Die 17. Internationale Sechstagefahrt war ein Motorrad-Geländesportwettbewerb, der vom 9. bis zum 14. September 1935 in Oberstdorf und den Allgäuer Alpen stattfand. Die Nationalmannschaften des Deutschen Reichs konnten zum dritten Mal in Folge die Trophy sowie zum ersten Mal die Silbervase gewinnen.
mini|Oberstdorf, Start- und Zielort einzelner Etappen
Wettkampf Organisation Für den Wettkampf waren 252 Fahrer von neun Motorsportverbänden der FICM gemeldet. Um die Trophy fuhren Mannschaften aus fünf Nationen. Zudem waren 15 Silbervasen-, 35 Fabrik- und 18 Club-Mannschaften am Start.
Das Deutsche Reich nahm an der Trophy und Silbervase sowie mit drei Clubmannschaften teil. Die Schweiz nahm an der Trophy und mit einer Clubmannschaft teil. Die geplante Teilnahme österreichischer Fahrer, darunter einer Trophy-Mannschaft, wurde Anfang September durch die sportliche Führung des Landes untersagt. Grund für diese Verfügung waren „die Angriffe, die in den letzten Tagen im ‚Völkischen Beobachter‘ gegen die österreichische Regierung und einige ihrer Mitglieder geführt wurden.“
Eine Goldmedaille erhielt, wer ohne Strafpunkte das Ziel erreichte. Für eine Silbermedaille durften im Ziel nicht mehr als 10 Strafpunkte zu Buche stehen und eine Bronzemedaille erhielt, wer nicht mehr als 50 Strafpunkte angesammelt hatte.
1. Tag Von den 252 gemeldeten Fahrern nahmen 248 den Wettkampf auf.
Am ersten Fahrtag führte die rund 460 Kilometer lange Strecke nach dem Start in Oberstdorf über Immenstadt, Nellenberg, Weiler, Dürren, Neuwalderberg, Fuchstobel, Deggenhausen, Weingarten, Waltershofen, die Buchenbergstraße und Großdorf zurück zum Ausgangspunkt. Bei Immenstadt fand eine gesonderte Bergprüfung statt.
In der Trophy-Wertung lagen die Mannschaften des Deutschen Reichs und der Tschechoslowakei strafpunktfrei gleichauf. Dahinter folgten Großbritannien mit 1 Strafpunkt, Italien mit 2 Strafpunkten und Frankreich mit 6 Strafpunkten.
In der Silbervase-Wertung lagen die Mannschaften des Deutschen Reichs (A), Großbritanniens (B), Italiens (B), der Niederlande (B) und der Tschechoslowakei (A) strafpunktfrei gleichauf. In der deutschen B-Mannschaft schied Paul Rüttchen aus dem Wettbewerb aus, was fortan täglich 100 Strafpunkte bedeutete. Zudem erhielt Rudi Knees 21 Strafpunkte. Die B-Mannschaft des Irischen Freistaats wurde nicht gewertet, da ein Fahrer nicht zur Abnahme erschienen war.
34 Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus.
2. Tag mini|Die Ammerschlucht wurde über die Echelsbacher Brücke passiert Am zweiten Wettkampftag mussten die Fahrer rund 480 Kilometer zurücklegen. Die Strecke führte über Rettenberg, Marktoberdorf, Rott, Starnberg, von Holzkirchen bis Mitterdarching auf der Autobahn 8 Richtung Salzburg, Taubenberg, Geretsried, Sankt Heinrich, über die Ammerbrücke, Roßhaupten, Görisried und den Oberjochpass zurück nach Oberstdorf.
Auf dem Autobahnteilstück wurde eine „Flachprüfung“ und bei Roßhaupten eine „Hochleistungsprüfung“ durchgeführt.
In der Trophy-Wertung waren die Mannschaften des Deutschen Reichs und der Tschechoslowakei weiterhin strafpunktfrei und lagen gleichauf. Dahinter folgten Großbritannien mit 1 Strafpunkt, Italien mit 2 Strafpunkten und Frankreich mit 106 Strafpunkten. Letztere Mannschaft hatte einen Fahrerausfall zu verzeichnen.
In der Silbervase-Wertung waren die Mannschaften des Deutschen Reichs (A), Großbritanniens (B), Italiens (B), der Niederlande (B) und der Tschechoslowakei (A) weiterhin strafpunktfrei und lagen gleichauf.
25 Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus.
3. Tag Am dritten Tag waren wieder rund 480 Kilometer zu fahren, der Zielort war Titisee im Schwarzwald. Nach dem Start in Oberstdorf führte die Strecke über Missen, Kinbach-Geislehen, Fischbach, Espasingen, Tengen, Wittlekofen, Munchenland, Todtnauberg, Schönau, die Schauinslandstraße, Oberried und Falkensteig nach Titisee.
Bei Missen sowie auf der Schauinslandstraße waren Bergprüfungen integriert.
In der Trophy-Wertung war am Ende des Fahrtags einzig die Mannschaft des Deutschen Reichs noch strafpunktfrei. Dahinter folgten die Tschechoslowakei mit 3 Strafpunkten, Großbritannien mit 101 Strafpunkten, Italien mit 102 Strafpunkten und Frankreich mit 213 Strafpunkten.
In der Silbervase-Wertung waren die Mannschaften des Deutschen Reichs (A) und der Niederlande (B) noch strafpunktfrei und lagen gleichauf. Auf dem dritten Platz lag die A-Mannschaft Italiens mit 1 Strafpunkt.
21 Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus.
4. Tag mini|Zielort der dritten und Startort der vierten Tagesetappe war Titisee im Schwarzwald Die Strecke des vierten Fahrtags war 494,5 Kilometer lang und startete am Zielort des Vortags in Titisee. Danach ging es über Feldberg, Oberibach, Mambach, Sallneck, Badenweiler, Schönau, das Äulemer Kreuz (), Bonndorf, Tengen, Espasingen, Fischbach, Kinbach-Geislehen und Missen nach Oberstdorf.
Bei Schönau und Kinbach-Geislehen waren jeweils eine Bergprüfung zu absolvieren.
In der Trophy-Wertung führte die strafpunktfreie Mannschaft des Deutschen Reichs vor der Tschechoslowakei (6 Strafpunkte), Großbritannien (201), Italien (202) und Frankreich (364).
In der Silbervase-Wertung war am Ende des Fahrtags einzig die A-Mannschaft des Deutschen Reichs strafpunktfrei und lag damit in Führung. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die A-Mannschaft der Tschechoslowakei mit 3 Strafpunkten sowie die italienische B-Mannschaft mit 7 Strafpunkten.
20 Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus.
5. Tag mini|Die Oberjochpassstraße im Ausbauzustand zum Zeitpunkt der Veranstaltung – Ort der Bergprüfung des 5. Tages Die Strecke am fünften Tag war rund 440 Kilometer lang und führte über Hindelang, Moosbach, Sibratshofen, Oberstaufen, Scheidegg, Herben, Karsee, Ratzenried, Isny, Eschach und Immenstadt zurück nach Oberstdorf. Bei Hindelang war eine Bergprüfung auf der Oberjochpassstraße zu fahren.
In der Trophy-Wertung führte nach wie vor die Mannschaft des Deutschen Reichs vor der ČSR, Großbritannien, Italien und Frankreich.
In der Silbervase-Wertung führte ebenso unverändert die A-Mannschaft des Deutschen Reichs vor der A-Mannschaft der ČSR und der B-Mannschaft Italiens.
14 Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus.
6. Tag Die letzte Tagesetappe war mit rund 250 Kilometern die kürzeste der Veranstaltung und führte nach dem Start in Oberstdorf über Sigishofen, Kranzegg, Petersthal, Marktoberdorf, Lengenfeld, und Bernbeuren nach Füssen. Bei Kranzegg war eine letzte Bergprüfung integriert.
Das Abschlussrennen als Geschwindigkeitsprüfung wurde auf einem rund 8,5 Kilometer langen Straßendreieckskurs ab Füssen gefahren.
Vier Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus. Von 248 am ersten Tag gestarteten Fahrern erreichten 130 das Ziel.
Endergebnisse Trophy Platz Team Strafpunkte 1. 25 2. 66 3. 401 4. 402 5. 565
Silbervase Platz Team Strafpunkte 1. (A-Mannschaft) 0 2. (A-Mannschaft) 61 3. (B-Mannschaft) 204 4. (B-Mannschaft) 300 5. (A-Mannschaft) 303 6. (A-Mannschaft) 404 7. 515 8. (B-Mannschaft) 565 9. (B-Mannschaft) 600 10. (A-Mannschaft) 601 11. (B-Mannschaft) 623 12. 642 13. (B-Mannschaft) 903
In der B-Mannschaft des Irischen Freistaats erschien ein Fahrer nicht zur Abnahme, womit diese aus der Wertung fiel.
Folgende Mannschaften wurden wegen Ausfall aller Fahrer nicht abschließend gewertet: (A-Mannschaft) (A-Mannschaft)
Club-Mannschaften Platz Team Strafpunkte 1. DDAC 5 2. Utrechtsche Provinciale Motor Club 7 3. Jawa-Club 61 4. NSKK (A) 139 5. Carshalton MCC 300 6. Edinburgh Rudge Club 425 7. Union der Motor-Fahrer-Clubs der Schweiz 642 8. Sunbeam M.C.C. (B) 691 9. Sunbeam M.C.C. (A) 702 10. London Ace M.C.C. 817 11. Motorsektion des AKRČs 903 12. NSKK (B) 947 13. Motocycle Club de France 1104 14. Reale Moto Club d’Italia 1120
In der Clubmannschaft Knock Motor Cycle Club erschien ein Fahrer nicht zur Abnahme, womit diese aus der Wertung fiel.
Folgende Mannschaften wurden wegen Ausfall aller Fahrer nicht abschließend gewertet: Sunbeam M.C.C. (C) The Sunbac Club Leinster Motor Cycle Club M.C. Zuid Holland s’Gravenhage
Einzelwertung Klasse Starter Gold Silber Bronze ohne Medaille Ausfall/Disqualifikation 1. Tag 2. Tag 3. Tag 4. Tag 5. Tag 6. Tag Gesamt 175 cm³ 4 0 0 0 2 0 2 0 0 0 0 2 250 cm³ 43 14 6 6 0 4 4 4 2 2 1 17 350 cm³ 50 13 4 7 1 7 5 3 6 3 1 25 500 cm³ 108 8 20 18 10 14 12 8 10 8 0 52 750 cm³ 8 1 3 1 0 1 0 1 1 0 0 3 1000 cm³ 1 0 0 0 0 0 0 0 0 1 0 1 600 cm³ 21 5 2 0 3 4 1 5 1 0 0 11 1000 cm³ 12 3 2 0 0 4 1 0 0 0 2 7 1100 cm³ 1 0 0 0 1 0 0 0 0 0 0 0 Gesamt 248 44 37 32 17 34 25 21 20 14 4 118
Literatur
Weblinks Speed Track Tales ISDT 1935 – Germany Schluß-Bericht mit Gesamtergebnissen (Teil 1), abgerufen am 29. März 2019 Schluß-Bericht mit Gesamtergebnissen (Teil 2), abgerufen am 29. März 2019
Einzelnachweise
Kategorie:Motorsportveranstaltung 1935 Kategorie:Motorsportwettbewerb in Deutschland Kategorie:Internationale Sechstagefahrt nach Austragung