Der Große Preis von Spanien 1999 (offiziell XLI Gran Premio Marlboro de España) fand am 30. Mai auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya in Montmeló statt und war das fünfte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1999.

Bericht

Hintergrund Nach dem Großen Preis von Monaco führte Michael Schumacher in der Fahrerwertung mit acht Punkten vor Eddie Irvine und mit zwölf Punkten vor Mika Häkkinen. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit 24 Punkten vor McLaren und mit 28 Punkten vor Jordan.

Mit Michael Schumacher (zweimal), Häkkinen, Damon Hill und Jacques Villeneuve (jeweils einmal) traten vier ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Freitagstraining Irvine holte sich mit der Zeit 1:23,577 Minuten die Bestzeit vor Heinz-Harald Frentzen, Michael Schumacher und Häkkinen. David Coulthard erreichte nur den siebten Platz mit sieben Zehntel Rückstand. Der langsamste Fahrer, Marc Gené, lag rund vier Sekunden hinter der Bestzeit.

Samstagstraining Dieses Mal konnte Coulthard sich die schnellste Trainingszeit mit 1:22,138 Minuten sichern, dahinter folgen Michael Schumacher, Häkkinen und Frentzen. Irvine erreichte nach dem ersten Platz am Vortag nur den 17. Rang, direkt hinter Alexander Wurz. Der langsamste Fahrer, Luca Badoer, lag rund viereinhalb Sekunden hinter der Bestzeit.

Qualifying Zum fünften Mal in Folge holt sich Häkkinen die Pole-Position mit einer Zeit von 1:22,088 Minuten. Dahinter folgen Irvine, Coulthard, Michael Schumacher, Jean Alesi und auf Platz sechs Villeneuve. Der langsamste Fahrer, Badoer, lag rund vier Sekunden hinter der Bestzeit und zwei Sekunden vor der 107-Prozent-Zeit.

Warm-Up Häkkinen holte sich mit 1:24,031 Minuten die schnellste Zeit vor Coulthard, Michael Schumacher, Alesi und Irvine. Der langsamste Fahrer, Toranosuke Takagi, lag rund vier Sekunden hinter der Bestzeit.

Rennen Beim Start blieben Olivier Panis und Gené, der aus Katalonien kommt, stehen. Bevor die Startampeln ausgingen, rollte Coulthards Wagen ganz wenig, doch die Frühstart-Sensoren registrierten keinen illegalen Frühstart. Häkkinen konnte die Führung nach der Rennfreigabe behaupten, dahinter folgten Coulthard, Villeneuve welcher beide Ferrari in der ersten Kurve außen überholte, Michael Schumacher, Irvine und Jarno Trulli. Irvine verlor durch einen schlechten Start zwei Plätze. Nach der ersten Runde führte Häkkinen weiter, die restlichen fünf Plätze hatten sich nicht verändert. Panis konnte mit einer Runde Rückstand das Rennen wieder aufnehmen, kam aber direkt ins Mittelfeld auf die Strecke. Häkkinen begann nun, die Führung auszubauen und lag nach fünf Runden schon knapp zehn Sekunden vor dem viertplatzierten Michael Schumacher, welcher wiederum von Villeneuve aufgehalten wurde.

In Runde 17 eröffnete Pedro de la Rosa die Boxenstoppserie, fünf Runden später fuhr vom Spitzenteam Irvine an die Box; Seine offizielle Stehzeit betrug 7,8 Sekunden. Villeneuve unternahm mittlerweile alles, um vor Michael Schumacher zu bleiben und verbremste sich in den Kurven eins und fünf regelmäßig. In Runde 23 ging der Führende Häkkinen an die Box, sein Vorsprung auf Michael Schumacher betrug beinahe 29 Sekunden. Nach 7,7 Sekunden Stehzeit kam Häkkinen als Zweiter hinter Coulthard wieder auf die Strecke zurück. Eine Runde später folgten Villeneuve und Michael Schumacher mit ihren Boxenstopps, die Ferrari-Mannschaft arbeitete jedoch schneller und konnte Michael Schumacher vor Villeneuve wieder auf die Strecke schicken. Beide kamen auf den Plätzen sechs und acht, Irvine konnte sich zwischen den beiden schieben, wieder ins Rennen zurück. Als letztes von den Spitzenfahrern kam Coulthard als Führender in Runde 26 an die Box, doch er verschätzte sich beim Anbremsen zum Stellplatz und schoss um knapp einen Meter hinaus. Bedingt dadurch betrug seine Stoppzeit rund 12,8 Sekunden, doch er kam vor Michael Schumacher wieder zurück.

In Runde 40 wollte Villeneuve seinen zweiten Stopp erledigen. Villeneuve wollte den obersten Flügel des Heckspoilers entfernen lassen, um auf den Geraden mehr Höchstgeschwindigkeit zu haben, doch dieser ließ sich nicht runterschrauben. Mit Gewalt rissen die Mechaniker den Flügel dann ab, nach 28,7 Sekunden Stehzeit hätte Villeneuve wieder wegfahren können. Allerdings konnte das Getriebe keinen Gang einlegen und der Kanadier musste das Rennen schlussendlich aufgeben.

In den letzten sechs Runden wurde Coulthard von zu überrundeten Fahrzeugen, unter anderem von Hill, Barrichello und Trulli, lange aufgehalten, woraufhin Michael Schumacher wieder aufschließen und das Finale spannend machen konnte. Schlussendlich gewann Häkkinen vor Coulthard und Michael Schumacher den Großen Preis von Spanien. Irvine, Ralf Schumacher und Trulli belegten die restlichen Punkteränge. Die Siegertrophäe für Häkkinen wurde vom spanischen König Juan Carlos I. überreicht. Den Pokal für den siegreichen Konstrukteur McLaren überreichte der Präsident vom Internationalen Olympischen Komitee, Juan Antonio Samaranch, an den technischen Direktor von McLaren, Adrian Newey. Rubens Barrichello beendete das Rennen als Achter, wurde allerdings nachträglich wegen eines beschädigten und damit unzulässigen Unterbodens disqualifiziert.

Michael Schumacher konnte sich mit 1:24,982 Minuten die schnellste Runde sichern.

In der Fahrerwertung blieb Michael Schumacher vorne. Häkkinen war nun Zweiter vor Irvine. In der Konstrukteurswertung blieben die ersten drei Positionen unverändert.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren MP4/14 Mercedes-Benz 3.0 V10 2 3 Ferrari F399 Ferrari 3.0 V10 4 5 Williams FW21 Supertec 3.0 V10 6 7 Jordan 199 Mugen-Honda 3.0 V10 8 9 Benetton B199 Playlife 3.0 V10 10 11 Sauber C18 Petronas 3.0 V10 12 14 Arrows A20 Arrows 3.0 V10 15 16 Stewart SF3 Ford Cosworth 3.0 V10 17 18 Prost AP02 Peugeot 3.0 V10 19 20 Minardi M01 Ford 3.0 V10 21 22 BAR 01 Supertec 3.0 V10 23

Klassifikation Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 1:22,088 1 2 1:22,219 2 3 1:22,244 3 4 1:22,277 4 5 1:22,388 5 6 1:22,703 6 7 1:22,920 7 8 1:22,938 8 9 1:23,194 9 10 1:23,303 10 11 1:23,317 11 12 1:23,331 12 13 1:23,333 13 14 1:23,505 14 15 1:23,559 15 16 1:23,683 16 17 1:23,703 17 18 1:23,824 18 19 1:24,619 19 20 1:25,280 20 21 1:25,672 21 22 1:25,833 22 107-Prozent-Zeit: 1:27,834 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:22,088 min)

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 65 2 1:34:13,665 1 1:25,209 (7.) 2 65 2 + 6,238 3 1:25,487 (8.) 3 65 2 + 10,845 4 1:24,982 (29.) 4 65 2 + 30,182 2 1:25,343 (40.) 5 65 2 + 1:27,208 10 1:26,520 (35.) 6 64 2 + 1 Runde 9 1:26,505 (25.) 7 64 2 + 1 Runde 11 1:26,348 (47.) 8 64 2 + 1 Runde 16 1:27,004 (58.) 9 64 3 + 1 Runde 13 1:27,098 (59.) 10 64 3 + 1 Runde 18 1:27,029 (35.) 11 63 3 + 2 Runden 19 1:27,409 (33.) 12 62 2 + 3 Runden 20 1:29,184 (7.) – 50 2 DNF 22 1:29,632 (39.) – 40 2 DNF 6 1:26,675 (9.) – 40 1 DNF 12 1:26,315 (20.) – 40 1 DNF 14 1:27,442 (17.) – 35 1 DNF 8 1:26,894 (35.) – 27 1 DNF 5 1:26,542 (24.) – 24 0 DNF 17 1:27,248 (19.) – 24 0 DNF 15 1:27,175 (20.) – 0 0 DNF 21 – DSQ Barrichello wurde nachträglich aufgrund eines unzulässigen Unterbodens disqualifiziert. 64 2 + 1 Runde 7 1:26,006 (40.) Anmerkungen

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 30 2 McLaren-Mercedes 24 3 Ferrari 21 4 Jordan-Mugen-Honda 13 5 McLaren-Mercedes 12 6 Williams-Supertec 9 7 Benetton-Playlife 7 8 Stewart-Ford 6 9 Jordan-Mugen-Honda 3 10 Benetton-Playlife 1 11 Prost-Peugeot 1 12 Arrows 1 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 13 Prost-Peugeot 1 14 Sauber-Petronas 1 15 Arrows 0 16 BAR-Supertec 0 17 Williams-Supertec 0 18 Minardi-Ford 0 19 Minardi-Ford 0 20 Stewart-Ford 0 – Sauber-Petronas 0 – BAR-Supertec 0 – BAR-Supertec 0 – Minardi-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 51 2 36 3 16 4 9 5 8 6 6 Pos. Konstrukteur Punkte 7 2 8 1 9 1 10 0 11 0

Einzelnachweise

#1999 Spanien Kategorie:Sportveranstaltung in Montmeló Kategorie:Circuit de Barcelona-Catalunya