Oberreichenbach ist eine Gemeinde im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Regierungsbezirk Mittelfranken, Bayern).

Geografie Geografische Lage mini|Oberreichenbach Luftaufnahme (2020) Die Gemeinde liegt zwischen Neustadt an der Aisch und Erlangen am westlichen Rande des Naturparks Frankenhöhe.

Unmittelbar westlich des Kirchdorfs befinden sich die Trabelshofteiche, die den Eichenbach speisen, der mit dem Erlesbach ein Kilometer weiter nordöstlich zum Reichenbach zusammenfließt. Im Süden befindet sich das Waldgebiet Bastei, im Westen das Waldgebiet Bettelhütlein und im Südwesten das Bann Holz.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht nur aus der Gemarkung und dem Gemeindeteil Oberreichenbach. Die Gemarkung Oberreichenbach hat eine Fläche von 4,821 km². Sie ist in 988 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4880,05 m² haben.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Weisendorf, Aurachtal, Emskirchen, Wilhelmsdorf, Gerhardshofen.

Geschichte Der Ort wurde 1109 als „Richenbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von einem gleichlautenden Gewässernamen ab, dessen Bestimmungswort das mittelhochdeutsche Wort rîche (=reich) ist. Es sollte wohl damit der Fischreichtum des Baches bezeichnet werden. Aus dem Grundwort –bach kann geschlossen werden, dass diese Gegend nicht vor dem 10. Jahrhundert besiedelt wurde, da bis dahin Gewässer mit –aha bezeichnet wurden. 1501 ist erstmals die Form „Obernreichenpach“ bezeugt. Das Präfix Ober- dient zur Unterscheidung des in der Nähe gelegenen Unterreichenbach.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 170.

Der Ort war ursprünglich Allod der Grafen Bergtheim. 1136 schenkte Graf Berthold II. von Bergtheim dem Kloster Michelsberg Güter des Ortes zum Allod. 1251 scheint das Kloster diese Eigengüter nicht mehr besessen zu haben. Grundherrschaftliche Ansprüche hatte auch das Kloster Münchaurach.F. Krug (Hrsg.): Der Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 162 f. = G. Daßler (Hrsg.): Landkreis Höchstadt a. d. Aisch, S. 111.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Oberreichenbach aus 20 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Fraischvogteiamt Emskirchen-Hagenbüchach aus. Grundherren waren Brandenburg-Bayreuth (Klosteramt Münchaurach: 1 Wirtshaus, 3 Güter, 2 Gütlein; Vogtamt Hagenbüchach: 2 Halbhöfe, 1 Gut), das Hochstift Bamberg (Amt Herzogenaurach: 1 Hof, 2 Güter, 1 Haus), das Rittergut Neuhaus: 5 Güter und die Reichsstadt Nürnberg (Spitalamt Heilig Geist: 2 Gütlein). Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde im Wechsel ganerblich von den Grundherren übernommen.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 120.

Von 1797 bis 1810 unterstand Oberreichenbach dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Emskirchen. Im Jahre 1810 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Oberreichenbach gebildet. Zu diesem gehörten Buch, Trabelshof und Unterreichenbach. 1813 entstand die Ruralgemeinde Oberreichenbach, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Oberreichenbach aufgeteilt: Ruralgemeinde Oberreichenbach Ruralgemeinde Unterreichenbach mit Buch Trabelshof zur Ruralgemeinde EbersbachH. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 225. Die Gemeinde Oberreichenbach war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 10 Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht Neuhaus. Am 1. April 1836 wurde die Gemeinde dem Landgericht Herzogenaurach zugewiesen, am 1. Oktober 1847 auch dem Rentamt Herzogenaurach.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 208. Ab 1862 gehörte Oberreichenbach zum Bezirksamt Höchstadt an der Aisch (1939 in Landkreis Höchstadt an der Aisch umbenannt) und weiterhin vom Rentamt Herzogenaurach (1919 in Finanzamt Herzogenaurach umbenannt, seit 1929: Finanzamt Erlangen). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Herzogenaurach (1879 in das Amtsgericht Herzogenaurach umgewandelt), seit 1959 ist das Amtsgericht Erlangen zuständig.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2008 2013 2017Einwohner 192 236 244 251 247 241 241 255 238 202 218 214 223 227 191 183 186 180 301 335 657 621 763 1229 1218 1302HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, von 1871 bis 2017 als Wohngebäude. 29 36 40 40 37 36 41 90 295 383Quelle (S. 6 und 12)

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Oberreichenbach hat zwölf Mitglieder zuzüglich des Ersten Bürgermeisters.

Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

CSU FWG Gesamt 2002 6 (+1) 6 12(+1) Sitze 2008 5 7 (+1) 12(+1) Sitze 2014 4 8 (+1) 12(+1) Sitze 2020 4 8 (+1) 12(+1) Sitze

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Klaus Hacker (FWG).

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist weiß-schwarz.

Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Aurachtal.

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Verkehr Die Kreisstraße ERH 15/NEA 11 verläuft am Trabelshof und Oberalbach vorbei nach Brunn (4,8 km südwestlich) bzw. am Nankenhof vorbei nach Münchaurach zur Staatsstraße 2244 (4 km südöstlich). Die Kreisstraße ERH 28 verläuft nach Sintmann (3 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Eckenberg (1,5 km südlich) und nach Unterreichenbach (2,1 km östlich). Ein Wirtschaftsweg führt nach Tanzenhaid (1,6 km nordwestlich).

Literatur

Weblinks

Gemeinde Oberreichenbach

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Erlangen-Höchstadt Kategorie:Ersterwähnung 1109 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt