Schwärzdorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Mitwitz im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie Das Dorf liegt etwa drei Kilometer nördlich von Mitwitz an der Landesgrenze zu Thüringen. Im Osten fließt die Föritz, ein linker Zufluss der Steinach, vorbei. Die Föritzau ist ein Naturschutzgebiet. Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft zur Staatsstraße 2208 (0,5 km westlich) bzw. an Anger- und Dickenwustung vorbei und wird jenseits der thüringischen Grenze als Kreisstraße K 8 nach Sichelreuth (3,4 km nordöstlich) fortgeführt. Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Neundorf zur Kreisstraße KC 14 (1,3 km südöstlich).Entfernungsangaben gemessen, jeweils Luftlinie.

Geschichte Der Ortsname geht wohl auf den Namen des Gründers „Suerzger“ zurück. Die Erstnennung war 1151, als der Bamberger Bischof Eberhard II. von Otelingen die Grafen von Henneberg im Tausch von Gütern unter anderem in „Suerzegeresdorf“ belehnte. Die nächste Nennung war 1154, als Eberhard II. von Otelingen dem Kloster Michelsberg fünf Mansen schenkte. Der Ort gehörte in der Frühen Neuzeit zum Halsgericht Mitwitz. Im Dreißigjährigen Krieg litten Mitwitz und seine Nachbarorte unter wiederholten Plünderungen und Morden.

Die ersten Wustungen, Siedlungen in der Einöde, im Mitwitz-Rotheuler Wustungsgebiet sind im Bereich des bayerischen Distrikts entlang der heutigen Grenze zu Thüringen im 15. Jahrhundert entstanden. Wirtschaftliche Grundlage der Einödhöfe war anfangs die Landwirtschaft auf einem durch Rodung urbar gemachten Stück Land. Ab dem 18. Jahrhundert ersetzte das Handwerk verstärkt die Landwirtschaft. Der nährstoffarme Sandboden bedingte große Blockfelder als Parzellenformen. Benannt wurden sie oft nach dem Namen der Besitzer.Thomas Schwämmlein: Landkreis Sonneberg (= Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmale in Thüringen 1). E. Reinhold Verlag, Altenburg 2005, ISBN 3-937940-09-X, S. 319–322.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Schwärzdorf 14 Anwesen (4 Güter, 1 Fronsölde, 6 Sölden, 2 Tropfhäuser, 1 Haus) und 1 Schäferei. Das Hochgericht übte das Halsgericht Mitwitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft hatte die Herrschaft Mitwitz inne.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 506.

Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses kam Schwärzdorf im Jahr 1806 zum Kurfürstentum Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Schwärzdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Neundorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Schwärzdorf, zu der Angerwustung, Bätzenwustung, Bohlswustung, Dickenwustung, Hüttenwustung und Reuterwustung gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Mitwitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt). 1849 wurde das Herrschaftsgericht aufgelöst und Schwärzdorf dem Landgericht Kronach zugewiesen. Ab 1862 gehörte Schwärzdorf zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach (1880 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt).H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 599. Die Gemeinde hatte bis in den 1950er Jahren eine Fläche von 3,131 km², die sich danach auf 3,339 km² vergrößerte.

Am 1. Juli 1971 wurde die Gemeinde Schwärzdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Neundorf eingegliedert, das am 1. Januar 1974 nach Mitwitz eingemeindet wurde.

Baudenkmäler In der Bayerischen Denkmalliste sind zwei Baudenkmäler aufgeführt: Haus Nr. 10: Kleinbauernhaus Haus Nr. 19: Gasthaus

Das folgende Haus listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit seiner ursprünglichen Hausnummer als Kunstdenkmal auf. Haus Nr. 3 (ursprüngliche Hausnummerierung): Zweigeschossiger Wohnstallbau mit Frackdach, das auf der herabgeschleppten Seite in der Art eines Mansarddaches gebrochen ist. Das Erdgeschoss besteht aus Sandsteinquadern, der Sturz der Wohnungstür ist mit „Ch. Fischer B. H. 1854“ bezeichnet. Das Obergeschoss ist aus Fachwerk, zum Teil verputzt, zum Teil verschiefert.T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 239 Der Denkmalschutz ist aufgehoben, das Objekt wurde evtl. abgerissen.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Schwärzdorf Jahr Einwohner Häuser Quelle 1840 139 1852 133 1855 152 1861 149 1867 153 1871 158 27 1875 162 1880 173 1885 160 28 1890 153 29 1895 143 1900 141 28 Jahr Einwohner Häuser Quelle 1905 146 1910 156 1919 165 1925 166 28 1933 151 1939 137 1946 209 1950 218 29 1952 207 1961 154 31 1970 125 Ort Schwärzdorf Jahr 1813 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 100 111 121 121 124 109 130 180 127 108 109Häuser 23 19 22 22 22 23 25 26Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Jakob (Mitwitz) gepfarrt. Die katholische Minderheit war zunächst in die Schlosskuratie in Mitwitz gepfarrt.

Die evangelische Bekenntnisschule befand sich ursprünglich in Mitwitz. Seit 1912 war die zuständige evangelische Schule in Neundorf.

Literatur

Weblinks

Ortsblatt 1853

Anmerkungen Eventuell bezieht sich die Urkunde auf Schwärzdorf bei Föritz. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 wurden diese als Wohngebäude bezeichnet.

Einzelnachweise Rudolf Pfadenhauer und Heinz Köhler: 750 Jahre Mitwitz, Dokumentation zur Geschichte von Mitwitz und Neundorf. Markt Mitwitz 2016, S. 21.

Kategorie:Geographie (Mitwitz) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1151 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971