Krach um Jolanthe, bzw. Schweinskomödie, niederdeutscher Originaltitel: Swienskummedi, auch Swienskomödi ist ein deutsches Lustspiel in drei Akten von August Hinrichs. mini|Skulptur „Krach um Jolanthe“ in Cloppenburg

Handlung 1931: Bauer Lampken/Sterff verweigert die Zahlung seiner Steuern. Dabei wird er vom örtlichen Lehrer, der in die Tochter des Hauses verliebt ist, bei den Schreibereien unterstützt. Daraufhin wird seine Zuchtsau Jolanthe gepfändet. Bei der anschließenden Versteigerung wird kein einziges Gebot abgegeben. Der Wachtmeister sperrt die Sau dann ins Feuerwehrhaus. Am nächsten Morgen ist die Sau aus dem Spritzenhaus verschwunden und im Dorf wurden mehrere Säue geschlachtet.

Bei den anschließenden Vernehmungen durch den Wachtmeister gerät, da die Bauern sich gegenseitig decken, der Lehrer in Verdacht, die Sau gestohlen zu haben. Bei den weiteren Ermittlungen findet der Polizist auch den Viehhändler heraus, der Jolanthe gekauft hat. Als der Wachtmeister den Bauern verhaften will, offenbart seine Tochter, dass sie am Vortag beim Gerichtsvollzieher war und die Schulden bezahlt hat. Da der Wachtmeister aber den ganzen Tag ermittelt hat, konnte ihn der Gerichtsvollzieher nicht erreichen.

Anmerkungen Das im niederdeutschen Raum angesiedelte Stück wurde außer von den norddeutschen Sendeanstalten unter anderen auch vom Bayerischen Rundfunk übernommen und in Hörfunk und Fernsehen ausgestrahlt. Die Handlung wurde dabei ins Bayerische verlegt, und die Charaktere erhielten besser ins dortige Bild passende Namen. So wurden beispielsweise aus dem Bauern Lampken nun Leonhard Sterff und aus seinem Knecht Hinnerk jetzt Knecht Sepp.

Bei der ARD-Hörspieldatenbank ist auf der Seite zum Hörspiel Wenn de Hahn kreiht von 1977 folgender Text zu lesen:

Film und Fernsehen Das Lustspiel wurde von Carl Froelich verfilmt und hatte am 18. August 1934 seine Premiere.

Spielfilm 1934 Bauer Lampken: Wilhelm Paul Krüger Seine Tochter Anna: Marianne Hoppe Müller Bunjes: Olaf Bach Seine Schwester Sophie: Marieluise Claudius Lehrer Wesemeier: Albert Lieven Gendarm Rupf: Karl Dannemann Stine: Carsta Löck Knecht Hinnerk: Fritz Hoopts Bauernburschen: Max Eckard und Jaspar von Oertzen Regie und Produzent: Carl Froelich Produktionsfirma: Froelich-Film GmbH, Berlin Drehbuch: Robert Adolf Stemmle und Walter Supper Kamera: Reimar Kuntze Schnitt: Gustav Lohse Musik: Hansom Milde-Meißner und Willy Richartz

Ohnsorg-Theater: Schweinskomödie. Erstausstrahlung am 28. April 1962 Walter Scherau: Krischan Lamken Christa Wehling: Anna Lamken Jochen Schenck: Gerd Bunjes Heinz Lanker: Anton Borchers Ernst Grabbe: Harm Pieper Günther Siegmund: Walter Meiners Hans Mahler: Hinnerk Heidi Kabel: Sofie Karl-Heinz Kreienbaum: Gendarm Bühnenbild: Hans-Albert Dithmer Regie: Hans Mahler

Ohnsorg-Theater: Folge 120 Erstausstrahlung am 22. Dezember 1979

Der Komödienstadel Erstausstrahlung am 9. September 1967 Leonhard Sterff: Michl Lang Seine Tochter Anni: Claudia Hansmann Gustl Heindl: Maxl Graf Wachtmeister Zierngiebel: Max Grießer Lehrer Birnstingl: Georg Hartl Magd Sophie: Erni Singerl Knecht Sepp: Karl Tischlinger Polikarp Trottermandl: Ludwig Schmid-Wildy Anton Lechner: Alfred Pongratz Postbote: Karl Theodor Langen Versteigerer: Ossi Eckmüller Bayerische Fassung: Edmund Steinberger Regie: Olf FischerAbspann Fernsehausstrahlung

Chiemgauer Volkstheater Erstausstrahlung 1996 Landwirt: Egon Biscan Seine Tochter: Michaela Heigenhauser Landwirt: Markus Neumaier Lehrer Birnstingl: Andreas Kern Wachtmeister: Erich Joey Pflüger Magd: Kathi Leitner Knecht: Georg Einerdinger Trottermandl: Hans Stadlbauer Lechner: Rupert Pointvogl Redaktion: Sabine von Meyeren

Hörspiele 1950: Swienskomödi. Een Bauernstück in dree Ennens. Produzent: NWDR Hamburg. Mundart-Hörspiel in niederdeutscher Sprache. Krischan Lamken, een Buer: Carl Voscherau Anna, sien Dochter: Hilde Sicks Hinnerk, Knecht bi Lamken: Hans Mahler Sofie, Magd bi Lamken: Heidi Kabel Gerd Bunjes, Lamkens Nachbar: Erwin Wirschaz Anton Borchers, Lamkens Nachbar: Heinz Roggenkamp Harm Pieper, Lamkens Nachbar: Otto Schröder Walter Meiners, Schoolmester: Heini Kaufeld de Schandarm: Otto Lüthje Regie: Hans Freundt

1958: Swienskummedi. Plattdeutsche Bauernkomödie. Produzent: RB/NDR. Mundart-Hörspiel in niederdeutscher Sprache. Krischan Lamken, een Buer: Walter A. Kreye Anna, sien Dochter: Elsbeth Kwintmeyer Hinnerk, Knecht bi Lamken: Wilhelm Westernhagen Sofie, Magd bi Lamken: Ruth Bunkenburg Gerd Bunjes, Naver: Jochen Schenck Anton Borchers, Naver: Hermann Menschel Harm Pieper, Naver: Heinrich Schmidt-Barrien Walter Meiners, Schoolmester: Hans-Jürgen Ott De Schandarm: Bernd Wiegmann De Pannemann: Hans Rolf Radula Bearbeitung (Wort): Walter A. Kreye Regie: Günter Siebert Regieassistenz: Bronno Plaat Technische Realisierung: Robert Friedrich; Susanne Pützstück

1971: Der Komödienstadel: Krach um Jolanthe. Produzent: BR Leonhard Sterff: Michl Lang Seine Tochter Anni: Katharina de Bruyn Gustl Heindl: Maxl Graf Wachtmeister Zierngiebel: Max Grießer Magd Sophie: Erni Singerl Knecht Sepp: Karl Tischlinger Trottermandl: Peter Steiner Lechner: Alfred Pongratz Versteigerer: Olf Fischer Bayerische Fassung: Edmund Steinberger Regie: Olf Fischer Regieassistenz: Alexander Malachovsky Technische Realisierung: Gerhard Lamy und Sibylle Roewer

Literatur Maria Anna Zumholz (Hg.): "Krach um Jolanthe". Krise und Revolte in einer agrarisch-katholischen Region 1929-1930 und der Konflikt um die Deutungs- und Erinnerungskultur, Münster (Aschendorff) 2012. ISBN 978-3-402-12913-5

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