mini|hochkant|La Macarrona, vor 1910 Juana la Macarrona, eigentlich Juana Vargas de la Hera oder de Las Heras (* 3. Mai 1870 in Jerez de la Frontera; † 12. April 1947 in Sevilla), war eine spanische Flamencotänzerin. In den Jahrzehnten der Cafés cantantes war sie neben Magdalena la Malena die maßgebliche Tänzerin, die die Bewegungen und Posen des Flamenco entwickelte und seine Attraktivität bereicherte.

Leben Startänzerin der Cafés cantantes mini|links|Taufbuch-Eintrag Juanas Mutter Ramona de la HeraDer mütterliche Familienname ist in den Dokumenten nicht einheitlich geschrieben. Es finden sich de las Heras, de la Hera und einfach la Hera. Im Taufbuch findet sich sogar der Eintrag de las Ceras; siehe Abbildung. war Sängerin, ihr Vater Juan Vargas war Landarbeiterlaut Taufbuch und Gitarrist. Schon als Kind tanzte Juana bei den Auftritten ihrer Gitano-Eltern,La Macarrona, auf elartedevivirelflamenco.com mit denen ihre Familie sich Geld verdiente. Mit acht Jahren trat sie in Silverio Franconettis Café cantante auf, dem Salón Recreo in Sevilla. Es folgten Auftritte im Las Siete Revueltas und im Café de la Alegría in Málaga, 1886 erneut in Silverio Franconettis Café und im Café del Burrero. Danach folgten erneute Auftritte in Málaga, im Café del Sevillano und schließlich in Madrid im Café Romero.

Bei der Weltausstellung 1889 in Paris tanzte La Macarrona im großen Theater der Ausstellung. 1893 wurde ihre „Entführung“ in der Presse kolportiert. Sie selbst sagte Jahre später, es habe sich um eine Liebesaffäre mit einem reichen Bankier gehandelt. Er habe ihr viele Brillanten geschenkt. Sie habe einige Zeit aufgehört zu arbeiten und sich mit ihm die Wohnung geteilt. Letztlich habe sie sich jedoch nicht in eine dauerhafte Beziehung ergeben.

In den folgenden Jahren bis 1900 wechselten sich Auftritte in Madrid mit solchen in Sevilla ab. In Madrid tanzte sie im Liceo Rius und im Salón Variedades, in Sevilla im Novedades. 1895 reiste sie gemeinsam mit einer Gruppe anderer Flamenco-Künstlerinnen und -Künstler, unter ihnen auch Magdalena la Malena, nach Berlin. Über die Aufnahme in Deutschland berichtete die Zeitung El Provenir aus Sevilla:

Die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts bewegte sie sich hauptsächlich zwischen Madrid, Sevilla und Paris. Im Novedades trat sie Saison für Saison gemeinsam mit ihrem Partner Antonio Ramírez auf. 1908 und 1909 reiste sie für mehrere Vorstellungen nach Paris. 1910 tanzte sie als Erste Tänzerin im Kursaalsic Imperial in Madrid. 1911 tanzte sie im Trianón Palace in Madrid an der Seite von Rafael Ortega die Hauptrolle in Fiesta Andaluza:

1912 gab sie ein Gastspiel im Pariser Olympia. 1916 tanzte sie zur Einweihung der Villa Rosa in Barcelona. 1918 trat sie gemeinsam mit Antonio Ramírez im Kursaal Internacional in Sevilla auf. Dort filmten Sergei Djagilew und Léonide Massine ihre Auftritte.

Hüterin der klassischen Form

Im Januar 1922 nahm sie in Madrid an der Show Ases del arte flamenco teil. Im selben Jahr lud Manuel de Falla zur Teilnahme am Wettbewerb für ernsten Gesang (cante jondo) ein, den er gemeinsam mit Federico García Lorca organisierte. Ricardo Molina beschrieb ihre Ausstrahlung:

Zum selben Anlass schrieb Ramón Gómez de la Serna:

1923 nahm sie der Salón Variedades wieder unter Vertrag. 1925 trat sie bei der Eröffnung des Patio flamenco im Hotel Alfonso XIII in Sevilla auf.

Die späten Jahre Trotz ihrer Bindung an die alten Formen ließ sie sich 1926 auf die Ópera flamenca ein. In ganz Spanien sah man sie bei groß angelegten Aufführungen, die der Impresario Carlos Hernández Vedrines organisierte. In einem Interview mit dem Correo de Andalucía sagte sie jedoch, dass ihr Körper dem fortgeschrittenen Alter Tribut zolle. Daher wolle sie sich von der großen Bühne verabschieden.

La Macarrona gründete eine Tanzschule in einem einfachen Viertel von Sevilla und trat weiterhin im Kursaal und im Tronío auf. 1927 nahm sie am Certamen Nacional de Cante Flamenco in Madrid teil. 1929 tanzte sie in einer Flamenco-Show von Paco Aguilera auf der Bühne des Principal Palace in Barcelona. 1930 war sie Stargast einer großen Flamenco-Show, die Pastora Imperio in Málaga inszenierte. Im selben Jahr trat sie auch bei der internationalen Ausstellung in Barcelona auf. 1933Navarro García nennt am angegebenen Ort die Jahreszahl 1932, jedoch an anderer Stelle 1933. Andere Quellen nennen ebenfalls 1933, so dass bei der Jahreszahl 1932 von einem Irrtum auszugehen ist. nahm sie an La Argentinitas Tanztheaterstücken Las Calles de Cádiz und El Café de Chinitas teil. Mit diesen Stücken ging sie 1934 auf Tournee in Spanien und nach Paris.

1936 tanzte sie bei einem Staatsempfang im Alcázar von Sevilla. 1938–1940 ging sie erneut auf Tournee mit Las Calles de Cádiz, diesmal unter der Leitung von Concha Piquer mit Pilar López, La Niña de los Peines, Rita Ortega und Magdalena la Malena. Damit hatte sie, im Alter von 70 Jahren, ihre letzten professionellen Auftritte. Zwischen 1937 und 1940 arbeitete sie auch mit dem Sänger Antonio Mairena in Sevilla zusammen.Kersten Knipp: Flamenco. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-45824-8, S. 160.

1942 organisierte Pepe Marchena eine Hommage zu Ehren von La Macarrona in Sevilla. Mitte der 1940er Jahre lebte sie verarmt und in schlechter körperlicher Verfassung, wie aus einem Interview mit der Zeitung ABC von 1945 hervorgeht. Um ihr zu helfen, organisierte das Sindicato Provinciál del Espectáculo de Sevilla für sie im März 1946 eine Hommage im Teatro San Fernando. Bei dieser Gelegenheit nahm sie ihren endgültigen Abschied von der Bühne. Aufgrund ihrer körperlichen Verfassung war sie nur noch zu einem kurzen Auftritt in der Lage. Sie starb am 12. April 1947, den Zeitdokumenten zufolge einsam und vergessen.

Rezeption La Macarrona wird allgemein als herausragende Tänzerin ihrer Epoche anerkannt. Sie beherrschte alle Palos des damaligen Repertoires, besonders meisterhaft die Alegría, den Tango flamenco und die Soleá. Fernando el de Triana würdigte sie mit den Worten:

Pilar López, selbst überragende Tänzerin einer späteren Generation, rühmte ihre unübertreffliche Beherrschung der Bata de cola, ihre Fußtechnik, ihre unnachahmlichen DesplantesCharakteristische Posen im Flamenco, verbunden mit einem Innehalten in der Bewegung und ihre wunderbaren Handbewegungen.

Ihr Zeitgenosse Pablillos de Valladolid war, wie viele andere, von ihrem majestätischen Auftreten beeindruckt:

Literatur

Jose Luis Navarro Garcia: De Telethusa a la Macarrona. Bailes andaluces y flamencos. Sevilla 2002.

Anmerkungen

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