Der Dunkelkehl-Schattenkolibri (Phaethornis squalidus) oder Schwarzkehleremit ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae), die endemisch in Brasilien ist. Der Bestand wird von der IUCN als „nicht gefährdet“ (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale Der Dunkelkehl-Schattenkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 10,0 bis 12,5 cm bei einem Gewicht von ca. 2,5 bis 3,5 g.Christoph Hinkelmann u. a. Die Oberseite ist dunkel bronzegrün, der Oberkopf schwärzlich mit rostfarbenen Federsäumen. Die Unterseite ist schmutzig rostfarben. Die schwärzliche Kehle wirkt schuppig. Die Ohrdecken sind schwarzbraun, die Überaugen- und Bartstreifen weißlich ocker. Die Flügel sind schwärzlich purpurn. Die Unterschwanzdecken haben schmutzig ockerfarbene, die Oberschwanzdecken rostrote Säume. Die schwärzlich grünen Schwanzfedern haben eine breite schwärzliche subterminale Binde. Das äußere Paar der Steuerfedern hat blasse rotbraune, die übrigen haben weiße Spitzen. Der Oberschnabel ist schwarz, der Unterschnabel gelb mit schwarzer Spitze. Die Füße sind hornfarben.Rolf Grantsau, S. 41. Das Weibchen ist etwas blasser mit einem etwas gebogeneren Schnabel.

Verhalten und Ernährung Der Dunkelkehl-Schattenkolibri ernährt sich wie andere Kolibris von Nektar. Ebenso ernährt er sich von kleinen Arthropoden. Sein Ernährungsverhalten ist bisher aber wenig erforscht.

Lautäußerungen Der Gesang besteht aus komplexem Getriller mit hellen Phrasen, die er beständig in gleicher Art wiederholt. Die Phrasen variieren leicht, bestehen aber typischerweise aus wechselnden hellen Tönen und einigen mehr nasalen Lauten, die mit zwei lauten hellen Tönen enden. Sie klingen wie tsi-tiii-tsa-tsa-tsi-tschoo-tschoo. Außerdem gibt der Dunkelkehl-Schattenkolibri ein helles tsii von sich.

Fortpflanzung Die Brutzeit ist von Oktober bis Februar. Das kegelförmige Nest baut der Dunkelkehl-Schattenkolibri an der Spitze der Innenseite von langen, herabhängenden Blättern. Das Nest ist ca. 102 mm hoch. Der Außenradius beträgt ca. 42 mm, der Innenradius ca. 23 mm und die innere Tiefe ca. 18 mm. Das Gelege besteht aus zwei Eiern, die ca. 0,41 g schwer und ca. 9,0 × 14,0 mm groß sind. Die Brutdauer beträgt ca. 14 bis 16 Tage. Nach 20 bis 24 Tagen werden die Nestlinge flügge.Rolf Grantsau, S. 42.

Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet (grün) des Dunkelkehl-Schattenkolibris Der Dunkelkehl-Schattenkolibri bevorzugt das Unterholz von feuchtem Küstenwald und dem angrenzenden Bergwald und dichte Sekundärvegetation. Berichte über sein Vorkommen gibt es von Höhenlagen ab Meeresspiegel bis 2250 Meter. So kommt er in den Küstengebirgen von Espírito Santo bis Rio Grande do Sul vor.

Unterarten Die Art gilt als monotypisch.IOC World Bird List Hummingbirds Trochilus leucophrys , 1835Alexander von Nordmann (1835), S. 2, Eintrag 18. und Trochilus intermedius , 1832René Primevère Lesson, S. 65, Tafel 19.Zur Publikationsgeschichte siehe Edward Clive Dickinson u. a. S. 120–121. gelten als Synonyme.

Migration Das Zugverhalten des Dunkelkehl-Schattenkolibris ist bisher nicht erforscht. Es wird aber vermutet, dass er ein Standvogel ist.

Etymologie und Forschungsgeschichte Die Erstbeschreibung des Dunkelkehl-Schattenkolibris erfolgte 1822 durch Coenraad Jacob Temminck unter dem wissenschaftlichen Namen Trochilus squalidus. Die Typusexemplare hatte Temminck von Johann Natterer (1787–1843), der diese in Brasilien gesammelt hatte.Coenraad Jacob Temminck, Tafel 120 & Text.Zur Publikationsgeschichte siehe Edward Clive Dickinson u. a. S. 153–158. 1827 führte William Swainson die Gattung Phaethornis für den Langschwanz-Schattenkolibri (Phaethornis superciliosus (, 1766)) ein.William Swainson, S. 441.

Der Begriff Phaethornis leitet sich aus den griechischen Wörtern für „leuchtend, strahlend“ und für „Vogel“ ab.James A. Jobling, S. 301 Der lateinische Artname steht für „rau, steif, dreckig“ (von „grob sein“).James A. Jobling, S. 363 Leucophrys ist ein griechisches Wortgebilde aus für „weiß“ und für „Augenbraue“.James A. Jobling, S. 224 Das lateinische bedeutet „dazwischen“.James A. Jobling, S. 206

Literatur

Weblinks

Factsheet auf BirdLife International

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Kolibris Kategorie:Endemischer Vogel Brasiliens