Hans Ulrich von Borcke (eigentlich Hans-Ulrich von Borcke-Stargordt; * 22. September 1902 in Pasewalk; seit 1944 vermisst in Rumänien) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Offizier.
Leben Hans Ulrich von Borcke stammte aus der pommerschen uradligen Familie Borcke. Seine Eltern waren der Major a. D. Ulrich von Borcke (1870–1954) aus dem Hause Stargordt und seine Frau Erika von Borcke, geb. von Borcke-Reckow (1882–1971).Walter von Hueck, Erik Amburger: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser, Band VII, Band 56 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutscher Adelsrechtsausschuß, Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1973, S. 79. Sie lebten gemeinsam auf Reckow und Groß Borckenhagen im pommerschen Landkreis Bütow.Reckow und Groß Borckenhagen Kreis Regenwalde, Pommern., Erika und Ulrich v. Borcke. PDF. Der Vater war seit 1953 EhrenkommendatorGesamtliste der Mitglieder des Johanniter-Ordens nach dem Stand vom Juli 1953, Hrsg. Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem, Selbstverlag, Bonn, Berlin 1953-07-11, S. 17. der Pommerschen GenossenschaftClaus von Kameke: Die Johanniter in Pommern. Pommersche Genossenschaft des Johanniterordens, Hrsg. Karl-Johann P. v. Quistorp, Verlag Paul Zimnoch & Söhne GmbH, Bonn 1992, S. 184. des Johanniterordens.
Hans Ulrich von Borcke begann an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Rechtswissenschaft zu studieren und wurde 1920 im Corps Saxo-Borussia Heidelberg recipiert, er zeichnete sich als Senior aus.Kösener Corpslisten 1960. Eine Zusammenstellung der Mitglieder, Hrsg. Otto Gerlach. Druck C. L. Mettcker & Söhne, Jever, Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, Corps 66 / (lfd. Nr. dort) 1346. Als Inaktiver wechselte er an die Albertus-Universität Königsberg, die ihn 1927 zum Dr. iur. promovierte.Dissertation: Die Forderungen des vierten Standes und ihre rechtliche Gestaltung in den „Grundrechten und Grundpflichten der Deutschen“ der Weimarer Verfassung. Nach den Examen trat er in die innere Verwaltung Preußens. Als Regierungsrat kam er vertretungsweise an das Oberpräsidium von Hessen-Nassau in Kassel. Im Juli 1935 wurde er vorläufig, im März 1936 endgültig zum Landrat im Kreis Arnswalde ernannt.Kreis Arnswalde, in: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945, in: Rolf Jehke, Herdecke. Stand 13. Juli 2012. (territorial.de) Er vertrat die konservative Christlich-deutsche Bewegung. Bereits 1928 wurde Borcke Anwärter des Johanniterordens und wird in allen danach publizierten genealogischen Werken dauerhaft als Ehrenritter der Kongregation geführt. Es ist daher davon auszugehen, dass er trotz der Landratsstelle nicht Mitglied der NSDAP wurde; denn eine Doppelmitgliedschaft war seit 1938 ausgeschlossen. Hans Ulrich von Borcke war aber MitgliedAnschriftenbuch der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG) 1940, Hrsg. DAG, Landesabteilung Pommern, Schlieffen-Verlag, Berlin 140, S. 221. der Landesabteilung Pommern der Deutschen Adelsgenossenschaft.
1929 veröffentlichte er in Unser Pommernland einen Beitrag mit dem Titel „Vier Borckes im Dienste des großen Königs“. 1941 war er Reserve-Oberleutnant im Stab einer Panzerdivision. Zu seiner Freude wurde er 1942 für das Heer (Wehrmacht) freigegeben. Als Hauptmann kam er an die Ostfront. Seit August 1944 ist er in Rumänien vermisst.
Seit 1933 war er mit Else Johanna, geb. von Trotha (1903–1944), Tochter der Anna von Veltheim-Destedt und des Admirals Adolf von Trotha, verheiratet.Borcke-Stargordt, Else von (DNB) Der Ehe entstammen die drei Töchter Armgard, Sigrid und Marie-Erika sowie die Söhne Ulrich und Hans-Adolf.Mitgliederverzeichnis des Corps Saxo-Borussia 1966. Vgl. Heinz-Adolf von Brand und Maxtheodor Reichmann (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte der Saxo-Borussia zu Heidelberg, Band 1: 1820–1935, Heidelberg 1958.
Die Eltern und die Kinder lebten in den 1960er Jahren in Cappenberg. Hans-Ulrich von Borcke hatte noch eine Schwester Agnes, die mit dem Teilgutsbesitzer Dr. jur. Axel von Rosenstiel (1894–1945) verheiratet war. Fabian von Borcke ist ein enger Verwandter.
Siehe auch Operation Jassy-Kischinew
Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser 1942, A (Uradel). Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. 115. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 102–103. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen Thiedicke von Flotow: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser, Band I, Band 2 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1952, S. 66–67. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen Thiedicke von Flotow, Friedrich Wilhelm Euler, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser, Band IV, Band 28 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1962, S. 113–114. (Mit Porträt).
Weblinks Borcke, Hans Ulrich von, Indexeintrag: Deutsche Biographie [11.04.2019] Unser Pommerland, Jahrgang 14. Stettin 1929, S. 27–30.
Einzelnachweise
Kategorie:Landrat (Landkreis Arnswalde) Kategorie:Landrat (Provinz Brandenburg) Kategorie:Landrat (Provinz Pommern) Kategorie:Hauptmann (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Verwaltungsjurist Hans Ulrich Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben im 20. oder 21. Jahrhundert Kategorie:Vermisste/Verschollene Person (20. Jahrhundert) Kategorie:Mann