Rotterode ist ein Ortsteil der Stadt Steinbach-Hallenberg im Landkreis Schmalkalden-Meiningen im Thüringer Wald. Für den Ortsteil gibt es eine Ortsteilverfassung nach der Thüringer Kommunalordnung und damit einen Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeister.
Geografie Der Ort liegt am Südhang der Rotteroder Höhe (600 m) mit Blick zum Knüllfeld und zum Großen Hermannsberg. Westlich des Ortes erhebt sich der Hauptkamm des Thüringer Waldes, der Höhenweg Rennsteig ist rund 3 km entfernt. Rotterode verfügt über eine Bergwachtbereitschaft mit einer Hütte nahe dem Rennsteig. Größere Städte in der Nähe sind Steinbach-Hallenberg, Schmalkalden, Oberhof, Zella-Mehlis und Suhl.
Im Moosbachtal stand bereits im 12. Jahrhundert die Moosburg, die den Thüringer Landgrafen von der Wartburg zur Kontrolle des Handelsweges Hohe Straße und zur Sicherung des Grenzgebietes diente. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde die Burg zerstört, der Sage nach gründete ein Rest der Rotte das Dörfchen Rotterode.
Im Jahre 1330 gelangte Rotterode als bis dahin hersfeldisches Lehen der Herren von Frankenstein durch Kauf an die Grafen von Henneberg-Schleusingen („Frankensteiner Kaufbrief“). Im 14. Jahrhundert war der Ort Lehnbesitz des Schmalkalder Chorherrenstifts und erschien 1340 in einem Urbar des Amtes Schmalkalden als Wüstung unter dem Namen „Roterot“. Mit dem Amt Schmalkalden kam der Ort 1360 unter eine hennebergisch-hessische Doppelherrschaft und fiel nach dem Aussterben der Henneberger 1583 komplett an die Landgrafschaft Hessen-Kassel. 1791 wurde der Ort dem Amt Hallenberg in der hessischen Herrschaft Schmalkalden angegliedert.
Die Bewohner des Orts lebten bis ins 20. Jahrhundert hauptsächlich von Kleineisenhandwerk (Nagelschmiede) und Landwirtschaft. Lange Zeit gab es im Dorf keine Kirche, sondern nur einen Betsaal in einem öffentlichen Gebäude. Erst 1955 wurde die Johanneskirche errichtet. In Folge dessen bekam die Johanneskirche im Jahre 1959 drei neue Glocken der Gießerei „Schilling und Lattermann“. Die Neuen Glocken waren jedoch sehr verstimmt, wodurch das es″, des″, b′ wie ein es″, c″, a′ klingt. Auch im Turm zu finden ist das kleine Betglöckchen, welches ursprünglich im Betsaal (heutiger Kindergarten) hing. Die Glocke wurde 1849 von der Gießerei „Bittdorf“ in Seligenthal gegossen. Sie erklingt in einem Vertieften as″.
Die Gemeinde Rotterode wurde am 1. Januar 2019 in die Stadt Steinbach-Hallenberg eingegliedert. Zuvor gehörte Rotterode der Verwaltungsgemeinschaft Haselgrund an.
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 917 1995: 918 1996: 915 1997: 915 1998: 910 1999: 882 2000: 882 2001: 879 2002: 856 2003: 855 2004: 869 2005: 848 2006: 853 2007: 828 2008: 814 2009: 805 2010: 783 2011: 757 2012: 756 2013: 741 2014: 725 2015: 713 2016: 706 2017: 702 2018: 698 Datenquelle: Thüringer Landesamt für StatistikBevölkerungsentwicklung auf dem Thüringer Landesamt für Statistik
Politik Die ehrenamtliche Ortsteilbürgermeisterin Bianka Eichhorn wurde am 12. Juni 2022 gewählt.
Natur Durch das landschaftlich reizvolle Moosbachtal führt ein Wanderweg am Bodendenkmal Moosburg vorbei zum Rennsteig. Weiterhin kann man dort den Koppenstein sehen und mit der richtigen Ausrüstung auch erklimmen. Im Winter kann man auf unzähligen Loipen, rund um den Ort, den Thüringer Wald erkunden.
Persönlichkeiten Herbert Häfner (1904–1954), deutscher Maler, geboren in Rotterode Hellmuth Mäder (1908–1984), General der Wehrmacht und der Bundeswehr Karl-Heinz Luck (1945–2024), Nordischer Kombinierer, wohnt in Rotterode Juliane Döll (* 1986), Biathletin, begann ihre Skikarriere beim SV Rotterode, bevor sie zum WSV Oberhof wechselte
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Einzelnachweise
Kategorie:Steinbach-Hallenberg Kategorie:Ort im Landkreis Schmalkalden-Meiningen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) Kategorie:Ort im Naturpark Thüringer Wald Kategorie:Gemeindeauflösung 2019