mini|Frank Büttner (2017) Frank Büttner (* 1960 in Ost-Berlin, DDR) ist ein deutscher Schauspieler.

Werdegang Büttner wuchs in Ost-Berlin auf. Zwischen seinem 14. und 25. Lebensjahr war er als Facharbeiter für Eisenbahnbautechnik tätig. Die Erfahrung am Gleisbau bildete für den späteren Schauspieler die Verbindung zwischen Film und Theater und dem wirklichen Leben. Er erwarb den Schulabschluss an der Abendschule, studierte Sozialwissenschaften, und arbeitete daraufhin im psychosozialen Bereich. Büttner hat nie eine Schauspielschule besucht, ist aber trotzdem von namhaften deutschen Regisseuren seit 1997 für große Rollen besetzt worden.

Nach der Wende begann er seine Theaterlaufbahn und spielte zwischen 1997 und 2017 an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Dort war er unter anderem für Frank Castorf, Dimiter Gotscheff und Christoph Schlingensief in Stücken wie Die Brüder Karamasow, Das große Fressen und Love Pangs zu sehen. Seine Identität hat ihn im Schauspiel stets geprägt – er ist der Sohn einer Wäscherin und eines Fleischers. Frank Castorf schätzte ihn in einem Interview als authentischen Menschen und Schauspieler.

Seit 2018 wirkt er u. a. an Inszenierungen am Deutschen Theater, am Berliner Ensemble und am Maxim Gorki Theater Berlin mit.

Im Rahmen der 60. Kunstbiennale 2024 in Venedig spielte Frank Büttner die zentrale Rolle in der Arbeit „Thresholds / Monument eines unbekannten Menschen“ von Ersan Mondtag.

Theater (Auswahl)

1997: Die Weber, Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 1997–2006: Diverse Produktionen und Aktionen mit Christoph Schlingensief 2000: Elementarteilchen, Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2001: Hamlet_X, Regie: Herbert Fritsch, Mediales Kunstprojekt 2001: Baal, Regie: Thomas Bischoff, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2001: Lovepangs – Join the Lovesich Society, Regie: Christoph Schlingensief mit Enklaven von Alexander Kluge, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2002: Der Idiot, Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2005: Schuld und Sühne, Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2006: Das große Fressen, Regie: Dimiter Gotscheff, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2007: De Frau, Regie: Jonathan Meese, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2008: Ubukönig, Regie: Dimiter Gotscheff, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2009: Medea, Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2010: Die Chinesin, Regie: Dimiter Gotscheff, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2010: Nach Moskau! Nach Moskau! Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz/Internationales Tschechow Theater-Festival/Wiener Festwochen 2011: Die Mutter, Regie: Silvia Rieger, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2011: Der Spieler, Regie: Frank Castorf, Wiener Festwochen/Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2012: Der Sandmann, Regie: Sebastian Klink, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2012: Die Marquise von O, Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2013: Fucking Liberty! Regie: Ulli Lommel, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2014: Kaputt, Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2015: Die Brüder Karamasov, Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2016: Die Sommergäste, Regie: Silvia Rieger, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz/Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin 2016: Die Kabale der Scheinheiligen, Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2017: Ein schwaches Herz, Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2017: Faust, Regie: Frank Castorf, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz 2019: Die Umsiedlerin/Das Leben auf dem Lande, Tom Kühnel & Jürgen Kuttner, Deutsches Theater 2019: In Stanniolpapier, Regie: Sebastian Hartmann, Deutsches Theater 2021: Fabian oder der Gang vor die Hunde", Regie: Frank Castorf, Berliner Ensemble 2022: Wallenstein", Regie: Frank Castorf, Staatsschauspiel Dresden 2024: Thresholds / Monument eines unbekannten Menschen, Regie: Ersan Mondtag, 60. Kunstbiennale Venedig, Deutscher Pavillon 2025: Das rote Haus", Regie: Ersan Mondtag, Maxim Gorki Theater Berlin

Bildende Kunst (Auswahl) 2005: Angela Bulloch, Angela Bulloch. To the Power of 4, Secession, Wien 2024: Thresholds / Monument eines unbekannten Menschen, Ersan Mondtag, 60. Kunstbiennale Venedig, Deutscher Pavillon 2024: Anca Munteanu Rimnic, Frame, Dauerperformance, Art Basel Paris

Literatur Peter Laudenbach: Deutsches Theater Berlin: Sozialismusrevue. In: Süddeutsche Zeitung, 2019. Christine Wahl: „Die Umsiedlerin“ am DT. Bauernschmaus im Fatsuit. In: Der Tagesspiegel, 2019. Peter Laudenbach: Theater zu spielen, ist immer auch eine Auseinandersetzung mit mir selbst. In: Tip Berlin, 2018.Glücklich sind die Amateure brandeins.de, 2017. Andre Sokolowski: Frank Büttner. Interviews mit Andre Sokolowski. Kultur-Extra # 6. Berlin, 2014–2017. Eva Behrendt: Der etwas härtere Junge. In: Theater heute, Jahrbuch 2016. Insa Grüning: Büttners Welt. In: noah-magazin.com, 2015. Théo Leteissier: Rétro Ethnique. In: Milk Decoration, 2015. Holde-Barbara Ulrich: Laut, lebendig, krachend. In: Chrismon Plus, 2012. Sally Fuls: Berliner Ensemble. In: . Katalog zur Ausstellung: Secession. Angela Bulloch. To the Power of 4, Secession, Wien, 2005.

Einzelnachweise

Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1960 Kategorie:Mann