Knives Out – Mord ist Familiensache ist ein US-amerikanischer Kriminalfilm des Autorenfilmers Rian Johnson. Die Hauptrollen spielen Daniel Craig, Ana de Armas, Chris Evans und Christopher Plummer. Der Film feierte seine Weltpremiere am 7. September 2019 auf dem Toronto International Film Festival und erschien am 2. Januar 2020 in den deutschen Kinos. Der Originaltitel Knives Out (sinngemäß ‚Die Messer gewetzt‘) wurde einer Single der Alternative-Rockband Radiohead aus dem Album Amnesiac (2001) entlehnt.

Handlung Der erfolgreiche Krimiautor und leidenschaftliche Messersammler Harlan Thrombey wird am Morgen nach seinem 85. Geburtstag von seiner Haushälterin Fran in seinem Zimmer tot aufgefunden. Obwohl die Behörden zunächst von einem Suizid ausgehen, befragen die Polizisten Elliot und Wagner die verbliebenen Familienmitglieder, um letzte Fragen zu klären. Dabei ist auch der bekannte Privatdetektiv Benoit Blanc anwesend, der von einer ihm unbekannten Person beauftragt wurde, sich des Falles anzunehmen. Infolgedessen befragen die drei alle Angehörigen über die Geburtstagsparty am Abend vor Harlans Tod und über besondere Vorkommnisse in der darauffolgenden Tatnacht.

Nacheinander stellen sich Linda Drysdale, die älteste Tochter von Harlan, ihr Mann Richard, Harlans jüngster Sohn Walt, der zudem der Leiter des hauseigenen Buchverlages ist, Harlans verwitwete Schwiegertochter Joni sowie deren Tochter Meg den Fragen der Ermittler. Sie alle tischen den Ermittlern allerdings Lügenmärchen über ihre angeblich ungetrübten Beziehungen mit dem Familienoberhaupt am Abend vor dessen Tod auf, da ihre jeweiligen Konflikte mit ihm allesamt gute Tatmotive wären.

Einzig Blanc lässt sich nicht täuschen und befragt als Letzte Harlans Pflegerin Marta Cabrera, die zu einer guten Freundin des Verstorbenen geworden war und deshalb gut über die Familie informiert ist. Da Marta sich, wann immer sie lügt, zwanghaft übergeben muss, lässt sich Blanc von ihr seine Hypothesen bestätigen: Harlan wollte seine Tochter Linda über die Affäre ihres Mannes Richard informieren. Außerdem beabsichtigte er, die Übernahme der Universitätsgebühren für seine Enkelin Meg zu beenden, da seine Schwiegertochter Joni ihn um mehrere hunderttausend Dollar betrogen hatte. Schließlich wollte er seinem Sohn Walt die Kontrolle über den Buchverlag entziehen, da dieser ihn gegen den erklärten Autorenwillen penetrant davon überzeugen wollte, die Verfilmungsrechte von Harlans Büchern zu veräußern. Obwohl Blanc keine Informationen über den Inhalt eines Streitgespräches am Abend der Geburtstagsfeier zwischen dem Verstorbenen und seinem Enkel Ransom, dem Sohn von Linda und Richard, in Erfahrung bringen kann, stimmen sämtliche Aussagen der restlichen Familienmitglieder überein, sodass die Ermittler weiterhin von einem Suizid ausgehen.

Einzig Marta weiß, was an jenem Abend tatsächlich geschehen ist: Bevor sie Harlan zu Bett bringt, wollte sie ihm seine Medikamente verabreichen, verwechselte dabei allerdings die Fläschchen mit einem Schmerzmittel und Morphin, sodass sie ihm eine Überdosis des Morphiums spritzte. Das sonst stets parate Gegenmittel Naloxon war nirgends zu finden, weshalb Marta und Harlan von seinem Tod innerhalb der nächsten zehn Minuten ausgingen. Da sonst keine Zeugen anwesend waren, wurde Harlan klar, dass er etwas unternehmen musste, da sonst der Verdacht sofort auf Marta fallen würde. Aus diesem Grund entschloss er sich in der Gewissheit seines sicheren Todes für Suizid und hinderte sie daran, einen Rettungswagen zu rufen. So wollte er auch sicherstellen, dass die Polizei bei genaueren Nachforschungen nicht dahinterkommt, dass Martas Mutter und Schwester keine Aufenthaltserlaubnis haben.

Er instruierte Marta, wie sie vor den Augen der restlichen Angehörigen das Haus verlassen, später heimlich über einen Geheimgang zurückkehren, sich dann kurz als Harlan verkleiden und so der Familie seine Lebendigkeit vortäuschen konnte. Dann beging Harlan Suizid mit einem seiner Messer. Marta behielt die Nerven und führte Harlans Instruktionen aus, wurde jedoch während ihres Hinein- und Herausschleichens kurz von Nana Thrombey, der sehr alten und in ihrer Wahrnehmung eingeschränkten Mutter von Harlan, gesehen – allerdings hielt sie Marta für Ransom.

Blanc sieht Marta als einzige „Nichtverdächtige“ an, da sie von Harlans Tod nicht profitiert und nicht unbemerkt lügen kann, und ernennt sie kurzerhand zu seiner Assistentin während der Ermittlungen am nächsten Tag. Dabei kann Marta geschickt ein Überwachungsvideo, auf dem zu sehen ist, wie sie ihr Auto nach dem Verlassen des Grundstücks im nahe gelegenen Wald parkt, unbrauchbar machen und ihre Fußspuren, die auf ihre Rückkehr zum Grundstück hätten schließen lassen, verwischen. Allerdings wird Blanc auf ein abgebrochenes Stück Spalier aufmerksam, wodurch er mit Martas Hilfe den Geheimgang zu Harlans Gemach sowie Erdrückstände auf dem Boden findet, was ihn und die Polizisten nun doch auf Fremdeinwirken schließen lässt.

Im Haus wird das versiegelte Testament des Verstorbenen eröffnet und den Familienangehörigen, darunter auch Ransom, der nicht bei der Beerdigung seines Großvaters war, vorgelesen. Wie alle Anwesenden entsetzt feststellen müssen, hat Harlan sein gesamtes Vermögen in zweistelliger Millionenhöhe, den Verlag sowie das Haus an Marta vererbt und sämtliche Angehörigen vom Erbe ausgeschlossen. Diese versuchen in der Folge, die ehemalige Pflegerin davon zu überzeugen, das Erbe auszuschlagen. Marta kann sich jedoch mit Ransoms Hilfe der Situation entziehen. Er, das „Schwarze Schaf“ der Familie, scheint mehr zu wissen als alle anderen und beschuldigt Marta offen, Harlan getötet zu haben. Sie gibt schnell nach und erzählt ihm schließlich, was passiert ist.

Ransom überzeugt sie davon, das Erbe zu behalten, und verspricht ihr Unterstützung, sofern sie ihm im Gegenzug seinen Anteil auszahlt. So geht sie auf weitere Forderungen der Familie nicht ein, findet in ihrer Post allerdings einen Drohbrief, in dem ein Unbekannter behauptet, von ihrer Schuld zu wissen, als Beweis einen unvollständigen Bericht aus der Gerichtsmedizin vorlegt und ein Treffen verlangt. Zusammen mit Ransom sucht Marta die Gerichtsmedizin auf, um alle Beweise gegen sie zu vernichten. Sie stellen vor Ort fest, dass dies bereits durch Brandstiftung am Gebäude der Gerichtsmedizin geschehen ist. Allerdings ist auch Blanc anwesend und wird auf Marta aufmerksam. Wenig später wird Ransom verhaftet, da Nana sich erinnern kann, ihn in der Mordnacht gesehen zu haben.

Beim Treffen mit dem Unbekannten stellt sich heraus, dass es sich um Fran handelt, der allerdings eine Überdosis Morphium verabreicht worden ist und die nun im Sterben liegt. Nachdem sie Marta noch einen Satz hat mitteilen können, versucht diese, die Haushälterin zu reanimieren. Marta ruft einen Notarzt, erzählt Blanc die ganze Geschichte und erklärt sich bereit, den restlichen Familienmitgliedern die Wahrheit zu sagen. Zurück im Haus errät Marta, wo Fran die Kopie des toxikologischen Berichtes deponiert hat. Mithilfe dessen stellt Blanc fest, dass Harlan keinerlei auffällige Mengen an Substanzen im Blut hatte, also eigentlich nicht hätte sterben müssen. Daher unterbindet er, dass Marta mit der Familie redet.

Durch die gesammelten Aussagen der Angehörigen und gefundenen Beweise kann Blanc so die ganze Geschichte des Abends rekonstruieren: Am Rande der Geburtstagsparty eröffnete Harlan gegenüber Ransom, dass er seine gesamte Familie enterben und stattdessen alles an Marta vererben werde. Daraufhin fasste Ransom den Entschluss, Marta den Tod Harlans in die Schuhe zu schieben, da sie so erbunwürdig werden und das Erbe wieder in die Hände der Familie zurückfallen würde. Er schlich sich nach seinem Streitgespräch über den Geheimgang in Harlans Gemach, vertauschte die Inhalte der Fläschchen, entwendete das Gegenmittel und musste in den nächsten Tagen nur noch die Beweismittel unbemerkt verschwinden lassen sowie Blanc auf den Fall ansetzen.

Dabei wurde er auch kurz von Nana gesehen. Während Harlans Beerdigung suchte er erneut dessen Gemach auf, wurde dabei wiederum von Fran beobachtet, die misstrauisch wurde. Sie besorgte sich über ihre Cousine den toxikologischen Bericht aus der Gerichtsmedizin, verstand diesen jedoch nicht. Da sie vermutete, dass Ransom der Täter war, ließ sie ihm den Drohbrief zukommen. Weil Marta ihm gegenüber jedoch zuvor bereits ihre Schuld eingestanden hatte, spielte Ransom sein Spiel mit Marta. Er leitete den nicht konkret an ihn adressierten Drohbrief an sie weiter und lenkt sie an einen Ort, an den er Fran zwecks angeblicher Lösegeldübergabe bestellt hat. Dort spritzt er Fran eine tödliche Dosis Morphium. Als Marta Fran findet, leitet sie lebensrettende Maßnahmen ein, statt sie, wie Ransom annahm, sterben zu lassen. Marta hatte in der Todesnacht keine Fehler gemacht, die beiden Mittel durch ihre langjährige Erfahrung an deren unterschiedlichem Aussehen und Viskosität unterschieden und diese somit trotz falscher Beschriftung korrekt verabreicht. Somit war sie definitiv nicht an Harlans Tod schuld.

Als Ransom von Blanc mit dieser Theorie konfrontiert wird, streitet er alles ab und Blanc merkt, dass man Ransoms Taten nur durch Frans Aussage wird nachweisen können. Da erreicht die Runde ein Anruf aus dem Krankenhaus. Marta nimmt ihn entgegen und sagt, dass Fran überlebt habe. Ransom sieht sich durchschaut und gesteht wütend den eingefädelten Mord, während es Marta gelingt, ihren verräterischen Brechreiz zu unterdrücken. Unmittelbar danach erbricht sie sich in das Gesicht des tobenden Ransom und gibt zu, gelogen zu haben. In Wahrheit hatte das Krankenhaus Frans Tod gemeldet. Als Ransom erkennt, dass Marta ihn geistesgegenwärtig mit einem Täuschungsmanöver des Mordes überführt hat, versucht er, sie mit einem Messer aus Harlans Sammlung zu töten, erwischt jedoch nur ein Theatermesser, bei dem die Klinge in das Heft einfährt. Linda erkennt anhand eines von ihrem Vater mit Geheimtinte geschriebenen Briefes, den der nicht eingeweihte Richard vorher zwar untersucht hatte, aber nicht hatte lesen können und daher als Scherz abtat, dass sie von ihrem Mann betrogen wird. Ransom wird abgeführt.

In der Schlusseinstellung stehen die restlichen Mitglieder der Familie Thrombey draußen vor dem Haus und blicken zu Marta auf, die auf dem Balkon ihres neuen Heims ihren ersten Kaffee genießt und schweigend zu ihnen hinunterschaut.

Produktion Entstehungsgeschichte mini|hochkant|Daniel Craig spielt die Hauptrolle Bereits in einem Interview aus dem Jahr 2010 äußerte sich Rian Johnson gegenüber The Independent, dass er an einem „altmodischen Kriminalfilm“ im Stile von Agatha Christie, deren Fan er seit Kindheitstagen sei, Interesse hätte. Nachdem er fast ein Jahrzehnt geplant hatte, wie er seinen eigenen Krimi inszenieren könnte, schrieb er schließlich von Anfang des Jahres bis Ende August 2018 das Drehbuch. Dabei ging er laut eigener Aussage strukturiert vor und begann mit dem groben Rahmen, bevor er immer weitere Details vertiefte.

Sein Ansatz war, einen Hitchcock-Thriller inmitten eines Whodunit zu platzieren. Ähnlich wie bei der Krimiserie Columbo wollte er bereits früh in der Geschichte möglichst viele Geheimnisse lüften, sah darin allerdings die Gefahr, dass sich der Zuschauer zurücklehne und den Detektiv auf der Leinwand ermitteln lasse. Deshalb inszenierte er die vermeintlich für den Tod verantwortliche Marta Cabrera als liebenswürdige Protagonistin und Benoit Blanc als ihren Gegenspieler. So wollte Johnson beim Publikum eine mitfiebernde Spannung erzeugen, da die Zuschauer gewohnt seien, dass der Detektiv immer hinter das Geheimnis komme.Bonusmaterial zum Film von Lionsgate. Außerdem bereinigte er den Drehbuchentwurf von sämtlichen Flüchen, um somit eine PG-13-Freigabe zu ermöglichen.