mini|Zentrale der HSBC Deutschland, HSBC Inka, HSBC Transactions Servicemini|IKB – Deutsche Industriebank – Zentrale mini|Deutsche Apotheker- und Ärztebank – Zentrale mini|Bankhaus Lampe – Zentrale Verwaltung Düsseldorf Der Finanzplatz Düsseldorf umfasst alle Akteure der Finanz- und Versicherungsbranche in der Stadt Düsseldorf und der Raumordnungsregion Düsseldorf (Region Düsseldorf), da zwischen dem Zentrum Düsseldorf und den Städten der Raumordnungsregion enge Pendlerverflechtungen bestehen. Dazu zählen der Rhein-Kreis Neuss, der Kreis Mettmann, der Kreis Viersen sowie die Städte Krefeld, Mönchengladbach, Remscheid, Solingen und Wuppertal.BBSR Homepage – Raumordnungsregionen, abgerufen am 25. April 2019. Die angrenzende Stadt Duisburg wird ebenfalls dem Finanzplatz Düsseldorf zugerechnet. Zu den Finanzplatzakteuren Düsseldorfs im engeren Sinne gehören Kreditinstitute, Versicherungen, FinTechs, Leasing- und Factoringunternehmen, Private-Equity- und Venture-Capital-Gesellschaften, die Börse Düsseldorf, die Hauptverwaltung NRW der Deutschen Bundesbank und als Finanzaufsicht der Sparkassen, Versicherungsaufsicht und Börsenaufsicht das Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen.Finanzplatz NRW – Finanzverwaltung, abgerufen am 25. April 2019. Mit dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband (RSGV) hat einer der größten Sparkassenverbände in Deutschland seinen Sitz in Düsseldorf.

Der Finanzplatz Düsseldorf wird raumordnerisch als Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr und im Hinblick auf kommunalpolitische Zusammenschlüsse der Wirtschaftsförderung als Teil der Metropolregion Rheinland betrachtet.Metropolregion Rheinland e. V. Aufgrund der Größe der ehemaligen Westdeutschen Landesbank in Bezug auf Mitarbeiterzahl und Geschäftsvolumen, galt der Finanzplatz Düsseldorf als Synonym für den Finanzplatz Nordrhein-Westfalen.

Insgesamt haben 272 Finanzdienstleistungsunternehmen und Leasing- und Factoringunternehmen unter BaFin-Aufsicht ihren Sitz innerhalb der Region Düsseldorf. mini|Stadtsparkasse Düsseldorf – Zentrale mini|Deutsche Bundesbank – Hauptverwaltung Nordrhein-Westfalen mini|Targobank – Zentrale Geschichte

Anfänge seit 1815 Die Entstehung des Finanzplatzes und Bankenstandortes Düsseldorf vollzog sich erst spät und ist vor dem Hintergrund der Industrialisierung und damit im Zusammenhang der Entwicklung Düsseldorfs zum „Schreibtisch des Ruhrgebietes“ zu sehen. Die Grundlage für den Bankenplatz Düsseldorf wurden in der Zeit der Frühindustrialisierung von 1815 bis 1850 geschaffen.

In den 1830er Jahren dominierten Privatbankiers die Düsseldorfer Bankenlandschaft, die zu dieser Zeit jedoch noch nicht stark vertreten waren. Zu den relevanten Bankiers zählten Wilhelm Cleff (1765–1820) und Gerhard Baum, Mitinhaber des späteren Bankhauses Baum, Boeddinghaus & Co. Außerdem standen dem Bankwesen nahe unter anderem der Geldwechsler Wolf Levy und M. B. Wolf. Erstmalige Erwähnung fand 1850 im Adressbuch der Stadt der Name des Bankiers Christian Gottfried Trinkaus senior, dessen Name als Bankhaus bis in die heutige Zeit erhalten blieb. Die Stadtsparkasse Düsseldorf wurde bereits 1825 gegründet. Die Erhebung Düsseldorfs zum Bankenplatz erfolgte 1854 durch die Gründung der „Königlichen Bank-Commandite zu Düsseldorf“ durch Beschluss des Hauptbankdirektoriums der Preußischen Bank in Berlin. 1875 wechselte die bis dato in Koblenz beheimatete Rheinische Provinzial Feuersozietät ihren Hauptsitz nach Düsseldorf.

Düsseldorf entwickelte sich zu einem bedeutenden Messestandort, der als einer der Wurzeln des Bankenplatzes gilt. Die 1852 abgehaltene Provinzial-Gewerbe-Ausstellung für Rheinland und Westphalen und der Beginn der Industrialisierung lieferten frühe Impulse für Düsseldorfs Aufstieg zur „Verbandsstadt des Westens“. In den folgenden Dekaden akkumulierte sich die wirtschaftspolitische Macht in Düsseldorf mit zentralen Steuerungs- und Kontrollfunktionen großer Konzerne.

Die aktive Wirtschaftspolitik der Stadt und der hier ansässigen Provinzialverwaltung, die Ansiedlung von Verwaltungseinrichtungen, die Verlegung der zunächst in Köln ansässigen Provinzial-Hülfskasse, die Gründung einer staatlich anerkannten Börse (1884) und die Ausrichtung von Industriemessen (1852, 1880, 1902) schufen für die Entwicklung des Finanzplatzes wesentliche Voraussetzungen. Der wachsende Bedarf an Kapital und Bankdienstleistungen förderte die Entwicklung Düsseldorfs zum regionalen Finanzplatz. Neben bestehenden Privatbankhäusern und der Gründung neuer Institute ließen sich mit der Bergisch Märkischen Bank an der Königsallee 45, dem Barmer Bank-Verein an der Breite Straße 25 („Monetentempel“) dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein und der Rheinisch-Westfälischen Disconto-Gesellschaft in der Breite Straße 16 regionale Wettbewerber nieder. Mit der Gründung einer Niederlassung des Schaaffhausen’schen Bankvereins in Düsseldorf 1902 wurde deutlich, dass die Stadt der Metropole Köln allmählich Konkurrenz machte. In den 1920er und 1930er Jahren wurden Bank-Fusionen und Übernahmen zur Überlebensfrage. Seit 1924 befand sich die Hauptverwaltung des Barmer Bank-Vereins in Düsseldorf. 1932 fusionierte die Commerzbank mit dem Barmer Bank-Verein und wurde dadurch zu einer großen Regionalbank.

Die älteste Privatbank, die unter Christian Gottfried Trinkaus junior in der Gründerzeit zu einem der bedeutendsten Bankhäuser der Region aufgestiegen war, besteht bis heute als HSBC Trinkaus & Burkhardt mit Hauptsitz in Düsseldorf. Sie war in großem Maße in der Eisenbahn- und Industriefinanzierung tätig.

Entwicklung von 1945 bis 1990 Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen durch die Teilung Deutschlands und Berlins zahlreiche Kreditinstitute ihre Arbeit in Düsseldorf wieder auf. Die Stadt Düsseldorf hatte als wirtschaftlich-finanzielles Zentrum des Ruhrgebiets die mit Abstand höchsten Bilanzvolumina der ortsansässigen Banken in Deutschland zu verzeichnen. 1949 wurde etwa die Deutsche Girozentrale (heute Teil der DekaBank Deutsche Girozentrale) in Düsseldorf reaktiviert, bevor 1965 der Hauptsitz nach Frankfurt am Main verlegt wurde. Die Rheinisch-Westfälische Bank in der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Düsseldorf war eine von zehn Regionalbanken, die 1948 bei der geplanten Zerschlagung der Deutschen Bank entstanden. 1952 wurde sie wesentlich vergrößert, als die Anzahl der Regionalbanken von zehn auf drei reduziert wurde. Im April 1956 erfolgte eine Umbenennung in Deutsche Bank West. Am 2. Mai 1957, rückwirkend zum 1. Januar 1957, schlossen sich die drei Regionalbanken zur heutigen Deutschen Bank mit Sitz in Frankfurt am Main zusammen. Ebenfalls unterhielt die Rhein-Ruhr Bank AG, die spätere rezentralisierte Dresdner Bank ihren Hauptsitz in Düsseldorf. Die Commerzbank AG hatte bis 1990 ihren juristischen Sitz in Düsseldorf. Mit der Etablierung der Bank deutscher Länder, der späteren Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main und der Rezentralisierung und Konzentration zahlreicher Kreditinstitute in Frankfurt setzten pfadabhängige Prozesse ein, die Frankfurt nicht aus ökonomischer Natur zum bedeutendsten Finanzplatz in Deutschland werden ließen, sondern aufgrund externer politischer Weisungen der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg. Zuvor profitierte Düsseldorf davon 1948 Sitz der Landeszentralbank für Nordrhein-Westfalen geworden zu sein.

Die IKB Deutsche Industriebank AG siedelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg an, verlegte diesen aufgrund der Nähe zu ihren Industriekunden nach Düsseldorf im Jahr 1949. Ein bedeutender Gewinn für den Finanzplatz war außerdem die Bündelung der Landesbank-Aktivitäten in NRW durch Fusion zur Westdeutschen Landesbank Girozentrale (WestLB) im Jahr 1969.

Die Rheinisch-Westfälische Börse entwickelte sich nach dem Krieg in Düsseldorf zum führenden Börsenplatz in Deutschland.

Phase 1991 bis 2007 1992 siedelte die Commerzbank trotz des Umzugs nach Frankfurt zur Bündelung der Leasing-Gesellschaften die Deutsche Immobilien-Leasing GmbH und die Commerz- und Industrie-Leasing in Düsseldorf an.

Die Sparda-Bank West eG entstand 2002 aus der Fusion der bis dahin selbständigen Sparda-Banken in Essen, Wuppertal und Köln. Im Jahr 2004 bezog das fusionierte Kreditinstitut die neue Zentrale am Finanzplatz Düsseldorf.

Im Herbst 2007 kündigte die Frankfurter Börse den Vertrag über die Beteiligung der Börse Düsseldorf am elektronischen Handelssystem Xetra. Daraufhin brach das Handelsvolumen ein. Waren es 2007 noch 330 Milliarden Euro, sackte das Volumen bis 2014 bis auf 28 Milliarden Euro ab. Seitdem nennt Düsseldorf keine Umsatzzahl mehr.

Finanzkrise 2007 Der größte Einschnitt für den Finanzplatz Düsseldorf in den vergangenen Jahren lag in der Finanzkrise zwischen 2007 und 2012. In dieser Zeit lag das Epizentrum der deutschen Finanzkrise in Düsseldorf. Neben der IKB war unter anderem die WestLB in US-Subprime-Krediten investiert gewesen. Die IKB wurde infolgedessen an den US-amerikanischen Private-Equity-Investor Lone Star verkauft, die WestLB nach vergeblichen Verkaufsbemühungen letztlich 2012 zerschlagen.

2008 geriet die Düsseldorfer Hypothekenbank in finanzielle Schwierigkeiten und wurde vom Einlagensicherungsfonds aufgefangen. Im Zeitraum der Finanzkrise wurde über die Düsseldorfer noa Bank ein Zahlungsmoratorium der BaFin verhängt. Die Bank und das angeschlossene Factoring-Unternehmen mussten daraufhin ihren Betrieb einstellen. Die Beschäftigung am Finanzplatz Düsseldorf veränderte sich zwischen 2008 und 2012 kaum und lag bei über 32.000 Beschäftigten. Im Bereich der Financial und Business Services (FABS), gab es eine Zunahme bei den finanznahen Dienstleistungen wie Wirtschaftsprüfung und Finanzberatung. In Deutschland zählte Düsseldorf damit zum sechstgrößten Finanzplatz.

Entwicklungen seit 2012 2015 gerieten deutsche Gläubiger-Banken unter Druck, nachdem Österreich unter Finanzminister Hans Jörg Schelling beschloss, der Heta Asset Resolution AG kein zusätzliches Geld mehr zur Verfügung zu stellen. Entsprechend hatte die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) als Abwicklungsbehörde die Abwicklung der Heta Asset Resolution AG eingeleitet. Bezüglich ihrer Schulden wurde ein Moratorium bis zum 31. Mai 2016 verhängt. Die Abwicklung stützte sich auf das seit 1. Januar 2015 geltende Bankensanierungs- und Abwicklungsgesetz (BaSAG), mit dem auch private Gläubiger einbezogen werden können. Betroffen von dem Zahlungsstopp waren vor allem deutsche Versicherungen und Banken. Obwohl viele deutsche Großbanken und öffentliche Versicherer betroffen waren, betraf das Schuldenmoratorium als „kleine Finanzkrise von Düsseldorf“ neben der NRW.Bank insbesondere die Düsseldorfer Hypothekenbank. Die Düsseldorfer Hypothekenbank musste aufgrund ausfallgefährdeter Anleihen der Heta vom Einlagensicherungsfonds der privaten Banken übernommen werden. Der bisherige Eigentümer Lone Star war nicht bereit, der Bank 100 Millionen Euro zur Rettung zur Verfügung zu stellen. Ende 2013 hatte die Düsselhyp Heta-Papiere im Volumen von etwa 348 Millionen Euro im Bestand. Im Jahr 2019 wurde die Düsseldorfer Hypothekenbank an die Aareal Bank verkauft, das Geschäft auf den Wiesbadener Immobilienfinanzierer übertragen und die Bank am Standort Düsseldorf wurde geschlossen. Die NRW.Bank dagegen klagte gegen den Schuldenschnitt. Die Bank war mit nachrangigen Anleihen im Volumen von 275,5 Millionen Euro bei der Heta engagiert.

Im Jahr 2017 ging die Börse Düsseldorf in der BÖAG Börsen AG mit Sitz in Hamburg und Hannover auf.

Mit prominenten Vertretern der nordrhein-westfälischen Kreditwirtschaft fand der erste Bankentag NRW in Düsseldorf 2018 statt. Im Jahr 2020 fand die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie digital statt.