Prebitz (oberfränkisch: PrewatzJosef Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 42. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „prewɒtz“.) ist eine Gemeinde im Landkreis Bayreuth (Regierungsbezirk Oberfranken). Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Creußen.
Geografie Lage Prebitz liegt in der Fränkischen Schweiz. Durch das Gemeindegebiet fließt in Süd-Nord-Richtung der Bieberswöhrbach, der linke Oberlauf der Ölschnitz. Unmittelbar westlich steigt das Gelände um über 100 Meter Höhenunterschied abrupt an, gegen Osten bleibt das Gelände eben.
Gemeindegliederung Es gibt 14 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Die Einöde Almosbachmühle zählt zum Gemeindeteil Losau.
Die Gemarkung Prebitz umfasst das Gemeindegebiet Prebitz (Gemarkungsteil 0) und einen Teil des Gemeindegebiets von Speichersdorf (Gemarkungsteil 1). Die Gemarkung hat eine Fläche von 23,279 km² und ist in 3025 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort sämtliche Gemeindeteile von Prebitz und Frankenberg.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Creußen, Speichersdorf, Speinsharter Forst, Vorbach, Schlammersdorf, Kirchenthumbach und Schnabelwaid.
Geschichte Der Ort wurde um 1285 als „Predwitz“ erstmals urkundlich erwähnt. Dem Ortsnamen liegt der slawische Personenname Prěda zugrunde.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 179.Josef Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 42.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand der Prebitz mit Prebitz- und Rohrmühle aus 17 Häusern und 14 Scheunen. Dazu gehörten 321 Tagewerk Acker, 101 Tagewerk Wiesen, 12 Tagewerk Gärten, 23 Tagewerk Weideflächen und 56 Tagewerk Wald.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 391. In der Fraisch unterstand Prebitz dem brandenburg-bayreuthischen Kasten- und Stadtvogteiamt Creußen.G. P. Hönn: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises, S. 284. Von 1791/92 bis 1810 war das preußische Justiz- und Kammeramt Pegnitz zuständig. Dieses fiel im Frieden von Tilsit 1807 an Frankreich und wurde 1810 mit dem Fürstentum an das Königreich Bayern verkauft.
Infolge des Ersten Gemeindeedikts wurde Prebitz dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Losau zugewiesen. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Prebitz. Zu dieser gehörten Altencreußen, Bieberswöhr, Engelmannsreuth, Frankenberg, Funkendorf, Großkorbis, Kleinkorbis, Losau, Prebitzmühle, Preußling, Rohrmühle, Ruspen, Sand und Voita. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Prebitz zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 23,226 km².
Ein amerikanischer Militärrabbiner förderte ab Januar 1946 maßgeblich den Zustrom ehemaliger jüdischer KZ-Häftlinge aus überfüllten Flüchtlingslagern. Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde entstanden mehrere „Jewish Farms“, landwirtschaftliche Kollektive und handwerkliche Lehrwerkstätten, in denen junge Juden auf ein künftiges Leben in Kibbuzim in Palästina vorbereitet werden sollten. In Prebitz und Altencreußen wurden jeweils zwei Kibbuzim eingerichtet, je ein Kibbuz entstand in Losau und Voita.Bernd Mayer: Die Judenfarmen im Bayreuther Land in: Heimatkurier 4/2006 des Nordbayerischen Kuriers, S. 12 f.
Ausgemeindungen Am 1. Mai 1978 wurden Gebietsteile mit dem Ort Frankenberg an die Gemeinde Speichersdorf abgetreten.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Prebitz Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2000 2010 2022Einwohner 817 1178 1326 1282 1289 1306 1701 1372 1310 1234 1194 1158 1123 1123 1148 1088 1014 980 1389 1425 1065 1112 979 1125 1062 976HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 2022 als Wohngebäude. 181 184 191 189 189 201 228 248 340Quelle Für die Gemeinde Prebitz inklusive Altenkreusen (S. 3), Bieberswöhr (S. 9), Engelmannsreuth (S. 24), Funkendorf (S. 32), Groskorbis (S. 39), Losa (S. 73), Preißling (S. 95), Ruspen (S. 104) und Voita (S. 131).
Ort Prebitz Jahr 1799 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 128 134 152 145 136 124 113 145 78 107 97Häuser 17 18 19 18 19 18 24Quelle
Politik Bürgermeister Ehrenamtlicher Erster Bürgermeister der Gemeinde Prebitz ist seit dem 24. November 2024 Jörg Teufel (CSU). Er wurde zum Nachfolger von Hans Freiberger (Freie Wählergemeinschaft Engelmannsreuth und Umgebung) gewählt, der das Amt seit dem 1. Mai 2008PDF bei www.wahlen.bayern.de (PDF) innehatte und zum 30. September 2024 aufgrund von Dienstunfähigkeit ausschied. Freiberger war Nachfolger von Hans Engelbrecht (Freie Wählergemeinschaft), der vom 11. August 1963 bis 30. April 2008 als Erster Bürgermeister amtierte und zuletzt der dienstälteste Bürgermeister Bayerns war.
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus dem Ersten Bürgermeister und seit 2026 aus acht Mitgliedern.
Die Gemeinderatswahlen 2002, 2008, 2014, 2020 und 2026 führten zu den folgenden Sitzverteilungen der Mitglieder des Gemeinderats: 2002 2008 2014 2020 2026Freie Wählergemeinschaft Engelmannsreuth und Umgebung6774Freie Wählergemeinschaft Prebitz65544CSU 44 Gesamt 12 12 12 12 8 Seit den Kommunalwahlen 2020 ist erstmals die CSU im Gemeinderat Prebitz vertreten.
Klimabeauftragter Am 16. Februar 2021 wurde 2. Bürgermeister Jörg Teufel (CSU) zum ersten Klimabeauftragten der Gemeinde Prebitz ernannt.Arbeitskreis kommunale Klimaschutzbeauftragte, Landkreis Bayreuth
Wappen Erst 2026 erhielt Prebitz ein offizielles, eigenes Gemeindewappen, das Bürgermeister Jörg Teufel selbst entwarf. Es ist dreigeteilt. Rechts (heraldisch) ist eine goldene Ähre auf rotem Grund zu sehen. Sie symbolisiert die für die Gemeinde seit Jahrhunderten typische Landwirtschaft. Heraldisch links steht ein schwarzes Mühlrad auf silbernen Grund. Es erinnert an die vier Mühlen, die früher hier betrieben wurden. Drei Wellen nehmen den unteren Teil des Wappens ein. Sie stehen für die Creußenquelle auf dem Gemeindegrund. Auch führt hier die europäische Wasserscheide durch Prebitz.
Bau- und Bodendenkmäler Am südlichen Ortsrand vom Gemeindeteil Altencreußen befindet sich eine abgegangene Turmhügelburg (Motte). Der Turmhügel Altencreußen wurde erstmals 1337 als Festes Haus erwähnt.
Der Burgstall Schlossberg ist eine abgegangene Höhenburg an der Grenze zwischen Prebitz und Neuhof. Da urkundliche Nachrichten fehlen, wird eine vorgeschichtliche Anlage vermutet.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2023 gab es 74 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort, 427 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort und 15 Arbeitslose. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. 2020 bestanden 26 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1507 Hektar.
Verkehr Die Kreisstraße BT 19 führt nach Bieberswöhr (1,3 km südlich) bzw. zur Staatsstraße 2184 (1,9 km nordwestlich).
Bildung Im Jahr 2024 gab es folgende Einrichtungen: Einen Kindergarten mit 40 Plätzen und 38 Kindern
Sonstiges Am 11. August 2015 stürzte ein amerikanisches Militärflugzeug über dem Gemeindegebiet ab.
Literatur
Hans Vollet und Kathrin Heckel: Die Ruinenzeichnungen des Plassenburgkartographen Johann Christoph Stierlein, 1987
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Prebitz
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth
Kategorie:Ersterwähnung 1285 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth