Die Liste von Zwischenfällen mit der Douglas DC-8 zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen des Typs Douglas DC-8.
Bei Unfällen mit der DC-8 gab es vom Erstflug 1958 bis Februar 2019 bei 556 gebauten Maschinen 83 Totalverluste. Bei 53 davon kamen 2332 Menschen ums Leben.Douglas DC-8 Statistics, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. Februar 2019.
1960er-Jahre Am 16. Dezember 1960 kollidierten über Staten Island (New York City) eine DC-8-11 der US-amerikanischen United Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen N8013U) im Landeanflug auf den Idlewild Airport (seit 1963 John F. Kennedy International Airport) mit einer Lockheed Super Constellation der TWA (N6907C), die sich im Sinkflug befand und auf dem New Yorker Flughafen La Guardia landen sollte. Alle 128 Insassen beider Flugzeuge und sechs Menschen in einem Wohngebiet in Brooklyn, wo die in Brand geratene DC-8 aufschlug, kamen ums Leben. Die Kollision war mit 134 Opfern zu diesem Zeitpunkt der schwerste Flugunfall in den USA (siehe auch Flugzeugkollision von New York City).Unfallbericht DC-8-11 N8013U, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. Mai 2017.ICAO Aircraft Accident Digest 12, Circular 54-AN/58, Montreal 1963 (englisch), S. 314–328.
Am 19. Januar 1961 verunglückte eine DC-8-21 der Aeronaves de México (XA-XAX) mit 97 Passagieren und neun Besatzungsmitgliedern an Bord, als der Start vom Flughafen Idlewild (dem heutigen Flughafen John F. Kennedy International) abgebrochen wurde. Der Zwischenfall wurde durch den dritten, nichtfliegenden Piloten verursacht, der ohne Absprache die Schubhebel betätigt und damit die Leistung der vier Triebwerke reduziert hatte. Bei dem Unfall starben vier Besatzungsmitglieder. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls herrschte schlechtes Wetter und die Startbahn war schneebedeckt. Möglicherweise war auch die Heizung des Pitotrohrs nicht eingeschaltet (siehe auch Aeronaves-de-México-Flug 401).
25. April 1961 – Landeunfall einer DC-8-32 der Japan Airlines (JA8003) auf dem Flughafen Tokio-Haneda. Die Maschine brach auseinander und wurde erheblich beschädigt, nach neunmonatiger Wiederherstellung dann aber als DC-8-53 (JA8008) an Japan Air Lines zurückgeliefert.https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19610425-0&lang=de
Am 30. Mai 1961 stürzte eine DC-8-53, betrieben von der holländischen KLM für die venezolanische VIASA (PH-DCL), fünf Minuten nach dem Start vom Flughafen Lissabon ins Meer. Alle 61 Menschen an Bord starben. Wie es zu dem Unfall kam, konnte bis heute nicht geklärt werden.Unfallbericht DC-8-53 PH-DCL, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. März 2017.
Am 11. Juli 1961 hatte eine DC-8-12 der United Airlines (N8040U) mit 122 Menschen an Bord ein Problem mit der hydraulischen Anlage. Bei der Notlandung auf dem Flughafen Denver/Stapleton platzten zwei Reifen. Das Flugzeug drehte sich und fing Feuer. Die Brandbekämpfung und Rettung der Personen wies in Bezug auf Organisation, Ausrüstung und Personal trotz vorheriger Beanstandungen des Flughafens schwerste Mängel auf. Siebzehn Personen starben (eine davon vom Bodenpersonal), 84 Menschen kamen mit Verletzungen davon (siehe auch United-Air-Lines-Flug 859).Unfallbericht DC-8-12 N8040U, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. März 2017.
Am 7. Juli 1962 kollidierte eine DC-8-43 der Alitalia (I-DIWD) auf dem Weg von Sydney über Bangkok und Teheran nach Rom beim Landeanflug auf den Flughafen Bombay mit einem Berg. Die Unfallstelle befand sich nur 1,5 Meter unterhalb des Gipfels. Bei dem durch einen Navigationsfehler ausgelösten Unfall starben alle 94 Menschen an Bord (siehe auch Alitalia-Flug 771).Unfallbericht DC-8-43 I-DIWD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. September 2020.
Am 20. August 1962 brach der Kapitän einer DC-8-33 der Panair do Brasil (PP-PDT) erst zu einem späten Zeitpunkt den Start seiner Maschine vom Flughafen Rio de Janeiro-Galeão ab. Das Flugzeug überrollte das Landebahnende und stürzte ins Meer. Bei den Flugunfalluntersuchungen wurde festgestellt, dass zwar die Bremsen betätigt wurden, die Schubumkehr jedoch nach den Beschädigungen aller Triebwerke nicht mehr funktionierte. Die Notbeleuchtung funktionierte nicht, und die Passagiere waren weder über die Lage der Notausgänge noch die Benutzung der Schwimmwesten informiert worden. Nachdem das Flugzeug etwa 100 Meter abgetrieben war, sank es innerhalb von 25 Minuten. Von 105 Personen an Bord kamen 15 ums Leben (siehe auch Panair-do-Brasil-Flug 026).Unfallbericht DC-8-33 PP-PDT, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. Februar 2019.
Am 29. November 1963 stürzte eine DC-8F-54 der Trans-Canada Air Lines (CF-TJN) 19 Kilometer nordwestlich des Flughafens Montréal-Dorval (Kanada), fünf Minuten nach dem Start wegen eines Defekts in der Trimmung des Höhenruders ab. Alle 118 Menschen starben (siehe auch Trans-Canada-Air-Lines-Flug 831).Unfallbericht DC-8-54 CF-TJN, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 20. Dezember 2016.
Am 25. Februar 1964 stürzte eine DC-8-21 der US-amerikanischen Eastern Air Lines (N8607) auf Grund unkorrekter Trimmung wenige Minuten nach dem Start in New Orleans in den Lake Pontchartrain. Alle 58 Insassen der Maschine kamen ums Leben (siehe auch Eastern-Air-Lines-Flug 304).Aircraft Accident Report SA-379, File No. 1-0006 des Civil Aeronautics Board, Internet Archive, abgerufen am 13. November 2018
Am 4. März 1966 kollidierte eine DC-8-43 der Canadian Pacific Air Lines (CF-CPK) bei Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen vor der Landebahn des Flughafens Tokio-Haneda mit der Anflugbefeuerung und flog ins Wasser. Der Unfall kostete 64 der 72 Insassen das Leben (siehe auch Canadian-Pacific-Airlines-Flug 402).Unfallbericht DC-8-43 CF-CPK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 30. November 2017.
Am 4. Juli 1966 kamen an Bord einer DC-8-52 der Air New Zealand (ZK-NZB) bei einem Absturz kurz nach dem Start zwei der fünf Besatzungsmitglieder ums Leben. An Bord der Maschine befanden sich keine Passagiere.
Am 5. März 1967 verunglückte eine DC-8-33 der brasilianischen VARIG (PP-PEA) auf dem Flug von Rom nach Monrovia. Der Kapitän hatte versäumt, rechtzeitig vor der Landung den Sinkflug einzuleiten. Als er die Befeuerung des Flughafens von Monrovia erblickte, leitete er bei schlechten Sichtverhältnissen einen zu steilen Sinkflug nach Sichtflugregeln ein. Die DC-8 schlug 1,8 Kilometer vor der Landebahn auf (Controlled flight into terrain). Dabei starben der Flugingenieur, 50 Passagiere und fünf Personen am Boden. Von den restlichen Insassen überlebten 21 Passagiere und 18 Besatzungsmitglieder den Unfall. Im Untersuchungsbericht wurde kritisiert, dass die 18 überlebenden Besatzungsmitglieder sich nicht sonderlich bemühten, bei der Evakuierung der verbliebenen Passagiere im Flugzeug mitzuwirken (siehe auch VARIG-Flug 837).ICAO Aircraft Accident Digest No. 17 Volume II, Circular 88-AN/74 (englisch), S. 142–150.Unfallbericht DC-8-30 PP-PEA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. Januar 2019.
Am 19. Mai 1967 rollte eine DC-8F-54 der Air Canada (CF-TJM) auf einem Trainingsflug im Landeanflug auf den Flughafen Ottawa zur Seite und stürzte im Rückenflug zu Boden. Alle drei Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Im Untersuchungsbericht warfen die Flugunfallermittler der Besatzung vor, ein Trainingsflugmanöver unter Bedingungen durchgeführt zu haben, die ein Behalten der Kontrolle über die Maschine unmöglich machten (siehe auch Flugunfall einer Douglas DC-8 der Air Canada bei Ottawa).https://aviation-safety.net/database/record.php?id=19670519-0
Am 28. April 1968 verunglückte eine Douglas DC-8-31 der US-amerikanischen Capitol International Airways (N1802) auf dem Flughafen Atlantic City. Die vier Besatzungsmitglieder, die einen Trainingsflug absolvierten, überlebten den Zwischenfall. Das Flugzeug wurde als Totalverlust abgeschrieben.Aviation Safety Network, 28. April 1968
Am 2. August 1968 schlug eine DC-8-43 der Alitalia (I-DIWF) auf dem Weg von Rom über Mailand nach Montreal etwa 11 Kilometer vor der Landebahn in Mailand auf. Von den 95 Personen an Bord verloren 13 ihr Leben.
22. November 1968 – Eine DC-8-33 der Japan Airlines (JA8032) schlug bei dichtem Nebel etwa vier Kilometer vor der Landebahn des Flughafens San Francisco auf dem Wasser auf. Alle 120 Passagiere und Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall. Das Flugzeug wurde später geborgen, repariert und wieder in Dienst gestellt.Unfallbericht JA8032, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. März 2020.
Am 13. Januar 1969 verunglückte eine DC-8-62 der SAS Scandinavian Airlines (LN-MOO) beim Landeanflug auf den Los Angeles International Airport. Die Maschine stürzte etwa 11 Kilometer vor der Landebahn in den Pazifik, wobei 15 von 45 Menschen an Bord ums Leben kamen. Als Ursache gilt menschliches Versagen (siehe auch Scandinavian-Airlines-System-Flug 933).
1970er-Jahre Am 5. Juli 1970 fuhr der Kopilot einer DC-8-63 der Air Canada (Luftfahrzeugkennzeichen CF-TIW) im Endanflug auf Toronto die Störklappen versehentlich vollständig aus. Beim Versuch durchzustarten setzte das Flugzeug für einen kurzen Moment sehr hart auf der Landebahn auf, wobei ein Triebwerk abriss und eine Tankhülle beschädigt wurde. Nach dem Abheben zerstörten mehrere Explosionen die rechte Tragfläche. Beim Absturz kamen alle 109 Insassen ums Leben (siehe auch Air-Canada-Flug 621).
Am 27. Juli 1970 führte die Besatzung einer DC-8-63AF der US-amerikanischen Flying Tiger Line (N785FT) bei schlechten Sichtverhältnissen einen Anflug mittels Präzisionsanflugradar auf die Luftwaffenbasis Okinawa-Naha durch. Dabei ließ sie das Flugzeug so weit unter den Gleitpfad sinken, dass die Maschine 670 Meter vor der Landebahn auf dem Wasser aufschlug. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) starben alle vier Besatzungsmitglieder (siehe auch Flying-Tiger-Line-Flug 45)Unfallbericht DC-8-63 N785FT, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. Februar 2019.
Am 8. September 1970 stürzte eine DC-8-63CF der US-amerikanischen Trans International Airlines (N4863T) nach dem Start vom John F. Kennedy International Airport aufgrund eines blockierten Höhenruders ab. Alle 11 Personen an Bord der Maschine kamen ums Leben (siehe Trans-International-Airlines-Flug 863).Unfallbericht DC-8-63 N4863T, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. November 2017.
Am 15. September 1970 verunglückte eine Douglas DC-8-62 der italienischen Alitalia (I-DIWZ) bei einer harten Landung auf dem Flughafen New York-Idlewild (USA). Die Flugverkehrskontrolle leitete das Flugzeug unter IFR-Bedingungen und in Ermangelung eines funktionierenden ILS-Gleitpfades zu hoch und hatte es zu nahe an der Landebahn positioniert. Die Entscheidung des Flugkapitäns, den Umkehrschub zu nutzen und keinen Fehlanflug durchzuführen, führte dazu, dass das Flugzeug sehr hart aufsetzte und begann, nach links zu gieren. Es machte einen Ringelpiez und kam mit hinter der Tragfläche aufgerissenem Rumpf und drei der vier Triebwerke abgetrennt zum Liegen. Alle 156 Insassen überlebten den Unfall. Das Flugzeug wurde zerstört.Unfallbericht DC-8-62 I-DIWZ, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 5. Mai 2025.
Am 27. November 1970 hob eine mit Soldaten besetzte DC-8-63 der US-amerikanischen Capitol International Airways (N4909C) auf dem Weg nach Cam Ranh Bay in den Vietnamkrieg beim Start in Anchorage (Alaska, USA) aufgrund eines ungeklärten Fehlers im Bremssystem mit blockierten Bremsen nicht ab und schoss über das Ende der Landebahn hinaus. Das Problem wurde zu spät von den Piloten bemerkt. Von den 229 Insassen starben 47, 182 überlebten (siehe auch Capitol-International-Airways-Flug C2C3/26).Unfallbericht DC-8-63 N4909C, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. November 2017.
mini|Wrack der Alitalia DC-8, 1972