August Friedrich David Völcker (* 17. Dezember 1800 in Lich; † 19. Juli 1883So: Schneider, S. 274; Battenberg, S. XL (Quelle: Personalakte im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt). Lengemann, S. 324, gibt wohl abweichend de 17. Juli als Todestag an. in Gießen) war Jurist und Politiker im Großherzogtum Hessen.

Herkunft Völcker war der Sohn des Rektors und Pfarrers Johann Heinrich Völcker und dessen Ehefrau Ernestine, geborene Zahlz. Sein älterer Bruder war der Lehrer Karl Heinrich Wilhelm Völcker. Völcker war evangelisch und heiratete 1828 Theodore Schulz (* um 1808/09 in Königsberg; † 23. März 1889 in Gießen), die Tochter des Amtmanns Ludwig Schulz.

Beruf Völcker studierte Rechtswissenschaften, wurde Assessor am Landgericht Biedenkopf und 1826 – nun mit Stimme – am Landgericht Gladenbach.Battenberg, XL, 1830 erhielt er die Stelle als zweiter Richter am Kriminalgericht GießenSchneider, S. 273. und 1836 wurde er Richter am Landgericht Lich. 1840 wechselte er in gleicher Funktion zum neu errichteten Landgericht Butzbach, dessen erster Richter er wurde. 1844 wurde er Mitglied des Hofgerichts Gießen. Ab 1848 war er zugleich Mitglied der Kommission zur Revision des Forst- und Feldstrafwesens und noch im gleichen Jahr Staatsanwalt beim Kriminalsenat des Hofgerichts Gießen. 1849 wurde er erneut Rat am Hofgericht GießenBattenberg, S. XL; Schneider, S. 274. und 1873 dessen DirektorBattenberg, XL,, womit er zugleich dessen Präsidenten vertrat. 1877 ging er auf eigenen Wunsch in den Ruhestand.Schneider, S. 274.

Politik 1850 war er Mitglied im Volkshaus des Erfurter Unionsparlaments, trat jedoch bald zurück. Als Nachfolger wurde Carl von Buseck gewählt.Lengemann, S. 324.

Auszeichnungen Großherzoglich hessischer Philippsorden, Ritterkreuz 1. Klasse (25. August 1864) Geheimrat (24. Juni 1874)Schneider, S. 274. Ehrenpromotion zum Dr. jur. h. c. der Universität Gießen und Großherzoglich hessischer Philippsorden, Komturkreuz 2. Klasse, beides zum 17. Januar 1875 aus Anlass seines 50-jährigen DienstjubiläumsSchneider, S. 274; Battenberg, S. XL. Großherzoglich hessischer Ludwigsorden, Kommandeurskreuz 2. Klasse (5. Februar 1877, anlässlich der Pensionierung)

Literatur Friedrich Battenberg: Bestand G 26 A – Hofgericht der Provinz Oberhessen = Repertorien des Staatsarchivs Darmstadt. Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Darmstadt 2007. Digitalisat Jochen Lengemann: Das Deutsche Parlament (Erfurter Unionsparlament) von 1850. Ein Handbuch: Mitglieder, Amtsträger, Lebensdaten, Fraktionen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen. Große Reihe Bd. 6). Urban & Fischer, München 2000, ISBN 3-437-31128-X, S. 324. Alexander Schneider: 150 Jahre Amtsgericht in Butzbach. 1. Juli 1840 bis 1. Juli 1990. In: Wetterauer Geschichtsblätter 39 (1990), S. 271–284.

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied des Volkshauses des Erfurter Unionsparlaments Kategorie:Landrichter (Großherzogtum Hessen) Kategorie:Richter (Hofgericht Gießen) Kategorie:Geheimrat Kategorie:Träger des Verdienstordens Philipps des Großmütigen (Komtur II. Klasse) Kategorie:Kommandeur II. Klasse des Großherzoglich Hessischen Ludwigsordens Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1800 Kategorie:Gestorben 1883 Kategorie:Mann