mini|Teil des Unteren Schweizer Rieds mit Blick nach Bregenz mini|Spätwinter 2019, Schutzgebiet Schwarzes Zeug, Blick Richtung Lauterach mini|Spätwinter 2019, Schutzgebiet Schwarzes Zeug, Blick Richtung Schweizer Berge Das Europaschutzgebiet Soren, Gleggen–Köblern, Schweizer Ried und Birken–Schwarzes Zeug (Natura-2000-Gebiete) liegt in den Gemeinden Dornbirn, Lauterach, Lustenau und Wolfurt in Vorarlberg, Österreich. Es umfasst einzelne Bäume und kleine Baumgruppen, Wiesen und Bauernhöfe und sonstiges Kulturland.
Zweck des Europaschutzgebietes ist der Schutz hier lebender gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume sowie der Erhalt des Jahrhunderte alten Kulturlandes (siehe auch: Ried in Vorarlberg)
Geschichte Das Gebiet wird seit Jahrhunderten wirtschaftlich genutzt. Verkehrstechnisch war es lange Zeit nicht bzw. sehr schwer erschließbar. Es wurde hier teilweise über Jahrhunderte Torf (Schollen) für Heizzwecke oder für Einstreu gestochen (bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts). Die Torfschichten sind bis zu sechs Meter mächtig.
Rechtliche Grundlage Im Zusammenhang mit der Trassenplanung für die Schnellstraße S18 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass der Umfang des Vogelschutzgebietes Lauteracher Ried alleine nicht ausreicht, um den Schutz und die nachhaltigen Erhaltung der in diesem Gebiet vorkommenden Vogelarten, insbesondere des Wachtelkönigs und anderer wiesenbrütender Zugvogelarten, sicherzustellen, sondern dass insbesondere auch die Gebiete Soren und Gleggen-Köblern unter Schutz gestellt werden müssen. Infolgedessen erklärte das Land Vorarlberg im Jahr 2007 die Gebiete Soren, Gleggen-Köblern, Schweizer Ried und Birken-Schwarzes Zeug zum Natura-2000-Gebiet.
Folgende Gesetze bzw. Verordnungen definieren den exakten Schutzstatus: Verordnung der Landesregierung über das Naturschutzgebiet „Birken – Schwarzes Zeug – Mäander der Dornbirnerach“ in Dornbirn und WolfurtLGBl.Nr. 42/1992., Verordnung der Landesregierung über den „Streuewiesenbiotopverbund Rheintal – Walgau“LGBl.Nr. 61/1995., Gesetz über Naturschutz und LandschaftsentwicklungLGBl. Nr. 22/1997., NaturschutzverordnungLGBl.Nr. 36/2003., Verordnung der Landesregierung über eine Änderung der NaturschutzverordnungLGBl. Nr. 12/2007, Verordnung der Landesregierung über Pufferzonen zum Schutz von Gebietsteilen außerhalb des Natura 2000 Gebietes „Soren, Gleggen – Köblern, Schweizer Ried und Birken – Schwarzes Zeug“LGBl. Nr. 60/2007. Zweck dieser Verordnung ist es, geeignete Pufferzonen zur Erhaltung des günstigen Zustandes der Arten und Lebensräume des Natura 2000 Gebietes „Soren, Gleggen – Köblern, Schweizer Ried und Birken – Schwarzes Zeug“ zu schaffen.. Verordnung der Landesregierung über den Schutz der Gebietsteile „Gleggen-Köblern“ im Natura 2000 Gebiet „Soren, Gleggen – Köblern, Schweizer Ried und Birken – Schwarzes Zeug“LGBl.Nr. 28/2012.,
Schutzzweck und -umfang Das Europaschutzgebiet ist ein FFH-Schutzgebiet und auch ein Vogelschutzgebiet.Naturschutzverordnung, LGBl.Nr. 36/2003, Pkt. 6 und 20. Das Europaschutzgebiet wurde gemäß den einschlägigen Richtlinien der Europäischen Union teilweise als Vogelschutzgebiet gemeldet, wobei für die Erklärung zum Vogelschutzgebiet das bestehende Brutvorkommen des Wachtelkönigs und des Schwarzmilans maßgebend war, aber auch Vorkommen von Bekassine, Baumpieper, Schwarzkehlchen, Braunkehlchen, Feldschwirl, Grauammer, Kuckuck, Kiebitz, Brachvogel, Uferschnepfe und Zwergschnepfe. Rund 80 Prozent des Kiebitzbestandes der Bodenseeregion brütet in diesem Europaschutzgebiet. Für Bekassine und Brachvogel sind die Riedgebiete im unteren Vorarlberger Rheintal sogar das einzige Brutgebiet im Bodenseeraum.Amt der Vorarlberger Landesregierung (Hrsg.): Brachvögel, Bekassine, Kiebitz & Co, Webseite: Naturschutzbund.at, S. 3.
Der Schutzzweck als FFH-Gebiet besteht darin, die Vorkommen von Lebensraumtypen und Arten der Anhänge I und II der FFH-Richtlinie zu schützen: Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonigschluffigen Böden (Molinion caeruleae), Übergangs- und Schwingrasenmoore, kalkreiche Niedermoore, feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe, Magere Flachland-Mähwiesen mit Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis) und Großem Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) Niederungen mit Torfmoorsubstraten (Rhynchosporion), Sumpf-Glanzkraut (Liparis loeselii) Nördlicher Kammmolch (Triturus cristatus) Gelbbauchunke (Bombina variegata) Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea teleius) Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Maculinea nausithous)
Zusammen mit dem angrenzenden Schutzgebiet Lauteracher Ried besteht der Schutz auch darin, die offene Riedlandschaft sowie die teilweise parkartig geprägte Landschaft mit ihrer natürlich gewachsenen Geländestruktur zu erhalten, die Landwirtschaft im Sinne einer an den Standort angepassten Nutzungsintensität zu sichern und vor boden- und landschaftszerstörenden Konkurrenznutzungen zu schützen, einen großen unzerschnittenen und zusammenhängenden naturnahen Landschaftsraum im unteren Rheintal langfristig zu erhalten und eine geeignete Pufferzone zur Vermeidung von Störungen für die nach der StreuewiesenverordnungVerordnung der Vorarlberger Landesregierung über den „Streuewiesenbiotopverbund Rheintal-Walgau“, LGBl. Nr. 61/1995. geschützten Streuwiesenflächen zu schaffen.§ 3 der Verordnung der Vorarlberger Landesregierung über das Landschaftsschutzgebiet „Lauteracher Ried“, LGBl. Nr. 82/1997, 63/2002.
Topografie Das Europaschutzgebiet liegt im nördlichen Vorarlberger Rheintal im Bereich der Dornbirner Ach und auf den Gemeindegebieten von Dornbirn, Lauterach, Lustenau und Wolfurt.Siehe Zeichnerische Darstellung des Amtes der Landesregierung vom 23. November 2006, Ausgabe 24.11.2006, IVe-131.50 und vom 20.01.2012, Zl. IVe-131.54. Es handelt sich um drei große Gebiete: Gleggen-Köblern Schweizer Ried Soren, Birken-Schwarzes Zeug die zusammen einem dreiflügligen Propeller ähneln und in der Nähe des Sender Lauterach bzw. der Senderbrücke zusammenstoßen.
Das Europaschutzgebiet Soren, Gleggen-Köblern, Schweizer Ried und Birken-Schwarzes Zeug umfasst 317,62 ha sowie seit 2007 zwei ergänzende Pufferzonen zum Schutz der Gebietsteile Gleggen-Köblern, mit 91,19 ha, die außerhalb dieses Europaschutzgebietes liegen., Webseite: alpenverein.at.
Ein erheblicher Teil der geschützten Landschaft besteht aus Feuchtwiesen (Streuwiese), die nur einmal im Jahr gemäht werden. Der Baumbestand besteht z. B. aus Birken und Eichen. Das gesamte Gebiet hat nur wenig Gefälle und liegt in einer Höhe von etwa
Im nordöstlichen, nördlichen und nordwestlichen Bereich grenzt ein Teil des Europaschutzgebiets (Soren bzw. Schweizer Ried) übergangslos an das Europaschutzgebiet Lauteracher Ried an.
Literatur Europaschutzgebiet Soren, Gleggen – Köblern, Schweizer Ried und Birken – Schwarzes Zeug, Amt der Vorarlberger Landesregierung, Bregenz (online). Wiesenbrüterschutz in Vorarlberg, Zwischenbericht zum Projekt des Naturschutzbundes Vorarlberg und der Niederwildreviere Auer Ried, Lustenau und Dornbirn Nord
Weblinks
Übersichtsplan, Webseite: naturvielfalt.at Europaschutzgebiete in Vorarlberg, Webseite: Vogis.at
Einzelnachweise
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