mini|hochkant|Paulus Hochgatterer (2026) Paulus Hochgatterer (* 16. Juli 1961 in Amstetten, Niederösterreich) ist ein österreichischer Kinder- und Jugendpsychiater und Autor. Von 2007 bis 2025 war er als Primarius der Klinischen Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie im Universitätsklinikum Tulln tätig.

Leben mini|hochkant|Paulus Hochgatterer (2010) Hochgatterer wuchs in Amstetten und Blindenmarkt im niederösterreichischen Mostviertel auf. Nachdem er 1979 seine Reifeprüfung abgelegt hatte, studierte er Medizin und Psychologie an der Universität Wien. 1985 promovierte er dort zum Doktor der Medizin.

Ab 1992 hatte er als Facharzt für Psychiatrie und Neurologie des Kinder- und Jugendalters eine Stelle als Oberarzt im Neurologischen Zentrum Rosenhügel in Wien, später leitete er das Institut für Erziehungshilfe in Wien-Floridsdorf. Seit 2007 stand Hochgatterer der Klinischen Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Tulln als Primar vor.Doris Simhofer: In: Gesund + Leben in Niederösterreich. Ausgabe 6/2007, abgerufen am 15. Juli 2012., Website des Landesklinikums Tulln, abgerufen am 15. Juli 2012. Von November 2017 bis Oktober 2018 nutzte er ein einjähriges Sabbatical. Mit Oktober 2025 beendete Hochgatterer seine Tätigkeit am Klinikum Tulln. Nach einem Sabbatical ging er im August 2026 in Pension.

Hochgatterer ist Verfasser von erzählerischen Werken, die auf den beruflichen Erfahrungen des Autors als Psychiater basieren und deren Protagonisten häufig psychisch Kranke und Außenseiter sind. Er ist Mitglied der österreichischen IG Autorinnen Autoren.

Auszeichnungen 1991 Max-von-der-Grün-Preis 1994 Otto-Stoessl-Preis 1995 Hans-Weigel-Stipendium 1995 Harder Literaturpreis 1998 Österreichischer Förderungspreis für Literatur 2000 Österreichischer Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur 2001 Elias-Canetti-Stipendium der Stadt Wien 2007 Deutscher Krimi Preis (2. Platz national) für Die Süße des Lebens 2007 Bester Krimi des Jahres 2006 (4. Platz) in der KrimiWelt-Bestenliste für Die Süße des Lebens 2009 Literaturpreis der Europäischen Union 2010 Johann Beer-Literaturpreis der Deutschen Bank und der Ärztekammer für Oberösterreich für Das Matratzenhaus 2010 Österreichischer Kunstpreis für Literatur 2010 Preis der Stuttgarter Kriminächte 2022 Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich

Werke Prosa Rückblickpunkte. Niederösterreichisches Pressehaus, St. Pölten 1983, ISBN 3-85326-665-7. Der Aufenthalt. Erzählungen. Müller, Salzburg 1990, ISBN 3-7013-0795-4. Über die Chirurgie. Roman. Deuticke, Wien / Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-216-30048-X; 2. Auflage, Zsolnay, Wien 2005, ISBN 978-3-552-06003-6. Die Nystensche Regel. Deuticke, Wien / Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-216-30137-0. Wildwasser. Erzählung. Deuticke, Wien / Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-216-30323-3; als Taschenbuch: dtv, München 2003, ISBN 978-3-423-20629-7. Caretta Caretta. Roman. Deuticke, Wien / Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-216-30484-1; als Taschenbuch: Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2001, ISBN 978-3-499-22917-6. Über Raben. Roman. Deuticke, Wien / Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-216-30629-1 von Franz Haas in Neue Zürcher Zeitung vom 5. Juni 2002 und von Anton Thuswaldner in der Frankfurter Rundschau vom 12. Februar 2003 bei lyrikwelt.de, als Taschenbuch: Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 978-3-499-23467-5. Eine kurze Geschichte vom Fliegenfischen. Erzählung. Deuticke, Wien / Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-216-30676-3; als Taschenbuch: dtv, München 2008, ISBN 978-3-423-21072-0. Katzen, Körper, Krieg der Knöpfe. Eine Poetik der Kindheit, Reden, Aufsätze, Vorlesungen. Essays. Deuticke, Wien / Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-552-06182-8. Der Tag, an dem mein Großvater ein Held war. Erzählung. Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien 2017, ISBN 978-3-552-06349-5. Mio und die Unsterblichkeit. Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2026, ISBN 978-3-552-07645-7.

Prosa mit Psychiater Horn und Kommissar Kovacs Die Süße des Lebens. Roman. Zsolnay, Wien 2006, ISBN 3-552-06027-8; als Taschenbuch: dtv, München 2010, ISBN 978-3-423-25310-9. Das Matratzenhaus. Roman. Zsolnay, Wien 2010, ISBN 978-3-552-06112-5; als Taschenbuch: dtv, München 2011, ISBN 978-3-423-21335-6. Fliege fort, fliege fort. Roman. Deuticke im Paul Zsolnay Verlag, Wien 2019, ISBN 978-3-552-06403-4.

Bühne CASANOVA oder Giacomo brennt, Sommerspiele Melk 2008Sommerspiele Melk Paulus Hochgatterer: Auftragswerk CASANOVA oder Giacomo brennt. 2008 Makulatur, Schauspielhaus (Wien) 2012 Böhm, Schauspielhaus Graz 2018

Herausgeberschaft Zur Auflösung der Großanstalten, Dokumentation stationärer Patienten einer psychiatrischen Fachabteilung in einem Allgemeinkrankenhaus, Auswertung von Daten stationärer Patienten der psychiatrischen Abteilung des Wiener Kaiser Franz Joseph-Spitales, 1987–1991. Facultas, Wien 1995, ISBN 3-85076-373-0.

Literatur Heidi Lexe: Passage und Passion. Übergangsrituale in Paulus Hochgatterers Adoleszenzroman „Wildwasser“, in: Gunda Mairbäurl u. a. (Hrsg.): Kindheit, Kindheitsliteratur, Kinderliteratur : Studien zur Geschichte der österreichischen Literatur. Festschrift für Ernst Seibert. Praesens, Wien 2010, ISBN 978-3-7069-0644-9, S. 216–224. Konstanze Fliedl: Pathologie und Patriarchat. Zu Paulus Hochgatterers forensischen Romanen. In: Joanna Drynda (Hrsg.): Zwischen Aufbegehren und Anpassung. Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur. Peter Lang, Frankfurt am Main 2012 (= Posener Beiträge zur Germanistik), S. 255–268. Bernhard Oberreither: Üble Dinge. Materialität und Fetischismus in der Prosa Paulus Hochgatterers. transcript, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8376-5198-0. Herlinde Aichner, Werner Michler: „Für die bösen Kinder und die schlechten Lehrer“. Paulus Hochgatterers Erzählungen von der Pubertät. In: ide 36 (2012), Heft 3: Pubertät. Identitäten – Inszenierungen, S. 47–51.

Weblinks

„Dem Leser kann man alles zumuten“: Paulus Hochgatterer, Interview von Christine Dobretsberger, Wiener Zeitung, 23. September 2011.

Einzelnachweise

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