mini|305px|Teilnehmende Vereine der Bundesliga 2019/20
Die Bundesliga 2019/20 war die 57. Spielzeit der höchsten deutschen Spielklasse im Fußball der Männer. Sie wurde am 16. August 2019 mit einem Heimspiel des Titelverteidigers FC Bayern München gegen Hertha BSC (2:2) eröffnet. Vom 23. Dezember 2019 bis zum 17. Januar 2020 wurde sie durch die Winterpause unterbrochen.
Der 25. Spieltag vom 6. bis zum 8. März war der letzte vor einer Zwangspause aufgrund der COVID-19-Pandemie. Am 11. März fand noch die Nachholpartie des 21. Spieltags zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln, die am 9. Februar 2020 aufgrund des Orkans „Sabine“ abgesagt worden war,Rheinderby abgesagt: 387. Spielausfall in der Bundesliga auf sportschau.de als erstes Geisterspiel der Bundesligageschichte statt. Nach einer über zweimonatigen Unterbrechung wurde die Saison vom 16. Mai an vor leeren Rängen bis zum Ende, dem 34. Spieltag am 27. Juni fortgesetzt; die beiden Relegationsspiele zwischen Werder Bremen und dem Zweitligisten 1. FC Heidenheim wurden am 2. und 6. Juli ausgetragen.
Der FC Bayern München wurde durch einen Sieg in Bremen am 32. Spieltag zum achten Mal in Folge Deutscher Meister. Am selben Spieltag stand der SC Paderborn 07 als erster Absteiger in die 2. Fußball-Bundesliga fest. Fortuna Düsseldorf fiel erst am letzten Spieltag hinter Bremen auf den vorletzten Tabellenrang zurück und musste ebenfalls absteigen.
Saisonverlauf Kampf um die Meisterschaft und internationale Starterplätze Der amtierende Meister Bayern München startete trotz der Niederlage im Supercup gegen Vizemeister Dortmund gut in die Spielzeit und konnte am 3. Spieltag Mainz 05 mit 6:1 besiegen. Im Vorfeld waren beispielsweise die beiden Weltmeister Lucas Hernández und Benjamin Pavard für die Verteidigung geholt sowie Offensivspieler Philippe Coutinho leihweise aus Barcelona verpflichtet worden. Die erste Tabellenführung konnte am 6. Spieltag errungen werden, diese ging dann jedoch unmittelbar an Mönchengladbach verloren. Durch Niederlagen gegen Hoffenheim, Mönchengladbach, Leverkusen und Frankfurt rutschte man in der Folge nach 14 Spieltagen sogar bis auf Tabellenrang 7 ab. Das 1:5 gegen die Eintracht veranlasste die Vereinsführung bereits Anfang November 2019 zur Freistellung des Cheftrainers Kovač; zu diesem Zeitpunkt hatte noch kein anderer Teilnehmer seinen Trainer entlassen. Unter Nachfolger Hansi Flick fand die Mannschaft wieder zu gewohnter Stärke und Souveränität zurück, konnte viele hohe Siege feiern und am 20. Spieltag die Tabellenspitze von Herbstmeister Leipzig übernehmen. Nach 32 absolvierten Partien war den Münchnern der achte Titel in Folge rechnerisch nicht mehr zu nehmen, am Ende hatten die Bayern 100 Tore erzielt und auch die wenigsten kassiert sowie 13-mal in Serie gewonnen.
Borussia Dortmund ging in seine zweite Saison mit dem Schweizer Favre und kompensierte Abgänge von Spielern wie Christian Pulisic oder Abdou Diallo, die zu europäischen Topvereinen gewechselt waren, mit Thorgan Hazard, Rückkehrer Mats Hummels oder Julian Brandt, die alle von Bundesligakonkurrenten kamen. Nach zwei Tabellenführungen in Folge, welche die einzigen für den Rest der Saison bleiben sollten, ging Platz 1 an Leipzig verloren, trotzdem konnte sich der BVB in der Folge erneut in der Spitzengruppe etablieren und im Endspurt ärgster Verfolger des FC Bayern bleiben. In der Winterpause wurde der erst 19-jährige Stürmer Erling Haaland verpflichtet, der mit mehreren ligainternen Torrekorden auf sich aufmerksam machte und Paco Alcácer ersetzte. Bereits drei Spieltage vor Schluss war die Borussia wieder für die Champions League qualifiziert, nach 33 Spielen und einem Sieg im direkten Duell mit Leipzig die zweite Vizemeisterschaft in Folge sicher. Weiter konnte der vereinsinterne Bundesligarekord von 82 Treffern aus der Spielzeit 2015/16 überboten werden.
In seine vierte Spielzeit im deutschen Oberhaus ging RB Leipzig mit dem neuen Cheftrainer Julian Nagelsmann, der aus Hoffenheim gekommen war. Mit dem Franzosen Christopher Nkunku hatte man sich darüber hinaus einen neuen Flügelspieler gesichert, der zu einem der besten Vorlagengeber der Liga avancierte. Am 15. Spieltag errang der Verein den 1. Tabellenrang und gab ihn bis zum 20. nicht wieder ab, womit die erste Herbstmeisterschaft in der Vereinsgeschichte gefeiert werden konnte. Bereits am 10. Spieltag hatte man Mainz mit 8:0 besiegt, was den höchsten Sieg aller Teilnehmer markierte. Timo Werner wurde in seiner letzten und statistisch gesehen besten Saison für die Sachsen zum mit Abstand besten deutschen Scorer der Liga.
Borussia Mönchengladbach konnte als erste Mannschaft außer Dortmund und München seit der Saison 2010/11 länger als drei Spieltage auf dem 1. Platz stehen, letztlich musste der Rang nach sieben Spieltagen wieder geräumt werden. Trotz Punktverlusten gegen direkte Konkurrenten konnte sich die Borussia in der Spitzengruppe behaupten, war jedoch ab dem 27. Spieltag aus dem Titelrennen ausgeschieden. Mit den beiden Franzosen Alassane Pléa und Marcus Thuram stellte man darüber hinaus eines der stärksten Sturmduos der Liga. Am letzten Spieltag konnten die „Fohlen“ im Fernduell gegen die rheinischen Rivalen aus Leverkusen den Champions-League-Platz durch einen Sieg gegen Hertha BSC behaupten.
Auch Bayer Leverkusen war erneut in den „Top 5“ vertreten. Die Rheinländer konnten aus den Duellen gegen die Konkurrenten im oberen Tabellendrittel aber nur 14 Punkte holen, verloren weitere Zähler gegen Teams aus dem Mittelfeld und kamen nie über Rang 4 hinaus. Trotz der schlechtesten Tordifferenz der ersten fünf Mannschaften war mit Defensivspieler Sven Bender ein Leverkusener unter den 10 Spielern mit der besten Zweikampfquote., bundesliga.com, abgerufen am 27. Juni 2020.
Wolfsburg und Hoffenheim konnten nie um den Titel mitspielen und lieferten inkonstante Saisonergebnisse. Durch Schwächephasen von Konkurrenten wie dem SC Freiburg, Eintracht Frankfurt oder Hertha BSC standen beide Teams aber einen Spieltag vor Schluss punktgleich als Europa-League-Teilnehmer fest. Die TSG schlug Vizemeister Dortmund im Saisonfinale mit 4:0, während der VfL dem Meister FC Bayern mit 0:4 unterlag, weshalb sich Hoffenheim direkt für die Europa League qualifizieren konnte.
Tabellenmittelfeld Freiburg belegte ausschließlich einstellige Tabellenränge und stand bis zum 17. Spieltag sogar durchgängig auf einem Europapokalplatz. Durch eine Niederlage gegen Meister Bayern München wurde aber einen Spieltag vor Schluss die Chance verpasst, auf einen solchen zurückkehren zu können.
Frankfurt hatte den Verlust seiner „Büffelherde“ (Ante Rebić, Sébastien Haller, Luka Jović) zu verkraften, die in der Vorsaison noch für 57 wettbewerbsübergreifende Tore sorgte. Highlights waren ein 5:1 gegen die Bayern (die sich in der Rückserie mit 5:2 revanchierten) sowie ein 5:0 gegen Augsburg, gegen Abstiegskandidaten und auch die Aufsteiger leistete man sich aber Punktverluste. In der Saisonendphase schien eine erneute Europapokalqualifikation noch einmal möglich zu werden, letztlich gelang aber nur noch ein Abschluss auf Platz 9.
Der FC Schalke 04 beendete unter dem neuen Übungsleiter David Wagner eine ordentliche Hinserie auf Tabellenrang 5. Zwischenzeitlich hatte man sogar für einen Spieltag vor dem Rivalen aus Dortmund gestanden. Das 0:5 am 19. Spieltag gegen den FC Bayern war jedoch der Beginn einer Serie von 16 sieglosen Partien bis zum Saisonende, was an die katastrophale Vorsaison unter Domenico Tedesco erinnern ließ. Lediglich das in den ersten 18 Partien aufgebaute Punktepolster bewahrte die Königsblauen vor einem Sturz in die Abstiegsregionen.
Relegationsgewinner Union Berlin gelang nach dem 32. Spieltag in seiner Premierensaison gleich der Klassenerhalt. In der Hinrunde hatte das Team beispielsweise den Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund mit 3:1 besiegt und auch wichtige Zähler gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte sammeln können.
Abstiegskampf Werder Bremen verlor zum Ende der Hinrunde hin gegen die direkten Konkurrenten aus Paderborn und Mainz (gegen diese sogar mit 0:5) sowie mit 1:6 gegen Bayern München und fand sich ab dem 16. Spieltag im Abstiegskampf wieder. Am letzten Spieltag konkurrierte man mit Düsseldorf, das zwei Zähler Vorsprung hatte, um den Relegationsplatz, nachdem sich Augsburg, Köln und Mainz vorzeitig hatten retten können. Durch ein 6:1 über die „Geißböcke“ und eine zeitgleiche Niederlage Düsseldorfs gegen Union Berlin schloss Bremen die Saison auf Tabellenplatz 16 ab, während die Fortuna gemeinsam mit Paderborn absteigen musste. In der anschließenden Relegation gegen den 1. FC Heidenheim gelang Bremen nach einem 0:0 im Heimspiel und einem 2:2 in Heidenheim aufgrund der Auswärtstorregel der Klassenerhalt.
Aufsteiger Paderborn stand seit dem 5. Spieltag auf dem letzten Platz und konnte die „rote Laterne“ nur jeweils einmal an Köln und Düsseldorf abgeben. Das Team mit dem geringsten Budget kämpfte im Rahmen seiner Möglichkeiten um den Klassenerhalt und musste bis auf ein 1:5 gegen Schalke 04 bis zur Saisonendphase keine hohen Niederlagen hinnehmen. Aufsehen erregten ein 3:3 gegen den BVB sowie ein 2:1 gegen Frankfurt in der ersten Saisonhälfte. Nach 32 Spieltagen war der Relegationsplatz bereits neun Zähler entfernt, was den vorzeitigen Wiederabstieg bedeutete.
Statistiken Tabellenführer Tabellenletzter
Abschlusstabelle
|| M / CL || rowspan="3" | CL
|| rowspan="2" | EL
|| (EL)
|| () || rowspan="2" |
Zum Saisonende 2018/19: (M) Deutscher Meister: FC Bayern München (P) DFB-Pokal-Sieger: FC Bayern München (N) Aufsteiger aus der 2. Bundesliga: 1. FC Köln, SC Paderborn 07, 1. FC Union Berlin (Sieger der Bundesliga-Relegation) Zum Saisonende 2019/20: M Deutscher Meister CL Teilnehmer an der UEFA Champions League 2020/21 EL Teilnehmer an der UEFA Europa League 2020/21 (EL) Teilnehmer an der 2. Qualifikationsrunde zur Europa League 2020/21 () Teilnehmer an den Relegationsspielen gegen den Dritten der 2. Bundesliga 2019/20 Absteiger in die 2. Bundesliga 2020/21
Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte, die Gastmannschaft in der oberen Zeile aufgelistet.Bundesliga 2019/20 – Spielplan, bundesliga.com, abgerufen am 27. Juni 2020.