Damerow ist ein Ortsteil der Hansestadt Havelberg im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.
Geographie Der Ort liegt zehn Kilometer ostsüdöstlich von Havelberg. Die Nachbarorte sind Waldfrieden im Norden, Voigtsbrügge und Joachimshof im Nordosten, Babe im Osten, Rübehorst, Buchhorst und Scheunstelle im Südosten, Strodehne im Süden, Wendisch Kirchhof und Vehlgast im Südwesten, Jederitz im Westen sowie Klein-Damerow im Nordwesten.
Orts- und Gutsgeschichte Damerow lag einst im alten Plattenburgischen Kreis und von 1815 bis 1952 im Landkreis Westprignitz in der Provinz und dann im Land Brandenburg, welches zu DDR-Zeiten in verschiedene Bezirke aufgeteilt wurde.
Im 19. Jahrhundert bestand im Ort ein kreistagsfähiges Rittergut, dem Besitzer stand so ein Sitz im Kreistag zu, mit der Möglichkeit zur Auswahl als Landrat. Gut Damerow war längere Zeit Eigentum der Familie von Saldern, einer genealogischen Nebenlinie namens v. Saldern-Haus Damerow. Einzelne Vertreter der Familien nannten sich nach dem Ort von Saldern-Damerow. Bekanntester Gutsherr war der Landrat Alfred von Saldern-Damerow. Sein von Vorfahren ererbtes Gut beinhaltete um 1880 etwa 812 ha, davon 17 ha Forsten. Zu dieser Zeit war das Gut verpachtet, an Ober-Amtmann Zimmermann, der Gutsbesitzer lebte in Berlin.Vgl. Reprint: ISBN 3-226-00787-4. Zum Gut Damerow gehörten weitere kleine Güter.Vgl. Extrablatt zum Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin. A. W. Hayn’s Erben, Potsdam, 6. Juni 1874, S. 188. 1896 umfasste Gut Damerow 790 ha.Paul Ellerholz, u. a.: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche. I. Das Königreich Preussen. I. Lieferung: Provinz Brandenburg. 3. Auflage, Nicolaische Verlags-Buchhandlung Rudolf Stricker, Berlin 1896, S. 234–235. Später bestimmte die bürgerliche Gutsbesitzerfamilie Jürgen die Ortshistorie mit, 1914 Gustav Jürgen,Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. . Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Band Regierungsbezirk Potsdam, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 186 f. vor 1930 Friedrich Wilhelm Jürgen. Dessen Gut Damerow war 726 ha groß.Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. . Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts, Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Band VII, 4. Auflage, Band Regierungsbezirk Potsdam. (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Verlag Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 147.
Für eine frühchristliche Besiedlung der Ortschaft spricht eine in 1864 dokumentierte Tonurne.Heinrich Begemann: Die vorgeschichtlichen Altertümer des Zietenschen Musuems. In: Städtisches Friedrich Wilhelm-Gymnasium zu Neu-Ruppin. Wissenschaftliche Beilage-Bericht über das Schuljahr 1891/92, Progr. No. 83, E. Buchbinder, Neuruppin 1892, S. 16.
Literatur
Karl Pisarczyk: Slawische Ortsnamen-deutsche Ortsnamen-Personennamen. Entwicklung alter slawischer Ortsnamen zu german.-dt. Ortsnamen, Personennamen mit geschichtlichen Streifzügen. Verlag Becker, Uelzen 1986, ISBN 3-920079-24-8, S. 31. Waldtraut Bohm: Die Vorgeschichte des Kreises Westprignitz. Hrsg. Kreisausschuß des Kreises Westprignitz, Verlag Kabitzsch, Leipzig 1936/1937, S. 174.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Havelberg) Kategorie:Ort im Landkreis Stendal