Der Große Preis von Monaco 1999 (offiziell LVII Grand Prix Automobile de Monaco) fand am 16. Mai auf dem Circuit de Monaco in Monte-Carlo statt und war das vierte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1999.

Bericht Hintergrund Nach dem Großen Preis von San Marino legten einige Teams Testtage ein, so testeten Ferrari und Minardi in Fiorano, McLaren und Prost testeten in Magny-Cours und Jordan probierte in Lurcy-Lévis neue Aerodynamikteile mit dem Fahrer Andrew Gilbert-Scott aus.

In der Fahrerwertung führte Michael Schumacher mit vier Punkten vor Eddie Irvine und mit sechs Punkten vor Mika Häkkinen. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit zwölf Punkten vor McLaren und mit 15 Punkten vor Jordan.

Luca Badoer reiste zu diesem Rennwochenende mit einer kleineren Handverletzung an.

Mit Michael Schumacher (dreimal), Häkkinen und Olivier Panis (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Donnerstagstraining Erstmals in dieser Saison holte sich ein anderes Team als McLaren die schnellste Rundenzeit: Michael Schumacher schlug mit einer Zeit von 1:22,718 Minuten seinen Konkurrenten um die Weltmeisterschaft Häkkinen um knapp 13 Hundertstel, dahinter folgen Panis, Irvine, Giancarlo Fisichella und David Coulthard. Frentzen hatte während der Session Probleme mit der Abstimmung des Wagens und erreichte nur den 19. Platz mit einer Zeit von 1:26,336 Minuten. Alle Fahrer waren innerhalb von fünfeinhalb Sekunden platziert.

Samstagstraining Mit einer Zeit von 1:21,249 Minuten holte sich Michael Schumacher vor Irvine, Häkkinen und Rubens Barrichello die schnellste Rundenzeit. Coulthard konnte nicht an die Zeiten anschließen und erreichte nur den 13. Platz mit knapp zwei Sekunden Rückstand. Alle Fahrer lagen innerhalb von vier Sekunden platziert.

Qualifying Häkkinen holte sich mit 1:20,547 Minuten die Pole-Position vor Michael Schumacher, welcher um 64 Tausendstel den zweiten Platz erreichte. Dahinter folgen Coulthard, Irvine, Barrichello und Frentzen. Alexander Wurz erreichte den zehnten Platz, rund eineinhalb Sekunden hinter der Bestzeit. Marc Genés Heckflügel riss nach der Tunnelausfahrt ab und verursachte so einen heftigen Unfall, doch Gené konnte unverletzt aussteigen. Alle Fahrer waren innerhalb von viereinhalb Sekunden platziert.

Warm-Up Im Warm-Up vor dem Rennen war Michael Schumacher mit einer Zeit von 1:23,792 Minuten um eine halbe Sekunden schneller als sein Teamkollege Irvine sowie Häkkinen und Coulthard. Bis auf Toranosuke Takagi, welcher Probleme mit seinem Wagen hatte, lagen alle Fahrer innerhalb von sieben Sekunden.

Rennen Bei der Einführungsrunde machte Jacques Villeneuves Motor Probleme, da er zu überhitzen drohte und Pedro Diniz sowie Gené verloren bei der Startaufstellung Flüssigkeit. Häkkinen fuhr, ähnlich wie beim vorherigen Rennen, eine sehr zügige Einführungsrunde.

Beim Start konnte Michael Schumacher besser als Häkkinen weg fahren und ging durch die Kurvenaußenseite nach der Sainte Devote in Führung. Den beiden folgten Irvine, Coulthard, Barrichello und Frentzen. Beide Ferrari konnten so nach dem Start jeweils einen Platz gut machen. Diese Konstellation blieb bis Runde 35 erhalten, als Coulthard aufgrund von Getriebeproblemen langsamer wurde und im Anschluss aufgeben musste. Irvine, welcher weiterhin hinter Häkkinen feststeckte, nutzte den Ausfall Coulthards für einen frühen Boxenstopp. In Runde 32 brach vor Kurve fünf die Hinterradaufhängung von Johnny Herbert, doch eine schnelle Reaktion verhinderte einen Unfall und konnte so den Stewart sicher abstellen. In derselben Runde gab auch Villeneuve wegen eines Öllecks auf. Der zweite BAR von Mika Salo musste in Runde 36 nach einem Unfall in Kurve sechs ebenfalls aufgeben. Salo verlor schon in der Kurve davor, der Mirabeau, Öl, wo Häkkinen in Runde 38 ausrutschte und so mehrere Sekunden an Zeit verlor. Dadurch konnte Irvine, der mittlerweile einen Stopp mehr als Häkkinen erledigt hatte, bis auf zwei Sekunden an Häkkinen ran gefahren. In Runde 41 erledigte Michael Schumacher ungestört seinen einzigen Boxenstopp, die Stehdauer betrug 9,9 Sekunden. Selbst nach seinem Stopp lag der Zweitplatzierte Häkkinen rund 20 Sekunden dahinter.

Durch den Boxenstopp von Häkkinen konnte Irvine den zweiten Platz erreichen und blieb dort bis zum Rennende. Dieses Rennen war der erste Doppelsieg für Ferrari in dieser Saison. Häkkinen belegte den dritten Platz und rundete so das Podium ab. Heinz-Harald Frentzen, Fisichella und Wurz komplettierten die Punkteränge. Bei der Podiumszeremonie wurde für den Zweitplatzierten Irvine fälschlicherweise die irische Fahne statt des Union Jacks verwendet. Die Trophäe für den Sieger Michael Schumacher wurde von Rainier III., dem regierenden Fürsten von Monaco, überreicht. Den Pokal für den siegreichen Konstrukteur Ferrari nahm Jean Todt von Michel Boeri, dem Vorsitzenden des monegassischen Automobilclubs, entgegen.

Häkkinen sicherte sich mit 1:22,259 Minuten die schnellste Runde.

Sowohl in der Fahrer- als auch in der Konstrukteurswertung blieben die ersten drei Positionen unverändert.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 McLaren MP4/14 Mercedes-Benz 3.0 V10 2 3 Ferrari F399 Ferrari 3.0 V10 4 5 Williams FW21 Supertec 3.0 V10 6 7 Jordan 199 Mugen-Honda 3.0 V10 8 9 Benetton B199 Playlife 3.0 V10 10 11 Sauber C18 Petronas 3.0 V10 12 14 Arrows A20 Arrows 3.0 V10 15 16 Stewart SF3 Ford Cosworth 3.0 V10 17 18 Prost AP02 Peugeot 3.0 V10 19 20 Minardi M01 Ford 3.0 V10 21 22 BAR 01 Supertec 3.0 V10 23

Klassifikation Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 1:20,547 1 2 1:20,611 2 3 1:20,956 3 4 1:21,011 4 5 1:21,530 5 6 1:21,556 6 7 1:21,769 7 8 1:21,827 8 9 1:21,938 9 10 1:21,968 10 11 1:22,152 11 12 1:22,241 12 13 1:22,248 13 14 1:22,354 14 15 1:22,659 15 16 1:22,719 16 17 1:22,738 17 18 1:22,832 18 19 1:23,290 19 20 1:23,765 20 21 1:24,260 21 22 1:24,914 22 107-Prozent-Zeit: 1:26,185 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:20,547 min)

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 78 1 1:49:31,812 2 1:22,288 (32.) 2 78 2 + 30,476 4 1:22,572 (62.) 3 78 1 + 37,483 1 1:22,259 (67.) 4 78 1 + 54,009 6 1:22,471 (64.) 5 77 1 + 1 Runde 9 1:23,473 (67.) 6 77 1 + 1 Runde 10 1:23,236 (68.) 7 77 2 + 1 Runde 7 1:23,646 (49.) 8 76 1 + 2 Runden 11 1:23,294 (49.) 9 71 1 DNF 5 1:23,583 (55.) – 54 1 DNF 16 1:22,837 (47.) – 50 2 DNF 14 1:23,417 (47.) – 49 0 DNF 15 1:22,637 (48.) – 40 1 DNF 17 1:24,480 (24.) – 36 0 DNF 3 1:22,883 (31.) – 36 0 DNF 12 1:24,787 (31.) – 36 0 DNF 19 1:26,482 (26.) – 32 0 DNF 8 1:23,537 (31.) – 32 0 DNF 13 1:24,919 (26.) – 30 0 DNF 21 1:26,914 (23.) – 24 0 DNF 22 1:26,864 (18.) – 10 0 DNF 20 1:28,691 (8.) – 3 0 DNF 18 1:28,848 (3.)

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 26 2 Ferrari 18 3 McLaren-Mercedes 14 4 Jordan-Mugen-Honda 13 5 Williams-Supertec 7 6 Benetton-Playlife 7 7 McLaren-Mercedes 6 8 Stewart-Ford 6 9 Jordan-Mugen-Honda 3 10 Benetton-Playlife 1 11 Arrows 1 12 Prost-Peugeot 1 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 13 Sauber-Petronas 1 14 Arrows 0 15 Prost-Peugeot 0 16 BAR-Supertec 0 17 Williams-Supertec 0 18 Minardi-Ford 0 19 Minardi-Ford 0 20 Stewart-Ford 0 – Sauber-Petronas 0 – BAR-Supertec 0 – BAR-Supertec 0 – Minardi-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 44 2 20 3 16 4 8 5 7 6 6 Pos. Konstrukteur Punkte 7 1 8 1 9 1 10 0 11 0

Einzelnachweise

#1999 Monaco Kategorie:Circuit de Monaco