Die 16. Internationale Sechstagefahrt war ein Motorrad-Geländesportwettbewerb, der vom 27. August bis zum 1. September 1934 in Garmisch-Partenkirchen und im Werdenfelser Land stattfand. Die Nationalmannschaft des Deutschen Reichs konnte die im Vorjahr erstmals gewonnene Trophy verteidigen. Die Silbervase gewann zum insgesamt achten und gleichzeitig dritten Mal in Folge die britische Nationalmannschaft.

mini|Garmisch-Partenkirchen, Start- und Zielort einzelner Etappen

Wettkampf Organisation Nachdem das Deutsche Reich im Vorjahr zum ersten Mal die Trophy gewonnen hatte, erhielt der deutsche Motorsportverband das Recht den Wettbewerb im eigenen Land auszurichten.

Für den Wettkampf waren 220 Fahrer von neun Motorsportverbänden der FICM gemeldet. Um die Trophy fuhren Mannschaften aus vier Nationen. Zudem waren zwölf Silbervasen-, 33 Fabrik- und 24 Club-Mannschaften am Start.

1. Tag mini|Die Kesselbergstraße war Teil der Etappen des 1. und 2. Tages Von den 220 gemeldeten Fahrern nahmen 209 den Wettkampf auf.

Am ersten Fahrtag führte die rund 350 Kilometer lange Strecke über Wallgau, Bad Tölz, Bad Wiessee, Kreuth, Spitzingsee, Neuhaus, Brannenburg, Rosenheim, Miesbach, Bad Tölz, Kochel am See, die Kesselbergstraße (bergauf) und Klais zurück zum Ausgangspunkt Garmisch-Partenkirchen.

In der Trophy-Wertung lagen die Mannschaften des Deutschen Reichs, Italiens und der Tschechoslowakei strafpunktfrei gleichauf. Im viertplatzierten, britischen Team erhielt Albert E. Perrigo einen Strafpunkt.

In der Silbervase-Wertung erhielt einzig die A-Mannschaft des Deutschen Reichs Strafpunkte, da A. Müller aus dem Wettbewerb ausschied.

Sechs Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus.

2. Tag Am zweiten Wettkampftag mussten die Fahrer wieder rund 350 Kilometer zurücklegen. Die Strecke führte über Wallgau, Jachenau, die Kesselbergstraße (bergab), Kochel, Bad Tölz, Miesbach, Rosenheim, Brannenburg, Neuhaus, Spitzingsee, Rottach, Bad Tölz und Mittenwald nach Garmisch-Partenkirchen. Ein Streckenabschnitt nahe Fading wurde nach Sitzung der Jury am Ende des Fahrtags annulliert.

In der Trophy-Wertung waren die Mannschaften des Deutschen Reichs und Italiens noch ohne Strafpunkte und lagen gleichauf. In der Mannschaft der Tschechoslowakei erhielt František Brand 110 Strafpunkte.

In der Silbervase-Wertung waren die Mannschaften des Deutschen Reichs (B), Großbritanniens (A und B), der Niederlande (A und B), Irlands (A und B), Italiens (B) und der Tschechoslowakei noch strafpunktfrei und lagen gleichauf. Österreichs Silbervasen-Fahrer O. Steinfellner erhielt 7 Strafpunkte, die Mannschaft lag auf dem 10. Platz.

19 Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus.

3. Tag mini|Am dritten Tag wurde der Ettaler Sattel passiert Die dritte Etappe war mit rund 500 Kilometern die längste der Veranstaltung. Nach dem Start in Garmisch-Partenkirchen ging es über Oberau, über den Ettaler Sattel, Oberammergau, Murnau, Bad Tölz, Gmund, Schliersee, Holzhausen, Bernau am Chiemsee, Reit im Winkl, Inzell, Schneizlreuth, Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Teisendorf, Traunstein, Seebruck, Rosenheim, Miesbach, Bad Tölz, Altlach und Wallgau zurück zum Ausgangspunkt.

In der Trophy-Wertung ergab sich gegenüber dem Vortag keine Veränderung. Die Mannschaften des Deutschen Reichs und Italiens lagen strafpunktfrei gleichauf, dahinter folgten Großbritannien und die Tschechoslowakei.

In der Silbervase-Wertung waren die Mannschaften des Deutschen Reichs (B), Großbritanniens (A und B), der Niederlande (A und B), Irlands (A und B), Italiens (B) und der Tschechoslowakei nach wie vor strafpunktfrei und lagen gleichauf. Die Mannschaft Österreichs belegte den 10. Platz.

13 Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus.

Der Fahrtag wurde von einem Unfall mit tödlichem Ausgang überschattet: Der deutsche Fahrer A. Brandt (NSU-Fabriksmannschaft) überschlug sich und erlitt eine schwere Kopfverletzung. Bald darauf erlag er im Klinikum Traunstein seinen schweren Verletzungen.

4. Tag Die Strecke des vierten Fahrtags war rund 350 Kilometer lang und führte über Elmau, Oberammergau, Steingaden, Marktoberdorf, Oy-Mittelberg, Sonthofen, Friesenhofen, Röthenbach, Weitnau, Rauhenzell, Fischen im Allgäu, Immenstadt und Missen zum Tagesziel in Oberstaufen.

In der Trophy-Wertung waren die Mannschaften des Deutschen Reichs und Italiens noch ohne Strafpunkte und lagen gleichauf. Dahinter folgten Großbritannien mit 1 Strafpunkt und die Tschechoslowakei mit 117 Strafpunkten.

In der Silbervase-Wertung waren die Mannschaften des Deutschen Reichs (B), Großbritanniens (B), der Niederlande (B), Irlands (B), Italiens (B) und der Tschechoslowakei nach wie vor noch ohne Strafpunkte und lagen gleichauf. Die Mannschaft Österreichs belegte den 7. Platz.

13 Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus.

5. Tag mini|Die Oberjochpassstraße im Ausbauzustand zum Zeitpunkt der Veranstaltung Die Strecke am fünften Tag war rund 340 Kilometer lang. Sie startete in Oberstaufen und führte sodann über Missen, Immenstadt, Fischen, Hindelang, über den Oberjochpass, Wertach, Rettenberg, Wertach, Füssen, Oberammergau und Elmau nach Garmisch-Partenkirchen.

In der Trophy-Wertung waren die Mannschaften des Deutschen Reichs und Italiens noch immer ohne Strafpunkte und lagen gleichauf, an dritter Position lag Großbritannien. In der tschechoslowakischen Mannschaft schied František Brand aus dem Wettbewerb aus.

In der Silbervase-Wertung waren einzig noch die B-Mannschaften Großbritanniens und Irlands strafpunktfrei. In der A-Mannschaft des Deutschen Reichs kassierte F. Trägner 26 Strafpunkte. In der B-Mannschaft des Deutschen Reichs erhielten H. Soenius 9 und N. Schmitt 5 Strafpunkte. Die österreichische Mannschaft belegte nun den 3. Platz.

19 Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus.

6. Tag Die letzte Tagesetappe führte nach dem Start in Garmisch-Partenkirchen über Oberammergau, Steingaden, Füssen, Nesselwang, Rettenberg, Sulzberg und Marktoberdorf nach Füssen.

Die Siegermannschaft in den jeweiligen Wettbewerben wurde in der abschließenden Geschwindigkeitsprüfung auf einem Straßendreieckskurs ab Füssen ermittelt.

In der Trophy-Wertung gab es bis zum Start des Abschlussrennens keine Änderungen in den Platzierung gegenüber dem Vortag.

In der Silbervase-Wertung lagen die B-Mannschaften Großbritanniens und Irlands strafpunktfrei gleichauf. In der Tagesetappe erhielten die Österreicher Hans Walz 2 Strafpunkte und O. Steinfellner 1 Strafpunkt.

Fünf Fahrer schieden aus dem Wettbewerb aus. Von 209 am ersten Tag gestarteten Fahrern erreichten 134 das Ziel.

Endergebnisse Trophy Platz Team Strafpunkte Zeitgewinn 1. 0 42:50,40 2. 0 42:44,20 3. 1 - 4. 317 -

Silbervase Platz Team Strafpunkte Zeitgewinn 1. (B-Mannschaft) 0 40:59,20 2. (B-Mannschaft) 0 38:24,00 3. 10 - 4. (B-Mannschaft) 14 - 5. 27 - 6. (B-Mannschaft) 200 - 6. (B-Mannschaft) 200 - 8. (A-Mannschaft) 300 - 8. (A-Mannschaft) 300 - 10. (A-Mannschaft) 500 11. (A-Mannschaft) 626 - 12. (A-Mannschaft) 750 -

Club-Mannschaften Platz Team Strafpunkte Zeitgewinn 1. Dublin Univ. M.C. 0 32:55,60 2. Sunbeam M.C.C. 0 24:02,60 3. P.M.C. & L.C.C. od Douglas isle of Man 0 23:56,60 4. Birmingham M.C.C. (A) 1 - 4. S.C. & North Birmingham A.C. 1 - 6. Carshalton M.C.C. (B) 59 - 7. NSKK 100 - 8. Polizei Hamburg 112 - 9. DDAC Gau 20 Hansa 223 - 10. Knock M.C. 300 - 10. Birmingham M.C.C. (B) 300 - 10. Carshalton M.C.C. (A) 300 - 13. Sporting Motor Liege 362 - 14. Utrechtsche Prov. Motoclub 400 - 15. M.C. Milano 433 - 16. Reale M.C. d’Italia 500 - 17. Sunbeam M.C.C. 503 - 18. A.C. Rep. Ceskosl. 527 - 19. Barnsley M.C. & C.C. 538 - 20. S.C. & North Birmingham A.C. 601 - 21. DDAC Gau 19 Nordsee (A) 623 - 22. DDAC Gau 19 Nordsee (B) 800 - 23. Jawa-Club 917 -

Folgende Clubmannschaft gab den Wettbewerb auf/schied aus: Motoclub Zuid Holland

Einzelwertung Klasse Starter Gold Silber Bronze ohne Medaille Ausfall/Disqualifikation 1. Tag 2. Tag 3. Tag 4. Tag 5. Tag 6. Tag Gesamt 250 cm³ 39 7 8 3 2 3 5 4 2 4 1 19 350 cm³ 49 29 5 5 1 0 1 1 1 2 4 9 500 cm³ 72 33 5 4 2 1 7 7 6 7 0 28 750 cm³ 6 4 0 0 0 0 1 0 0 1 0 2 1000 cm³ 6 5 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 600 cm³ 20 12 0 1 0 0 2 0 3 2 0 7 1000 cm³ 14 5 0 0 0 2 3 1 0 3 0 9 1100 cm³ 3 1 0 1 0 0 0 0 1 0 0 1 Gesamt 209 96 19 14 5 6 19 13 13 19 5 75

Teilnehmer Staat Trophy-Team Silbervase-Team Ernst Jakob Henne (BMW)Josef Stelzer (BMW)Josef Mauermayer (BMW) (A-Mannschaft)Arthur Geiss (DKW)Arthur Müller (DKW)Walfried Winkler (DKW) (B-Mannschaft)Paul Rüttchen (NSU)Nikolaus Schmitt (NSU)Hans Soenius (NSU) (A-Mannschaft)H. McKee (Matchless 498)Sh. Moran (Matchless 498)C. W. Duffin (Matchless 498) (B-Mannschaft)G. M. Campbell (New Imperial 346)Thos. Stewart (Royal Enfield 346) Luigi Gilera (Gilera 580)Rosolino Grana (Gilera 498)E. Villa (Gilera 498) (A-Mannschaft)A. Cimatti (Bianchi 496)Ugo Prini (Bianchi 496)E. Rebuglio (Bianchi 496) (B-Mannschaft)N. Boneschi (Mas 499)R. Tomassi (Mas 499)E. Picozzi (Mas 567) (A-Mannschaft)G. G. W. Timmer (New Imperial 348)Gerard Bakker Schut (Eysink 499)Dick H. Eysink (Eysink 499) (B-Mannschaft)G. A. de Ridder (B.S.A. 348)J. Moejes (Ariel 597)Jaap E. Fijma (Ariel 499) Hans Walz (Puch 248)Siegfried Cmyral (Puch 248)Otto Steinfellner (Puch 248) Antonín Vitvar (Jawa 350)Richard Dusil (Jawa 348)František Brand (Jawa 498) Antonín Vitvar (Jawa 350)Richard Dusil (Jawa 348)Josef Paštika (Jawa 348) N. C. Bradley (Sunbeam 596)Albert E. Perrigo (B.S.A. 348)V. N. Brittain (Norton 348) (A-Mannschaft)J. Williams (Norton 348)G. E. Rowley (A.J.S. 346)G. F. Povey (B.S.A. 499) (B-Mannschaft)Len Heath (Ariel 497)R. McGregor (Rudge 499)F. E. Thaker (Royal Enfield 346)

Literatur

Weblinks Speed Track Tales ISDT 1934 – Germany Schluß-Bericht mit allen Ergebnissen, abgerufen am 18. März 2019

Kategorie:Motorsportveranstaltung 1934 Kategorie:Motorsportwettbewerb in Deutschland Kategorie:Internationale Sechstagefahrt nach Austragung