Der Große Preis von Deutschland 1999 (offiziell LXI Großer Mobil 1 Preis von Deutschland) fand am 1. August auf dem Hockenheimring in Hockenheim statt und war das zehnte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1999.

Bericht

Hintergrund Nach dem Großen Preis von Österreich führte Mika Häkkinen in der Fahrerwertung mit zwei Punkten vor Eddie Irvine und mit zwölf Punkten vor Michael Schumacher. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit zwei Punkten vor McLaren und mit 40 Punkten vor Jordan.

Mika Salo vertrat erneut den verletzten Michael Schumacher bei Ferrari.

Mit Häkkinen und Damon Hill (jeweils einmal) traten zwei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Freitagstraining Mit 1:45,677 Minuten holte sich überraschend Jarno Trulli im Prost die schnellste Zeit, mit einer halben Sekunde Abstand folgten Irvine und Giancarlo Fisichella. Auf Platz vier lag Coulthard, Salo erreichte Platz sieben und Häkkinen belegte Platz zehn, um vier Hundertstel vor Minardi-Pilot Marc Gené. Der langsamste Fahrer, Pedro de la Rosa, lag rund dreieinhalb Sekunden hinter der Bestzeit.

Samstagstraining Hill sichert sich mit 1:43,918 Minuten die schnellste Trainingszeit vor Häkkinen, Rubens Barrichello, Heinz-Harald Frentzen, Olivier Panis, Coulthard und auf Platz sieben Irvine. Salo holte sich die neuntschnellste Zeit und Gené belegte Platz 14. Johnny Herbert hatte während der Trainingssitzung Probleme und konnte keine Trainingszeit absolvieren. Der langsamste Fahrer, Toranosuke Takagi, lag rund drei Sekunden hinter der Bestzeit.

Qualifying Häkkinen holte sich seine 18. und für das McLaren-Team die 100. Pole-Position mit 1:42,950 Minuten. Dahinter folgten Frentzen, Coulthard, Salo, Irvine und Barrichello.

Warm-Up Coulthard war mit 1:45,557 Minuten der schnellste Fahrer vor Panis, Häkkinen, Trulli, Barrichello und Herbert. Irvine belegte Platz neun und Salo zwölfter. Der langsamste Fahrer, Takagi, lag rund dreieinhalb Sekunden hinter der Bestzeit.

Rennen Häkkinen konnte die Führung behaupten, Salo erwischte den besten Start und konnte von Platz vier auf zwei vorfahren. Ein Minardi fuhr im hinteren Teil des Feldes in das Heck von Jacques Villeneuve, dieser drehte sich in Pedro Diniz und beide flogen in Kurve eins ab und mussten aufgeben. Nach der ersten gefahrenen Runde führte Häkkinen, welcher sich langsam absetzen konnte, vor Salo, Coulthard, Frentzen, Barrichello und Irvine. Eingangs zur Kurve zwölf überholte Barrichello Frentzen und belegte nun Platz vier. Fisichella kämpfte gegen seinen Teamkollegen Alexander Wurz, verbremste sich jedoch in Kurve zehn und beschädigte seinen Frontflügel. Coulthard begann nun Salo für Platz zwei zu jagen, in Runde neun allerdings riss sich Coulthard einen Teil seines Frontflügels bei einem missglückten Überholmanövers ab und musste an die Box. Sein Stopp dauerte rund 14,8 Sekunden und er bekam gleichzeitig auch noch Sprit nachgetankt, allerdings zu wenig wie sich später herausstellen sollte. Gené hatte währenddessen nur einen Platz in den ersten zehn Runden verloren und lag auf Platz 16. Mit Beginn der Runde elf hielt Häkkinen einen Vorsprung von 5,4 Sekunden vor Salo.

In Runde 22 begann unerwartet Irvine die Boxenstoppserie der Spitzenteams, sein Stopp dauerte 9,4 Sekunden und er kam auf Platz vier auf die Strecke zurück. In der folgenden Runde kam Salo an die Box und konnte nach zehn Sekunden Standzeit wieder ins Renngeschehen eingreifen. Salo kam auf Platz drei knapp vor Irvine wieder auf die Strecke. Als letzter der Top-Teams kam in Runde 24 Häkkinen an die Box. Allerdings war der Stopp miserabel, da der Tankschlauch nicht an den Wagen angesetzt werden konnte und erst der Ersatzschlauch funktionierte. Nach 24,3 Sekunden Standzeit konnte Häkkinen wieder weiterfahren, er kam auf Platz vier liegend, hinter Salo, Irvine und Frentzen, wieder zurück. In derselben Runde erhielt Coulthard eine Zehn-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe, da er bei einer Schikane abkürzte und sich so einen Vorteil verschaffte. In Runde 25 tauschten Salo und Irvine die Plätze durch die Anweisung des Teams. Salo wäre allerdings schneller als Irvine gewesen, doch für Irvine waren die Punkte aus der Sicht des Fahrers und des Teams wichtiger. In der Ostkurve überholte Häkkinen den Dritten Frentzen, doch beim Eingang Motordrome löste sich bei Vollgas die Lauffläche des linken Hinterrades komplett ab und schickte Häkkinen so in die Reifenmauer. Häkkinen konnte unverletzt aussteigen. In der gleichen Runde verbüßte Coulthard seine Strafe, er kam auf Platz fünf liegend wieder auf die Strecke und startete eine Aufholjagd auf den Viertplatzierten Ralf Schumacher. Doch in Runde 39 musste Coulthard wieder an in die Boxengasse, da er bei seinem ersten Stopp zu wenig Sprit nachtankte. Ein verhältnismäßig schneller Stopp führte dazu, dass Coulthard knapp vor Wurz auf Platz sieben liegend wieder auf die Strecke kam. Wurz hatte allerdings mehr Schwung und setzte vor der ersten Schikane zum Überholen an, beide fuhren nebeneinander durch die Kurvenfolge und Wurz musste erst bei der Ostkurve sein Überholversuch abbrechen. Eine Runde später wurde Panis in der Ostkurve von Coulthard überholt und der Schotte belegte nun den fünften Platz, da der eigentlich Fünftplatzierte Herbert wegen Getriebedefektes aufgeben musste.

Irvine konnte den Großen Preis von Deutschland vor Teamkollege Salo und Frentzen gewinnen. Für Salo war es das erste Podium und gleichzeitig auch die beste Platzierung seiner Formel-1-Karriere. Die restlichen Punkteplatzierungen belegten Ralf Schumacher, Coulthard und Panis. Die Siegertrophäe für Irvine wurde von Hans Martin Bury, dem Staatsminister der Bundesregierung, überreicht. Der Pokal für den siegreichen Konstrukteur Ferrari wurde von Hauptsponsor Mobil 1, vertreten durch den Präsidenten Jean-Louis Schilansky, überreicht.

Coulthard fuhr mit 1:45,270 Minuten die schnellste Runde.

In der Fahrerwertung übernahm Irvine die Führung vor Häkkinen. Frentzen war nun Dritter. In der Konstrukteurswertung blieben die ersten drei Positionen unverändert.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren MP4/14 Mercedes-Benz 3.0 V10 2 3 Ferrari F399 Ferrari 3.0 V10 4 5 Williams FW21 Supertec 3.0 V10 6 7 Jordan 199 Mugen-Honda 3.0 V10 8 9 Benetton B199 Playlife 3.0 V10 10 11 Sauber C18 Petronas 3.0 V10 12 14 Arrows A20 Arrows 3.0 V10 15 16 Stewart SF3 Ford Cosworth 3.0 V10 17 18 Prost AP02 Peugeot 3.0 V10 19 20 Minardi M01 Ford 3.0 V10 21 22 BAR 01 Supertec 3.0 V10 23

Klassifikation Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 1:42,950 1 2 1:43,000 2 3 1:43,288 3 4 1:43,577 4 5 1:43,769 5 6 1:43,938 6 7 1:43,979 7 8 1:44,001 8 9 1:44,209 9 10 1:44,338 10 11 1:44,468 11 12 1:44,508 12 13 1:44,522 13 14 1:45,034 14 15 1:45,331 15 16 1:45,335 16 17 1:45,454 17 18 1:45,460 18 19 1:45,917 19 20 1:45,935 20 21 1:45,962 21 22 1:46,209 22 107-Prozent-Zeit: 1:50,157 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:42,950 min)

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 45 1 1:21:58,594 5 1:47,687 (17.) 2 45 1 + 1,007 4 1:47,945 (4.) 3 45 1 + 5,195 2 1:47,619 (17.) 4 45 1 + 12,809 11 1:48,083 (29.) 5 45 3 + 16,823 3 1:45,270 (43.) 6 45 2 + 29,879 7 1:46,823 (20.) 7 45 1 + 33,333 13 1:48,455 (44.) 8 45 3 + 1:11,291 21 1:48,334 (4.) 9 45 1 + 1:48,318 15 1:49,894 (28.) 10 44 1 + 1 Runde 19 1:49,942 (28.) 11 40 1 DNF 17 1:48,408 (29.) – 37 1 DNF 20 1:50,534 (14.) – 25 1 DNF 1 1:47,433 (6.) – 21 0 DNF 14 1:49,835 (5.) – 20 1 DNF 18 1:49,179 (14.) – 15 0 DNF 22 1:50,286 (6.) – 13 0 DNF 8 1:48,925 (9.) – 10 0 DNF 9 1:49,285 (6.) – 7 1 DNF 10 1:47,785 (5.) – 6 0 DNF 6 1:47,788 (5.) – 0 0 DNF 12 – – 0 0 DNF 16 –

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 52 2 McLaren-Mercedes 44 3 Jordan-Mugen-Honda 33 4 Ferrari 32 5 McLaren-Mercedes 30 6 Williams-Supertec 22 7 Benetton-Playlife 13 8 Stewart-Ford 10 9 Ferrari / BAR-Supertec 6 10 Jordan-Mugen-Honda 5 11 Benetton-Playlife 3 12 Sauber-Petronas 3 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte13Stewart-Ford2 14 Prost-Peugeot 2 15 Prost-Peugeot 1 16 Sauber-Petronas 1 17 Arrows 1 18 Arrows 0 19 Minardi-Ford 0 20 Minardi-Ford 0 21 Williams-Supertec 0 22 BAR-Supertec 0 – BAR-Supertec 0 – Minardi-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 90 2 74 3 38 4 22 5 16 6 12 Pos. Konstrukteur Punkte 7 4 8 3 9 1 10 0 11 0

Einzelnachweise

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#1999 Deutschland Kategorie:Sportveranstaltung in Hockenheim Kategorie:Hockenheimring Baden-Württemberg