mini|Szene der Schlacht von Komorn Die Erste Schlacht bei Komorn fand am 26. April 1849 statt und war Teil des Ungarischen Unabhängigkeitskrieges. Im südlichen befestigten Vorfeld der Festung Komorn kämpften bis zu 24.000 Ungarn, die vom Nord-Ufer der Donau angriffen, gegen etwa 29.000 Österreicher. Die daran beteiligten Truppen bestanden aus dem Korps Damjanich (III.), Klapka (I.) und der Division Károly Knezić, die sich im Morgengrauen am südlichen Ufer der Donau formierten. Bei den Ungarn kämpfte General Klapka auf dem linken Flügel bei Uj-Szőny, in der Mitte befehligte General Damjanich, während der Oberbefehlshaber Arthur Görgey den rechten Flügel auf Ács vorführte. Die ungarische Armee drängte die Kaiserlichen aus dem Fort Csillagerőd hinaus, die bisherige Bedrohung der Festung Komorn durch die Kaiserlichen wurde aufgehoben. Die Österreicher zogen sich bis 27. April hinter die Waag-Linie und auf Preßburg zurück.
Vorgeschichte In der ersten Phase des Frühlings-Feldzuges konnte General Görgey nach dem Sieg in der Schlacht bei Isaszeg (6. April 1849) die kaiserlichen Truppen unter Feldmarschall Fürst Windisch-Grätz aus dem Gebiet östlich der ungarischen Hauptstadt Pest über die Donau zurückdrängen.
Für die zweite Phase, die am 7. April eingeleitet wurde, erarbeitete Görgey einen neuen Angriffsplan. Demnach wurde die ungarische Armee in zwei Gruppen geteilt: General Lajos Aulich rückte mit dem ungarischen 2. Korps vor Pest, wo die Division des Obersten Asbóth als Vorhut demonstrierte. Dadurch wurde die Aufmerksamkeit der Kaiserlichen vom Norden abgelenkt, wo der eigentliche Angriff der Ungarn mit dem 1., 3. und 7. Korps angesetzt werden sollte. Der Vorstoß sollte entlang des nördlichen Donau-Ufers nach Komorn erfolgen, dessen Belagerung durch die Kaiserlichen aufgehoben werden sollte. Die Division Kmety des 7. Korps sollte zunächst den Vorstoß des 3. Korps decken, dass Waitzen besetzt hatte. Danach sollte diese Division diese Stadt sichern, während der Rest der Truppen zusammen mit den beiden anderen Divisionen des 7. Corps am Hron-Fluss vorrücken, dann nach Süden schwenken sollten, um das nördliche Vorfeld der Festung Komorn von den Kaiserlichen zu befreien. Der Plan war riskant, denn hätte der Fürst von Windisch-Grätz sofort erkannt, dass nur ein ungarisches Korps vor Pest stand, hätte er Aulichs Truppen angegriffen und damit die Nachschublinien der ungarischen Hauptarmee nach Debreczen bedroht, wo sich der Sitz des ungarischen Parlaments befand. Um den Erfolg der ungarischen Armee vor Komorn zu sichern, sandte das Nationale Verteidigungskomitee aus Debreczen die benötigte Lieferung von etwa 100 Wagen mit Munition. In der Schlacht von Waitzen am 9. April besiegte das ungarische 3. Korps (General Damjanich) die österreichische Division Ramberg, wobei General Götz tödlich verletzt wurde.
Wegen seiner Misserfolge in der zweiten Phase der Frühlings-Kampagne wurde Fürst Windisch-Grätz am 12. April von Kaiser Franz Joseph abberufen und durch Feldzeugmeister Ludwig von Welden, den bisherigen Militärgouverneur von Wien ersetzt. Bis Welden angekommen war, hatte Fürst Windisch-Grätz das Oberkommando an den Banus Jellačić als Interimskommandeur in Ungarn übergeben. Dieser Wechsel in der Führung der kaiserlichen Streitkräfte hatte jedoch nicht sofort die nötige Klarheit und Organisation gebracht. Als Windisch-Grätz endlich die gegnerischen Absichten erkannte, wollte er am 14. April in Pest einen Angriff gegen Aulich starten, dann bei Esztergom die Donau überqueren und den Rückzug der ungarischen Hauptarmee bedrohen. Feldmarschall-Leutnant Franz von Schlick und General Josip Jellacic lehnten die riskante Operation im Andenken an ihren Misserfolg bei Isaszeg ab. Der Plan, die Verbindungen der ungarischen Hauptarmee abzuschneiden, wurde nicht ausgeführt.
mini|hochkant|Ludwig Freiherr von Welden, Lithographie von Josef Kriehuber
Als Reaktion auf die Aprilgesetze und die am 4. März in Olmütz aufgehobene ungarische Verfassung, erklärte Ungarn am 14. April 1849 seine völlige Unabhängigkeit vom Habsburgerreich. Als Ergebnis dieser Erklärung wurde eine neue ungarische Regierung unter Bertalan Szemere installiert, in der Görgey zum Kriegsminister bestellt wurde.
Die Festung von Komorn wurde bereits im Januar 1849 von den kaiserlichen Truppen umschlossen und im März begann die systematische Belagerung. Dabei überquerten die Truppen von FML Simunich das linke Ufer der Donau und bedrohten Komorn auch am nördlichen Ufer. General Görgey befahl, das 3. Korps unter Damjanich am 11. April in Richtung Léva vorzustoßen, und dem 1. Korps am 12. April zu folgen. Die Besatzung in Vác wurde solange vom 7. Corps (General Gáspár) eingenommen bis Waitzen von der Division Kmety besetzt wurde. Zwischen 15. und 17. April erreichte die ungarische Armee, bestehend aus 1. und 3. Corps sowie zwei Divisionen des 7. Corps den Hron-Fluss. Am 19. April trafen sie in der Schlacht von Nagy-Salló mit den Truppen von FML Ludwig von Wohlgemuth, verstärkt mit der Division Jablonowski zusammen. Die Kaiserlichen wurden besiegt und zogen sich in Richtung Érsekújvár zurück. Die am nördlichen Donau-Ufer liegende Festungsstadt Komorn, die seit Dezember 1848 von den Kaiserlichen umschlossen war, konnte am 22. April von den Ungarn besetzt werden. Nach dem Sieg von Nagy-Sallo ließ Görgey das 1. und 3. Corps die Zitava überquerten und rückte aus dem Waag-Brückenkopf in Komorn ein, während das 7. Corps den Fluss nach Norden und den Rücken der Hauptarms sicherte. Am nächsten Tag ordnete Welden die Evakuierung von Pest an, hinterließ aber eine beträchtliche Garnison in der Festung von Buda, um sie gegen den ungarischen Angriff zu verteidigen. Statt seine Truppen, wie geplant vor Buda (Ofen) zu vereinigen, musste Welden den Rückzug anordnen und sich hinter dem Waag-Abschnitt neu ordnen.
mini|hochkant|Balthasar von Simunich
Als der Kommandant der Belagerungstruppen vor Komorn, Balthasar von Simunich am Morgen des 20. April vom Anmarsch der Ungarn erfuhr, musste er sein Komorner Belagerungskorps auf das linke Donau-Ufer zurückziehen um die Verbindungen nach Wien und Pozsony vor einer ungarischen Umfassung zu schützen. Der Banus Jellačić erhielt Order noch eine Weile um Pest zu bleiben und sich dann nach Esseg in die Bácska zurückzuziehen, wo er mit den verbündeten serbischen Streitkräften vereinigen sollte, die sich nach den Siegen der ungarischen Armeen unter der Führung von Mór Perczel in einer ernsten Lage befanden.
Lage und Angriffsplanung bei den Ungarn Am 20. April traf das ungarische 7. Korps bei Kéménd ein, wo es auf eine Brigade des kaiserlichen II. Korps traf, die von Párkány herankommend, von Generalmajor Franz Wyss geführt wurde. Die Österreicher wurden gezwungen, sich nach Gran zurückzuziehen, General András Gáspár unterließ die Verfolgung durch seine Reiterei. Am folgenden Tag marschierten das ungarische 1. und 3. Korps in Richtung Komorn vor und hoben am 22. April am nördlichen Abschnitt die Blockade um die Festung auf. Am selben Tag brach die ungarische Garnison von Komorn aus der Verteidigungslinie über Nádor hervor und stellte die Verbindung nach der Verdrängung der gegnerischen Brigade Sossay bei Csallóköz her. Die Kaiserlichen mussten sich nach Csallóközaranyos und später nach Nyárasd zurückziehen und verloren 50 Mann sowie 30 Pferde. FML Wohlgemuth der nach seiner Niederlage bei Nagy-Salló, seine Truppen westlich des Waag-Flusses zurückgezogen hatte, rückte jetzt wieder nach Osten in Richtung Érsekújvár vor, wohin Görgey das 7. Corps warf, um bei Perbete eine Abwehrstellung einzunehmen.
Am 21. April meldete General Simunich dem Kommandanten des II. Korps, FML Anton Csorich, dass Görgey an diesem Tag in Komorn eingedrungen sei und ein Angriff am Südufer der Donau stehe unmittelbar bevor. Er bat Csorich, ihm Kavallerie- und Artillerie-Verstärkungen zu schicken. Am 24. April teilte er Csorich mit, dass die Ungarn die Brücke über die Donau wieder brauchbar gemacht hatten und den Fluss auf Flößen zu überqueren beabsichtigten. Er bat Csorich, mit seinen Truppen spätestens am Morgen des 25. April bei Puszta Harkály einzutreffen, um ihn gegen den ungarischen Angriff zu unterstützen.
Gemäß den Befehlen des Feldzeugmeister von Welden beendeten die kaiserlichen Truppen die Evakuierung von Pest am 23. April, woraufhin General Lajos Aulich und das ungarische 2. Corps am 25. April in die Stadt einzogen. Welden befahl Generalmajor Franz Wyss, seine Brigade nach Tata zu verlegen, Generalmajor von Colloredo, sollte sich von Esztergom (Gran) nach Dorog zurückzuziehen und die Division Schwarzenberg von Buda nach Gran folgen, um alle österreichischen Truppen am oberen Donauknie bis vor Komorn zu versammeln.
General Görgey befahl den Ungarn, die Donau zu überqueren, um die dort konzentrierten Österreicher anzugreifen und mit seiner numerischen Überlegenheit den Sieg zu erzwingen. Görgey, der seine früheren Studien nutzen konnte, plante den Übergang zwischen der Burg von Komorn und dem Brückenkopf am südlichen Ufer beim Festungswerk Csillagerőd. Er wurde von seinem Generalstabschef Oberst József Bayer gewarnt, dass das Überqueren der Donau südlich der Donau ein riskanter Plan sei. Inzwischen kamen Görgey Korps nach und nach in Komorn an, aber statt an der Donaubrücke von Komorn zu konzentrieren, musste ein neuer Übergang gebaut werden, um das Südufer zu überqueren. Die ungarischen Truppen konnten das Ufer der Donau nicht sofort wechseln, da die kaiserliche Artillerie die bisherige Bootsbrücke zerstört hatte. Oberstleutnant Zsigmond Thaly, der ungarische Ingenieur der Festung Komorn ließ zur Not Flöße bauen.
mini|hochkant|Richard Guyon
General Klapka hatte für das 1. Corps den Operationsplan für den nächsten Tag ausgearbeitet: Obwohl die Durchführbarkeit zunächst in Frage gestellt wurde, wurde die Floßbrücke noch am Abend des 25. April fertiggestellt. Fünf ungarische Brigaden sollten in der Nacht vom 25. auf den 26. April die Donau überqueren. Die Brigaden Kiss und Kökényessy sollten auf einer in Eile errichteten Floßbrücke übergehen, welche die von den Kaiserlichen zerstörte Pontonbrücke ersetzte. Nach der Befestigung des Brückenkopfes sollten die Brigaden Schultz und Zákó nachgezogen werde. Auch die Brigade Dipold sollte vor Mitternacht auf Booten übergesetzt werden und den Angriff auf Uj-Szőny vorbereiten. Der Hauptangriff sollte von der Brigade des Obersten Pál Kiss gegen das Werk Monostori geführt werden und damit gleichzeitig die wichtigen Höhenstellungen am Sandberg mit Unterstützung der Brigade Kökényessy erstürmt werden. Die Brigade von Oberstleutnant Bódog Bátory sollte Uj-Szőny einnehmen. Dann sollten alle Brigaden gegen das offene Gelände südlich der Werke von Monostori angreifen, während gleichzeitig die Division des Generalmajor Richard Guyon von der Donauinsel über den Fluss gehen sollte, um den Gegner im Hinterland zu bedrohen. Durch diesen Überfall hoffte Görgey, alle österreichischen Verschanzungen und die umgebenden Höhen einnehmen zu können, und nach dem Eintreffen der restlichen Infanterie und der Artillerie des 1. und 3. Korps den allgemeinen Angriff anzusetzen. Die Kaiserlichen sollten in Richtung Raab zurückgedrängt werden, das 7. Corps sollte für unerwarteten Widerstand in Reserve verbleiben.
Die Schlacht mini|hochkant|Artúr Görgey