mini|Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Katharina Haag () ist eine Gemeinde im Landkreis Bayreuth (Regierungsbezirk Oberfranken).
Geografie Lage Haag ist in eine sanfte Hügellandschaft an den Ausläufern des Lindenhardter Forstes unweit der Rotmainquelle eingebettet. Die Gemeindeteile Obernschreez, Unternschreez und Gosen liegen auf dem Hang des nahegelegenen Culm- oder Sophienbergs.
Gemeindegliederung Es gibt elf Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Auf dem Gemeindegebiet befand sich die zur Wüstung gewordene Einöde Röth.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Forst Thiergarten (Gemarkungsteil 1), Haag, Lindenhardter Forst-Nordwest (Gemarkungsteil 3), Obernschreez und Unternschreez. Die Gemarkung Haag hat eine Fläche von 4,886 km² und ist in 736 Flurstücke aufgeteilt. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bockmühle, Bocksrück, Huth, Leismühle und Sahrmühle.
Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Bayreuth, Creußen und Gesees.
Name Der Ortsname Haag bedeutet vermutlich von einem Wald, Gebüsch oder einer Hecke eingehegter Ort.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 93. Der Ortsname bzw. Namensteil Schreez ist vom slawischen Wort Sraz abgeleitet und bezieht sich auf den Hang des Sophienbergs, auf dem der Gemeindeteil liegt.Nordbayerischer Kurier vom 23. August 2013, S. 25.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde in einer Urkunde, die im Zeitraum von 1332 bis 1340 entstanden ist, als „zu Hage“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Herren von Nankenreuth besaßen vom 15. Jahrhundert bis zu ihrem Aussterben 1613 das Rittergut Schreez mit Haag und Unternschreez.
Haag bildete mit Bockmühle, Leismühle und Sahrmühle eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Haag 43 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Creußen zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das bayreuthische Amt Unternschreez. Grundherren waren das Hofkastenamt Bayreuth (1 Gut mit Schmiede) und das Amt Unternschreez (2 Söldengüter, 1 Wirtshaus, 1 Schmiede, 36 Häuser, 2 Tropfhäuser).Richard Winkler: Bayreuth, S. 363.
Als Teil des seit 1792 preußischen Fürstentums Bayreuth kam Haag im Frieden von Tilsit zu Frankreich und wurde 1810 an das Königreich Bayern verkauft. Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth.
1812 wurde infolge des Gemeindeedikts der Steuerdistrikt Haag gebildet. Außer dem Hauptort gehörten hierzu Bockmühle, Bocksrück, Culmberg, Freileithen, Gosen, Hauleithen, Huth, Leismühle, Obernschreez, Röth, Sahrmühle und Unternschreez.Richard Winkler: Bayreuth, S. 491. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Haag, zu der Bockmühle, Bocksrück, Huth, Leismühle und Sahrmühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). Ab 1862 gehörte Haag zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).Richard Winkler: Bayreuth, S. 473f. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Fläche von 4,889 km².
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Schreez (1939 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Obernschreez und Unternschreez entstanden) nach Haag eingemeindet. Am 1. Januar 2020 wurde ein Teilstück mit einer Größe von 259 ha aus dem ehemaligen gemeindefreien Gebiet Lindenhardter Forst-Nordwest eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Haag Jahr 1820 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2010 2015 2020Einwohner 347 399 362 371 360 389 382 410 407 372 371 354 352 353 321 310 311 312 429 409 351 365 783 887 905 963 928 952 970HäuserEs werden nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 2020 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 53 59 59 59 59 56 62 75 208 293 314Quelle
Ort Haag Jahr 1819 1820 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 303 305 329 342 352 309 273 350 313 335 379Häuser 47 53 53 50 56 66 100 Quelle
Religion Zum Zensus 2011 waren 75,1 % der Einwohner evangelisch-lutherisch und 13,9 % römisch-katholisch. 11,0 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.
Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Creußen.
Bürgermeister Erste Bürgermeisterin ist seit 2026 Bianka Deinert (Bürgerliste Schreez und Umgebung). Sie wurde mit 94,6 % der Stimmen gewählt. Ihr Vorgänger Robert Pensel trat 2026 nicht mehr an. Er wurde im Jahr 2014 mit 90,6 % zum neuen Bürgermeister gewählt und 2020 im Amt bestätigt. Er hatte keinen Gegenkandidaten. Vorgänger waren Horst Rauh (CSU) bis 2014 und Johann Lautner (Freie Wählergemeinschaft) bis 2002. Gemeinderat Die Kommunalwahlen seit 2002 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:
Partei/Liste 2002 2008 2014 2020 2026 CSU 2 3 3 3 3 SPD 2 2 1 – –Bürgerliste Schreez und Umgebung 2 1 2 3 3 Wahlgemeinschaft Haag 2 2 2 2 2 Gesamt 8 8 8 8 8
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeinde Haag hat keine Gemeindeflagge.
Baudenkmäler
Dem ehemaligen Gasthaus Stöckel in Unternschreez, dessen Fassade ein Wappenrelief aus Sandstein mit der Jahresinschrift 1619 ziert, drohte der Abriss (Stand Januar 2019). Lediglich das Relief steht unter Denkmalschutz, der Abriss des Gebäudes wäre mit 90 Prozent Zuschuss durch das Programm „Innen statt Außen“ gefördert worden.Nur das Wappen muss bleiben in: Nordbayerischer Kurier vom 3. Januar 2019, S. 17. Im März 2019 wurde mitgeteilt, dass das Haus verkauft wurde und saniert werden soll.Aus der alten Gaststätte soll eine Pension werden in: Nordbayerischer Kurier vom 21. März 2019, S. 21.
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 177 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 308. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier Betriebe, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 16 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 297 Hektar, davon waren 127 Hektar Ackerfläche und 170 Hektar Dauergrünfläche.
Verkehr Haag wird von der Kreisstraße BT 47 tangiert, die nach Spänfleck (1,7 km westlich) bzw. nach Großweiglareuth verläuft (1,5 km südöstlich). Von der BT 47 zweigt eine Gemeindeverbindungsstraße ab, die an Bockmühle und Huth vorbei nach Unternschreez führt (2 km nordöstlich). Ein Anliegerweg führt zur Sahrmühle (1,2 km südwestlich).
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 1999): Kindergärten: 25 Kindergartenplätze mit 25 Kindern
Literatur
Weblinks
Gemeinde Haag (Oberfranken)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Ersterwähnung im 14. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1812 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)