mini|Wilhelmine v.Schack, Heringsdorf, Nauensche Villa, Bleistiftzeichnung um 1844. mini|Wilhelmine v. Schack, Unter den Linden Nr. 8, Bleistiftzeichnung 1846. mini|Wilhelmine v. Schack, Berliner Schlossfreiheit, Pastell 1850. Wilhelmine Auguste von Schack (* 11. März 1826 in Berlin; † 12. Februar 1853 in Wittlich) war eine deutsche Zeichnerin in der Zeit des späten Biedermeiers.

Leben links|mini|Wilhelmine v. Schack (2.v.r.) im Kreise ihrer Schwestern, um 1845. Wilhelmine von Schack war eine Tochter des preußischen Generalmajors August von Schack, eines Adjutanten des Prinzen Wilhelm von Preußen (1783–1851), und der Wilhelmine geborene Freiin von Forstner (1802–1875). Der durch ein Duell 1856 bekanntgewordene spätere Domherr Hans Wilhelm von Rochow-Plessow war ihr Cousin.

In Berlin bewohnten die von Schacks das Haus Unter den Linden Nr. 8 unmittelbar neben dem Kaiserlich-Russischen Gesandtschaftshotel.Allgemeiner Wohnungsanzeiger für Berlin, Charlottenburg und Umgebungen. Berlin 1849, S. 88. Im gleichen Haus befand sich die 1816 eröffnete legendäre Konditorei Fuchs, deren Innenräume um 1820 von Karl Friedrich SchinkelKarl Friedrich Schinkel: Decke (Mahagoni-Holz mit Spiegelfüllungen) im Laden Unter den Linden No.8 in Berlin. In: Architektonisches Skizzenbuch, H. 89/1, Berlin 1868. Siehe auch: das Reisetagebuch des Architekten Jakob Ignaz Hittorff aus dem Jahr 1821, zit. in: Christoph von Wolzogen: Karl Friedrich Schinkel. Unter dem bestirnten Himmel. Frankfurt/Main 2016, S. 414 f. und 1834 von Friedrich August Stüler gestaltet wurden.Hans-Werner Klünner: Das Panorama der Straße Unter den Linden (erster Teil). In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins, 1965, Heft 1, S. 8. Siehe auch: Winfried Löschburg (Hrsg.): Panorama der Straße Unter den Linden. München / Berlin 1997, S. 32 f., S. 40.

Wilhelmine von Schack war seit dem 14. Februar 1852 mit Friedrich von Forstner, dem Landrat des Kreises Wittlich und späteren Regierungsrats verheiratet.Peter Neu: Friedrich Wilhelm von Forstner: Landrat des Kreises Wittlich 1850–1855. In: Jahrbuch des Landkreises Bernkastel-Wittlich. 1986, S. 206 ff. Sie starb im Jahr darauf kurz nach der Geburt des ersten Kindes Hans von Forstner.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1873. Jg. Justus Perthes, Gotha 1872, S. 159.

Werk Wilhelmine von Schack gab 1846 im Alter von 20 Jahren ein Album mit dem Titel 12 Ansichten von Heringsdorf nach der Natur gezeichnet im Jahre 1844 heraus. Die von der Zeichnerin geschaffenen Vorlagen wurden von Carl Julius Henning,Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon, Band 6, S. 105. einem Landschaftsmaler und Schüler von Wilhelm Schirmer, lithographiert und bei H. Delius in Berlin gedruckt.Christian Gottlob Kayser: Vollständiges Bücher-Lexicon, neunter Teil (1841–1846), Leipzig 1848, S. 31. Die Erlöse aus dem Verkauf der Heringsdorf-Ansichten flossen in den Bau der nach Entwürfen von Ludwig Persius in den Jahren 1846–1848 entstandenen Kirche im Walde.Hans Vogel: Schinkel Lebenswerk. Band: Pommern, Berlin 1952, S. 74 ff. Diese Schack-Zeichnungen gehören zu den raren künstlerischen Zeugnissen aus der Frühzeit Heringsdorfs, das sich bereits in jenen Jahren zum Kur- und Badeort des Adels sowie des wohlhabenden Bürgertums entwickelte. Die Entwicklung zum mondänen Seebad ist vor allem mit dem Namen Georg Bernhard von Bülow verbunden.

Wilhelmine von Schacks erhaltene Zeichnungen sind zumeist Veduten Pommerns, insbesondere der Insel Usedom, sowie der Rhein-Mosel-Gegend. Überliefert sind ebenfalls einige Ansichten Berlins. Ihre Zeichnungen signierte sie oftmals mit WvS oder WAS.

Veröffentlichungen Wilhelmine von Schack: 12 Ansichten von Heringsdorf nach der Natur gezeichnet im Jahre 1844. Lithographiert von Julius Henning, Berlin 1846.

Literatur Stefan Pochanke: Das Seebad Heringsdorf zur Biedermeierzeit in den Zeichnungen der Wilhelmine von Schack. Bad Oldesloe 2020. ISBN 978-3-9818526-8-4. Stefan Pochanke: Die Entdeckung der Idylle. Zur Heringsdorfer Bilderserie der Wilhelmine von Schack. In: Pommern. Zeitschrift für Kultur und Geschichte, Jahrgang 62, Heft 1/2024, Hrsg. Pommersche Stiftung für Geschichte, Anne Winter-DokuService Knoll GmbH, Greifswald 2024, S. 18–21. Erich Hartwig: Chronik von Seebad Heringsdorf. Heringsdorf 1932. Photomechanischer Nachdruck, 2. Auflage, Neubrandenburg 1996.

Weblinks Stefan Pochanke: Schack, Wilhelmine Auguste von. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Internationale Künstlerdatenbank online.

Einzelnachweise

Weblinks

Wo Preußens High Society Urlaub machte

Kategorie:Zeichner (Deutschland) Wilhelmine Auguste ⚭Wilhelmine Auguste #Schack Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1826 Kategorie:Gestorben 1853 Kategorie:Frau