Eichenbühl ist ein Gemeindeteil von Weißenbrunn im Landkreis Kronach (Oberfranken, Bayern).
Geographie Das Dorf liegt am Westhang der Kugel (), oberhalb der Zweinzen, einem linken Zufluss des Leßbachs. Der Ort ist durch große landwirtschaftliche Anwesen geprägt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Hummendorf zur Kreisstraße KC 13 (1,2 km nördlich) bzw. nach Wildenberg (2,1 km südöstlich). Von der Gemeindeverbindungsstraße in Richtung Wildenberg zweigt am Ortsrand eine Gemeindeverbindungsstraße nach Tiefenklein ab (1,1 km südlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt an Unter- und Neutennig vorbei nach Reuth zur Kreisstraße KC 5 (1,5 km nordöstlich) bzw. nach Reinertshaus zur KC 13 (1,2 km nordwestlich).
Geschichte Die Erstnennung war 1344, als Hans II. von Redwitz Güter aus Eichenbühl an das Kloster Sonnefeld verkaufte. 1414 erwarb Michel von Schaumberg von Jorg von Kotzau einen Zehnten über das ganze Dorf „Eichenpühl“. Gemäß einer Beschreibung der Hauptmannschaft Cronach aus dem Jahr 1565 hatten in dem Dorf „Aichenpül“ der Bamberger Bischof ein Gut, Merttin Wolff von Redtwitz drei Güter und Clauß zu Schaumberg ein Gut.
1678 verkaufte Hans Wilhelm von Redwitz zu Redwitz zwei Höfe in Eichenbühl an Christian Karl von Giech, die 1716 Besitz der Reichsgräfin von Brockdorff zu Schney wurden. 1728 erwarb Johann Veit von Würtzburg in Eichenbühl unter anderem auch den Besitz von Gräfin Brockdorff.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Eichenbühl mit Ober- und Untertennig eine Realgemeinde bestehend aus 9 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Weismain aus, was jedoch vom bambergischen Centamt Kronach ebenfalls beansprucht wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Unterlangenstadt-Burkersdorf inne. Grundherren waren die Herrschaft Mitwitz der Freiherrn von Würtzburg (1 Ganzhof, 2 Halbhöfe), das Rittergut Ebneth der Freiherrn von Seckendorff (2 Halbhöfe), das Rittergut Unterlangenstadt-Burkersdorf der Freiherrn von Redwitz (1 Gut, 1 Gütlein), das Rittergut Strössendorf (1 halbe Tropfsölde) und der Lehenhof Bamberg (1 Gütlein).H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 468f.
Eichenbühl ging durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 in den Besitz des Kurfürstentums Bayern über. Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde Eichenbühl dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Küps zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt entstand 1818 die Ruralgemeinde Eichenbühl, zu der Buch, Neutennig, Obertennig und Untertennig gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach (1919 in Finanzamt Kronach umbenannt). Wenig später wurde auf dem Gemeindegebiet die Einöde Lochhaus gegründet. Ab 1862 gehörte Eichenbühl zum Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach (1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt).H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 579. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 1,661 km².
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Eichenbühl am 1. Juli 1971 nach Weißenbrunn eingegliedert. 1974 wurde das Dorf Bezirkssieger im Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.
Baudenkmäler Drei Wohnstallhäuser Ein Doppelwohnhaus
Einwohnerentwicklung Gemeinde Eichenbühl Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 85 83 77 74 72 70 69 73 80 70 78 68 68 62 84 75 70 66 84 99 96 75 86HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 13 12 13 12 12 12 16 Quelle
Ort Eichenbühl Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 43 45 42 49 47 51 78 56 62 94Häuser 7 7 8 8 8 12 29Quelle
Religion Eichenbühl ist evangelisch-lutherisch geprägt und nach Weißenbrunn gepfarrt. Die Schüler gingen in die evangelische Bekenntnisschule in Hummendorf. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es eine katholische Minderheit. Sie war nach Theisenort gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise Dieter Runzer: Eichenbühl mit Buch, Obertennig, Untertennig, Neutennig
Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Geographie (Weißenbrunn) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1344 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971