mini|hochkant|Dietrich von Hülsen-Haeseler. mini|hochkant|Grabstelle von Georg und Dietrich von Hülsen-Haeseler auf dem Invalidenfriedhof Berlin (Zustand 2013). mini|links|hochkant|Grab auf dem Invalidenfriedhof, Berlin. Hans Adolf Botho Wilhelm Georg Ulrich Hermann Dietrich Graf von Hülsen-Haeseler (* 13. Februar 1852 in Berlin; † 14. November 1908 in Donaueschingen) war ein preußischer General der Infanterie.

Leben Von Hülsen-Haeseler war der älteste Sohn des Generalintendanten Botho von Hülsen und seiner Ehefrau Helene, geborene Gräfin von Haeseler. Sein jüngerer Bruder Georg von Hülsen-Haeseler war ein preußischer Hofbeamter und Theaterintendant.

Nach dem Schulabschluss trat von Hülsen-Haeseler 1869 in die kaiserliche Armee ein. Am 22. September wurde er als Fähnrich in das Kaiser-Alexander-Regiment übernommen. Bereits im Folgejahr wurde er zum Portepee-Leutnant befördert und besuchte ab 1879 die Kriegsakademie. Hier erhielt er den militärischen Rang eines Premierleutnant und wurde mit dem Abschluss 1880 zum Großen Generalstab kommandiert. Nach einem Jahr hatte er formal eine Beurlaubung erhalten und hielt sich als „Zivilist“ getarnt bis April 1882 zu Vermessungsarbeiten in Athen auf. Wieder zurück erhielt er in der topographischen Abteilung des Generalstabes Verwendung, wo er 1882 zum Hauptmann befördert wurde. Nach mehreren Generalstabseinsätzen, so unter anderem bei der 13. Division erhielt er 1889 die Ernennung zum diensttuenden Flügeladjutanten von Kaiser Wilhelm II.Christian Zweng: Die Preußischen Generale 1866-1920. Band 7, Hrsg. Deutsches Institut für Phaleristik und Militärgeschichte, Osnabrück 2014, S. 420 ff.

Mit dieser Positionierung erhielt von Hülsen-Haesler 1890 eine Kommandierung zum Militär-Kabinett. Hier wurde er 1893 zum Oberstleutnant befördert und 1894 in den Grafenstand erhoben. Dabei nahm er zusätzlich den Geburtsnamen seiner Mutter an, so dass er sich ab dieser Zeit Graf von Hülsen-Haeseler nannte. Im selben Jahr wurde erC. Hammater: Oesterreichische Volks-Zeitung. 2 Kreuzer-Ausgabe, 40. Jahrgang, Nr. 294, Verlag Steyermühl, Wien, Donnerstag, 25. Oktober 1894, S. 7. ab 23. Oktober 1894 Militärattaché bei der Botschaft in Wien. Dort löste er den amtierenden Attaché Adolf von Deines ab. 1895 wurde Hülsen-Haeseler zum Oberst befördert und kehrte am 21. September 1897 nach drei Jahren Auslandseinsatz als Kommandeur des Garde-Füsilier-Regiments nach Berlin zurück. Im Jahr 1899 kam er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor als Chef in den Generalstab des Gardekorps. Im Herbst desselben Jahres erhielt er das Kommando über die 2. Garde-Infanterie-Brigade.

Im Mai 1901 wurde Hülsen-Haeseler Chef des Militärkabinetts. 1902 folgte die Beförderung zum Generalleutnant sowie 1906 zum General der Infanterie. Graf von Hülsen-Haeseler starb 1908 in Donaueschingen an einem Herzinfarkt, nachdem er auf einer Jagdveranstaltung im Schloss von Max Egon II. zu Fürstenberg vor Kaiser Wilhelm II. als Ballerina verkleidet im Tutu der Gastgeberin und mit einem großen, mit Pfauenfedern geschmückten Hut zu Walzerklängen getanzt hatte.Oliver Das Gupta: Der Junge, der den Kaiser zum Lachen brachte. In: Süddeutsche Zeitung. 7. Mai 2021. (Südddeutsche.de.) Die Umstände des Todes wurden vertuscht, weil das Offizierskorps wegen der Harden-Eulenburg-Affäre unter erheblichem öffentlichen Druck stand und Graf Hülsen-Haeseler die Säuberung organisierte. Graf von Hülsen-Haeseler galt als ausgesprochener GegnerPeter Heinrich Mathias Winzen: Homosexualität und Politik im ausgehenden Kaiserreich. Eine unheilige Allianz. Auflage: Online-Ressource, Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2025, S. 107. von Fürst Eulenburg. Bei Wilhelm II., der aufgrund der Daily-Telegraph-Affäre ebenfalls enorm unter Druck der Öffentlichkeit stand, löste der Tod des Generals einen Nervenzusammenbruch aus.

Mitglied des Johanniterordens als Ehrenritter war er ab 1884, zehn Jahre danach wurde Dietrich Graf Hülsen-Haeseler Rechtsritter, schloss sich aber keiner Provinzial-Genossenschaft der Kongregation an, sondern war direkt bei der Balley Brandenburg organisiert. Die Anzahl der Johanniterritter betrug im Jahr 1905 amtliche 2910 Mitglieder, wobei einige Ehrenkommendatoren und Rechtsritter mehreren Provinzial-Genossenschaften angehörten.Liste der Mitglieder der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St. Johannis vom Spital zu Jerusalem. 1905. Julius Sittenfeld, Berlin 1905, S. 31, S. 151.

Hülsen-Haeseler wurde auf dem Invalidenfriedhof Berlin beigesetzt.

Familie ErGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der DAG. Teil B (Briefadel). 1941. Jahrgang 33, Justus Perthes, Gotha Oktober 1940, S. 350. heiratete am 24. November 1892 in Berlin Hildegard von Lucadou (1875–1941), Tochter der Hildegard Seestern-Pauly (1840–1918) und des späteren preußischen Generalleutnants Armand von Lucadou (1826–1911).Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 9, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. , S. 303, Nr. 2896. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Botho von Hülsen (1895–1980), Titulargraf, Generalleutnant a. D.Bundesarchiv-BArch-N 661 | Archivportal-D: Hülsen, Botho von (Generalleutnant) (Bestand). Stand 2022. und 1910 landesherrlich bestätigter Inhaber des v. Hülsen-Haeselerschen Fideikommiss Helene von Hülsen (* 1896), konvertierte 1922/1923 zum katholischen Glauben Dietrich von Hülsen (* 1902), konvertierte 1922/1923 zum katholischen Glauben, Priester des Bistums Berlin Georg von Hülsen (1904–1946), Jurist, konvertierte 1922/1923 zum katholischen Glauben

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der DAG. Teil A (Uradel). 1938. Jahrgang 111, Justus Perthes, Gotha 1937, S. 269–270. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutsche Adelsgenossenschaft|DAG. Teil A (Uradel). 1942. Jahrgang 115, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 264–265. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel). 1958. Band III, Band 18 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1958, , S. 212–213. Christian Zweng: Die Preußischen Generale 1866-1920. Band 7, Hrsg. Deutsches Institut für Phaleristik und Militärgeschichte, Osnabrück 2014, S. 420 ff.

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

Kategorie:General der Infanterie (Königreich Preußen) Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Deutscher Militärattaché Kategorie:Absolvent der Preußischen Kriegsakademie Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) Dietrich Kategorie:Deutscher Kategorie:Preuße Kategorie:Geboren 1852 Kategorie:Gestorben 1908 Kategorie:Mann