mini|Suzanna Randall (2018) Suzanna Randall (* 6. Dezember 1979 in Köln) ist eine deutsche Astrophysikerin. Sie nahm im Rahmen der privaten Initiative Die Astronautin an Ausbildungseinheiten zur Astronautin teil, der geplante Aufenthalt auf der ISS konnte nie verwirklicht werden.

Biografie Randall wuchs im Bergisch Gladbacher Ortsteil Gierath auf und machte 1998 Abitur auf dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Bergisch Gladbach. Sie studierte 1998 bis 2002 Astronomie am University College London und machte ihren Master-Abschluss mit einer Arbeit über pulsierende blaue Unterzwergsterne. Von 2002 bis 2005 war sie Doktorandin der Astrophysik an der Universität Montreal in Kanada bei Gilles Fontaine und schloss 2006 ihre Dissertation mit dem Titel Asteroseismological Studies of Long- and Short-Period Variable Subdwarf B Stars ab. Von 2006 bis 2009 war sie Fellow bei der ESO Garching, mit Einsatz am Very Large Telescope (VLT) in Chile. Von 2009 bis 2010 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin für das VLT bei der ESO Garching.Dr. Suzanna Randall: Nebenjob Astronautin, MDR Sputnik, mdr.de, 5. Oktober 2018

Seit 2010 ist sie Wissenschaftlerin am europäischen ALMA Regional Center (ARC) bei der ESO Garching. Das Regionalzentrum unterstützt die europäischen Nutzer und den wissenschaftlichen Betrieb des ALMA-Observatoriums. Randall hat dort im Lauf der Jahre verschiedene Aufgaben wahrgenommen. Sie ist als Subsystem-Spezialistin für Software zuständig, welche die Datenqualität prüft, außerdem übernimmt sie Schichten als diensthabende Astronomin am Teleskop in Chile, beantwortet Benutzeranfragen und unterstützt die Vorbereitung von Beobachtungen. Rund 20 % der Arbeitszeit stehen dabei für wissenschaftliches Arbeiten zur Verfügung. Seit 2023 moderiert sie die YouTube-Serie Chasing Starlight der ESO und ist Co-Autorin der Inhalte.

In ihrer Freizeit geht sie Bergsteigen, Gleitschirmfliegen und Tauchen. Sie spielt Klavier und ist Chorsängerin.

Teilnahme an Die Astronautin Als Teenager wollte Suzanna Randall die erste Frau auf dem Mars sein. Sie hatte sich bei der Astronauten-Auswahl der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) 2008/2009 erfolglos beworben. 2016 bewarb sie sich als eine von 400 Teilnehmerinnen bei der privat finanzierten Initiative Die Astronautin, die erstmals eine Frau zur deutschen Astronautin machen wollte. Ziel war ein Kurzzeitaufenthalt von etwa zehn Tagen auf der ISS spätestens im Jahr 2019. Der rund 50 Millionen Euro teure Flug sollte durch Spenden und die Stiftung „Erste deutsche Astronautin gGmbH“ finanziert werden. Nachdem zuerst Nicola Baumann und Insa Thiele-Eich im April 2017 ausgewählt worden waren,Bewerbung als Astronautin. Jury kürt Kampfpilotin und Meteorologin zu Siegerinnen, Spiegel online am 19. April 2017, abgerufen am 3. April 2019 schied Nicola Baumann im Dezember 2017 freiwillig aus.

Im Februar 2018 wurde Randall als Nachrückerin ausgewählt. Für die nebenberufliche Teilnahme an Ausbildungseinheiten und Öffentlichkeitsarbeit für das Vorhaben reduzierte sie ihre Stelle bei der ESO um 30 %.Raumfahrt: Wie wird man Astronautin?, Süddeutsche Zeitung, 22. Februar 2019 Zu den durchgeführten Trainings gehörten Unterwassersimulation, Zentrifuge und Parabelflüge. Sie nahm Flugstunden und erhielt einen Flugschein als Privatpilotin.Astronautenausbildung: Münchnerin Suzanna Randall lernt fliegen, Augsburger Allgemeine 22. August 2018Interview mit Meteorologin und Astronautin Dr. Insa Thiele-Eich, 22. September 2020: „Wir sind glücklicherweise beide bereits im Besitz unserer Fluglizenzen.“Interview: Suzanna Randall will die erste deutsche Frau im All werden, Augsburger Allgemeine, 15. November 2018 2021 absolvierte sie ein Höhlentraining in der Mühlbachquellhöhle. Wegen mangelnder Finanzierung wurde der geplante Aufenthalt auf der ISS mehrfach verschoben. 2024 wurde die Stiftung erste deutsche Astronautin liquidiert. Daher ist nicht damit zu rechnen, dass Suzanna Randall auf absehbare Zeit zur ISS fliegen könnte.

Medien-Auftritte (Auswahl) Randall trat zunächst im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit für Die Astronautin auf, engagiert sich aber seither auch eigenständig als Moderatorin und Autorin im Bereich Wissenschaftskommunikation. Randall trat im November 2018 als Kandidatin bei der Fernsehsendung Ich weiß alles! auf. Seit September 2020 präsentiert Randall auf dem ZDF-Youtube-Kanal Terra X Lesch & Co wissenschaftliche Themen im Wechsel mit oder als Co-Moderatorin von Harald Lesch. 2022 und 2023 gestaltete und moderierte sie auf BR-Klassik den Wissens-Podcast „Kosmos Musik“ mit zwei Staffeln und insgesamt 18 Episoden.Kosmos Musik - Der Wissenspodcast mit Suzanna Randall, BR-Klassik

Forschungsschwerpunkt Forschungsschwerpunkt von Randall ist die Evolution von Sternen. Sie forscht zur Pulsation von heißen, kompakten Sternen, den Blauen Unterzwergen. Außerdem untersucht sie Sterne in Kugelsternhaufen, insbesondere deren Sternatmosphäre. Im Kugelsternhaufen Omega Centauri fand sie eine neue Klasse pulsierender Unterzwerge mit höherer Temperatur als bisher bekannte.

Veröffentlichungen (Auswahl) Bücher Unser Weg ins Weltall (mit Insa Thiele-Eich). Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2021, ISBN 978-3-789-12132-6 Abenteuer Raketenstart (mit Insa Thiele-Eich). Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg 2021, ISBN 978-3-789-12135-7 Wellenreiten im Weltall. Gräfe und Unzer Verlag, München 2022, ISBN 978-3-833-88380-4 Wissenschaftliche Artikel

Dokumentation Traumberuf Astronautin: Suzanna Randall greift nach den Sternen, Bayerischer Rundfunk, 2019Traumberuf Astronautin: Suzanna Randall greift nach den Sternen, YouTube, Bayerischer Rundfunk, 23. Mai 2019

Siehe auch Liste der Raumfahrer Renate Brümmer und Heike Walpot, zwei frühere deutsche Raumfahrtanwärterinnen.

Weblinks

Website von Suzanna Randall Profil bei ORCID Profil bei inspireHEP (High Energy Physics): Links und Liste verbundener Veröffentlichungen Podcast: Der Traum vom All – Wie Suzanna Randall Kandidatin bei „Die Astronautin“ wurde Suzanna Randall: (Podcast) In: BR-KLASSIK: Kosmos Musik – Wissens-Podcast mit Suzanna Randall.

Einzelnachweise

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