mini|Johanneskirche

Krautostheim (fränkisch: (Graud)OsdaW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 106. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „(graud)ǫsda“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Sugenheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Krautostheim hat eine Fläche von 5,596 km². Sie ist in 766 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7305,38 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Modelsmühle.

Geografische Lage Das Pfarrdorf liegt am Quellenbach und am Ehebach und ist von Acker- und Grünflächen umgeben. Die Staatsstraße 2256 führt an der Modelsmühle vorbei nach Deutenheim (2,6 km nordöstlich) bzw. nach Herbolzheim (3,3 km südwestlich). Die Kreisstraße NEA 32 führt nach Ingolstadt (3 km südlich). Die Kreisstraße NEA 33 führt nach Markt Nordheim (2,4 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Humprechtsau zur Kreisstraße NEA 35 (2,3 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde wahrscheinlich 816 als „Ostheim“ erstmals urkundlich erwähnt im Zusammenhang mit der Gründungsausstattung des Klosters Megingaudshausen. 1372 und später sind Formen mit dem Zusatz ‚Kraut-‘ bezeugt. Der ursprüngliche Ortsname ist eine Lagebezeichnung, die sich möglicherweise auf Herbolzheim als Zentrum eines Verwaltungsgebietes bezieht. Der Zusatz verweist auf Krautanbau, der in großem Maßstab bis in die Gegenwart hinein betrieben wird.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 106ff.

Krautostheim lag im Fraischbezirk des würzburgischen Amtes Bibart.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 821.

Im Jahre 1806 kam Krautostheim zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts (frühes 19. Jahrhundert) wurde Krautostheim dem Steuerdistrikt Herbolzheim zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Krautostheim, zu der Modelsmühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Hohenlandsberg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Iphofen. Ab 1850 gehörte Krautostheim zum Landgericht Markt Bibart. Ab 1862 war das Bezirksamt Scheinfeld für die Verwaltung (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und ab 1879 das Rentamt Markt Bibart für die Finanzverwaltung zuständig (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, von 1929 bis 1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Bibart, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Scheinfeld zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 5,600 km². Am 1. Januar 1972 wurde Krautostheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Sugenheim eingemeindet.

Baudenkmäler In Krautostheim gibt es sieben Baudenkmäler: St. Johannes, evangelisch-lutherische Kirche mit Friedhof und Kirchhofmauer Häuser Nr. 25, 28, 53 und 71: Wohnstallhäuser Haus Nr. 44: Ehemalige Mühle mit Wohnhaus, Scheune und Hofeinfriedung Haus Nr. 49: Gasthaus Krone

ehemalige Baudenkmäler Bis in die 1960er Jahre waren zahlreiche, weitere Privathäuser in der Denkmalliste aufgeführt.G. Hojer: Landkreis Scheinfeld, S. 170.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Krautostheim gibt es ein Bodendenkmal.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Krautostheim Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 322 357 360 348 324 341 361 371 368 389 384 351 376 361 361 331 319 294 269 447 440 401 309 264HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 90 71 69 71 73 73 71 69 66 Quelle Im Historischem Gemeindeverzeichnis werden abweichend 350 Einwohner für die Gemeinde angegeben.

Ort Krautostheim Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 322 350 324 352 380 369 309 429 305 257 224 240Häuser 90 70 70 72 70 68 65 61 Quelle

Religion Krautostheim ist Sitz der Pfarrei St. Johannes, die seit der Reformation evangelisch-lutherisch ist.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Sugenheim Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort am Ehebach (Aisch) Kategorie:Ersterwähnung 816 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim