mini|hochkant|Der Kirchturm von St. Gordianus über den Dächern von Bad Kreuznach-Planig. mini|St. Gordianus in Bad Kreuznach-Planig.
Die Filialkirche St. Gordianus ist eine katholische Kirche in Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz.
Lage Sie befindet sich im Stadtteil Planig und ist zugleich katholisches Zentrum für die Bad Kreuznacher Stadtteile Ippesheim und Bosenheim sowie für die Ortsgemeinde Biebelsheim. Seit 2025 gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde Hl. Hildegard von Bingen (Rhein und Nahe), im Westen des Bistums Mainz.
Baugeschichte Nach der Reformation benutzten Katholiken und Protestanten gemeinsam die alte Kirche, die in Teilen bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht. In den Jahren 1899 und 1900 errichteten die Katholiken eine eigene neue Kirche, die heutige Filialkirche. Sie wurde 1901 dem Heiligen Gordianus und dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht. 1936 fügte man an der Westseite ein Pfarrhaus an. Renovierungsarbeiten fanden 1970 und 1998 im Innenraum sowie 2020 am Turm statt.
Architektur Die neuromanische Pseudobasilika entstand nach den Plänen des Mainzer Kirchenbaumeisters Ludwig Becker. Die Außenwände bestehen aus hellbraunem Bruchstein, der durch Gliederungen aus rotem Sandstein akzentuiert wird. Die Dächer sind mit Schiefer gedeckt. Im Inneren sind die Wände verputzt und weiß gefasst, während Rundbögen und Säulen farbig hervorgehoben sind. Farbgebung und Ornamentik zeigen Anklänge an den byzantinischen Stil.
Das nach Südosten ausgerichtete Kirchenschiff wird von einem Querschiff durchzogen und hat ein Kreuzgratgewölbe. Es mündet im Chorraum in eine breite Apsis, die von sieben Fenstern und einem darunter verlaufenden Rundbogenfries geprägt wird. Am gegenüberliegenden Ende des Hauptschiffs befindet sich eine Empore mit der Orgel.
Das Querschiff öffnet sich zu zwei Seitenschiffen, die durch Pfeilerarkaden vom Hauptschiff getrennt sind und jeweils kleinere Apsiden besitzen. Der 36 Meter hohe Turm steht vor dem Hauptschiff und schließt mit einem spitz zulaufenden, rautenförmigen Dach ab.
Innenausstattung mini|Innenansicht Die Fenster wurden im Jahr 1900 vom Mainzer Glasmaler Bernhard Kraus geschaffen. Bemerkenswert sind die Chorfenster mit Szenen aus dem Leben Christi sowie Heiligenporträts in den Seitenschiffen.
Georg Busch und Söhne aus Hanau-Steinheim schufen 1907 die vier großformatigen, vom Jugendstil beeinflussten Wandgemälde am fensterlosen Obergaden des Hauptschiffs. Sie zeigen Schöpfung, Sündenfall, Kreuzestod und Wiederkunft Christi.
Die meisten Statuen sind barocken Ursprungs und stammen aus der Verbindung der Pfarrei zum Kloster St. Jakob in Mainz (Geschichte von Planig). Der Orgelprospekt wurde 1908 von Michael Körfer aus Gau-Algesheim eingebaut.
Glocken Im Turm befinden sich drei Bronzeglocken von der Gießerei Otto in Bremen-Hemelingen. Sie stammen noch aus der Erbauungszeit der Kirche und haben die Weltkriege überstanden.Gerhard Reinhold: Otto-Glocken – Familien- und Firmengeschichte der Glockengießerdynastie Otto, Selbstverlag, Essen 2019, 588 Seiten, ISBN 978-3-00-063109-2, hier insbes. S. 352, 511, 538, 578.Gerhard Reinhold: Kirchenglocken – christliches Weltkulturerbe, dargestellt am Beispiel der Glockengießer Otto, Hemelingen/Bremen. Nijmegen 2019, 556 Seiten, Diss. Radboud Universiteit Nijmegen, nbn:nl:ui:22-2066/204770, hier insbes. S. 315, 477, 497, 539 MarienglockeJosefsglockeMichaelsglockeDurchmesser in mm1020900820Gewicht in kg702498358Schlagtonas′b′c″
Weblinks
Katholische St. Gordianus Kirche in Planig. In: regionalgeschichte.net Kath. Kirche St. Gordianus in KH-Planig von oben. In: youtube.com
Einzelnachweise
Gordianus Gordianus Kategorie:Gordianus-und-Epimachus-Kirche Kategorie:Kirchengebäude im Bistum Mainz Kategorie:Neuromanisches Kirchengebäude Kategorie:Neuromanisches Bauwerk in Rheinland-Pfalz Kategorie:Bauwerk von Ludwig Becker Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Pseudobasilika in Deutschland