Die Schlacht von Pered am 21. Juni 1849 war Teil des Ungarischen Unabhängigkeitskrieges. Die Auseinandersetzung fand zwischen den vereinigten kaiserlichen und russischen Truppen und den Ungarn statt. Die ungarischen Truppen nahmen Pered, wurden aber durch das kräftige Eingreifen der Division Panjutin auf Negyed zurückgeworfen und mussten über die Waag zurückgehen. Der unter dem Oberbefehl des Feldzeugmeisters von Haynau errungene Sieg bei Pered brachte den Kaiserlichen die Initiative zurück und führte zu den folgenden Kämpfen um den Besitz der Festung Komorn.
Vorgeschichte mini|Lage der gegnerischen Armeen vor und nach der Schlacht mini|hochkant|Artúr Görgey Im Mai 1849 hatte FZM von Haynau als Nachfolger von Ludwig von Welden den Oberbefehl über die kaiserliche Hauptarmee in Ungarn übernommen. Nach der Rückeroberung von Ofen (21. Mai) hatte sich die ungarische Hauptarmee unter General Görgey mit etwa 58.000 Mann versammelt, um sich zwischen Komorn bis zur Einmündung der Waag in die Donau zu konzentrieren. Die im Raum Preßburg konzentrierten kaiserlichen Truppen waren auf 55.890 Mann Infanterie, 9740 Reiter und 324 Geschütze verstärkt worden und hielten sich noch in der Defensive. Man erwartete die Ankunft der zu Hilfe gerufenen russischen Hilfsdivision (13.100 Mann) unter General Panjutin ab, um mit einer zahlenmäßigen Übermacht die Offensive gegen die Ungarn wieder aufzunehmen. Durch die Russen verstärkt, standen der kaiserlichen Hauptarmee dann für die angestrebte Gegenoffensive etwa 69.000 Mann Infanterie, 10.000 Reiter und 350 Geschütze zur Verfügung.
Feldzeugmeister Haynau hatte vom Anmarsch der ungarischen Donauarmee zum Entsatz der Festung Komorn erfahren und bestimmte das II. Korps (FML Csorich) zur Aufrechterhaltung der Belagerung. Die Kaiserlichen rückten mit dem I. Korps (FML Schlick), dem (IV.) Reserve-Korps (FML Wohlgemuth), sowie die russische Division Panjutin und mit dem III. Armeekorps (General Moltke, später Ramberg) als Vorhut gegen Ofen vor, wo Haynau seine Armee zum Gegenangriff versammelte.
Am 14. Juni setzten die Ungarn bei Negyed und Sereg-Akol über den Fluss und konzentrierten am rechten Ufer der Waag. Die kaiserliche Brigade Pott sah sich bedroht und musste sich nach Zsigárd zurückziehen. FML Wohlgemuth warf die Brigade Herzinger, verstärkt durch die Brigade Theißing in den Kampf. Haynau versuchte die durch den ungarischen Anmarsch bedrohte Waag-Front, durch die Absendung der Division Herzinger (etwa 13.600 Mann, 1200 Reiter mit 54 Kanonen) sowie der russischen Division Panjutin (13.100 Mann) zu stützen.
Am 16. Juni trafen Herzingers Truppen bei Pered ein, als die Brigade Pott bei Zsigárd angegriffen wurde. Der von Herzinger geleitete Vorstoß zwang die Ungarn zum Rückzug, während die Brigade Pott durch Umgehung gesichert, aus Zsigárd gegen Sereg-Akol vordrängte. General Görgey wollte selbst die kaiserliche Armee angreifen und verfügte über das 1., 2., 3. und Teile des 8. Korps mit insgesamt 32.900 oder nach anderen Quellen 31.340 Soldaten mit 143 Geschützen. Am 17. Juni zogen die Ungarn Verstärkungen an sich, um den Durchbruch zu erreichen. Die Absicht bestand, entlang des Waag-Abschnitts in einem hügeligen und bewaldeten Gebiet anzugreifen, um das weitere Vorrücken des Gegners auf Komorn zu hindern und dessen numerische Überlegenheit durch einzelne Angriffe auszugleichen. Haynau versuchte den Anmarsch des ungarischen 2. Korps (General Asboth) auf die Waag-Stellung zu stoppen und sandte die Division Herzinger, das IV. Korps (mit 13.600 Mann, 1.200 Reiter mit 54 Kanonen) sowie der russischen Division Panjutin ab.
Mit diktatorischer Vollmacht hatte Lajos Kossuth zunächst General Bem zum neuen Oberbefehlshaber bestimmt, doch dieser stand noch fern des Hauptkriegs-Schauplatzes in Siebenbürgen. Der jetzt auch als Kriegsminister gehandelte General Görgey widerstrebte den von Klapka entworfenen Defensivplan und ordnete für die ungarische Hauptarmee aktive Offensiv-Operationen an.
Die Ungarn sollten die österreichischen Truppen auch südlich von Komorn über die Donau drängen, um den Angriff auf die Festung Raab zu stoppen. In derselben Zeit ordnete Görgey auch für General Ernő Pöltenberg an, sein 7. Korps vom rechten Ufer der Donau überzusetzen, um die kaiserlichen Truppen am südlichen Donau-Abschnitt aufzuhalten und Verstärkungen auf das linke Donau-Ufer zur Großen Schütt zu bringen. General Pöltenberg erfüllte seine Aufgabe erfolgreich und führte eine Aufklärung gegen Moson und Hédervár durch.
Die Schlacht Einleitungskämpfe am 20. Juni mini|Kampfszene am 20. Juni Das ungarische 2. Korps überquerte um 5 Uhr morgens bei Nebel den Waag-Fluss und erreichte unentdeckt den Raum von Zsigárd. Oberst Lajos Asbóth wartete mit seinem Angriff, nachdem er zwei Stunden vergeblich auf Görgeys Verstärkungen gewartet hatte. Man befürchtete, dass das 3. Korps alleine in Richtung von Negyed vorrückte. Görgey besprach deswegen mit Klapka die Notwendigkeit auch das 8. Korps gegen den Großen Schütt (Csallóköz) anzusetzen und dieses gleichzeitig mit dem 2. und 3. Korps beim Angriff im Waag-Tal einzusetzen. Asbóths Truppen besetzten Királyrév, das 49. und 60. Bataillon zwangen die kaiserliche Brigade Pott dazu, sich von Zsigárd nach Pered zurückziehen. Die Brigade Theissing versuchte Királyrév wieder zu besetzen. In der Zwischenzeit verfolgten die Truppen Asbóths der Brigade Pott in Richtung Pered. Um das Dorf zu verteidigen, führte der Kommandierende General des IV. Korps seiner Brigade Pott zur Verstärkung hauptsächlich Artillerie zu. Die Kanonade der kaiserlichen Artillerie verlangsamte das ungarische Vorgehen. Oberst Asbóth persönlich führte drei erfolglose Angriffe an, aber erst beim vierten Versuch, bei dem das 56. Reserve-Bataillon und das Infanterieregiment Don Miguel (48. Bataillon und Bocskay-Infanterie) eingesetzt wurden, gelang es Pered einzunehmen. Asbóths Truppen wurden leider durch das 3. Korps unter General Károly Knezić nicht ausreichend unterstützt, Görgey musste den direkten Befehl zum Vorrücken erteilen. Knezićs Truppen überquerten die Brücke von Negyed problemlos, kamen aber erst um 14 Uhr am Kampfort an, zu spät um Asbóth zu ermöglichen, seinen Angriff weiterzuführen.
Nach der Schlacht verteidigte sich der vom Kommando abberufene Knezić und wies darauf hin, dass Görgeys gegensätzliche Anweisungen zu unklar waren. Asbóth musste seinen Truppen befehlen, sich an der Linie Pered, Alsószeli und Deáki zu verteidigen. Die von Oberst József Nagy-Sándor angeführten Truppen des 1. Korps machten bis auf einige schwache Demonstrationen vor Sempte fast nichts, um sich am Ende wieder auf die Ausgangspositionen zurückzuziehen. Im separaten Kampfraum in der Großen Schütt rückten die Truppen des 8. Korps unter General Klapka in Richtung Vásárút vor, wurden jedoch vom II. Korps (Csorich) bei Nyárasd zurückgeworfen und gezwungen, sich zurückzuziehen, um die bedrohten Brücken von Aszódpuszta und Guta zu verteidigen.
Weil der ungarische Vormarsch die feindlichen Linien nicht durchbrochen hatte, entließ Görgey den Obersten Knezić wegen Passivität von der Führung der 3. Korps, ebenso Oberst Asbóth vom Kommando über das 2. Korps, obwohl letzterer seine Befehle planmäßig ausgeführt hatte. Angeblich war Görgey über das Scheitern seines Planes verärgert, zudem hatten die Truppen während ihres Vorgehens hohe Verluste erlitten. Oberst Kászonyi wurde an die Spitze des 2. Korps und Oberst Leiningen-Westerburg an die Spitze des 3. Korps gestellt. Während die Ernennung Leiningens sich als ausgezeichnete Wahl herausstellte, war die Ernennung von Kászonyi eine unglückliche Entscheidung. Die Korpskommandanten mitten in einer Schlacht zu wechseln, war für die Moral der Truppe wenig hilfreich. Görgey entschied sich dafür, auf dem Schlachtfeld zu bleiben, um seine Soldaten und Offiziere wieder zu ermutigen, denn er wollte am nächsten Tag nochmalig angreifen. Während die Truppen des 2. Korps die rechte Flanke schützen, indem sie in Richtung Alsószeli und Deáki vorrückten, sollte das 3. Korps über Vágsellye in Richtung Galánta angreifen.
Schon in der Nacht vom 20. Juni erfuhr Görgey, dass die kaiserlichen Truppen unter Ludwig von Wohlgemuth angreifen würden, zudem würde die russische Division Panjutin das IV. Reserve-Korps gegen das ungarische 2. Korps unterstützen. Görgey wusste, dass das relative Kräfteverhältnis der gegnerischen Armeen (20.000 Ungarn gegen etwa 25.000 Österreicher) durch das Eingreifen von 12.000 Russen zu Ungunsten der Ungarn ausgehen würde. Der ungarische Erfolg hing vom Eingreifen des 1. Korps unter Nagy-Sándor ab, das bei Szered über den Waag in den Rücken des Gegners gelangen sollte. Görgey ordnete für das Korps Klapka an, die Brücke von Aszódpuszta unter allen Umständen zu halten. Wohlgemuths Ziel dagegen bestand darin, den Rückzug der Ungarn abzuschneiden, er befahl seinen in Sempte und Szered stationierten Truppen, die Brücke zwischen den beiden Dörfern zu zerstören und den Angriff zu unterstützen. Zuerst war die Eroberung des Ortes Királyrév notwendig, durch das die ungarischen Truppen nach Aszódpuszta zur Brücke zurückgehen mussten. Csorichs II. Korps und Panjutins Division wurde befohlen, den Angriff des Reservekorps zu unterstützen. Die Division Panjutin wurde auf der linken Flanke des IV. Reserve-Korps positioniert. Die Konzentration gegen die Brücken von Aszódpuszta und Negyed, lenkte die kaiserlichen Truppen aber von der Gefahr ab, die von Nagy-Sándors Truppen am nördlichen Abschnitt drohte.
21. Juni mini|Haynau weist General Panjutin in seine Aufgabe ein
Am zweiten Kampftag den 21. Juni standen sich bei Pered 27.900 kaiserliche und russische Truppen mit 102 Kanonen etwa 19.100 Ungarn mit 85 Kanonen gegenüber. Im Hauptkampf stand das österreichische IV. Korps unter FML Wohlgemuth. Der rechte Flügel der Kaiserlichen (II. Korps unter Csorich mit 12.000 Mann, 900 Reiter und 42 Kanonen) war über Serega-Akol zur Umfassung angesetzt und stand nicht im Kampf. Die bedrohte ungarische linke Flügel wurde durch die südöstlich von Királyrév sichernde Honved-Kavallerie erfolgreich gegen Flankenangriffe gesichert.
Der Kampf wurde um 11 Uhr erneuert. Das ungarische 3. Korps unter dem neuen Kommandanten Leiningen-Westerburg konnte Pered besetzen, wurde dann aber von Norden her durch die russische Division Panjutin (12.800 Mann, 300 Reiter und 48 Kanonen) und die österreichischen Brigade Pott (Division Herzinger) angegriffen. Es gelang den Verbündeten, die Truppen des ungarischen 3. Korps aus den Orten Felsőszeli, Alsószeli und Deáki nach Pered zurückzudrängen. Inzwischen waren die Ungarn durch das kräftige Eingreifen der Division Panjutin auch bei Negyed zurückgeworfen. Zwei vorne stehende Bataillone des ungarischen 2. Korps wichen nach dem Angriff Herzingers von Alsószeli über Királyrév zurück.