Die Liste von Zwischenfällen mit der Boeing 727 zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen des Typs Boeing 727.

Vom Erstflug 1963 bis März 2024 kam es mit Boeing 727 insgesamt zu 120 Totalschäden. Bei 56 davon kamen zusammen 4121 Menschen ums Leben.Unfallstatistik Boeing 727, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 6. März 2019. Auszüge:

1960er-Jahre

Am 16. August 1965 verschwand eine Boeing 727-22 der US-amerikanischen United Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen N7036U) im Anflug auf den Flughafen Chicago O’Hare aus 6000 Fuß Höhe und wurde etwa 50 km ostnordöstlich des Flughafens im Wasser des Lake Michigan gefunden. Die Ursache für den Unfall konnte nicht geklärt werden. Alle 30 Personen an Bord kamen ums Leben (siehe auch United-Air-Lines-Flug 389).Unfallbericht B-727-100 N7036U, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. Februar 2019.

Am 8. November 1965 flog eine Boeing 727-23 der US-amerikanischen American Airlines (N1996) im Anflug auf den Flughafen Cincinnati nach zunächst viel zu steilem Sinkflug 3 km vor dem Zielflughafen ins Gelände. Von den 62 Insassen kamen 58 ums Leben.Unfallbericht B-727-100 N1996, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. März 2019.

Am 11. November 1965 wurde eine Boeing 727-22 der United Airlines (N7030U) im Landeanflug auf den Flughafen Salt Lake City International viel zu hoch angeflogen, woraufhin der Kapitän die Sinkgeschwindigkeit weit über das zulässige Maß hinaus erhöhte. Ein Versuch des Ersten Offiziers, den Schub zu erhöhen, wurde vom Kapitän unterbunden. Das Flugzeug schlug mit hoher Sinkgeschwindigkeit etwa 100 Meter vor der Landebahn auf, das Hauptfahrwerk brach und riss ein Loch in den Rumpf, woraufhin ein Feuer ausbrach. Dabei wurden 43 der 91 Personen an Bord getötet (siehe auch United-Air-Lines-Flug 227).Unfallbericht B-727-100 N7030U, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. Februar 2019.

Am 4. Februar 1966 wurde eine Boeing 727-81 der japanischen All Nippon Airways (ANA) (JA8302) auf dem Flug von Sapporo-Chitose 12 Kilometer vor dem Zielflughafen Tokio-Haneda ins Wasser geflogen. Alle 133 Insassen wurden bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) während eines Sichtanfluges getötet (siehe auch All-Nippon-Airways-Flug 60).Unfallbericht B-727-100 JA8302, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Februar 2019.

Am 15. November 1966 stürzte in der Döberitzer Heide, DDR eine Postmaschine der US-amerikanischen Pan Am des Typs Boeing 727-21 (N317PA) im Landeanflug auf den Flughafen Berlin-Tegel auf einen Truppenübungsplatz der GSSD. Die Ursache wurde von der NTSB offiziell als ungeklärt angegeben, da eine abschließende Klärung ohne Flugschreiber, Voice-Recorder und weiterer wesentlicher Wrackteile nicht möglich war. Diese wurden von den sowjetischen Behörden nicht zurückgegeben. Alle drei Besatzungsmitglieder kamen ums Leben (siehe Pan-Am-Flug 708).Unfallbericht B-727-100 N317PA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. Februar 2019.

Am 19. Juli 1967 kollidierte eine Boeing 727-22 der US-amerikanischen Piedmont Airlines (N68650) drei Minuten nach dem Start vom Asheville Regional Airport in einer Höhe von 6100 Fuß (1870 m) mit einer Cessna 310 (N3121S). Beide Flugzeuge stürzten ab. Alle 79 Insassen an Bord der Boeing 727 sowie die 3 an Bord der Cessna kamen ums Leben. Die Hauptursache war die Abweichung der Cessna von ihrem freigegebenen Kurs, teilweise bedingt durch den ganz kurzfristigen Wechsel auf ein komplett anderes Anflugverfahren. Eine beitragende Ursache war das Unterlassen der Flugsicherung, dem Piloten der Cessna rechtzeitig eine eindeutige Anflugfreigabe zu erteilen (siehe auch Piedmont-Airlines-Flug 22).Unfallbericht B-727-100 N68650, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. März 2019.

Am 16. Februar 1968 wurde eine intakte Boeing 727-92C der taiwanesischen Civil Air Transport (B-1018) im Anflug auf den Flughafen Taipeh-Songshan weit unter den Gleitpfad des Instrumentenlandesystems und dabei ins Gelände geflogen. Die Maschine setzte auf, rollte 200 Meter und flog wieder hoch, bis sie Bäume und ein Bauernhaus streifte. Von den 63 Insassen kamen 21 ums Leben (siehe auch Civil-Air-Transport-Flug 010).Unfallbericht B-727-100C B-1018, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. März 2019.

Am 21. März 1968 brach der Kapitän einer Boeing 727-22C auf einem Frachtflug der US-amerikanischen United Airlines (N7425U) den Start vom Flughafen Chicago O’Hare erst kurz nach dem Abheben ab. Die akustische Warnung vor unsicherer Start-Konfiguration war während des Startlaufs fast kontinuierlich aktiv; dennoch wurde der Start zunächst fortgesetzt. Als Ursache stellte sich heraus, dass die Landeklappen und Vorflügel auf eine Stellung von 2° statt der notwendigen 5° bis 25° ausgefahren worden waren. Alle drei Besatzungsmitglieder überlebten.Unfallbericht B-727-100 N7425U, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. Februar 2019.

Am 5. Januar 1969 wurde eine Boeing 727-113C der Ariana Afghan Airlines (YA-FAR) beim nächtlichen Landeanflug auf den Flughafen London-Gatwick in den Boden geflogen (Controlled flight into terrain). In starkem Nebel mit 100 Meter Sicht wurde der Anflug begonnen, obwohl die vorgeschriebene Mindestsicht 400 Meter betrug. Die aus Frankfurt kommende Maschine unterschritt den Gleitpfad des Instrumentenlandesystems und wurde nicht mehr rechtzeitig abgefangen. Sie schlug etwa 2,5 Kilometer vor der Landebahn auf und zerbrach, wobei 48 der 62 Menschen an Bord sowie zwei Personen am Boden ums Leben kamen.Unfallbericht B-727-100 YA-FAR, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Dezember 2018.

Am 18. Januar 1969 stürzte eine Boeing 727-22C der United Airlines (N7434U) 20 km westlich des Startflughafens Los Angeles mit einem kompletten nächtlichen Instrumentenausfall ins Meer. Das Flugzeug war seit drei Tagen mit einem defekten Generator Nr. 3 betrieben worden, was jedoch zulässig war. Etwa 90 Sekunden nach dem Start ertönte die Feuerwarnung für Triebwerk Nr. 1, welches daraufhin korrekt abgestellt wurde. Kurz danach fiel der verbliebene Generator Nr. 2 aus, und das elektrische Standby-System kam nicht in Gang. Während des Instrumentenausfalls stürzte die Maschine in den Pazifik. Dabei kamen alle 38 Personen an Bord ums Leben (siehe auch United-Air-Lines-Flug 266).Unfallbericht B-727-100 N7434U, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 4. Februar 2019.

Am 4. Juni 1969 wurde eine Boeing 727-64 der Mexicana (XA-SEL) im Anflug auf den Flughafen Monterrey 23 km nordwestlich davon gegen einen Berg geflogen (CFIT, Controlled flight into terrain). Alle 79 Menschen an Bord wurden getötet (siehe auch Mexicana-Flug 704).Unfallbericht B-727-100 XA-SEL, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019.

Am 21. September 1969 schlug eine Boeing 727-64 der Mexicana de Aviación (Mexicana) (XA-SEJ) 1500 m vor der Landebahn am Flughafen Mexiko-Stadt auf, sprang wieder hoch und kollidierte mit einem Eisenbahndamm. Das Flugzeug war in korrekter Landekonfiguration. Die Ursache konnte nicht geklärt werden, da der Flugdatenschreiber seit Tagen nicht funktionierte und der Stimmenrekorder ohnehin ausgebaut war. Von den 118 Insassen kamen 27 ums Leben (siehe auch Mexicana-Flug 801).Unfallbericht B-727-100 XA-SEJ, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019.

1970er-Jahre

Am 31. März 1970 wurde eine Boeing 727 auf einem Flug von Tokio-Haneda nach Fukuoka von 9 Entführern der japanischen Roten Armee Fraktion entführt. Die Entführer wollten ursprünglich nach Havanna, sie sind jedoch letztendlich in Pjöngjang gelandet, wo auch die letzten Geiseln freigelassen wurden. Bei dieser Flugzeugentführung gab es keine Todesopfer (siehe auch Japan-Air-Lines-Flug 351).

Am 28. Dezember 1970 sprang eine Boeing 727-2A7 der US-amerikanischen Trans Caribbean Airways (N8790R) während der Landung auf dem Flughafen Saint Thomas, Amerikanische Jungferninseln, zweimal wieder hoch, geriet von der Start- und Landebahn ab und fing Feuer. Alle 7 Besatzungsmitglieder und 46 der 48 Passagiere überlebten, 2 Passagiere verbrannten in den Wrackteilen des Flugzeugs.Unfallbericht B-727-200 N8790R, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. Februar 2019.National Transportation Safety Board: , Washington, 29. Dezember 1971

Am 30. Juli 1971 stieß eine Boeing 727-281 der japanischen All Nippon Airways (JA8329) mit einem Kampfflugzeug des Typs F-86 Sabre in der Nähe von Shizukuishi zusammen und stürzte ab. Alle 162 Insassen der Boeing 727 starben, während der F-86 Pilot sich mit dem Schleudersitz retten konnte. Es war zu diesem Zeitpunkt der schwerste Flugunfall einer B 727, ebenso wie in Japan (siehe auch All-Nippon-Airways-Flug 58).Unfallbericht B-727-200 JA8329, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. August 2018.

Am 4. September 1971 flog eine Boeing 727-193 der US-amerikanischen Alaska Airlines (N2969G) im Anflug auf den Flughafen Juneau (Alaska) 35 km westlich davon in den Rand einer Schlucht. Alle 111 Insassen kamen ums Leben. Die Besatzung hatte durch ein fehlerhaftes Navigationssignal, dessen Ursache nicht ermittelt werden konnte, den Sinkflug verfrüht eingeleitet (siehe auch Alaska-Airlines-Flug 1866).Unfallbericht B-727-100 N2969G, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 5. Februar 2019.

Am 24. November 1971 wurde eine Boeing 727-051 der US-amerikanischen Northwest Airlines vom legendären Flugzeugentführer und Banditen D. B. Cooper entführt. Die Passagiere durften in Seattle das Flugzeug verlassen. Cooper forderte den Piloten auf, nach Mexiko zu fliegen. Während des Flugs in der Nacht und bei Gewitter sprang Cooper mit 200.000 US$ Lösegeld aus der 727. Bis heute (Juni 2018) konnte seine Identität nicht vollständig aufgeklärt werden. Der Crew passierte nichts.

Am 21. Februar 1973 wurde eine Boeing 727-224 der Libyan Arab Airlines (5A-DAH) auf dem Flug von Bengasi zum Flughafen Kairo-International nahe Ismailia über der israelisch besetzten Sinai-Halbinsel durch die israelische Luftwaffe abgeschossen. Diese vermutete ein feindliches Flugzeug, da sich die Boeing im Anflug auf einen Militärflugplatz befand und die Besatzung auf die internationalen Abfang-Signale nicht reagierte. Unter den 113 Personen an Bord überlebten lediglich ein Besatzungsmitglied und vier Passagiere (siehe auch Libyan-Arab-Airlines-Flug 114)., Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. August 2018.

Am 20. Oktober 1973 landete eine Boeing 727-14 der Mexicana de Aviación (XA-SEN) 2 Kilometer östlich des Zielflughafens Mazatlán in einem Feld. Die Maschine kam mit abgerissenen Fahrwerken zum Stillstand und wurde irreparabel beschädigt. Alle 123 Insassen überlebten den Unfall.Unfallbericht B-727-100 XA-SEN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. Februar 2019.

Am 15. September 1974 wurde eine Boeing 727-121C der Air Vietnam (XV-NJC) auf dem Flug von Da Nang nach Saigon entführt. Im Anflug auf die als Ausweichflugplatz vorgesehene Phan Rang Air Base kam es im Endanflug zum Kontrollverlust und Absturz. Alle 75 Insassen kamen ums Leben (siehe auch Air-Vietnam-Flug 706).Unfallbericht B-727-100 XV-NJC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 2. März 2019.