Fritz Fink (* 10. September 1893 in Römhild; † 9. Mai 1945 im Kurland) war ein deutscher Schriftsteller, Buchhändler, Antiquar und Heimatforscher von regionaler Bedeutung.

Leben Fritz Fink wurde im hessisch-thüringischen Grenzland geboren. Seine Kindheit und Jugend verlebte er in Römhild.

An der Universität Jena absolvierte er ein Studium der evangelischen Theologie. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war Fink im Ersten Weltkrieg als Soldat aktiv. Nach 1918 lebte er als Buchhändler und Antiquar in Weimar. Sein erstes Geschäft befand sich am Markt, wo sich früher die bekannte Hoffmann’sche Buchhandlung befunden hat, zu deren Kunden bereits Johann Wolfgang von Goethe zählte. Fink trat schon früh als Autor, vor allem als empfindsamer Lyriker hervor. Seine Gedichtbände, die in diversen Verlagen und zuletzt im Eigenverlag veröffentlicht wurden, sind heute weitgehend vergessen.

Buchhandlung in Weimar In den folgenden Jahren siedelte die Fink’sche Buchhandlung, nebst Antiquariat, in den Osten Weimars in die Jenaer Str. 20 um. Das stattliche Haus hatte Fink als Wohnhaus für seine Familie, die Buchhandlung und den Verlag erworben. Den Fritz-Fink-Verlag gab es etwa seit 1919/20. Das erste Werk dürfte die Schrift Weimar und die deutsche Kultur des Literaturhistorikers Adolf Bartels gewesen sein, der ihn beraten und gefördert haben dürfte.

Als Buchhändler beschäftigte er sich intensiv mit der Geschichte seiner Wahl-Heimatstadt Weimar. Diese Arbeiten veröffentlichte er in seiner gelben Schriftenreihe Beiträge zur Geschichte der Stadt Weimar. Nach 1932 wurde der Fritz-Fink-Verlag an seine zweite Frau, Bertha Fink, überschrieben. Mit ihr, die ebenfalls im Geschäft tätig war, hatte der Geschäftsmann eine Tochter, Renate.

In dieser Zeit kam für die stadtgeschichtliche Literatur neu der Vimaria-Verlag hinzu. Von den Schriftstellern in Weimar war Fink u. a. mit Adolf Bartels, Siegfried Paris, Johannes Schlaf und Hans Severus Ziegler bekannt.

Zeit des Nationalsozialismus Fink war bereits zum 26. April 1926 der NSDAP beigetreten, hatte die Partei aber zum 17. August 1927 verlassen.Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/8760858 Zum 1. Mai 1933 trat er der NSDAP erneut bei (Mitgliedsnummer 2.195.123).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/8760857 Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde Fink Landesleiter Thüringen der Reichsschrifttumskammer, Gaustellenleiter für Schrifttum in der Gauhauptstelle Kultur des Gaues Thüringen der NSDAP und Leiter der Gruppe Kunst und Literatur in der Arbeitsgemeinschaft für Weltanschauung und kulturelle Dienstgestaltung bei der SA-Gruppe Thüringen. Während des Zweiten Weltkrieges trat Fink in die deutsche Wehrmacht ein. Die aktive Verlagsproduktion fand Anfang der vierziger Jahre ihr Ende, wohl mit dem letzten Lyrikband aus seiner Feder, der Landschaft um Weimar-Tiefurt gewidmet.

Fritz Fink fiel am 9. Mai 1945 bei Kämpfen gegen die Rote Armee im Kurland-Kessel. Seine Ehefrau wurde nach 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht in das Speziallager Nr. 2 in Buchenwald gebracht und von dort per Bahn in die Sowjetunion verschleppt.

Zahlreiche seiner Schriften wurden in der Zeit der Sowjetischen Besatzungszone und der Deutschen Demokratischen Republik auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-f.htmlhttp://www.polunbi.de/bibliothek/1948-nslit-f.htmlhttp://www.polunbi.de/bibliothek/1948-nslit-s.htmlhttp://www.polunbi.de/bibliothek/1953-nslit-f.html

Verlegte Werke (Auswahl) Geschichte Heinrich Gutberlet. Eine Einführung in das Schaffen des Dichters, 1930 Von Bränden, Wassersnöten und Pestseuchen in der Stadt Weimar, 1931 Der Frauenplan. Zur Geschichte des Weimarer Frauentorviertels, 1931 Der Herderplatz und seine Geschichte, 1931 Das Jakobsviertel. Die Urzelle der Weimarer Stadtentwicklung, 1931 Alt-Weimar. Das Weimar Goethes und seine Geschichte, 1932 Die Stadt Weimar seit Ausgang des 30jährigen Krieges bis zum Beginn der klassischen Zeit (1648-1775), 1932 Das Stadtbild Weimars zur klassischen Zeit, 1932 Die Stadtbefestigung. Mauern, Tore und Türme im alten Weimar, 1932 Der Friedhof. Geschichte des derzeitigen Weimarer Friedhofs und der ehemaligen Begräbnisplätze der Stadt, 1932 Die Straßenbezeichnungen der Stadt Weimar nach Herkunft und Bedeutung, 1932 Das Geschäftsleben Weimars im Wandel der Zeit, 1932 Die historischen Gast- und Raststätten der Stadt Weimar und ihre Geschichte, 1932 Die Brunnen der Stadt Weimar, 1933 Der Graben. Die Geschichte einer Weimarer Straße, 1933 Der Fürstenplatz und seine Geschichte, 1933 Aus der Geschichte des Weimarer Bäckerhandwerkes, 1933 Zur Geschichte des Buchhandels in der Stadt Weimar, 1933 Volksfeste und Festbräuche in der Stadt Weimar einst und jetzt, 1933 Friedrich Johann Justin Bertuch. Der Schöpfer des Weimarer Landes-Industrie-Comptoirs (1747-1822), 1934 Clemens Wenzeslaus Coudray. Der Baumeister des klassischen Weimar, 1934 Carl Ludwig Fernow. Der Bibliothekar der Herzogin Anna Amalia (1763-1808), 1934 Nebenfiguren der klassischen Zeit in Weimar, 1935

Poesie Die silberne Schale. Gedichte, 1927 Dom der Seele. Sonette, 1929 Die große Mutter. Sonette, 1929 Das unendliche Lied. Gedichte, 1930 Aus goldener Fülle. Gedichte, 1931 Die Dinge leben. Sonette, 1934 Ruf ins Volk. Gedichte, 1935 Kampf und Glaube. Gedichte, 1937 Wir sind die Pflicht. Gedichte, 1938 Deutschland, wir bauen dich auf! Gedichte, 1939 Dein Volk und Vaterland. Gedichte, 1939 Geliebtes Tal. Gedicht, 1941

Sonstiges mini|hochkant|Fritz Sauckel mit einem Vorwort von Fritz Fink (1934) Adolf Bartels: Weimar und die deutsche Kultur, 1921 (3., erw. Auflage 1937) Adolf Bartels: Der völkische Gedanke. Ein Wegweiser, 1922 Ernst Mann: Die Gattenwahl in den guten Familien. Ein Mahnwort an die deutschen Ärzte und Führer, 1927 Johannes Schlaf Bibliographie, 1928 Der Markt, 1931 Thüringer Land und Volk. Heimatkalender in Wort und Bild, 1934 (Hrsg.): Fritz Sauckels Kampfreden : Dokumente aus der Zeit der Wende und des Aufbaus. Weimar: Fink, 1934 Das tägliche Brot. Waldgeschichten, 1938 Adolf Bartels, ein Vorkämpfer des Rassegedankens, 1938 Langemarck – Feldherrnhalle (Rundfunkansprache), 1938 Elisabeth Gnade. Persönlichkeit und Werk der Dichterin. (Gedenkrede zum 75. Geburtstag), 1938

Literatur Wilhelm Schier: Fritz Fink. Ein deutscher Dichter. Weimar: Fink. 1932. Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1993, S. 119. Fink, Fritz, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 153

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