mini|Jens Trimpin, 2014 Jens Trimpin (* 1946 in HeidelbergFigur und Abstraktion - Skulpturen und Plastiken der Sammlung Heinrich Vetter. Hrsg. Jochen Kronjäger und Christmut Präger, i. A. Heinrich-Vetter-Stiftung, Ilvesheim, 2007, S. 109) ist ein deutscher Bildhauer.

Leben Trimpin ist Mitglied in der Darmstädter Sezession (seit 2005) sowie im Deutschen Künstlerbund. Er lebt und arbeitet zurückgezogen in Mannheim.

Werk Nach einer kurzen figürlichen Phase (zum Beispiel „Kleiner Kopf“, Kalkstein, 1972) wandte sich Trimpin im Laufe der 1970er Jahre der Abstraktion zu. Während seine frühen Arbeiten noch grob behauen waren, weisen seine Werke später einen hohen Grad an Glättung der Oberfläche auf, obwohl nur mit Hammer und Meißel (manchmal auch Feilen) bearbeitet. Trimpin arbeitet hauptsächlich in Marmor und Granit, ohne Vorzeichnung oder Maquette (taille directe). Die Formfindung während der Herstellung ist bei Trimpin Teil des Prozesses. Er spricht nicht vom Endzustand einer Skulptur, eher von einer „Haltestelle“.Jens Trimpin - Skulpturen / Plastiken 1994–2006. Hrsg. Galerie Nicole Schlégl, Zürich, modo Verlag, 2007, ISBN 978-3-937014-76-0

Ein Merkmal von Trimpins Skulpturen ist die vermeintlich fehlende sichere Standfläche. Sie scheinen sich von ihr zu lösen, scheinen zu schweben, scheinen zu kippen.

Trimpins Skulpturen lassen sich nicht auf den ersten Blick erfassen, der Betrachter wird um das Werk herumgehen wollen, um sich ihm zu nähern.Jens Trimpin. Skulpturen aus vier Jahrzehnten, Ausstellung in den Städtischen Museen Heilbronn vom 20. Oktober 2017 bis 28. Januar 2018 Dies provozieren die leicht gekippten bzw. gebogenen Flächen der Formen, der Block erscheint wie einer Torsion ausgesetzt, man vergleiche etwa Ohne Titel (1997).Flyer zur Ausstellung Jens Trimpin - Skulpturen aus vier Jahrzehnten, Städtischen Museen Heilbronn, 20. Oktober 2017 bis 28. Januar 2018 Während die Form zunächst an Bekanntes erinnert, einen Block etwa – in der Stereometrie häufig einem Würfel, einem liegenden Quader oder einer quaderförmigen Stele ähnlich –, widersetzen sich seine Steinskulpturen bei näherer Betrachtung genau diesem „Erkennen“. Es entstehen „konzentrierte Formen, die sich an Klarheit, Offenheit, aber auch finaler Unbestimmtheit orientieren.“Alfred Huber: Form ist die Sprache der Kunst, Mannheimer Morgen, 8. November 2017 Die reduzierte und verdichtete Form in ihrer scheinbaren Einfachheit einerseits und die irritierte Erwartung andererseits werfen den Betrachter auf sich selbst zurück; in der Befragung seiner je eigenen Wahrnehmung liegt die kontemplative Wirkung von Trimpins Skulpturen beschlossen.

Seit Mitte der 1990er Jahre entwickelt Trimpin zudem Modelle, die als Vorschläge zur Gestaltung öffentlicher Räume gedacht sind, die aber auch als eigenständige plastische Entwürfe, die vor allem eine intellektuelle Auseinandersetzung fordern,Vorwort von Manfred Fath, in: Jens Trimpin: concrete / Modelle für Beton. Redaktion: Jochen Kronjäger und Jens Trimpin, Hrsg. Städtische Kunsthalle Mannheim, 2001, S. 5 gelten dürfen. Ausgeführt zumeist in Plexiglas, sind sie für eine Ausführung in Beton bestimmt. Um den „konzeptionellen Charakter dieser Arbeiten“ (Manfred Fath) zu betonen, sind sie uniform weiß gespritzt und entbehren von daher – ganz im Gegensatz zu Trimpins Steinarbeiten – jeder Handschriftlichkeit.

Trimpin gestaltete Prinzipalstücke für die Katholische Kirche St. Valentin, Limbach, und die Krypta der Jesuitenkirche Mannheim.

Einzelausstellungen (Auswahl) (Zu Ausstellungen, die mit „K“ gekennzeichnet sind, erschien ein Katalog.)

1978: Steinskulpturen + Zeichnungen, Kunstverein HeidelbergK 1989: Steinskulpturen, Galerie Wack, Kaiserslautern (mit Attila Kovács) (ebenso 1994) 1991: Steinskulpturen, Brückenturm–Galerie der Stadt, Mainz (mit Karin Radoy)K 1994: Steinskulpturen, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am RheinK 1996: Mannheimer KunstvereinK 2000: Steinskulpturen, Landratsamt UlmK 2001: concrete – Modelle für Beton und Steinskulpturen, Kunsthalle MannheimK 2003: Steinskulpturen, Galerie Kautsch, Michelstadt (ebenso 2010, 2018) 2004: Galerie Wolfgang Wolff, EgestorfK 2008: Galerie Sebastian Fath Contemporary, Mannheim (ebenso 2011, 2017) 2010: Galerie Hein Elferink, Staphorst (Niederlande) (ebenso 2016) 2010: Steinskulpturen, Galerie Nicole Schlégl, Zürich (mit Max Cole, Malerei) 2010: Steinskulpturen, Galerie St. Johann, Saarbrücken 2011: Museum Bassermannhaus, Mannheim 2013: Galerie Ohnesorge (vormals Galerie Ohse), Bremen (ebenso 2016) 2013: Galerie Dittmar, Berlin (mit Christiane Conrad) 2014: Galerie Wenger, Zürich (ebenso 2019 mit Susan York) 2015: Steinskulpturen, Galerie Rottloff, Karlsruhe (mit Sabine Funke, Malerei)K 2017/18: Skulpturen aus vier Jahrzehnten, Museum im Deutschhof, Städtische Museen HeilbronnK,

Werke im öffentlichen Raum Brunnenskulptur (1987), Schwarzwaldgranit. Standort: Bahnhof Mannheim-Waldhof, Mannheim, Passarelle. Auftrag der Deutschen Bundesbahn Marmor-Skulptur (1989). Standort: Große Fischergasse 3, Frankfurt am Main Pfeiler (1991), Beton, 7 m hoch. Standort: Bahnhof Mannheim-Waldhof, Mannheim, Schienenstraße (B44). Auftrag der Deutschen Bundesbahn

Werke in Sammlungen (Auswahl) Zwei Pfeiler (1998), Basaltlava, je 480 cm hoch, sowie zwei Bodenreliefs im Entré, Bundesanwaltschaft Karlsruhe (eingeladener Kunstwettbewerb) Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein Kunsthalle Mannheim Von der Heydt-Museum, Wuppertal Museum für Neue Kunst, Freiburg/Brsg. Museum gegenstandsfreier Kunst, Otterndorf Kirche St. Valentin, Limbach Diözesanmuseum, Osnabrück Städtische Galerie, Karlsruhe Städtische Museen/Deutschhof, Heilbronn Stadt Mainz Stadt Heidelberg Weiße Marmorskulptur (liegend; ohne Titel) (2001), Skulpturenpark Heidelberg e.V., Dauerleihgabe

Literatur Jens Trimpin – Skulpturen aus vier Jahrzehnten, Hrsg. Städtische Museen Heilbronn, Ausstellungskatalog Museum im Deutschhof, 2017 Jens Trimpin – Skulpturen/Plastiken 1996–2006, Hrsg. Galerie Nicole Schlégl, Zürich, modo Verlag, Freiburg im Breisgau, 2007 Jens Trimpin: concrete / Modelle für Beton. Redaktion: Jochen Kronjäger und Jens Trimpin, Hrsg. Städtische Kunsthalle Mannheim, 2001. Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim und im Kunstverein Friedberg

Weblinks Offizielle Website des Künstlers Porträt bei der Darmstädter Sezession

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer (Deutschland) Kategorie:Künstler der Konkreten Kunst Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Mann