mini|Für Stereo-Wiedergabe werden zwei gleiche Lautsprecherboxen benötigt (Zweiwege-Bassreflexboxen, links ohne Frontabdeckung) mini|Modernes Lautsprecherset einer 5.1-Heimkinoanlage. Vorne links und hinten rechts stehen zwei schlanke Säulenboxen, mittig vorne der Subwoofer. Drei weitere Lautsprecher stehen direkt unter dem TV-Gerät. mini|hochkant|PA-Lautsprecherboxen als Line Array

Als Lautsprecherbox bezeichnet man die Einheit von Lautsprecher(n) und einem Gehäuse. In der Lautsprecherbox befindet sich in der Regel neben Verkabelung auch eine Frequenzweiche und außerdem Dämmstoff. In sogenannten Aktivboxen sind auch Verstärker enthalten. Im Sprachgebrauch werden Lautsprecherboxen oft vereinfachend Lautsprecher oder Boxen genannt.

Lautsprecherboxen sind, im Gegensatz etwa zu den integrierten Lautsprechern in einer Kompakt-Musikanlage, einzelne Elemente einer Stereo- oder Heimkinoanlage und werden räumlich separiert vom Verstärker aufgestellt. Bis etwa zu den 2000er Jahren wurden sie fast ausschließlich paarweise im Stereobetrieb genutzt. Mit der weiten Verbreitung der digitalen Heimkinoanlagen mit Raumklang, die mindestens sechs und mehr Lautsprecherboxen benötigen – etwa das bei DVDs verwendete Dolby Digital 5.1 sowie die 7.1-Mehrkanalformate bei der Blu-ray Disc – kamen auch zunehmend entsprechende Lautsprechersysteme auf den Markt. Unter anderem wegen der damit verbundenen Nutzung einer eigenen, einzelnen Subwoofer-Box für den Bassbereich (die Ziffer „1“ in 5.1/7.1) führte dies zu einer deutlichen Verkleinerung der typischen Ausmaße der beiden Haupt- bzw. Frontlautsprecher.

Einteilungen Lautsprecherboxen lassen sich vielen Kriterien gemäß differenzieren, die einander oftmals überschneiden. Je nach Interessenskreis (Anwender, Fachpresse, Hersteller) gibt es eine schwer überschaubare Anzahl von Bezeichnungen, die zudem nicht immer technisch informativ sind.

Einteilung nach HiFi und PA Eine erste grobe Trennung kann nach „Heimgebrauch“ (HiFi) und „öffentlichem“ Einsatzzweck (PA-Anlage, „Public Address“) vorgenommen werden.

Lautsprecher zur Beschallung von Konzerten und ähnlichem müssen speziellen Anforderungen genügen: Neben der möglichst hohen Schallausbeute (Maximallautstärke) stehen Robustheit und Funktionalität im Vordergrund. PA-Boxen müssen rauen Einsatzbedingungen standhalten (Witterung, Transport, häufiger Auf- und Abbau), und auch die Handhabung (Gewicht, eventuelle Stapelbarkeit) spielt eine wesentliche Rolle; Größe und Aussehen als ästhetische Fragen sind zweitrangig.

Die Trennlinie zwischen privatem und professionellem Einsatz ist schon schwerer zu ziehen. In Veranstaltungshallen, Kirchen oder Ausstellungsräumen kommen Boxen zum Einsatz, die zwar nicht PA-Bedingungen genügen müssen, dafür aber akustischen Besonderheiten; meist geht es dabei um die Vermeidung von Nachhall und sonstige Zentrierung der Wiedergabe (zum Beispiel bei „Soundduschen“). Während solche Boxen nur einen Teil des Hörspektrums abdecken, sind bei Studio-Monitorlautsprechern für Tonstudios wiederum besonders präzise Wiedergabe und HiFi-Qualitäten gefragt.

Dieser gesamte Artikel nimmt, wie die hier folgenden Einteilungen, hauptsächlich auf HiFi-Anwendungen bzw. Heimanwendungen von Lautsprecherboxen Bezug.

Einteilung nach Breitband- und Instrumentenlautsprechern mini|Gitarrenverstärker bestehend aus Verstärker und Lautsprecherbox

Sowohl HiFi als auch PA-Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass nach Möglichkeit der gesamte für Musikwiedergabe relevante Frequenzbereich gleichmäßig wiedergeben wird. Insbesondere in PA-Systeme werden dafür auch häufig mehrere verschiedene, jeweils nur einen Frequenzbereich (z. B. Höhen, Mitten, Bässe) wiedergebende Lautsprecher kombiniert.

Eine Sonderstellung nehmen Instrumentenlautsprecher ein, von denen einige (z. B. für Keyboard, akustische Instrumente, teilweise auch für E-Bass) einen möglichst linearen Frequenzgang haben, andere (insbesondere für E-Gitarre, aber auch E-Bass) gerade aufgrund ihres spezifischen, nicht-linearen Frequenzgangs, mit häufig einem starken Abfall der Wiedergabe zu hohen Frequenzen, ausgewählt und genutzt werden.

Einteilung nach Größe Die bloßen Dimensionen einer Lautsprecherbox sagen wenig über ihre Wiedergabequalitäten aus. Generell gilt, dass vor allem für tiefe Frequenzen (Bass) bei gleicher Lautstärke deutlich mehr Luftvolumen verschoben werden muss; größeren Lautsprechern in größeren Gehäusen fällt diese Aufgabe tendenziell leichter.

Desktop-Lautsprecher mini|Beispiele für Desktop- beziehungsweise Kompaktlautsprecher: links eine Version, die über Bluetooth verbunden werden kann

Desktop-Lautsprecher dienen der Wiedergabe von PC-Klanginformationen, zum Beispiel von Websites oder Spielen. Da am Schreibtisch (englisch desk) wenig Platz ist und die Nähe keine hohen Lautstärken erfordert, sind sie meist nicht größer als ein Getränkekarton. Aufwändigere Versionen werden mit einem zusätzlichen kleinen Subwoofer geliefert.

Die billige Ausführung vieler handelsüblicher Geräte (umgangssprachlich Brüllwürfel; Plastikgehäuse, geringe Abmessungen) lässt praktisch keine HiFi-Wiedergabe zu. Gleiches gilt für viele Soundbars und Dockingstationen (iPod, Smartphone).

Kompaktlautsprecher Kompaktlautsprecher können im Außenmaß vier oder auch vierzig Liter Volumen haben; entsprechend vielfältig sind die angebotenen Typen und Bezeichnungen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie – als sogenannte Vollbereichslautsprecher – annähernd das gesamte menschliche Hörspektrum abdecken (sollen) und dass sie zur angemessenen Positionierung eine erhöhte Standfläche benötigen.

Die einfachsten Versionen sind mitgelieferte Boxen bei Kleinanlagen. Sie bieten oft keine HiFi-Wiedergabe.

Regallautsprecher reklamieren mehr Anspruch. Oft wird dieser Ausdruck für Boxen verwendet, die wegen ihrer geringen Größe eben „ins Regal passen“. Echte Regallautsprecher sind für eine wandnahe Aufstellung optimiert: Sie bieten erst dann einen ausgewogenen Frequenzgang, wenn angrenzende Flächen die Abstrahlung im Tief- und Mitteltonbereich unterstützen. Eine solche Abstimmung hat nichts mit der sonstigen Qualität zu tun; für freie Aufstellung konzipierte Boxen liefern im Regal unerwünschte Schallanteile („Blähbass“), und eventuell rückseitig angeordnete Bassreflexrohre verlieren ihre Funktion.

HiFi-Kompaktlautsprecher im engeren Sinne unterscheiden sich in Bezug auf Preis und Qualität kaum von Standboxen. Sie benötigen lediglich einen Ständer zur vertikal korrekten Positionierung (Faustregel: Hochtonlautsprecher Der korrekte Fachbegriff ist Hochtonlautsprecher. Die oftmals verwendete Form Hochtöner ist eine Kurzform im Fachjargon. auf Ohrhöhe, also etwa einen Meter über dem Boden).

Studiomonitore sind hochwertige HiFi-Kompaktlautsprecher, die zusätzlich auf einen linearen Frequenzgang im Nahfeldbereich hin optimiert wurden, also auch bei geringeren Hörabständen als im üblichen Stereodreieck einen ausgewogenen Frequenzgang liefern. In Werbeprospekten wird der Begriff manchmal irreführend für schlichte Kleinboxen verwendet.

Standlautsprecher Standboxen sind meist mindestens 90 cm hoch, benötigen zur korrekten Positionierung also keinen zusätzlichen Unterbau: Sie „stehen“ eben auf dem Boden. Das Spektrum reicht von kleinen, zierlichen Säulen bis hin zu übermannshohen Konstruktionen mit hunderten Litern Volumen.

In Bezug auf bestmögliche Klangreproduktion auch bei höheren Pegeln sind Standlautsprecher die erste Wahl; in dieser Kategorie finden sich auch die teuersten HiFi-Boxen. Da jedoch die Dimension des zu beschallenden Raumes eine entscheidende Rolle spielt, können große Boxen in kleinen Zimmern schlechtere Ergebnisse liefern als hochwertige Kompaktlautsprecher.

PA-Lautsprecher PA-Lautsprecher sind Teil einer PA-Anlage und dienen der Wiedergabe von Sprache oder Musik an ein Publikum. Typischerweise werden verschiedene Lautsprecher für den Tiefton- und den Hochton-Bereich genutzt. Bei größeren PA-Anlagen werden mehrere Hochton-Lautsprecher als Line Array untereinander gehängt.

Einteilung nach Anzahl der Boxen Falls man Radioapparate und Ähnliches nicht als Spezialfall einer „Aktivbox mit zusätzlicher Elektronik“ betrachtet, sind Einzelboxen im Heimgebrauch auf Kleingeräte wie Soundbars beschränkt.

Stereo Die Zweikanal-Variante ist die klassische Version zur räumlichen Wiedergabe (Stereofonie). Es kommen dabei zwei baugleiche Boxen – manchmal mit spiegelbildlicher Chassisanordnung, falls diese nicht symmetrisch ist – zum Einsatz.

Das Stereopaar kann durch einen oder mehrere Subwoofer ergänzt werden. Wenn die Stereoboxen von vornherein für eine solche Kombination gedacht sind, nennt man sie Satelliten: Ihr unterer Übertragungsbereich endet dann mit dem Grundton-Spektrum, etwa um 80 Hz. Die Kombination wird auch als „Sub/Sat-System“ bezeichnet.

Grundsätzlich profitieren beliebige Vollbereichs-Boxen ebenso von Subwoofer-Unterstützung, wenn die klangliche Anpassung stimmt (Pegelabgleich, Phasenlage).

Mehrkanal Dass sich die räumliche Abbildung noch deutlich verbessern lässt, wenn sich mehrere Lautsprecherboxen rund um den Hörplatz verteilen, ist evident – vorausgesetzt allerdings, auch die Aufzeichnung enthält bereits entsprechend unterschiedliche Tonspuren. An dieser Vorgabe scheiterte letztlich das in den 1970er-Jahren eingeführte Quadro-System; nach dem Umweg über Kino-Formate fanden jedoch seine Nachfolger als Mehrkanal-Systeme auch Eingang in den Heimgebrauch. Heute werden solche Boxengruppen meist zur Wiedergabe von Filmton rund um Fernsehgeräte eingesetzt.

Bei allem Durcheinander der Bezeichnungen („Surround“, „Pro Logic“, „DTS“, „THX“, „7.1“ etc.) lassen sich hier im Wesentlichen vier Arten von Lautsprecherboxen unterscheiden: die Frontlautsprecher („Hauptlautsprecher“, „Main Speaker“) entsprechen den üblichen Stereoboxen (siehe oben) die Centerbox („Center Speaker“) wird mittig vor dem Hörplatz positioniert und dient hauptsächlich zur Wiedergabe des Stimmenspektrums Effektlautsprecher („Rear Speaker“) links und rechts hinter dem Hörplatz decken meist nur einen begrenzten, mittleren Frequenzbereich ab Subwoofer geben nur die tiefsten Frequenzen wieder; da diese akustisch nicht direkt lokalisierbar sind, ist die Positionierung solcher Lautsprecher relativ unkritisch

Am Gebräuchlichsten sind sogenannte 5.1-Systeme, bestehend aus je zwei Front- und Effektboxen sowie einem Subwoofer und einer Centerbox. Es gibt jedoch auch wesentlich aufwendigere Gruppierungen, mit fünf Vollbereichs-Lautsprechern, vier Effektboxen (siehe „7.1“) und einer Vielzahl von Subwoofern.

170px|mini|3-Wege-Standbox mit vier Chassis: zwei Mitteltöner, dazwischen ein Hochtöner, seitlich ein Tieftöner

Einteilung nach Anzahl der Wege Mit einem einzigen Lautsprecher lässt sich das gesamte Hörspektrum nur eingeschränkt wiedergeben. Große Membranflächen, die das für Bässe nötige Luftvolumen verschieben können, bündeln den Schall bei höheren Frequenzen stark; Konusmembranen haben zudem mit Partialschwingungen zu kämpfen. Kleine Membranflächen können raschen Auslenkungen leichter folgen und weisen ein besseres Rundstrahlverhalten auf, schwächeln aber bei der Basswiedergabe.

Aus diesem Grund werden Einzellautsprecher („Chassis“) seitens ihrer Hersteller vorzugsweise für die Reproduktion spezifischer Frequenzbereiche optimiert. In Lautsprecherboxen finden sich daher meist mehrere Chassis unterschiedlicher Formen und Größen, die jeweils auf unterschiedliche Frequenzbereiche spezialisiert sind. Die Boxenhersteller ihrerseits entscheiden, welche Bereiche den einzelnen Chassis dort dann tatsächlich zugewiesen werden – und zwar mittels der Frequenzweiche, die das Verstärkersignal in getrennte Wege („Zweige“ genannt) aufteilt.

Dabei kann ein Frequenzweichenzweig auch mehrere Lautsprecher parallel ansteuern; andererseits benötigen Lautsprecher wie Koaxialchassis mehr als einen solchen Zweig. Daher muss die Anzahl der Chassis nicht mit der Anzahl der Wege übereinstimmen.