Es sind beinahe eine Million Insektenarten bisher wissenschaftlich beschrieben worden (925.000 nach Grimaldi/Engel 2005,David Grimaldi, Michael S. Engel: Evolution of the Insects. (= Cambridge Evolution Series). Cambridge University Press, 2005, ISBN 0-521-82149-5. 865.000 nach Nielsen/Mound 1997).Ebbe Schmidt Nielsen, Laurence A. Mound: Global Diversity of Insects: The Problems of Estimating Numbers. In: Peter H. Raven, Tania Williams (Hrsg.): Nature and Human Society. The Quest for a Sustainable World. Proceedings of the 1997 Forum on Biodiversity. National Research Council USA, Board on Biology, 1997. Die Rote Liste der gefährdeter Arten der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) listet im August 2026 nur 13696 Arten auf, von denen allerdings lediglich 58 Arten als ausgestorben gelten (Datei:EX IUCN 3 1.svg – Extinct), eine Art als in der Wildnis ausgestorben (Datei:EW IUCN 3 1.svg – Extinct in the Wild) und 544 weitere Arten als kritisch bedroht (Datei:CR IUCN 3 1.svg – Critically Endangered), davon 122 kritisch bedroht, möglicherweise ausgestorben (Datei:CR IUCN 3 1.svg (PE) – Critically Endangered, Possible Extinct). 1185 Arten gelten als gefährdet (Datei:EN IUCN 3 1.svg – Endangered). Bei 3516 dieser 14531 Arten lautet der Gefährdungsstatus allerdings "zu wenig Daten vorhanden" (Datei:DD IUCN 3 1.svg – Data Deficient) (Stand 12. August 2026).The IUCN Red List of Threatened Species Bei den allermeisten Insektenarten ist der Gefährdungsstatus von der IUCN somit noch nicht ausreichend untersucht worden, weswegen man davon ausgehen kann, dass wesentlich mehr als nur 58 Arten ausgestorben sind. Es erscheint auch logisch, dass man bei kleinen Lebewesen den Gefährdungsstatus wesentlich schwerer beurteilen kann als bei großen Tieren wie zum Beispiel einem Nashorn. Deswegen ist die IUCN auch sehr vorsichtig mit der Einschätzung, ob eine Insektenart ausgestorben ist oder nicht. Zum Beispiel ist von der Hummel-Art Bombus rubriventris nur ein einziges Exemplar aus dem Jahr 1835 bekannt, trotzdem ist ihr Gefährdungsstatus Datei:CR IUCN 3 1.svg (PE), also Critically Endangered (Possible Extinct) und nicht endgültig Extinct. Auch die Libellen-Art Protosticta gracilis ist laut IUCN im Jahr 1859 zuletzt gesichtet worden, trotzdem ist ihr Gefährdungsstatus nur Critically Endangered, obwohl sie danach eben nie mehr gesichtet worden ist und ihr Lebensraum komplett zerstört wurde. Dass die IUCN mit dieser Vorsichtigkeit nicht falsch liegt, zeigt das Beispiel der Weichwanzen-Art Lopsallus flavosparsus. Von ihr wurde ein einziges Exemplar im Jahr 1875 gefunden, die IUCN schätzte ihren Gefährdungsstatus trotzdem nur als Datei:CR IUCN 3 1.svg ein. Tatsächlich konnten im März 2017 zwei weitere Exemplare gefunden werden. Die Libellen-Art Sinhalestes orientalis ist laut IUCN im Jahr 1862 zuletzt gesichtet worden, trotzdem ist ihr Gefährdungsstatus nur Datei:CR IUCN 3 1.svg – Critically Endangered. Tatsächlich wurde im Jahr 2012, also 150 Jahre später, die Art wiederentdeckt.Rediscovery of a long lost endemic damselfly Sinhalestes orientalis(Hagen inSelys, 1862) from Peak Wilderness Sanctuary, Sri Lanka (Zygoptera: Lestidae) – Sinhalestes orientali Allerdings steht im IUCN-Artikel von dieser Entdeckung noch nichts. Ein weiteres Beispiel für die (sinnvolle) Vorsichtigkeit der IUCN ist die Libellen-Art Euthore mirabilis, welche laut IUCN im Jahr 1839 zuletzt gesichtet worden ist. Ihr Gefährdungsstatus lautet "zu wenig Daten vorhanden" (Datei:DD IUCN 3 1.svg – Data Deficient). Erstaunlich ist die Einschätzung bei der Libellen-Art Rhinocypha hageni, welche laut IUCN vor über 100 Jahren nicht mehr gesichtet worden ist. Ihr Gefährdungsstatus ist trotzdem nur gefährdet (Datei:EN IUCN 3 1.svg – Endangered), weil die verbleibenden Wälder der nicht einmal 900 km² großen Insel, auf der diese Art lebt, seit Jahrzehnten nicht mehr von Entomologen besucht wurde. Deswegen darf man sich auch nicht wundern, wenn die Heuschrecke Catantops tanganus den IUCN-Gefährdungsstatus nicht gefährdet (Datei:LC IUCN 3 1.svg – Least Concern) hat, obwohl die Art seit 1964 nicht mehr gesichtet wurde. Der Grund für diese ungewöhnliche Einschätzung ist der, dass die Art eine relativ weite Verbreitung hatte und wenig spezialisiert war und deswegen noch eine hohe Chance besteht, dass sie wiederentdeckt wird. In dieser Liste taucht er aber trotzdem auf, weil er seit über 20 Jahren nicht mehr gesichtet wurde und somit wenn nicht ausgestorben, dann aber auf jeden Fall zumindest verschollen ist. Die IUCN lag aber auch hie und da falsch, hat diese Fehler aber berichtigt, wie zum Beispiel bei der Rüsselkäfer-Art Pentarthrum blackburni, welche angeblich endemisch auf Hawaii lebt(e). Sie galt seit 1961 als ausgestorben, wurde aber mittlerweile zur Art Allopentarthrum elumbe synonymisiert, ist in vielen Gegenden der Erde heimisch und ihr Gefährdungsstatus wurde von Extinct in Least Concern geändert. Die Rüsselkäfer-Art Macrancylus linearis, welche von der IUCN bis zum Jahr 1996 mindestens ein Jahrzehnt lang als ausgestorben (Extinct) gelistet wurde, gilt mittlerweile wieder als ungefährdet (Least Concern). Die Grillen-Art Leptogryllus deceptor wurde vor 1910 zuletzt gesichtet, obwohl die IUCN behauptet, dass die Art nur in freier Wildbahn ausgestorben ist (Datei:EW IUCN 3 1.svg – Extinct in the Wild; die einzige Insektenart übrigens, welche diesen IUCN-Gefährdungsstatus hat). Auch bei der Obstfliege Drosophila lanaiensis irrt sich die IUCN, welche dieser Art noch immer den Gefährdungsstatus Datei:EX IUCN 3 1.svg – Extinct zuteilt, obwohl die Art im Jahr 2010 wiederentdeckt wurdeNew species of Hawaiian picture wing Drosophila (Diptera: Drosophilidae), with a key to species – Drosophila lanaiensis
Aufnahme in die Liste In dieser Liste werden diejenigen Insektenarten und -unterarten (letztere sind meistens Schmetterlinge) aufgenommen, deren IUCN-Gefährdungsstatus Datei:EX IUCN 3 1.svg oder Datei:CR IUCN 3 1.svg (PE) lautet und ausgestorben oder möglicherweise ausgestorben (Possibly Extinct) sind. Weiters, weil die IUCN-Liste offensichtlich nicht vollständig ist, werden auch Insektenarten aufgenommen, die nach anderen Quellen ausgestorben oder zumindest seit mindestens 20 Jahren verschollen sind.Hawaii's Extinct Species – Insectsartensterben.de – Liste ausgestorbener Insekten & Spinnentiere der NeuzeitThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Blattodea (Cockroaches and Termites) – SchabenThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Coleoptera (Beetles) – KäferThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Dermaptera (Earwigs) – OhrwürmerThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Diptera (Flies and Mosquitoes) – ZweiflüglerThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Ephemeroptera (Mayflies) – EintagsfliegenThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Hemiptera (True Bugs) – SchnabelkerfeThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Hymenoptera (Social Insects: Ants, Bees, Wasps etc.) – HautflüglerThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Lepidoptera (Butterflies and Moths) – SchmetterlingeThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Mantodea – FangschreckenThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Odonata (Dragonflies and Damselflies) – LibellenThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Orthoptera (Grasshoppers, Locusts, Crickets, Wetas and Katydids) – HeuschreckenThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Phasmatodea (Stick Insects or Walking Sticks) – GespenstschreckenThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Phthiraptera (Louse) – TierläuseThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Plecoptera (Stoneflies) – SteinfliegenThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Psocodea (Lice) – LäuseThe Recently Extinct Plants and Animals Database – Mecoptera (Fleas, Scorpionflies, etc.) – Flöhe, Skorpionfliegen, etc.The Recently Extinct Plants and Animals Database – Trichoptera (Caddisflies) – KöcherfliegenSt Helena: Probable invertebrate extinctions and ecological amplitudeThe Search for Lost SpeciesThe Recently Extinct Plants and Animals Database
Das richtige Aussterbejahr ist meistens nicht bekannt, in der Literatur werden deswegen auch unterschiedliche Angaben gemacht, die sich durchaus um Jahrzehnte unterscheiden können. Es wird in dieser Liste in der Regel das bei der IUCN angegebene Aussterbejahr angegeben. Oft werden auch Synonyme erwähnt, weil in diversen Quellen ein und dieselbe Art mit verschiedenen wissenschaftlichen Namen benannt wird, obwohl es sich um dieselbe Art handelt.
In dieser Liste wird von einem Worst-Case-Szenario ausgegangen: wenn eine Art mehrere Jahre nicht mehr gesichtet oder gefangen wurde (und in einer der oben angegebenen Quellen auftaucht), wird angenommen, dass sie ausgestorben ist. Dies kann zwei Ursachen haben: entweder sind tatsächlich mehrere Wiederentdeckungs-Versuche gescheitert (dann kann davon ausgegangen werden, dass die Art tatsächlich ausgestorben ist), oder es wurde einfach nicht nach dieser Art gesucht (dann ist die Art zumindest verschollen). Von einer Art, die sehr häufig ist und die von einem Jahr auf das andere plötzlich verschwindet, kann man eher behaupten, dass sie ausgestorben ist, als von einer Art, die man schon immer nur alle paar Jahre einmal beobachten konnte, also schon immer selten war (wie zum Beispiel die Laufkäfer-Art Blackburnia cuneipennis, Syn.: Metromenus cuneipennis, welche das vorletzte Mal im Jahr 1954 und das letzte Mal 1996, also 42 Jahre später gesichtet wurde. Ob diese Art jetzt endgültig ausgestorben ist oder nicht, weiß niemand. Die Art wurde aber aufgrund der langen Zeitspanne seit der letzten Sichtung in diese Liste aufgenommen. Ihr IUCN-Gefährdungsstatus lautet nicht bewertet (Datei:NE IUCN 3 1.svg – Not Evaluated). Es gibt also wie von hunderttausenden anderen Insektenarten keinen IUCN-Eintrag.)Comparisons to the Century Before: The Legacy of R. C. L. Perkins and Fauna Hawaiiensis as the Basis for a Long-Term Ecological Monitoring Program, S. 501 – Metromenus cuneipennis
Gründe des Aussterbens