Ernst Eduard Werner (* 17. September 1847 in Jastrow; † 23. Juni 1923 in HannoverArne Herbote: Carl Benscheidt, auf der Suche nach der idealen Fabrik. Eine Bauherrenbiographie. Selbstverlag, Braunschweig 2019, ISBN 978-3-00-062690-6, S. 301.) war ein deutscher Architekt, der unter anderem die Vorplanung für das letztlich von Walter Gropius entworfene und ausgeführte Fagus-Werk erstellte.Reinhard Glaß: Werner, Ernst Eduard in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902) [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 12. April 2019

Leben Eduard Werner war als Architekt in Hannover tätig. Er errichtete unter anderem Fabrikgebäude im Backsteinstil der Hannoverschen Architekturschule, die er in einer strengen, konstruktiven Formgebung ausführte.

Von der von ihm entworfenen Werkssiedlung Körtingsdorf hat sich in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek eine Architekturzeichnung erhalten.Abbildung in Friedrich Lindau: Planen und Bauen der fünfziger Jahre in Hannover. Schlütersche, Hannover 1998, ISBN 3-87706-530-9, S. 132–137; hier: S. 133.

Für die Schuhleistenindustrie in der südniedersächsischen Kleinstadt Alfeld (Leine) war Eduard Werner langjährig tätig. Seit 1890 arbeitete er für die Alfelder Schuhleistenfabriken C. Behrens und lieferte unter anderem Entwürfe für mehrere kleinere Erweiterungsbauten des Fabrikkomplexes. Ab 1896 intensivierte sich diese Zusammenarbeit: Werner und Carl Benscheidt, der technische Leiter der Alfelder Schuhleistenfabriken C. Behrens, schufen gemeinsam ab 1897 einen Fabrikneubau, der mehrfach erweitert wurde. Für den von Benscheidt geleiteten Gemeinnützigen Bauverein für den Kreis Alfeld eGmbH entwarf Werner einen Bebauungsplan sowie Ein- und Zweifamilienhäuser für die Kolonie Buchenbrink in Gerzen.

Bauten mini|Ehemaliges Mädchenhaus der Israelitischen Gartenbauschule in Hannover-Ahlem 1889–1891: Arbeiterkolonie Körtingsdorf in Linden bei Hannover 1890–1908: Fabrikgebäude der Alfelder Schuhleistenfabriken C. Behrens in Alfeld (Leine)Annemarie Jaeggi: Fagus. Industriekultur zwischen Werkbund und Bauhaus. Jovis, Berlin 1998, ISBN 3-931321-83-5, S. 62 ff. 1899–1900: Fabrikgebäude der Schokoladen- und Süßwaren-Fabrik Bernhard Sprengel & Co. in Hannover, Schaufelder Straße 1900: Planung der Villenkolonie des Beamten-Wohnungsvereins in Hannover-Waldheim (in Zusammenarbeit mit anderen Architekten) 1901–1906: Kolonie Buchenbrink des Gemeinnützigen Bauvereins für den Kreis Alfeld eGmbH in Gerzen 1902–1903: Mädchenhaus der Israelitischen Gartenbauschule in Ahlem bei Hannover, Wunstorfer Landstraße 5 (erhalten) um 1910: Bauleitung bzw. Bauausführung der Villa Bühring in Hannover nach einem Entwurf des Dresdner Architekten Oswin Hempel 1911: Vorplanung zur Fabrikanlage der Schuhleisten- und Stanzmesserfabrik Fagus GmbH in Alfeld (Leine) (1911–1925 ausgeführt nach modifizierter Planung von Walter Gropius) 1913: Fassade für ein Fabrikgebäude in Hannover, Wilhelm-Bluhm-Straße 12 o. J.: Fassade für ein Fabrikgebäude des Eisenwerks Wülfel in Hannover-Wülfeldie Angaben im Archivportal Arcinsys Niedersachsen Bremen

Quellen Archivalien von und über Eduard Werner finden sich beispielsweise im Stadtarchiv Hannover: Archivsignatur HR23, Nr. 601 in der hannoverschen Bausammlung aus dem Nachlass von Günther Kokkelink: Zeitungsausschnitt, Fotos und Negative, Flyer, Baupläne in Kopie, Archivsignatur StadtA H 3.NL.518 Nr. 2558 im Sprengel-Archiv der Landeshauptstadt Hannover

Literatur

Arne Herbote: Carl Benscheidt, auf der Suche nach der idealen Fabrik. Eine Bauherrenbiographie. Selbstverlag, Braunschweig 2019, ISBN 978-3-00-062690-6, S. 144–148, S. 301.

Weblinks

Reinhard Glaß: Werner, Ernst Eduard in der Datenbank Architekten und Künstler mit direktem Bezug zu Conrad Wilhelm Hase (1818–1902)

Einzelnachweise

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