Wildenberg ist ein Gemeindeteil von Weißenbrunn im Landkreis Kronach (Oberfranken, Bayern).

Geographie Das Dorf liegt auf einem Höhenrücken. Eine Gemeindeverbindungsstraße, führt nach Weißenbrunn zur Bundesstraße 85 (2,2 km nordöstlich) bzw. nach Hain (2,1 km südwestlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt an Wustung vorbei nach Grün (1,3 km südöstlich).

Geschichte Wohl aus einem Hügelgrab der frühesten Bronzezeit um 1500 vor Christus stammen Waffen und Schmuck, die um 1900 bei Wildenberg gefunden wurden und in der Archäologischen Staatssammlung in München ausgestellt sind.

Die Erstnennung war 1108 als „Willenberge“ in einer Schenkungsurkunde für die Kirche in Gärtenroth. 1249 errichtete Iring von Cunstat in Wildenberg die erste Eigenburg des Kunstadter Adelsgeschlechts widerrechtlich auf dem Grund des Klosters Langheim. 1331 waren das Hochstift Bamberg und Dietrich von Redwitz Herren der Höhenburg. In dieser Zeit bestand auch das kleine Amt Wildenberg. 1362 erwarben die Marschalk zu Ebneth den Teil des Hochstifts der Burg Wildenberg als Erbburggut und 1418 den Teil derer von Redwitz. Im Dreißigjährigen Krieg wurden 1632 Schloss und Dorf Wildenberg geplündert und ausgeraubt. Im Jahr 1700 kaufte das Hochstift die Burg und das baufällige Schloss Wildenberg mit allen Liegenschaften und Gerechtigkeiten und ließ diese durch das Amt Burgkunstadt als „Neues Marschalksches Lehen“ verwalten. Im 18. Jahrhundert wurde der Grundbesitz des Rittergutes Wildenberg veräußert und das Schloss wurde eine Ruine, die 1834 abgetragen war.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Wildenberg mit Steinbrunn und Wustung eine Realgemeinde bestehend aus 29 Anwesen (1 Gülthof, 4 halbe Gülthöfe, 20 Söldengütlein, 1 Tropfhaus, 1 Schmiede mit Haus, 2 Einödgehöfte) und 1 Schloss. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Burgkunstadt-Marktgraitz aus, was jedoch vom bambergischen Centamt Kronach ebenfalls beansprucht wurde. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Burgkunstadt. Die Verwaltung Wildenberg war Grundherr sämtlicher Anwesen.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 519.

Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses ging Wildenberg Anfang des 19. Jahrhunderts in den Besitz des Kurfürstentums Bayern über. Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde Wildenberg dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Hain zugewiesen. Infolge des Zweiten Gemeindeedikts entstand 1818 die Ruralgemeinde Wildenberg, zu der Steinbrunn und Wustung gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Weismain zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Weismain (1919 in Finanzamt Weismain umbenannt). Ab 1862 gehörte Wildenberg zum Bezirksamt Lichtenfels. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Weismain (1879 in das Amtsgericht Weismain umgewandelt). Am 1. Januar 1927 wurde die Gemeinde an das Bezirksamt Kronach (1939 in Landkreis Kronach umbenannt) überwiesen, zugleich auch an das Amtsgericht Kronach und das Finanzamt Kronach.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 606f. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 4,264 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Wildenberg am 1. Januar 1978 in Weißenbrunn eingegliedert.

Baudenkmäler In der Bayerischen Denkmalliste sind drei Baudenkmäler aufgeführt (Bauernhaus, Wohnstallhaus, sechs Grenzsteine). Die Höhenburg ist noch als Burgstall erkennbar.

Die folgenden Häuser listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit ihren ursprünglichen Hausnummern als Kunstdenkmale auf. Sie sind in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da sie entweder nicht aufgenommen, abgebrochen oder stark verändert wurden. Haus Nr. 22: Ehemaliger eingeschossiger Wohnstallbau mit Satteldach, im Kern 18. Jahrhundert, durch den Ausbau des Obergeschosses in Fachwerk wurde er in eine Art Frackdachhaus umgewandelt. Das Wohnteil wurde 1879 im Erdgeschoss mit Sandsteinquadern ausgebaut, im Erdgeschoss des rückwärtigen Teiles haben sich Blockwände erhalten.T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 281. Haus Nr. 32: Eingeschossiges, verputztes Gebäude mit Halbwalmdach, die Eckpilaster und Rahmungen sind aus Sandstein, der Scheitelstein der Haustür ist mit „1820“ bezeichnet, darüber befindet sich ein Gesims mit Zahnschnitt. Am Dachfuß ist ebenfalls Zahnschnitt. Im hohen Sockelgeschoss ist ein Stall.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Wildenberg Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 194 185 191 202 215 199 198 213 202 211 204 197 183 167 175 188 186 154 234 220 223 169 169HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 35 36 36 36 36 37 Quelle

Ort Wildenberg Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 143 202 193 196 192 182 215 163 164 147Häuser 27 35 35 35 35 36 42Quelle

Religion Wildenberg ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach Weißenbrunn gepfarrt. Eine evangelische Bekenntnisschule gab es im Ort. Die katholische Minderheit war nach Kirchlein gepfarrt, wo sich auch die katholische Schule befand.

Literatur

Weblinks

Ortsblatt 1853

Einzelnachweise Dieter Runzer: Wildenberg

Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Geographie (Weißenbrunn) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1108 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977