Dietrich Christoph von Groß genannt von Schwarzhoff (* 28. Februar 1810 in Darkehmen; † 12. März 1896 in Berlin) war ein deutscher Verwaltungsbeamter und Politiker.

Leben

Familie Von Groß entstammte der preußischen Familie Groß und war der Sohn des Hauptmanns Karl Leopold Ludwig Friedrich (von) Groß und dessen Ehefrau Julie Friederike, geborene von Schwarzhoff. Der Großvater und der Vater führten seit 1801 das Adelsprädikat. Die preußische Namens- und Wappenvereinigung zu „von Groß gen. Von Schwarzhoff“ datiert vom 6. Februar 1835.Leopold Freiherr von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Erster Band, L. Rauh, Berlin 1855, S. 291. Er war evangelischer Konfession und blieb unverheiratet. Sein Bruder war der General Julius von Groß.

Beruflicher Werdegang Von Groß war Gutsherr auf Dargels. Nach dem Studium, das er mit einer Promotion zum Dr. jur. abschloss, war er 1835 Referendar bei der Regierung in Königsberg und dort 1838 Regierungsassessor. 1840 wurde er zunächst kommissarischer Verwalter des Landratsamtes und dann definit Landrat im Kreis Braunsberg. 1854 wurde er Oberregierungsrat in Köslin und war spätestens seit 1862 als „Regierungs-Abtheilungs-Dirigent“ tätig. Im Jahr 1864 wurde er Regierungsvizepräsident und Vertreter des Oberpräsidenten Hartmann von Witzleben in Magdeburg. Dieses Amt bekleidete er wohl auch noch unter Robert von Patow.

1850 wurde er für den 14. preußischen Wahlbezirk (Braunsberg, Preußisch Holland und Heiligenbeil) Mitglied des Volkshauses des Erfurter Unionsparlaments. Die Rechtmäßigkeit seiner Wahl wurde unter anderem von Karl von Richthofen geprüft und am 17. April 1850 vom Parlament bestätigt. Von Groß genannt von Schwarzhoff war in der konservativen Schlehdorn-Fraktion tätig.

In der zweiten Wahlperiode wurde er für den 3. Königsberger Wahlbezirk (Friedland, Preußisch Eylau, Braunsberg, Heilsberg, Rössel, Rastenburg, Teil Allenstein und Ortelsburg) in die erste preußische Kammer gewählt und wurde so Mitglied des Preußischen Herrenhauses. Diesem gehörte er von 1851 bis 1852 an. Im Anschluss wurde er für den Wahlkreis Königsberg 4 in die zweite preußische Kammer, in das Abgeordnetenhaus gewählt und gehörte diesem von 1852 bis 1855 an. In welcher Fraktion er dort tätig war, ist nicht bekannt.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften Dietrich Christoph Groß genannt von Schwarzhoff wurde mit dem Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub und dem Hausorden der Hohenzollern ausgezeichnet. In den 1890er Jahren lebte er in Berlin.Gesellschaft von Berlin. Hand- und Adreßbuch für die Gesellschaft von Berlin und Umgebung, Charlottenburg. 3. Jahrgang, In: Almanach der Guten Gesellschaft von Deutschlands. Band 1, Verlag W. Gronau, Berlin 1893, S. 138. Außerdem war er Mitglied des Johanniterordens und dort seit dem 22. Februar 1862 Ehrenritter.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1913. Siebenter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1912, S. 285. Jochen Lengemann: Das Deutsche Parlament (Erfurter Unionsparlament) von 1850. Ein Handbuch: Mitglieder, Amtsträger, Lebensdaten, Fraktionen. In: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Große Reihe: Band 6, Urban & Fischer, München 2000, ISBN 3-437-31128-X, S. 284. Stenographischer Bericht über die Verhandlungen des Deutschen Parlaments zu Erfurt, Erfurt 1850. Online

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied des Volkshauses des Erfurter Unionsparlaments Kategorie:Landrat (Kreis Braunsberg) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Hausordens von Hohenzollern Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1810 Kategorie:Gestorben 1896 Kategorie:Mann