mini|Rathaus mini|Die Pfarrkirche St. Severin mini|Bauernhof in Niederschärding Neuhaus am Inn (amtlich: Neuhaus a.Inn) ist eine Gemeinde und ein Dorf im niederbayerischen Landkreis Passau.
Geografie Geografische Lage Neuhaus am Inn liegt in der Region Donau-Wald direkt gegenüber der oberösterreichischen Stadt Schärding, welche über zwei Innbrücken erreichbar ist. Mit Schärding bildet die Gemeinde Neuhaus das gemeinsame grenzüberschreitende Mittelzentrum Neuhaus-Schärding. In 4 km Entfernung besteht auf Neuhauser Gemeindegebiet Anschluss an die A 3 (Ausfahrt Pocking). Die Autobahnbrücke nach Österreich ist zudem die Gemeindegrenze zwischen Neuhaus am Inn und Suben. Die direkt am Ort vorbeiführende B 512 bietet über die mittlerweile zur Landesstraße St 2110 herabgestufte B 12 Anbindung an die 17 km entfernte Dreiflüssestadt Passau sowie in Gegenrichtung über die B 12 und A 94 an die 160 km entfernte Landeshauptstadt München. Zukünftig soll diese unfallträchtige Strecke durch die in Bau befindliche A 94 zwischen München und der Anschlussstelle Pocking abgelöst werden. Südlich von Neuhaus führt die Straße St 2110 über die denkmalgeschützte hölzerne, mittlerweile für den Kfz-Verkehr dauerhaft voll gesperrte Rottbrücke bei Weihmörting nach Mittich. Derzeit wird die historische Brücke restauriert und für den Fußgänger- und Radverkehr versetzt wieder eingesetzt. An der bisherigen Stelle der historischen Brücke entsteht bis 2027 eine Bogenbrücke für den motorisierten Verkehr. Im Gemeindegebiet liegt das Inn-Kraftwerk Schärding-Neuhaus der ÖBK, das im Oktober 1961 nach dreijähriger Bauzeit in Betrieb ging. In der Nachbargemeinde Ruhstorf an der Rott, Gemeindeteil Sulzbach am Inn befindet sich ein Bahnhof an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit. Der nächstgelegene Bahnhof mit Anschluss an den Fernverkehr ist in Schärding oder in Passau.
Nachbargemeinden Pocking, Stadt Ruhstorf an der Rott, Markt Neuburg am Inn, Gemeinde St. Florian am Inn, Marktgemeinde (Österreich) Schärding, Stadt (Österreich) Suben, Gemeinde (Österreich)
Gemeindegliederung Es gibt 19 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Mittich, Neuhaus a.Inn, Vornbach und Eglsee.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung In römischer Zeit gehörte das Gebiet um Neuhaus am Inn zur Provinz Raetia. Im Jahr 1808 wurden in der Ortschaft Weihmörting mehrere Römersteine gefunden,Johann Ev. Lamprecht: Beschreibung der k.k. landesfürstl. Gränzstadt Schärding am Inn und ihrer Umgebungen. Wels 1860, S. 452. die sich heute im Landshut-Museum befinden.
In der Frühen Neuzeit war der Ort Neuhaus am Inn Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark. Mit dem Frieden von Teschen 1779 kamen die östlich des Inn gelegenen Gebiete des Kurfürstentums Bayern als „Innviertel“ zu Österreich. Dies hatte auch Auswirkungen auf Neuhaus, da der Untere Inn, der bis dahin in erster Linie ein Handelsweg innerhalb Bayerns gewesen war, damit zum Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich ob der Enns wurde. Besonders die wichtigen wirtschaftlichen Beziehungen zu der am gegenüberliegenden Flussufer liegenden Stadt Schärding erlitten dadurch einen starken Einbruch. Die geschlossene Hofmark Neuhaus war seit 1794 im Besitz der Landgräfin von Fürstenberg. 1818 entstand durch das Zweite Gemeindeedikt die heutige politische Gemeinde.
1818 bis heute Nach dem großen Hochwasser des Inn von 1954 wurde Neuhaus umgesiedelt und wenige hundert Meter flussabwärts auf einem Hügel ein neuer Ortskern errichtet, dem später die Pfarrkirche St. Severin hinzugefügt wurde.
Durch die Inbetriebnahme der Staustufe Passau-Ingling 1965 verlor der Inn im östlichen Gemeindegebiet von Neuhaus 90 % seiner früheren Strömungsgeschwindigkeit und bildet seither eine relativ träge Wassermasse. Beim Pfarrdorf Vornbach stieg der Innspiegel um etwa fünf Meter, wodurch auch in der der Vornbacher Enge Teile der Uferhänge im Wasser verschwanden.
Durch die Gebietsreform in Bayern 1972 wurde die Gemeinde Neuhaus am Inn wesentlich erweitert.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Vornbach, am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinde Mittich (aus dem Landkreis Griesbach im Rottal) und Gebietsteile von Sulzbach am Inn eingegliedert.
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner 1961 2982 1970 2940 1987 2899 1991 3100 1995 3269 2000 3431 2005 3528 2010 3620 2015 3415 2020 3467 2023 3682
Alle Zahlen beziehen sich auf das heutige Gemeindegebiet.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl 2026 wie folgt zusammen: CSU: 8 Sitze (54,1 % der Stimmen) ÜW: 4 Sitze (23,0 % der Stimmen) SPD und Bündnis 90/Die Grünen: 4 Sitze (22,8 % der Stimmen)
Gemeinderäte sind seit 2026:https://wahlen.osrz-akdb.de/nb-p/275134/2/20260308/gemeinderatswahl_gemeinde/ergebnisse.html#id_id_f0f64f09_7ad7_4107_ad05_ccf7a97221b8_132079 Erster Bürgermeister Stephan Dorn (CSU), Gisela Stocker (CSU), Michael Jovanovic (SPD), Jürgen Mühlberger (CSU), Stefan Häuslbauer (CSU), Sybille Gemeinhart (Bündnis 90/Die Grünen), Sabine Mayerhofer (SPD), 3. Bürgermeisterin Annemarie Bernhardt (ÜW), Andreas Pilstl (CSU), Günther Bernhardt (ÜW), Hans Oberpeilsteiner (ÜW), Klaus Schifferer (CSU), Martin Schifferer (CSU), 2. Bürgermeister Erwin Wagmann (CSU), Cornelia Wasner-Sommer (CSU), Hans Weidmann (SPD) und Uli Geisler (ÜW).
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2020 Stephan Dorn (CSU), der mit 88,8 % der gültigen Stimmen am 8. März 2026 wiedergewählt wurde. Er war vorher von 2008 bis 2020 Zweiter Bürgermeister. Zweiter Bürgermeister ist seit 2023 Erwin Wagmann (CSU). Dritte Bürgermeisterin ist seit 2026 Annemarie Bernhardt (ÜW).
Die früheren Bürgermeister seit der Gebietsreform waren: 1972 bis 1996 Stefan Lachhammer (CSU) 1996 bis 2020 Josef Schifferer (CSU)
Finanzen Der Verwaltungshaushalt beläuft sich 2026 auf 8,3 Mio. €, der Vermögenshaushalt auf 8,0 Mio. €.
Wappen
Gemeindepartnerschaften im Burgenland (A) in Ungarn mini|Schloss Neuhaus am Inn mini|Schloss Neuhaus am Inn von Schärding aus gesehen
Sehenswürdigkeiten Schloss Neuhaus am Inn, von 1859 bis 2011 Kloster (Institut „Congregatio Jesu“ früher Maria Ward-Schwestern) und Realschule Kloster und Marienkirche in Vornbach Vornbacher Enge, Durchbruchstal des Inns bei Vornbach
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Die Kapsreiter-Gruppe aus Schärding betrieb in Neuhaus am Inn einen Steinbruch mit Schottererzeugung.
2024 gab es in der Gemeinde 1139 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1387 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler war bei 1060, der Einpendler bei 812. Insgesamt hatte die Gemeinde 2024 119 Betriebe. 64 Personen waren arbeitslos.
Von der Gemeindefläche werden 2.084 Hektar landwirtschaftlich genutzt.
Zur Gemeinde Neuhaus a.Inn gehört das Gewerbegebiet Hartham am Autobahnkreuz A3/A94. Das Gewerbegebiet Königswiese am Autobahnkreuz ist ein gemeinsames Gewerbegebiet mit der Stadt Pocking.
Bildung 2026 gab es folgende Einrichtungen: Kindergärten und Kinderkrippe (St. Maria Theresia) Volksschulen: eine Grundschule (Schulverband Neuhaus a. Inn) Realschule (Maria Ward Realschule) Alle anderen weiterführenden Schulen befinden sich im näheren Umkreis.
Sport Die 1. Herren-Fußballmannschaft der DJK Vornbach spielt seit der Saison 2025/2026 in der Landesliga. Persönlichkeiten Die Landgräfin Fürstenberg verlor im Jahre 1800 das um 1320 von Herzog Heinrich XIV. auf einer Felseninsel im Inn erbaute Schloss Neuhaus durch ein leichtfertiges Spiel an den Advokaten Georg Obermeier, der als Schlossherr viele Güter an Arme abgab und nur geringen Bodenzins verlangte.
Ferdinand Leopold von Andrian-Werburg (1835–1914), Geologe und Anthropologe Benedikt Gerauer (1835–1899), Landtagsabgeordneter für die Bayerische Patriotenpartei von 1869 bis 1875 Franz Gerauer (1869–1952), Reichstagsabgeordneter der BVP von 1920 bis 1932 Franz Gerauer (1900–1987), Politiker (CSU), Bürgermeister Mittich, Senator von 1962 bis 1973 Walter Taubeneder (* 1953), Politiker (CSU), Landtagsabgeordneter, wohnt seit 2008 in der Gemeinde. Stefan Lachhammer (1929–2021), Bürgermeister (CSU), Landwirtschaftsfunktionär Reinhold Eder (1930–2021), Schulleiter, Zweiter Bürgermeister (CSU), Heimatforscher, Buchautor; 2005 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnethttp://www.eder-r.de/verdienstkreuz1.htmHomepage von Reinhold Eder (1930–2021) Marianne Schwarz (1931–2024), Bäuerin, 1994 für die Pflege mehrerer Angehöriger mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet
Literatur Harald Krause: „Die römische Inntalstraße zwischen Marktl und Neuhaus a. Inn – Archäologische Fernerkundung im Landkreis Altötting, Rottal-Inn und Passau.“ In: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Bericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege 58 (2017), S. 103–152. Reinhold Eder: Neuhaus am Inn – Heimat an Rott und Inn, 2004 Reinhold Eder: Heimat Neuhaus am Inn – Ein Ort im Wandel der Zeit, 1988 Richard Loibl: Historischer Atlas von Bayern Band II, Heft 5: Der Herrschaftsraum der Grafen von Vornbach, 1997
Weblinks
Gemeinde Neuhaus am Inn
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Passau Kategorie:Ort am Inn Kategorie:Bayerisches Alpenvorland Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)