Bella Germania ist eine dreiteilige, im Auftrag des deutschen Fernsehsenders ZDF entstandene Familienchronik von Gregor Schnitzler. Erzählt wird in Rückblenden über drei Generationen hinweg die Schicksale mehrerer Angehöriger einer deutsch-italienischen Familie in den Jahren 1954 bis 2019. Die beiden Hauptrollen in den beiden ersten Teilen spielen die gebürtige Moldawierin Silvia Busuioc (als die Italienerin Giulietta) und Christoph Letkowski (als der Deutsche Alexander). Im Zentrum des dritten Teils steht die nach ihren familiären Wurzeln suchende Julia, gespielt von Natalia Belitski, die bereits in den ersten beiden Teilen als Bindeglied zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit sporadisch zu sehen gewesen war. Der Autor des gleichnamigen Romans, Daniel Speck, verfasste auch das Drehbuch.

Handlung Teil 1: L’amore – die Liebe München 2013. Julia Becker ist eine angehende Modedesignerin, die ihre erste eigene Kollektion in Anwesenheit von Nathalie Bronet, einer zentralen Persönlichkeit in der Branche, vorstellt. Ausgerechnet in diesem wichtigsten Moment ihres noch jungen Lebens hat die Modeschöpferin einen Blackout und verpatzt durch ihr Fortlaufen aus dem Showroom die Präsentation. Während sie sich in der Lobby des Gebäudes zu sammeln versucht, tritt ein alter Herr auf Julia zu und möchte sie in einer privaten Angelegenheit sprechen. Er sagt, er heiße Alexander Schlewitz und würde gern ihren Vater, Vincenzo Marconi, sprechen. Julia ist durcheinander, ihr Vater sei schon lange tot, erklärt sie dem alten Mann. Dies zumindest hatte ihre Mutter Tanja immer behauptet. Irritiert will Julia die Lobby verlassen, da bricht der Alte zusammen. Schlewitz wird wenig später von einem Krankenwagen abtransportiert. Julia sucht anschließend ihre Mutter auf, eine hochgradig engagierte Journalistin und Autorin von politischen Beiträgen für das Fernsehen. Die besteht weiterhin darauf, dass Julias Vater Vincenzo starb, als sie acht Jahre alt war. Julia hat Zweifel an der Aussage ihrer Mutter und findet heraus, wo jener Alexander Schlewitz wohnt. Der ist in der Zwischenzeit von seinem leichten Schwächeanfall genesen und bittet sie in sein Haus. Julia ahnt nicht, dass ab sofort ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt wird, denn der alte Mann sagt, er sei ihr Großvater, und beginnt nun die verworrene Familiengeschichte aufzurollen.

mini|Die Iso Isetta, Baujahr 1953 München 1954. Der junge Nachwuchsingenieur Alexander Schlewitz arbeitet unter dem BMW-Manager Fritz Maier, dessen Firma allerdings am Rande des Abgrunds steht. Die teuren Karossen verkaufen sich kaum. Schlewitz schlägt Maier vor, mit dem italienischen Isetta-Hersteller in Turin einen Lizenzvertrag für die Iso Isetta abzuschließen, um dem Verbraucher in der jungen Bundesrepublik auch ein kleines, kostengünstiges Fahrzeug anbieten zu können. Daraufhin entsendet Maier den forschen Ingenieur nach Mailand. Dort lernt Schlewitz den Iso-Chef kennen und spricht mit ihm auf Deutsch, was dieser nicht versteht. Gleich in der Nähe steht die blutjunge Sizilianerin Giulietta Marconi, die Deutsch studiert und sich als Dolmetscherin anbietet. Für beide ist es Sympathie auf den ersten Blick. Bei einer Testfahrt mit der Isetta stellt Alexander einen Konstruktionsfehler fest: Das Fahrzeug beginnt in Kurven arg zu schlingern und droht sogar umzukippen. Schlewitz lässt seine Bedenken von Giulietta übersetzen und verspricht seinem italienischen Verhandlungspartner, das Problem binnen zweier Tage zu lösen. Tatsächlich schafft es Alexander, die Isetta mit einigen Umbauten fahrsicherer zu machen. In den folgenden Tagen kommen sich Alexander und Giulietta näher. Auch erkennt Alexander, dass die Italienerin, die sehr gut zeichnen kann, ein Talent für Modeentwürfe besitzt. Aus seiner Zuneigung zu ihr heraus kauft Alexander Giulietta ein paar elegante, rote Schuhe, die der jungen Frau sehr gut gefallen.

Giulietta und Alexander verbringen eine kurze, aber sehr schöne Zeit miteinander. Wieder daheim, fällt Giulietta rasch auf den Boden der Tatsachen zurück. Sie ist schwanger. Ihr Verlobter, der Automechaniker Enzo, arbeitet wie Giulietta und ihr Bruder Giovanni bei Iso. Giulietta wurde ihm vor vielen Jahren versprochen, und er geht nun davon aus, dass nur er der Vater des Kindes sein kann. Giuliettas Mutter ist entsetzt: Eine uneheliche Schwangerschaft ist im Italien der 1950er Jahre ein Riesenskandal, der augenblicklich in einer Ehe zu münden habe. Die Mutter verlangt, dass Giulietta ihren Verlobten sofort heiratet. Für die junge Frau scheint nun ihr Leben vorbestimmt, sie wird Enzo heiraten. Der hat alle Attribute eines Süditalieners: Er ist ganz Macho, bisweilen übermäßig temperamentvoll und glaubt ganz selbstverständlich, dass „seine“ Frau zugleich sein Besitz sei. Und dementsprechend verhält er sich. Giulietta teilt Alexander ihre Entscheidung mit, dass es zwischen ihnen beiden keine gemeinsame Zukunft geben könne. Schlewitz reist nach München zurück, und Giulietta wird im Jahr darauf Mutter eines Sohnes. Sie nennt ihn Vincenzo.

Wieder im Jahr 2013. Der alte Alexander bittet Julia darum, ihren Großonkel Giovanni aufzusuchen. Er, Alexander, wolle den Kontakt zu Vincenzo, Julias Vater, wiederherstellen, und nur Giovanni wisse, wo sich Vincenzo heute aufhalte. Julia ist wütend auf ihre Mutter, die behauptet habe, dass ihr Vater, Vincenzo, tot sei. Es kommt zu einer kurzen Auseinandersetzung zwischen Mutter und Tochter. Julias Verlangen, ihren Vater zu finden und endlich kennenzulernen, wächst mit jedem Tag. Sie entscheidet sich, Alexanders Bitte zu folgen und ihren Großonkel, der in München einen Gemüseladen betreibt, aufzusuchen. Dort reicht man ihr ein Familienalbum, das Giulietta mit ihrem nunmehrigen Ehemann Enzo und dem Baby zeigt. Nur Giulietta weiß, dass das Kind von Alexander ist.

Mailand 1955. Giulietta hat sich in ihrem Eheleben mit Enzo und dem Kind eingerichtet. Doch sie spürt, dass ihr etwas fehlt. Die Enge des Kleinfamilienalltags und die roten Schuhe, das einzige, was ihr noch aus der Zeit mit Alexander geblieben ist, erinnern sie daran, dass es noch ein anderes, ein erfüllteres Leben geben könnte. Eines Tages teilt Giovanni seiner Schwester mit, dass er nach Deutschland gehen werde, da man dort Arbeiter suche und diese Arbeit überdies auch noch besser bezahlt werde. Giovanni nutzt die Kontaktadresse, die Giulietta ihm zugesteckt hatte, und besucht Alexander. Er soll ihm bei der Arbeitssuche helfen. Derweil wird Enzos Eifersucht daheim immer schlimmer.

Neun Jahre sind vergangen, als Giovanni 1964 aus Deutschland nach Mailand zurückkehrt. Er hat Giulietta eine Nähmaschine mitgebracht, deutsche Wertarbeit, wie er stolz verkündet. In dieser Zeit hat sich auch Alexander neu orientiert und eine blonde Einheimische namens Marianne geheiratet. Bald muss Alexander erneut nach Mailand. Dort sieht er Giulietta und Vincenzo im Betrieb. Instinktiv ahnt Alexander, dass der Junge, der für alles Deutsche schwärmt, sein Sohn sein müsse. Alexander bittet Giulietta, mit ihm nach München zu kommen, aber wieder kann sie sich nicht für ihn entscheiden: „Mein Leben ist hier.“ Als sie aber die Leere in ihrem Leben begreift, erinnert sich Giulietta ihrer Passion und fängt mit der neuen Nähmaschine zu schneidern an.

Wieder in München 2013. Zum Abschied von Onkel Giovanni gibt dieser Julia das von Giulietta geschneiderte rote Kleid mit, das Julias Großmutter zu Giovannis Hochzeit getragen hatte. Julia beginnt sich das Kleid genau anzuschauen und lässt als talentierte Modeschöpferin Giuliettas Entwurf in ihr neues Design mit einfließen. Dann kehrt sie nochmals zu Giovanni zurück und lässt sich von dessen Frau Vincenzos Adresse in Turin geben. Julia will dort endlich ihren Vater kennenlernen.

1968 heiratete Giuliettas Bruder und auf der Hochzeitsfeier kam es wegen eines erneuten Eifersuchtanfalls Enzos zum Eklat. Giulietta reiste daraufhin mit Giovanni und ihrem Sohn Vincenzo nach Deutschland, um dort einen Neuanfang zu wagen.

Teil 2: Il destino – das Schicksal In der Gegenwart beschließt Julia nach Italien zu reisen, um Vincenzo kennenzulernen. Ihr Großonkel Giovanni begleitet sie dorthin. Im Jahre 1968 lässt sich Giulietta in München nieder. Kaum angekommen fährt sie zu Alexanders Haus. Sie hofft auf ein Wiedersehen, doch vor der Einfahrt sieht sie, wie eine schwangere, blonde Frau gerade aus dem Haus kommt und Alexander, der beim Auto steht, mit einem Kuss begrüßt. Ganz offensichtlich ist Alexander nicht mehr frei, und Giulietta fährt wieder fort, ohne dass Alexander sie bemerkt hat. Giovanni macht seiner Schwester Giulietta, die glaubt, dass es jeder in Deutschland leicht zu Wohlstand bringen kann, klar, dass auch hier hart gearbeitet werden muss und dass er bis jetzt kaum etwas erreicht habe. Aber Giulietta glaubt an ihr Können und sucht nach einem Geschäftsraum, wo sich Giovanni als Gemüsehändler einrichten kann, während Giulietta ihm die Buchhaltung führt und in der freien Zeit Kleider näht. Plötzlich stehen ihre Mutter und Ehemann Enzo vor der Tür. Ihre Mutter ist außer sich, dass sich Giulietta bei Nacht und Nebel aus Italien nach Deutschland fortgemacht hatte. Enzo ist zur Trennung bereit, verlangt aber, dass Vincenzo, den er für seinen Sohn hält, zu ihm zurück nach Italien kommt. Der aber will lieber bei der Mutter bleiben.

Vincenzo spürt derweil in der neuen Wahlheimat die Ablehnung durch deutsche Kinder, man nennt ihn abwertend ein „Gastarbeiterkind“. Dennoch leben sich Giulietta und Vincenzo in Deutschland ein.

Turin 2013. Julia will endlich ihren Vater kennenlernen und sich ein eigenes Bild von ihm machen. Der erwachsene Vincenzo zeigt sich wenig begeistert, seine Tochter zu sehen. Zu viel ist passiert, und er will auch nicht seinem Vater Alexander begegnen, was dieser sich sehr wünscht. 1968 begegnen sich Giulietta und Alexander im Krankenhaus wieder, wohin Giovannis hochschwangere Ehefrau zur Entbindung eingeliefert wurde. Auch Alexanders Frau Marianne entbindet gerade, er wird Vater einer Tochter. Völlig überraschend erhält Giulietta etwas später einen Telefonanruf von Alexander. Er sagt ihr, dass er sie nicht vergessen könne. Eines Tages steht Enzo wieder vor der Tür. Er will zu seiner Frau zurück, aber Giulietta hat sich weiterentwickelt, ein Leben mit ihrem Noch-Ehemann in Italien kann sie sich nicht mehr vorstellen. Und so entschließt sich Enzo ebenfalls in Deutschland zu bleiben. In der Folgezeit nähern sich Enzo und Vincenzo wieder einander an. Giulietta sieht, dass Enzo ihrem Sohn gut tut, und ihr gefällt, dass ihr Mann offensichtlich bereit ist, sich zu ändern. Eine Zeit lang scheint Alexander vergessen.

mini|Silvia Busuioc, die die Rolle der Giulietta spielt. Zu Weihnachten steht plötzlich Alexander vor der Tür. Er hat einen Brief für Giulietta, die gerade mit Enzo aus ist, und ein Geschenk für Vincenzo dabei. Als Enzo nach der Heimkehr davon erfährt, kocht die alte Eifersucht wieder in ihm hoch. Giulietta geht vor die Tür und trifft auf ihre alte Liebe. Alexander und sie küssen sich. Er fragt, ob er Vincenzos Vater sei, bekommt darauf aber keine Antwort.