mini|St. Antonius von Nordosten gesehen Die Kirche St. Antonius von Padua ist das katholische Gotteshaus der Stadt Meisenheim am Glan im Bistum Trier.
Lage Die barocke Kirche mit angebautem ehemaligen Franziskanerkloster und einem erst 1902 hinzugefügten Glockenturm steht im Stadtkern von Meisenheim und ist mit ihrer Längsseite eng in die Front der Straße „Klenkertor“ eingebaut.
Geschichte mini|Innenansicht mini|hochkant|Herzepitaph des Herzogs Gustav Samuel Leopold Meisenheim zählte politisch zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, in dem Herzog Ludwig II. früh die Reformation begünstigte. 1526 fand der erste evangelische Gottesdienst in der örtlichen Schlosskirche statt, der katholische Kult wurde in der Folge unterdrückt.
Im Dreißigjährigen Krieg war Meisenheim 1620/1621 durch spanische Truppen unter Ambrosio Spinola und 1635 durch kaiserliche Truppen unter Matthias Gallas besetzt. In dieser Zeit lebte dort der katholische Glaube in bescheidenem Ausmaß wieder auf. Um 1630 begannen Franziskaner der Kölner Provinz mit der Seelsorge. Schon seit 1623 bestand das nahe Franziskanerkloster St. Wolfgang in Kreuznach als ihre Niederlassung.
Während der französischen Reunion (1680–1697) kam es im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken, durch Unterstützung der Obrigkeit, vermehrt zur Wiedergründung katholischer Gemeinden. Der Priester Carl Desiderius de Royer war in königlich-französischem Auftrag der Reorganisator des katholischen Kultes im Lande. König Ludwig XIV. berief 1680 die Kölner Franziskaner offiziell nach Meisenheim und sie beschlossen, dort ein Kloster zu gründen. 1685 wurde der Grundstein zum Bau der neuen Kirche gelegt, 1688 weihte sie der Mainzer Weihbischof Matthias Starck auf das Patrozinium des Heiligen Antonius von Padua.Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, Band 19, S. 320, Selbstverlag der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, 1993, (Ausschnittscan) Das 1716 an die Kirche angebaute Klostergebäude dient heute als Pfarr- und Gemeindehaus.
König Stanislaus I. Leszczyński von Polen, der sich 1714 in Meisenheim aufgehalten hatte, stiftete 1716 die wertvollen Altäre der Kirche. Seine Mutter Anna Leszczyńska schenkte Messkaseln und zwei kunstvolle Altarverkleidungen. Der 1696 zum Katholizismus konvertierte Landesherr Herzog Gustav Samuel Leopold bezahlte einen Messkelch und eine Monstranz. Als er 1731 starb, setzte man sein Herz in der Kirche bei. Das wappengeschmückte Herzepitaph befindet sich im Chor hinter dem linken Seitenaltar.
Meisenheim gehörte in kirchlicher Hinsicht bis 1802 zum Erzbistum Trier, das in diesem Jahr als Bistum Trier neu konstituiert wurde.
1902 erfolgte der Bau eines neobarocken Kirchturms, da zuvor nur ein Dachreiter vorhanden war. Architekt war Dombaumeister Ludwig Becker aus Mainz.
Baubestand Der einfache, gewölbte Putzbau mit dreiseitigem Chorschluss, Dachreiter und angebautem Kirchturm besitzt im Inneren drei zueinander passende Barockaltäre: mittig im Chor den größeren Hochaltar, links und rechts, am Übergang vom Langhaus zum Chorbereich, die beiden kleineren Seitenaltäre. Über dem Hochaltar ist im Chorgewölbe die Jahreszahl 1687 aufgemalt. In der Mittelnische dieses Altars steht eine Statue des Kirchenpatrons Antonius von Padua, im linken Seitenaltar eine Marienfigur und im rechten Seitenaltar eine Figur des heiligen Andreas, anstelle einer früheren Franziskusstatue, die jetzt an der Langhauswand platziert ist. An der rechten Langhausmauer ist eine Barockkanzel von 1747 angebracht.
Seit 1751 hat die Kirche hinten eine gewölbte Steinempore, auf der die Orgel aus dem Jahre 1730 steht. Im Westen sitzt das Hauptportal mit einer reich beschnitzten Tür, welche die Jahreszahl 1687 trägt. Im Chor befinden sich zwei, in der nördlichen Langhauswand fünf und in der Westfassade ein Rundbogenfenster, mit Buntverglasung der Werkstatt Binsfeld, Trier, von 1933. Eines davon erinnert an das Außerordentliche Heilige Jahr 1933 und die damalige Heilig-Rock-Ausstellung.
Literatur 300 Jahre Katholische Pfarrgemeinde St. Antonius von Padua, Meisenheim – Ein Blick in die Vergangenheit, Kath. Pfarrei Meisenheim, 1983
Weblinks
Webseite der Stadt Meisenheim zur Kirche
Einzelnachweise
Meisenheim Meisenheim Meisenheim Kategorie:Barocke Kirche Antonius Kategorie:Wittelsbach (Linie Pfalz-Zweibrücken-Kleeburg) Kategorie:Barockbauwerk in Rheinland-Pfalz Kategorie:Erbaut in den 1680er Jahren