mini|Figur von Rasputin 1916 vor seiner Ermordung in Jussupows Palast mini|Rasputins Tochter Maria 1932 vor einem Zirkusauftritt mini|Sibirische Landschaft
Die Tochter des Teufels ist ein historischer Liebesroman von Heinz G. Konsalik aus dem Jahr 1967 (Neuauflage: Heyne-Verlag 1971 und 1987), der zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Russland spielt und das Schicksal einer fiktiven TochterUrwaldgöttin darf nicht weinen. Der Spiegel, 6. Dezember 1976 des Wunderheilers Grigori Jefimowitsch Rasputin erzählt. Das Buch war ursprünglich als Fortsetzungsroman einer Illustrierten konzipiert.
Handlung Erster Teil Der Wanderprediger Rasputin schwängert im Jahr 1897 im sibirischen Tobolsk, Oblast Tjumen, die adelige Helena Woronzowa und diese gebiert ihm ihre Tochter Nadja. Den Behörden gibt sie an, dass das Kind gezeugt wurde, während sie schlief, und keinen Vater habe. Währenddessen reist Rasputin weiter durch das Land und schlägt sich mit Wunderheilung und „Hand auflegen“ durch. Das einfache Leben eines WanderpredigersStrannik (странник) bzw. Staretz – Wundertäter in der Provinz, der auf einer ähnlichen gesellschaftlichen Stufe wie ein MuschikMuschik (мужи́к), leibeigener, rechtloser Bauer aus extrem ärmlichen Verhältnissen und Leibeigener steht, ist zunächst überaus karg und entbehrungsreich. Mittlerweile ist der Magier Rasputin, der sich wie ein Bettler kleidet, jedoch überregional bekannt geworden. Er predigt und nimmt den Bauern, insbesondere den Bäuerinnen, die Beichte ab. Gerüchte um seine sexuellen Exzesse (zahlreiche Liebschaften bis hin zu Vergewaltigungen), jedoch andererseits auch um unerklärliche Wunder machen sich breit. Man begegnet ihm teilweise mit großer Ehrfurcht, teilweise aber auch wie einem Dämon. Nach sechs Jahren Abwesenheit lebt er wieder am Hofe Helenas und kümmert sich um seine Tochter Nadja. Ein örtlicher Pope will Rasputin als Scharlatan entlarven, der bereits in verschiedenen Gegenden Russlands als Krimineller gesucht wird. Doch dem Wunderheiler gelingt es, die Menge von seinen übernatürlichen Fähigkeiten zu überzeugen, indem er den Dorftrottel Kustja dazu bringt, sich nackt in den Schnee zu legen und eine Stunde lang Temperaturen von −34 °C unbeschadet zu überstehen.
Am 30. Juli 1904 wird unter großem Jubel des Volkes der Thronfolger Alexei Nikolajewitsch Romanow in Sankt Petersburg geboren. Wenig später erleidet er eine gefährliche Nabelblutung. Die Zarin ist verzweifelt und lädt zahlreiche Mediziner und Wunderheiler ein, um ihrem Sohn zu helfen. Doch niemand kann etwas gegen die lebensbedrohliche Blutererkrankung ausrichten. Am Ende kann die Blutung doch noch gestillt werden.
Im Jahr 1907 kommt es erneut zu einer lebensgefährlichen Blutung des Zarewitsch und am 7. Oktober wird aus lauter Verzweiflung nach dem Wunderheiler und Pilgervater Rasputin geschickt, sich nach Sankt Petersburg zu begeben. Gegen den Willen ihrer Mutter nimmt der Wunderheiler seine Tochter dorthin mit. Es gelingt ihm, in einer magischen Wunderheilung den Zarewitsch, den er zärtlich „Aljoscha“ nennt, zu retten.
Der Zar Nikolaus II. nimmt ihn, den sie Väterchen Grigori, den Staretz aus Sibirien, nennen, aus Dankbarkeit am Hofe auf. Rasputin wird von der Zarin, mit der er eine Affäre hat, protegiert und erhält ständig mehr Macht und Privilegien. Er veranlasst, dass seine uneheliche Tochter Nadja ebenfalls am Hof des Zaren leben darf und mit dessen Töchtern aufwächst. Ihre Mutter Helena, die zeitweise an einer schweren Lungenentzündung erkrankt war, hört nichts mehr von den beiden. Es gehen nur bösartige Gerüchte um, die einerseits von den Wunderheilungen, andererseits aber auch von Vergewaltigungen und dem ausschweifenden Lebensstil ihres ehemaligen Liebhabers berichten. Helena will davon jedoch nichts wahrhaben. Rasputin hatte ihr versprochen, sie nachzuholen, dieses Versprechen allerdings wieder gebrochen. Daher will sie jetzt, ein Jahr später, nach ihrer Tochter in St. Petersburg suchen. Ihre Reisepläne werden allerdings für längere Zeit unterbrochen, da ein Schneesturm aus der Taiga ihr Dorf Podunskoje einschneit. Als der Himmel endlich aufklart, beginnt sie ihre gefährliche Reise über den vereisten Fluss Tobol. Der Schlitten wird jedoch von einem ausgehungerten Wolfsrudel überrascht, das alle drei Reisenden auf grausame Weise tötet. Rasputin ist bestürzt über den Tod der schönen Helena, die er sehr geliebt hat. Seine Tochter lebt jetzt im Palais des Fürsten Petrowitsch, in der Sommerfrische Zarskoje Selo und dem Newa-Winterpalast in einer Art „goldenen Käfig“. Von den Orgien ihres Vaters erfährt sie nichts, genauso wenig von den Geschehnissen in Russland und den Repressalien der Ochrana-Geheimpolizei.
Nadja, die sich im Laufe der Jahre in ein sehr attraktives Mädchen verwandelt hat, verliebt sich in den jungen und gut aussehenden Gardeoffizier Nikolai, nachdem er sie in letzter Minute vor den Nachstellungen der beiden Edelmänner Tichon und Janis rettet. Die beiden haben versucht, Nadja in aller Öffentlichkeit zu vergewaltigen, kommen jedoch aufgrund ihres Adelstitels ohne Anzeige davon. Während Nadjas ersten Hofballs in der Silvesternacht 1913/1914 gestehen sich Nadja und Nikolai gegenseitig ihre Liebe. Rasputin, der sie eines Nachts überraschend besucht, lehnt die Verbindung seiner Tochter mit einem Offizier strikt ab. Ihr Vater erfreut sich zwar der Gunst des Zarenhauses, hat aber aufgrund seiner Ausschweifungen und seines nicht standesgemäßen Lebensstils den Petersburger Adel gegen sich aufgebracht. Es kommt zu einer Aussprache zwischen Gurjew und Rasputin. Gurjew hält ihn für Russlands Unglück. Außerdem zweifelt er die Vaterschaft des Wunderheilers an. Er möchte Nadja unter dem Patronat der Zarin heiraten. Daraufhin kommt es zu einem Kampf zwischen den beiden, der jedoch nicht weiter eskaliert.
Wutentbrannt entschwindet Hauptmann Gurjew. Da begegnet ihm unterwegs der Attentäter Genjka, ein irrer Mönch, der sich mit ihm verbünden will, um die gesamte Familie Rasputin auszurotten. Gurjew ist entsetzt und wirft ihn aus dem Schlitten. Nadja hingegen hatte von der Aussprache ihres Vaters mit ihrem Liebhaber nichts mitbekommen, sie ahnt lediglich, dass zwischen beiden etwas vorgefallen sein muss. Wyborowna nimmt Nadja wieder in den Palast Zarskoje Selo zurück, wo sie ihre weitere Zeit weitgehend in Isolation verbringen muss. Dann erfährt sie, dass Hauptmann Gurjew an ein unbekanntes Ziel versetzt wurde.
Mittlerweile kommt es in Sibirien zu Aufständen der unzufriedenen Bevölkerung, die von Kosaken blutig niedergeschlagen werden. Die dekadente und verschwenderische Prunksucht des Petersburger Adels steht im krassen Gegensatz zur bitteren Armut in weiten Teilen Russlands. Nach dem Attentat von Sarajevo plant Großfürst Nikolai Nikolajewitsch währenddessen einen Krieg gegen das Deutsche Reich. Rasputins Appell gegen einen Krieg und das damit verbundene Unheil für Mütterchen Russland wird ignoriert. Daher fällt der Entschluss, dass Rasputin beseitigt werden muss. Mönchspriester Iliodor und Bischof Hermogen werden damit beauftragt. Die Tat wird am 28. Juni 1914 in seinem Heimatdorf Pokrowskoje ausgeführt. Beim Aushändigen eines Briefes der Zarin wird Rasputin von einer Bettlerin durch einen tiefen Dolchstoß schwer am Unterleib verletzt, kann jedoch überleben. Am Krankenbett verfasst er einen Brief an den Zaren, in dem er vor dem Krieg mit Deutschland warnt. Die Kampfhandlungen beginnen am 1. August 1914 zwischen den Armeen Rennenkampf und Samsonow im ostpreußischen Masuren.
Anna Wyrobowa und ein Teil des weiblichen Hofstaates wollen am Baltischen Bahnhof (Baltiski Woksal) von St. Petersburg die ausziehenden Truppen mit Blumen verabschieden. Nadja erkennt in einem der Waggons ihren Geliebten Gurjew wieder, der jetzt unverzüglich an die Front muss. Für eine weitere Abschiedsszene bleibt keine Zeit mehr. Später erfährt sie, dass er bei der Schlacht von Tannenberg vermisst wird.
Rasputin hält sich Mitte September 1914 wieder in St. Petersburg auf, das jetzt Petrograd heißt. Im Winter 1916 hat der Erste Weltkrieg in Russland bereits katastrophale Auswirkungen angenommen und das ausgehungerte Volk ist bereits kurz vor der Rebellion. Rasputin hört nicht auf, den Frieden mit Deutschland einzufordern.
Am 16. Dezember 1916 will Rasputin der Nichte des Zaren, Großfürstin Irene Alexandrowna, der Ehefrau des Fürsten Jussupoff, um die Mitternachtsstunde die Beichte abnehmen. Irene Alexandrowna gilt als die schönste Frau Russlands. Von einer dunklen Ahnung geplagt, schreibt er Briefe an seine ehelichen (Maria und Warwara) und unehelichen Töchter (Nadja). Rasputin wird von einer Gruppe Verschwörern um den Fürsten Jussupoff durch mit Zyankali versetzten Kuchenstücken und Madeirawein vergiftet. Doch das Gift wirkt sehr langsam und der Wunderheiler ist noch in der Lage zu tanzen. Dann schließlich schießt Jussupoff Rasputin in die Herzkammer. Doch er lebt immer noch. Mit vereinten Kräften schießen und prügeln ihn die Verschwörer am Ende zu Tode. Sein entstellter Leichnam wird in einem Eisloch der Njewka, unter der Petropawlowsk-Brücke, versenkt.
Sein Körper wird erst am 19. Dezember gefunden. Dann verschwindet der Leichnam an einen geheimen Ort. Nadja erhält vom Zaren als Zeichen des Dankes für die Taten ihres verstorbenen Vaters einen größeren Bargeldbetrag und Edelsteine. Die Nachricht vom Tod Rasputins und die verlorenen Schlachten verstärken den Widerstand des Volkes. Zuerst steigen die Lebensmittelpreise stark an. Bauern betreiben illegale Vorratswirtschaft, bis sie von Kosaken unter Folter dazu gezwungen werden, ihre Bestände freizugeben.
Am 18. Februar 1917 rottet sich in Petrograd eine große Menschenmenge zusammen. Es kommt zu schweren Ausschreitungen. Kosaken, die zu Hilfe gerufen werden, gehen nicht gegen das Volk vor, sondern verbünden sich mit ihm. Es kommt zu Arbeitsniederlegungen in den Putilow-Werken. Ein Generalstreik wird ausgerufen. Etwa 80.000 Arbeiter gehen auf die Straße, und stündlich werden es mehr. Am 25. Februar 1917 dringen revolutionäre Milizen in das Haus der Wyrobowa ein und konfiszieren alles im „Namen des Volkes“. In der Nacht vom 2. auf den 3. März 1917 dankt Zar Nikolaus II. ab, da der Druck auf der Straße zu groß geworden ist. Sie werden in Zarskoje Selo unter Hausarrest gestellt.
Am 23. März 1917 spüren Milizen die Tochter Rasputins auf, bezichtigen sie als „Tochter des Teufels“ und verschleppen sie. Vorher wird ihr noch gestattet, einen Koffer zu packen und das Nötigste mitzunehmen. In den Nähten ihrer Kleider sind die Wertsachen eingenäht, die sie vom Zaren erhalten hatte. Um sie einzuschüchtern, drohen ihr die Milizionäre an, sie im erstbesten Wald zu vergewaltigen. Sie wird nach Zarskoje Selo gebracht. Nadja wird dort Augenzeugin, wie Rasputins Sarg geöffnet wird und sie seinen Penis als Zeichen seiner sagenhaften Männlichkeit vermessen. Dann wird die Leiche vom Mob entstellt und geschändet. Auf einer Waldlichtung wird Nadja dazu gezwungen, den Scheiterhaufen, auf den ihr toter Vater gebunden ist, anzuzünden. Anschließend wird Nadja wieder nach Petrograd gebracht.