mini|Bürgerliches Gerner-Wappen vor 1640 Der Familienname Gerner wird im Duden (2005) mit vier Bedeutungen beschrieben: Garner: Berufsname zu mundartlich garn, Garn, Faden, Netz Gerner: Herkunftsname zu dem Ortsnamen Gern in Bayern, Österreich und der Schweiz Gerner: Wohnstättenname zu einem Gern, mundartlich Gere, d. h. ein keilförmiges Geländestück (Stadtteil München-Gern) Gerner: Übername zu mundartlich gernere, Begehrender, Bettler Der Duden beschreibt nicht die Namensform Gerner, die aus einem patronymisch gebildeten Familiennamen aus Gernot gebildet wurde. Dies ist anschließend mit Belegen erklärt und wäre in Zukunft in der Namensdeutung für Gerner mit aufzunehmen und zu ergänzen. Gerner: Patronym oder Vatersname von Gernot
Namensforschung Gerner ist auf Grund seiner germanischen Herkunft vom Wort „Ger“ (Wurfspieß) ein sehr alter Ruf- und Familienname. Die Häufigkeit des Namens Gerner im deutschen Sprachraum kommt 1.456 vor, der Namensrang liegt bei 2.185.Gerner, auf namenforschung.net Nach einem Arbeitstreffen im Jahr 2003 von Gerner / Gernert / Görner-Forschern der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher fand die Auswertung vieler Quellen aus dem Raum Sachsen, Schlesien, Böhmen, Franken, Thüringen und Hessen statt. Es wurde ein Görner-Buch (Chronik der Familie Görner). und weitere Schriften veröffentlicht (Link darauf im Text enthalten) Literaturquellen, fränkische und böhmische Regesten, diverse Archivurkunden, Namensbüchern, Schreib- und Sprachänderungen, die böhmische Volkszählung Berní rula, die Migration der Gerner-Stämme, statistische Namenshäufung in Regionen u. a. wurden vom Autor Jürgen Gerner hinzugezogen, erforscht, zusammengetragen und ausgewertet. Gerner- und namensähnliche Wappen wurden von J. Gerner illustriert. mini|Gernert, 1572 Handzeichnung aus Hostinné, deutsch Arnau mini|Gerner, 1846 Hausname in Sindolsheim mini|Gerner, 2019 Calligraffiti, Brücke in Schwerin Lankow mini|Historisches Gut Gerner in den Niederlanden
Weitere Herkünfte des Namens Gerner / Kerner / Karner: Beinhaus Die Bedeutung der Ableitung von Karner / Kerner / Gerner (mittellateinisch carnarium) von Beinhaus nennt der Duden nicht. Meyers Konversations-Lexikon beschreibt den Gerner als romanischen Kapellenbau mit polygonalem Turm.Deutsches Rechtswörterbuch (DRW) erläutert Karner, Kerner, Gerner Gerner: Berufsname, Gerner, Gäörner, Gärnler, Gernler (Garnwirker, -zieher), auch niederdeutsch Gärtner als Görner genannt Gerner: Schreib- und Lautvarianten des Gernhart sind zusammengezogen gesprochen, Gernrt und Gernert und mit „t“-Abfall, Gerner. Gerner: Im altfränkischen Maingebiet wird aus Gernot – Gernet der heutige Name Gernert und mit dem abfallenden „t“ entsteht der Name Gerner. Die Ableitung des Namens zu Gerner aus Gernot wurde bisher in den einschlägigen Familiennamenbüchern nicht genannt.
Namensableitung aus dem Nibelungenlied In den verschiedenen Abschriften des Nibelungenlieds zeigen sich die Varianten und Ableitungen des Namens Gernot und Gero um 1200. Durch die variablen Handschriften entstanden andere Laute, das -o- wurde zu -e-. Grundlage sollen hier die folgenden Textstellen der 28. verbesserten Auflage von Karl Simrock aus dem Jahr 1874 sein: „beiden Markgrafen Gere und Eckehart…“ Gere = Gero – Gernot = Gernet (ff. siehe Literaturhinweise).
Namensänderung durch Abbreviatur Im Mittelalter und in der Neuzeit verwendeten die Urkundenschreiber Abbreviaturzeichen um Wörter, sowie auch Namen in der Schreibschrift kürzer zu fassen. So wurden Namen nicht nur sprachlich, sondern auch schriftlich verändert. Beispiele gibt es in verschiedenen Orten und Zeiten. Durch das über dem Wort gestellte U-Zeichen (nach unten oder oben geöffnet) wurde -er- gekürzt. (Das Kürzungszeichen stellt eine arabische „2“ oder ein liegendes „s“ dar, es ist aber eigentlich ein „r“ in gotischer Schrift. Es diente u. a. auch zur Kürzung der er-Silben.) Jahr und Ort Abbreviaturvariante Text, Transkription, Anmerkung zur Schrift 1325 und 1330, Wertheim mini|Abbreviatur des Namens Gernot mini|GERN u. WTHEIM, hier Gerner u. Wertheim Gern gleich Gerner mini|Jeckelin Gerner, Schriftzug von 1395 1467, Wien mini|Gerner Pfarrer, hier Gern pfarrmini|Otten Gerner, hier Gerner ausgeschrieben Abbreviatur von Gerner und Pfarrer, Otten Gerner in gleicher Urkunde ausgeschrieben. Der Anfangsbuchstabe G von Gerner ähnelt sich geschrieben oft dem Buchstaben B. Beim Urkunden-Lesen sind Missdeutungen wegen der besonderen Form des Gs aufgetreten. Hier das G von Abraham Gerner von Liliensteinmini|Gerner, Schreibweise des G im 17. Jh., nicht als B zu lesen
Früheste Erwähnungen des Namens Gernersheim um 888 in Rheingebiet genannt (Kerenesheim, Gernsheim), noch 1090 in der Sinsheimer Chronik als Germaresheim (Heim des Speermächtigen) erwähnt. Irnerius (auch … Guarnerius, Gernerius): ausgezeichneter Jurist des 12. Jahrhunderts, ein Bolognese von Geburt, erscheint in Urkunden von 1113 bis 1125, seit 1116 im Dienste des Kaisers Heinrich V. Gerimar’s (speerberühmt) Ansiedlung wird 1013 erwähnt, das heutige Germershausen. Gostuwe von Gerner (1305), Ehefrau des Johann von Almelo (1300–1350) Niederadel Niederlande 13. Jahrhundert, Ministranten der Niederlande. Johannes Gerner (1425), Ernennung zum Abt des Klosters St. Georgen im Schwarzwald, Papsturkunde – Bulle von Papst Martin V. aus dem Jahr 1425. Konrad Nagel den Gerner (1431), Kauf von Acker vor St. Lienhards Tor, Gmünd bei Regensburg.
Namensherkunft nach Orten mini|Historischer Flussname Gernsprintz bei Stockstadt a. M.
Personen, die aus Orten namens Gern kamen, wurden nach ihrer Herkunft Gerner genannt und auch umgekehrt wurden Orte nach ihnen benannt: Gernsheim bei Darmstadt Dieser Ort wurde 830/50 in einer frühen fränkischen Zeit Heim des Gerin/ Gerun genannt, mit langem e und kurzem i/u gesprochen. Schreibweisen waren 852 Gerunesheim, zw. 830/50 Gernesheim, 871 Gerinesheim/Kerinesheim. In einer alten Schrift über die Stadt, hier Gernersheim genannt, steht in Latein: „d) der hier sehr bekannte Petri Schoifferi, perfekter und berühmter Typograph im Land hat den Ort nun Gernsheim genannt“ Gernsprinz,Gernsprinz, Kartenausschnitt -Cent Bachgaw-1695 siehe :Datei:Cent Bachgaw 1695.jpg Ger-ähnlicher oder spitzer Fluss- oder Bachzulauf in den Main bei Stockstadt Gern, Insel in Ornbau, 1149 u. 1155 Kerin genannt Gernerfels, ein Kletterfels in Gößweinstein, Fränkische Schweiz Gerner Höhenweg bei Maria Gern, Gerner Bach nördlich Berchtesgaden Gern, es gibt 19 Orte mit dem Namen Gern in Deutschland, darunter: Gern, Stadtteil von Eggenfelden. Adalpert de Geren 1150, Castrum Geren 1260 belegt, 1290 erwähnt. Besondere Örtlichkeiten: Schloss Gern, Hofmark Gern, Gerner Dult, Gerner Markt Gern, Stadtviertel in München
Wappen
Eine Ratsfamilie Gerner, lebte im 16. Jahrhundert in Wimpfen. Deren Mitglieder wurden geadelt, Abraham Gerner von Lilienstein, Pfalzgraf, erhielt eine Wappenurkunde, in ihr wird ein älteres bürgerliches Wappen der Familie in Form eines offenen Fluges erwähnt: „Ihr vorhin gehabtes Wappen, Alß gelbe gegen eine ander, die Sachsen einwerts gekherte Adlers flügel zusehen…“. Die damaligen deutschsprachigen Wappenkundler nutzten den offenen Flug oder die offene Sachsen im Gerner- und Görner-Adelswappen gleichsam. Weil in den verschiedenen Sprachräumen -e- zu -ö- wurde, ist die Gleichheit der Adelswappen der Gerner und der Görner in den wappenerteilenden Regierungshäusern scheinbar berücksichtigt worden. Das niederländische Gerner Wappen weicht in den heraldischen Regeln ab, es zeigt eine Kirchenbanner, Ortschaft / Gutshof Gerner in der Provinz Overijssel (um 1300).
Germershausen, offener Flug wie im bürgerlichen Gerner-Wappen von Gerner von Lilienstein Stadt Wimpfen und offener Flug im Wappen (Adel Abgestorbener Adel Provinz Brandenburg Siebmacher Tafel 17. und Abgestorbener Adel der Fürstenth. Schwarzburg, Tafel 6)
Details zu den Wappen der Gerner, Gernert, Gernet und Görner auf folgenden Seiten: Gerner Wappen: Liste der Adels- und Patriziergeschlechter namens Gerner Gernert Wappen: Liste der Adels- und Patriziergeschlechter namens Gernert Gernet Wappen: Liste der Adels- und Patriziergeschlechter namens Gernet Görner Wappen: Liste der Adels- und Patriziergeschlechter namens Görner Wappen-Liste deutscher Adelsgeschlechter/G
Vorkommen der Gerner in Deutschland Die Verbreitung der Varianten der Gerner-Namen und ähnlicher ist regional sehr unterschiedlich. Dies ist begründet in Mundart und Dialekt sowie durch Binnenmigration der deutschsprachigen Bevölkerung durch Krieg und Vertreibung bedingt. Die Lautverschiebung in den Regionalsprachen trugen dazu bei, dass aus dem Namen Gerner ein Görner wurde und auch wieder umgekehrt zum Ursprungsnamen zurückging. Auskunft hierüber gibt auch die Berni Rula, die Böhmische Volkszählung des 17. Jahrhunderts wieder. In ihr sind die Veränderungen von G zu K, K zu G deutlich. Auch bei der „Versteinerung“ der Familiennamen im 19. Jahrhundert in Deutschland, wurde in Niederschlesien manch ehemalige Gerner des 17. und 18. Jahrhunderts, dann Görner geheißen, wieder zum Gerner umbenannt.Konrad Kunze aus Freiburg i. Br. stellte dem Autor und Namenforscher Jürgen Gerner für einen Vortrag auf dem Genealogentag 2003 in Schwerin, eine Statistik des Vergleichs der Häufigkeit und Gegenüberstellung der Namen Gerner/Görner auf der Basis von Telefonanschlüsse und vierstelliger PLZ-Bezirken zur Verfügung. Ein anderer Aspekt sind die Einflüsse der Ingwäonismen in althochdeutschen Personennamen wie Kernot, Kernod. Auch die altsprachliche Bezeichnung für den Speer, wie Kar, Ker, Gar, Ger zeigt die Lautverschiebung Einige Beispiele Garibald = Kerpalt (Speerkühn) wird zu Gerbold, Gerhard, Gernot, Gertrud (Speertraud).
Vorkommen der Gerner im Ausland Fürstentum Liechtenstein: Gerner in der Stadt Eschen, 1990 gab es 81 Namensträger, Ursprung um 1790 in Auingen in Württemberg Russland: Kasachstan, Samara, Gnadenfeld Böhmen: Gernert in Arnau"Nur in der ältesten Siedlung Arnau herrschen die alten Namen Gernert, Richter, und andere infolge bedeutender Zu- und Abwanderung nicht mehr vor." Seite 12 aus Sudetendeutsche Heimatgaue. Das Land an der hohen Elbe. (Arnau u. Hohenelbe), 1921 Heft 17, Verlag Franz Kraus, Reichenberg
Nachweise des Familiennamens Gerner und dessen Varianten Das Nennen der Details aus Namensbüchern ist für den Ursprung des Namens und dessen Änderung in der Zeit und in den verschiedenen Sprachlandschaften wichtig: Es gibt u. a. die alternativen Schreibweisen Gernet, Gernt, Gernerth, Gernert, Gärner, Görner, Goerner, Girner.
Abkürzungen: FN = Familienname, ON = Ortsname, VN = Vorname, TN = Taufnamen, Ew = Einwohner
Vorkommen in Deutschland auf der Basis von Telefonanschlüssen und anderen Adresserhebungen
Auf Grund der Anschlüsse können Rückschlüsse auf die Anzahl von Familienmitglieder gezogen werden. Mit der Methode über das Portal Namen Onlinedienst Geogen (Geografische Genealogie) können regionale Häufigkeiten erörtert werden, eine andere Möglichkeit der vergleichenden Namensverbreitung bietet:
Namenverbreitung Gerner 1890Namensverbreitungskarte Gerner 1890. In: genealogy.net, abgerufen am 16. März 2021. Namenverbreitung Gerner 1890 zu 1996Namensverbreitungskarte Gerner 1890 zu 1996. In: genealogy.net, abgerufen am 16. März 2021. (nach Migration aus ehemaligen deutschen Gebieten wie Schlesien, Sudeten u. a.) Mögliche Rückschlüsse zu den Varianten Gernet sind in der Programmdarstellung möglich. Häufigkeitskarte in Familiennamen aus Rufnamen, 4. Nebenkarte Gerner und ähnliche Namen Häufigkeitskarte des Namens Gerner, International