Die Liste von Zwischenfällen mit der Boeing 737 zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle von Flugzeugen des Typs Boeing 737 mit Todesfolge oder Totalschaden.
Vom Erstflug im Jahr 1967 bis Januar 2021 kam es mit Boeing 737 zu 221 Totalschäden. Bei 93 davon kamen 5259 Menschen ums Leben.Unfallstatistik Boeing 737, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. Januar 2021. Beispiele:
Bis 1980
Am 20. Juli 1970 kollidierte eine Boeing 737-130 der Condor (Luftfahrzeugkennzeichen D-ABEL) im Anflug auf den spanischen Flughafen Reus nahe Tarragona mit einer Piper PA-28-140 Cherokee (EC-BRU), wobei alle drei Insassen der Piper ums Leben kamen. Die Boeing wurde repariert (siehe auch Condor-Flug 316).Unfallbericht B-737-100 D-ABEL, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. November 2017.Unfallbericht PA-28-140 EC-BRU, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 5. März 2019.
mini|Unfallstelle der Boeing 737 der United Airlines, Dezember 1972
Am 8. Dezember 1972 stürzte eine 737-200 der US-amerikanischen United Airlines (N9031U) beim Anflug auf den Flughafen Chicago-Midway nach einem Kontrollverlust in ein Wohngebiet. Dabei kamen 43 der 61 Personen an Bord der Maschine und zwei Personen am Boden ums Leben. Es war der erste Unfall einer Boeing 737 mit Todesopfern (siehe auch United-Air-Lines-Flug 553).Unfallbericht B-737-200 N9031U, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Juni 2016.
Am 31. Mai 1973 unterschritt der Kapitän einer Boeing 737-200 der Indian Airlines (VT-EAM) im Landeanflug auf den Flughafen Delhi bei schlechter Sicht mit ausgefahrenen Störklappen die Mindestflughöhe, ohne die Landebahn in Sicht zu haben. Die Maschine verfing sich schließlich in Hochspannungsleitungen, stürzte zu Boden und ging in Flammen auf. Von den 65 Personen an Bord starben 48 (siehe auch Indian-Airlines-Flug 440).Unfallbericht B-737-200 VT-EAM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 25. November 2023.
Am 17. Dezember 1973 wurde eine B737-130 der Lufthansa (D-ABEY) durch fünf palästinensische Terroristen vom Flughafen Rom-Fiumicino mit dem Ziel der Befreiung ihrer wegen Mordes in Wien inhaftierten Genossen El-Arid und Khanduran entführt. Zuvor hatten sie das Flugfeld gestürmt, eine Boeing 707-321B (N407PA Clipper Celestial) der Pan Am gesprengtHijacking description. Auf aviation-safety.net, abgerufen am 10. Februar 2017 und insgesamt 32 Menschen ermordet.Rome hijacking. In: FLIGHT International vom 27. Dezember 1973 (Online). Auf flightglobal.com, abgerufen am 10. Februar 2017 (PDF, ca. 1,39 MB) Nach einem überstürzten Start landete die Maschine zunächst in Athen, wo eine italienische Geisel erschossen wurde. Am nächsten Tag erzwangen die Kidnapper den Weiterflug nach Kuwait, wo der Kapitän, trotz Versagung einer Landeerlaubnis, aus Treibstoffmangel zu einer Notlandung auf der durch Lastkraftwagen blockierten Piste gezwungen war. Die Entführer ergaben sich daraufhin den örtlichen Exekutivorganen, wurden in Kuwait aber wieder auf freien Fuß gesetzt und kamen in der Folge straffrei davon.Peter Huemer in einem Beitrag des ORF-Fernsehmagazins Teleobjektiv vom 14. November 1974
Am 13. Oktober 1977 wurde eine B737-200 der Lufthansa (Flug LH 181), (D-ABCE, Taufname Landshut) auf dem Weg von Palma nach Frankfurt am Main vom palästinensischen Terrorkommando Martyr Halimeh in den Nahen Osten entführt. Die Entführung endete am 18. Oktober 1977, als die GSG 9 in Mogadischu das Flugzeug stürmte und die Geiseln befreite (siehe auch Entführung des Flugzeugs „Landshut“).
Am 4. Dezember 1977 stürzte eine entführte Boeing 737-200 der Malaysia Airlines (9M-MBD) über Tanjung Kupang, Johor ab. Alle 100 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden getötet. Da auf dem Cockpit Voice Recorder Schüsse zu hören waren, kamen die Ermittlungen zu dem Ergebnis, dass der Entführer die Piloten im Flug erschossen hatte (siehe auch Malaysia-Airlines-Flug 653).
Am 12. Januar 1978 erfasste eine Boeing 737-2A8 der Indian Airlines (VT-EFL) bei der Landung auf dem Flughafen Hyderabad-Begumpet einen Fußgänger, der unbefugt die Landebahn betreten hatte. Der Mann wurde getötet, die 105 Insassen der Maschine blieben unverletzt (siehe auch Indian-Airlines-Flug 117).
Am 11. Februar 1978 landeten die Piloten einer Boeing 737-200 der kanadischen Pacific Western Airlines (C-FPWC) gerade auf dem Cranbrook/Canadian Rockies International Airport, als sie feststellen mussten, dass ein Schneepflug ihre Landebahn noch nicht verlassen hatte. Sie aktivierten zunächst die Schubumkehr, leiteten jedoch im nächsten Moment ein Durchstartmanöver ein. Da beim Durchstarten die linke Schubumkehr noch aktiviert war, neigte sich das Flugzeug nach links und stürzte ab. Von den 49 Personen an Bord kamen 42 ums Leben (siehe auch Pacific-Western-Airlines-Flug 314).Unfallbericht B-737-200 C-FPWC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Februar 2019.
Am 4. April 1978 traf eine Boeing 737-229C der belgischen Sabena (OO-SDH) während eines Trainingsfluges nach mehreren Anflügen mit Touch-and-Go-übungen auf dem Flughafen Charleroi (Belgien) beim achten Touch-and-Go auf der Landebahn einen Vogelschwarm. Der Trainingskapitän versuchte zunächst, dennoch abzuheben, brach den Start dann aber ab. Die verbliebene Landebahnlänge war viel zu kurz, so dass die Maschine das Bahnende überrollte, die Localizer-Antennen demolierte und ins Rutschen geriet. Das rechte Hauptfahrwerk brach ab, Triebwerk Nr. 2 riss ab und das Flugzeug kam erst 300 Meter hinter dem Landebahnende zum Stillstand. Dort brannte es aus. Alle 3 Piloten, die einzigen Insassen auf dem Trainingsflug, überlebten den Unfall.
Am 17. Dezember 1978 waren an einer Boeing 737-200 der Indian Airlines (VT-EAL) beim Start vom Flughafen Hyderabad-Begumpet die Auftriebshilfen nicht ausgefahren. Das Flugzeug gewann kaum an Höhe und machte auf der Startbahn eine Bauchlandung mit eingezogenem Fahrwerk. Die Maschine rutschte durch die Flughafenumzäunung, über einen Kanal und kam in steinigem Gelände zum Stehen. Ein Feuer brach aus, das die Maschine vollständig zerstörte. Von den 132 Personen an Bord wurde ein Passagier getötet, außerdem starben drei Landschaftsgärtner, die zum Unfallzeitpunkt die Wiese nahe der Flughafenumzäunung mähten (siehe auch Indian-Airlines-Flug 403).
Am 26. April 1979 explodierte im Anflug auf den Flughafen Madras (Indien) ein Sprengsatz in der vorderen Bordtoilette einer Boeing 737-200 der Indian Airlines (VT-ECR), was zu einem kompletten Ausfall der Elektronik führte. Da deshalb auch die Landeklappen nicht ausgefahren werden konnten, das Antiblockiersystem und die Schubumkehr ausgefallen waren, überrollte die Maschine bei der Landung das Bahnende und brannte aus. Alle 67 Personen, sechs Besatzungsmitglieder und 61 Passagiere konnten sich aus der Maschine retten (siehe auch Flugunfall einer Boeing 737 der Indian Airlines 1979 auf dem Flughafen Madras).
1981–1990 mini|Gedenkstätte für die Opfer des Unfalls auf dem Far-Eastern-Air-Transport-Flug 103
Am 22. August 1981 verunglückte eine Boeing 737-200 der taiwanischen Far Eastern Air Transport (B-2603) auf dem Flug von Taipeh nach Kaohsiung infolge eines korrosionsbedingten Strukturversagens in der Luft. Von den 104 Passagieren, darunter die japanische Schriftstellerin Kuniko Mukōda, und den sechs Besatzungsmitgliedern überlebte niemand (siehe auch Far-Eastern-Air-Transport-Flug 103).
Am 13. Januar 1982 stürzte eine Boeing 737-222 (N62AF) der US-amerikanischen Air Florida kurz nach dem Start vom Washington National Airport auf der Höhe des Pentagon in den Potomac River. Dabei starben 74 von 79 Insassen sowie vier Personen am Boden. Grund für den Absturz war, dass die Piloten nach Schneefall die Staurohrheizung für die Triebwerksstaurohre nicht anschalteten, sodass diese vereisten. Zudem waren die Tragflächen mit Schnee bedeckt, da zwischen Enteisung und Start zu viel Zeit verstrichen war (siehe auch Air-Florida-Flug 90).
Am 25. Mai 1982 setzte eine Boeing 737-200 der brasilianischen VASP (PP-SMY) während der Landung auf dem Flughafen Brasília bei Regenwetter mit dem Bugfahrwerk zuerst auf. Das Bugfahrwerk brach, wodurch die Maschine von der Rollbahn abkam und der Rumpf auseinanderbrach. Von den 118 Personen an Bord starben zwei Passagiere (siehe auch VASP-Flug 234).Unfallbericht B-737-200 PP-SMY, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Februar 2019.
Am 22. Februar 1983 stürzte eine Boeing 737-200 der Viação Aérea São Paulo (VASP) (PP-SNC) während eines Trainingsflugs am Flughafen Manaus ab, wobei die beiden an Bord befindlichen Besatzungsmitglieder starben. Es sollte ein Start mit asymmetrischer Triebwerksleistung simuliert werden, bei dem der Pilot die Kontrolle über die Maschine verlor. Bei der Erhöhung des Schubs kam es zu einem Flammabriss am Triebwerk, woraufhin die Maschine abstürzte (siehe auch Flugunfall der VASP bei Manaus 1983).Unfallbericht B-737-200 PP-SNC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Februar 2019.
Am 11. Juli 1983 streifte eine Boeing 737-200 der TAME Ecuador (HC-BIG) im Landeanflug auf den Flughafen Cuenca (Ecuador) einen Gebirgskamm und stürzte 1,5 Kilometer vor der Landebahn in hügeliges Gelände. Alle 119 Menschen an Bord starben. Berichten zufolge war der Kapitän nicht ausreichend kompetent für diesen Flug (siehe auch TAME-Ecuador-Flug 173).Unfallbericht B-737-200 HC-BIG, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Februar 2019.
Am 23. September 1983 stürzte eine Boeing 737-200 der Gulf Air aus Bahrain (A4O-BK) auf dem Flug von Karatschi nach Abu Dhabi nahe Mino Jebel Ali in den Vereinigten Arabischen Emiraten ab, nachdem im Frachtraum eine Bombe explodiert war. Alle 112 Insassen, darunter 107 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder, kamen bei dem Absturz ums Leben (siehe auch Gulf-Air-Flug 771).Unfallbericht B-737-200 A4O-BK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 17. August 2018.
Am 8. November 1983 stürzte eine Boeing 737-200 der TAAG Angola Airlines (D2-TBN) beim Start vom Flughafen Lubango ab; alle 130 Insassen starben. Unmittelbar nach dem Abheben brach das Flugzeug nach links aus und ging in einen Sinkflug über, wobei die linke Tragfläche den Boden berührte. Die Maschine schlug rund 800 Meter hinter der Startbahn auf und brannte vollständig aus. Nach Angaben der angolanischen Regierung war ein technischer Defekt die Absturzursache. UNITA-Rebellen gaben an, die Maschine mit Raketen abgeschossen zu haben (siehe auch TAAG-Angola-Airlines-Flug 462).
Am 30. August 1984 brach an einer auf dem Flughafen Douala rollenden Boeing 737-200 der Cameroon Airlines TJ-CBD die Verdichterschaufel des linken JT8D-Triebwerks. Umherfliegende Trümmerteile durchschlugen Tragfläche und Tank, wodurch die Maschine in Brand geriet. Bei der darauffolgenden Evakuierung konnten sich 114 der 116 Personen an Bord aus der Maschine retten, zwei Passagiere kamen in dem Brand um (siehe auch Cameroon-Airlines-Flug 786).Unfallbericht B-737-200 TJ-CBD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. Februar 2019.
Am 15. April 1985 kollidierte eine Boeing 737-200 der Thai Airways (HS-TBB) beim Landeanflug auf den Flughafen Phuket nach einem Ausfall beider Triebwerke mit einem Berghang. Alle elf Menschen an Bord starben (siehe auch Flugunfall einer Boeing 737 der Thai Airways bei Phuket 1985).Unfallbericht B-737-200 HS-TBB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. Dezember 2018.
mini|Wrack der Boeing 737 von British Airtours, August 1985