison 2000 Irvine ersetzen wird. Der Nordire hingegen werde zum ab der nächsten Saison neu antretenden Formel-1-Team Jaguar wechseln.
Der verletzte Michael Schumacher wurde zum fünften Mal von Mika Salo ersetzt.
Mit Damon Hill (zweimal), Coulthard und Johnny Herbert (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Freitagstraining Ralf Schumacher sicherte sich die Bestzeit mit 1:24,507 Minuten vor Jarno Trulli, Alessandro Zanardi, Jean Alesi, Häkkinen und Olivier Panis. Die Ferrari-Piloten Irvine und Salo erreichten nur die Plätze 16 und 17 mit knapp 1,4 Sekunden Rückstand jeweils auf die schnellste Rundenzeit. Der langsamste Fahrer, Toranosuke Takagi, lag rund dreieinhalb Sekunden hinter der Bestzeit.
Samstagstraining Heinz-Harald Frentzen holte sich mit 1:23,142 Minuten die Bestzeit vor Coulthard, Häkkinen, Zanardi, Trulli und Barrichello. Salo und Irvine konnten ihre Platzierungen zum Vortag verbessern und belegten die Plätze zehn und zwölf. Der langsamste Fahrer, Takagi, lag rund dreieinhalb Sekunden hinter der Bestzeit.
Qualifying Häkkinen sicherte sich mit 1:22,432 Minuten die Pole-Position vor Frentzen, Coulthard, Zanardi, Schumacher und Salo. Der zweite Ferrari-Pilot Irvine belegte den achten Platz mit beinahe eineinhalb Sekunden Rückstand. Der langsamste Fahrer, Takagi, lag rund vier Sekunden hinter der Bestzeit.
Warm-Up Barrichello erzielte mit 1:25,397 Minuten die schnellste Runde vor Coulthard, Häkkinen, Pedro Diniz, Herbert und Jacques Villeneuve. Die Ferrari-Piloten Irvine und Salo belegten die Plätze 14 und 18. Der langsamste Fahrer, Pedro de la Rosa, lag rund drei Sekunden hinter der Bestzeit.
Rennen Häkkinen konnte sehr gut starten und somit die Führung behaupten, Frentzen hingegen hatte einen schlechten Start und rutschte hinter Coulthard und Zanardi auf Platz vier zurück. Marc Gené fuhr nach der ersten Kurve auf de la Rosas Vorderrad auf und stieg mit seinem Wagen auf. In der Variante della Roggia schließlich passierte Gené dasselbe Missgeschick erneut, nur diesmal musste er nach der Kollision mit de la Rosa im Kiesbett aufgeben. Im Verlauf der ersten Runde verlor Coulthard wieder Plätze, während Frentzen an Zanardi vorbeigehen konnte. Mit Beginn der zweiten Runde führte Häkkinen vor Frentzen, Zanardi, Schumacher, Salo und Coulthard. In der ersten Kurve flogen Giancarlo Fisichella und Diniz unabhängig voneinander ab und mussten das Rennen aufgeben. Fisichella verbremste sich und musste aufs Gras ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden, doch dort drehte er sich in die Leitplanke. Diniz wiederum musste, nachdem er Alexander Wurz überholt hatte, ausweichen und kam auf das Gras, wo er sich wie Fisichella rausdrehte.
Coulthard begann nun, Salo für den fünften Platz zu jagen, doch Barrichello konnte nach der Parabolica besser beschleunigen und überholte in Runde zehn vor der ersten Schikane Coulthard. Eine Runde später musste Wurz, dessen Wagen sehr schlecht abgestimmt war, mit Getriebeschaden auf Höhe der Zielmarkierung aufgeben. In Runde 18 konnte Barrichello auch an Salo vorbei gehen, sieben Runden später war Barrichello schon auf Platz vier vor Zanardi, Salo und Coulthard. In Runde 24 kämpften Takagi und Luca Badoer um den vorletzten Platz, vor der Schikane verbremste sich Takagi und fuhr auf Badoers Wagen und saß kurzzeitig auf den Minardi auf. Badoer musste das Rennen aufgeben, Takagi konnte vorerst weiterfahren, bis er sich in Runde 35 aus dem Rennen drehte.
Nach Beginn der 30. Runde drehte sich Häkkinen in Führung liegend, wie in San Marino, nach einem Fahrfehler ins Kiesbett und musste das Rennen aufgeben. Häkkinen warf direkt nach Stillstand des Wagens das Lenkrad aus dem Wagen. Frentzen lag nun in Führung, bis er in Runde 36 die Boxengasse aufsuchte und nach 7,6 Sekunden Stehzeit das Rennen hinter Salo und Coulthard auf Platz drei wieder aufnehmen konnte. Direkt danach ging Irvine an die Box und erledigte nach nur 6,9 Sekunden seinen Stopp. Die schnelle Arbeit der Mechaniker konnte Irvine vor Zanardi auf Platz sechs bringen. Währenddessen führte Salo mit Ferrari den italienischen Grand Prix an, bis er in Runde 37 zusammen mit dem Zweitplatzierten Coulthard an die Box ging. Salos Stehzeit betrug erneut 6,9 Sekunden, Coulthard hatte Probleme beim Nachtanken und konnte erst nach 7,6 Sekunden weiterfahren. Nach den einzigen Boxenstopps führte Frentzen vor Schumacher, Salo, Barrichello, Coulthard und auf Platz sechs Irvine. In dieser Konstellation blieben die besten sechs Fahrer, womit Frentzen sein insgesamt drittes Rennen vor Schumacher und Salo gewinnen konnte. Für Frentzen sollte es der letzte Sieg in der Formel-1-Weltmeisterschaft sein.
Den Pokal für den siegreichen Konstrukteur Jordan nahm Eddie Jordan von Gianni Petrucci, dem Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees von Italien, entgegen.
Ralf Schumacher sicherte sich mit 1:25,579 Minuten die schnellste Runde.
In der Fahrerwertung waren Häkkinen und Irvine nun punktgleich an der Spitze. Dritter war wieder Frentzen. In der Konstrukteurswertung blieben die ersten drei Positionen unverändert.
Nach dem Rennen Fisichellas ausgeschiedener Benetton B199 wurde nicht ins Fahrerlager gebracht und verblieb daher bei der Rennstrecke bis zum Ende. Dort verschafften sich einige Fans unerlaubt Zutritt zum Wagen und rissen einige Karosserieteile für „Souvenirs“ ab.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren MP4/14 Mercedes-Benz 3.0 V10 2 3 Ferrari F399 Ferrari 3.0 V10 4 5 Williams FW21 Supertec 3.0 V10 6 7 Jordan 199 Mugen-Honda 3.0 V10 8 9 Benetton B199 Playlife 3.0 V10 10 11 Sauber C18 Petronas 3.0 V10 12 14 Arrows A20 Arrows 3.0 V10 15 16 Stewart SF3 Ford Cosworth 3.0 V10 17 18 Prost AP02 Peugeot 3.0 V10 19 20 Minardi M01 Ford 3.0 V10 21 22 BAR 01 Supertec 3.0 V10 23
Klassifikation Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 1:22,432 1 2 1:22,926 2 3 1:23,177 3 4 1:23,432 4 5 1:23,636 5 6 1:23,657 6 7 1:23,739 7 8 1:23,765 8 9 1:23,979 9 10 1:24,016 10 11 1:24,188 11 12 1:24,293 12 13 1:24,591 13 14 1:24,593 14 15 1:24,594 15 16 1:24,596 16 17 1:24,862 17 18 1:25,114 18 19 1:25,348 19 20 1:25,695 20 21 1:26,383 21 22 1:26,509 22 107-Prozent-Zeit: 1:28,202 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:22,432 min)
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 53 1 1:17:02,923 2 1:25,917 (32.) 2 53 1 + 3,272 5 1:25,579 (48.) 3 53 1 + 11,932 6 1:25,630 (44.) 4 53 1 + 17,630 7 1:25,825 (51.) 5 53 1 + 18,142 3 1:25,832 (32.) 6 53 1 + 27,402 8 1:26,387 (48.) 7 53 1 + 28,047 4 1:26,047 (51.) 8 53 1 + 41,797 11 1:26,338 (48.) 9 53 1 + 42,198 13 1:25,911 (52.) 10 53 1 + 56,259 9 1:26,342 (41.) – 52 2 DNF 10 1:25,953 (31.) – 40 1 DNF 15 1:26,253 (18.) – 35 1 DNF 22 1:29,216 (12.) – 35 2 DNF 21 1:28,516 (15.) – 29 0 DNF 1 1:26,060 (24.) – 29 1 DNF 12 1:26,493 (23.) – 25 1 DNF 18 1:26,945 (24.) – 23 0 DNF 19 1:28,914 (10.) – 11 0 DNF 14 1:28,338 (6.) – 1 0 DNF 16 – – 1 0 DNF 17 – – 0 0 DNF 20 –
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 McLaren-Mercedes 60 2 Ferrari 60 3 Jordan-Mugen-Honda 50 4 McLaren-Mercedes 48 5 Ferrari 32 6 Williams-Supertec 30 7 Stewart-Ford 15 8 Benetton-Playlife 13 9 Ferrari / BAR-Supertec 10 10 Jordan-Mugen-Honda 7 11 Benetton-Playlife 3 12 Sauber-Petronas 3 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 13 Stewart-Ford 2 14 Prost-Peugeot 2 15 Prost-Peugeot 1 16 Sauber-Petronas 1 17 Arrows 1 18 Williams-Supertec 0 19 Arrows 0 20 Minardi-Ford 0 21 Minardi-Ford 0 22 BAR-Supertec 0 23 BAR-Supertec 0 – Minardi-Ford 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 108 2 102 3 57 4 30 5 17 6 16 Pos. Konstrukteur Punkte 7 4 8 3 9 1 10 0 11 0
Einzelnachweise
#1999 Italien Kategorie:Sportveranstaltung in Monza Kategorie:Autodromo Nazionale di Monza