Antonio D’Achiardi (geboren am 28. November 1839 in Pisa; gestorben am 10. Dezember 1902, ebenda) war ein italienischer Mineraloge.
Wirken D’Achiardi war der Sohn des Rechtsanwalts Giuseppe D’Achiardi und von dessen Frau Virginia (geborene Ruschi). Er war der Neffe des Agronomen Pietro Cuppari (1816–1870) und ein Cousin des Mediziners Cesare Studiati (1821–1894). Er studierte Naturwissenschaften an der Universität Pisa, wo er am 13. Juni 1859 promoviert wurde. Am 24. November des Jahres wurde er Assistent im Chemielabor von Sebastiano De Luca. Ein chemisches Experiment im Jahr 1860, das in einer Explosion endete, führte dazu, dass er beinahe erblindet wäre, so dass er sich dem Geologie- und Mineralogiestudium bei Giuseppe Meneghini zuwandte. Am 18. Januar 1861 wurde er zum Assistenten des Lehrstuhls für Mineralogie an der Universität Rom ernannt. Später wurde er Professor an der Universität Pavia; im Jahr 1874 wurde er außerordentlicher Professor und 1876 ordentlicher Professor für Mineralogie an der Universität Pisa. Er beschrieb in seinen Arbeiten überwiegend Mineralien aus der Toskana. Er führte zudem petrographische Untersuchungen mit dem Polarisationsmikroskop durch.
Auch im Bereich der Fossilienkunde war er tätig, so erscheint sein Name 1875 beim „Leptaxis multisinuosa D’Achiardi“ und einigen versteinerten Korallenarten. Er verfasste mit der Bibliografia mineralogica, geologica e paleontologica della Toscana eine Zusammenstellung zu Mineralien, Geologie und Paläontologie in der Toskana. Seit 1899 war er korrespondierendes Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei. Er war Mitglied der Toskanischen Gesellschaft der Naturwissenschaften .
Familie D’Achiardi war mit Marianna (geborene Camici) verheiratet, das Paar hatte mehrere Kinder: den Mineralogen Giovanni D’Achiardi (25. April 1872 – 9. September 1944)Societa Geologica Italiana: Giovanni D’Achiardi (Pisa, 25/4/1872 – Fauglia, PI, 9/9/1944) socgeol.it (italienisch). den Maler und Kunsthistoriker Pietro D’Achiardi (1879–1940) eine Tochter Giulia († nach 1944), die ihren kranken Bruder Giovanni fünf Jahre lang pflegte. ⚭ 1. Februar 1898 mit dem Philologen Augusto Mancini (1875–1957).
Sein Sohn Giovanni entdeckte 1905 auf der Insel Elba ein neues Mineral, das er zu Ehren seines Vaters „Dachiardit“ (auch D’Achiardit) nannte. Der Name Dachiardit steht seit 1997 für eine Mineralserie (Mischreihe), bestehend aus Dachiardit-Ca, Dachiardit-K und Dachiardit-Na.
Schriften (Auswahl) Von 1866 bis 1902 publizierte er zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen, wie I metalli, loro minerali e miniere (1883), Guida al corso di litologia (1888) oder Guida al corso di mineralogia (1900).
Literatur
Curtis P. Schuh: Mineralogy and Crystallography. An Annotated Biobibliography of Books Published 1469 to 1919. Band 1. Tucson 2007, S. 400 ().
Weblinks Mario Canavari: D’Achiardi Antonio. In: Annuario della R. Università di Pisa per l’anno accademico 1903–1904. (sba.unipi.it)
D’Achiardi, Antonio im Opac des Servizio Bibliotecario Nazionale (SBN) Normeintrag im Opac des Servizio Bibliotecario Nazionale
Einzelnachweise
Kategorie:Mineraloge Kategorie:Paläontologe Kategorie:Hochschullehrer (Universität Pavia) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Pisa) Kategorie:Mitglied der Accademia dei Lincei Kategorie:Namensgeber für ein Mineral Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1839 Kategorie:Gestorben 1902 Kategorie:Mann