Wolfersgrün ist ein Gemeindeteil der Stadt Wallenfels im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.
Geographie Das Kirchdorf liegt auf einem Höhenrücken, der im Süden ins Tal der Lamitz und im Westen ins Tal des Wellesbachs abfällt. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Schnappenhammer zur Bundesstraße 173 (3,5 km südlich) bzw. zur Kreisstraße KC 32/HO 41 (0,3 km nördlich), die südwestlich nach Neuengrün bzw. nordöstlich nach Geroldsgrün zur Staatsstraße 2194 verläuft. Ein Wirtschaftsweg führt den Höhenrücken entlang nach Wellesberg (2,3 km südwestlich).
Geschichte Wolfersgrün ist im Frankenwald eine der jüngsten Rodungssiedlungen des 11. bis 13. Jahrhunderts. Die etwa drei Kilometer entfernte Burg Hohenrod wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut. Die Höhensiedlung Wolfersgrün wurde 1323/1327 im Bamberger Urbar als zum Burggut Waldenfels gehörend erwähnt. Die Burg befand sich oberhalb der jetzigen Stadt Wallenfels auf dem Schlossberg. Gemäß einem Nachtrag von 1348 zum Urbar war der zeitweise unbewohnte Ort wieder eingerichtet worden. Eisenerzbergbau förderte die Besiedlung der Hochfläche. „Wolframsgrün“ hatte anfangs zwei Höfe, später neun Mann.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Wolfersgrün aus elf Anwesen (fünf Halbhöfe, sechs Viertelhöfe). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Wallenfels aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Vogteiamt Wallenfels.
Wolfersgrün kam durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahr 1803 an das Kurfürstentum Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde Wolfersgrün dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Wallenfels zugewiesen. Infolge des Zweiten Gemeindeedikts (1818) entstand die Ruralgemeinde Wolfersgrün, zu der Oberwellesmühle, Unterwellesmühle und Wellesberg gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Engelhardsgrün gegründet. Ab 1862 gehörte Wolfersgrün zum Bezirksamt Kronach (ab 1939 Landkreis Kronach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach, seit 1880 ist das Amtsgericht Kronach zuständig. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Fläche von 5,510 km², die 5,950 km² im Jahr 1925 betrug. Durch die Umgemeindung von Wellesberg mit Ober- und Unterwellesmühle nach Neuengrün am 1. April 1951 verringerte sich die Fläche auf 4,149 km². mini|Alte Schule Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Wolfersgrün am 1. Juli 1972 nach Wallenfels eingegliedert. Anfang der 2020er Jahre soll der An- und Umbau der 1905 errichteten alten Schule zum Gemeinschaftshaus erfolgen. Seit dem Jahr 2014 baut ein Landwirt Nutzhanf an.Anna-Lena Deuerling: Hanfanbau im Landkreis Kronach: Im Zeichen des Hanfblatts. In: infranken.de, 29. Mai 2018
Einwohnerentwicklung Gemeinde Wolfersgrün Jahr Einwohner Häuser Quelle 1840 292 1852 342 1855 343 1861 344 1867 348 1871 342 49 1875 330 1880 350 1885 350 45 1890 354 51 1895 334 1900 315 55 Jahr Einwohner Häuser Quelle 1905 307 1910 297 1919 312 1925 323 61 1933 332 1939 306 1946 309 1950 375 70 1952 386 1961 340 61 1970 296
Kirchdorf Wolfersgrün Jahr 1804 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2015Einwohner 64 104 237 255 273 231 276 343 296 286 256 215Häuser 13 35 34 50 60 61 68 Quelle J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 282.
Wappen Das im Jahr 1970 genehmigte Wappen zeigt in Grün einen silbernen Balken, darin ein durchgehendes rotes Balkenkreuz; oben einen silbernen Hemmschuh, unten eine waagrecht liegende silberne Hirschstange.
Sehenswürdigkeiten mini|St. Georg mini|hochkant|Feldkapelle mini|Forstamt
Katholische Filialkirche St. Georg Die erste Kirche errichtete die Gemeinde 1872 aus Backsteinmauerwerk im gotischen Baustil mit einem spitzen Kirchturm auf dem Anger. Das Gotteshaus wurde 1947/1948 durch einen Neubau an gleicher Stelle nach Plänen des Bamberger Architekten Toni Schenk ersetzt. Die Bauausführung oblag dem Baumeister Heinrich Geiger aus Friesen. Der Grundstein wurde am 30. Juli 1947 gelegt, die Weihe folgte am 7. November 1948 durch den Bamberger Erzbischof Joseph Otto Kolb. Im Jahr 1951 wurden drei von der Bamberger Glockengießerei Lotter gegossene Glocken aufgehängt. Die Kirche steht, das Ortsbild prägend, in der Dorfmitte. Es ist ein Saalbau mit einem seitlichen, schlanken Chorseitturm mit einer Zwiebelhaube. Im Chorraum befindet sich eine Kreuzigungsgruppe von Josef Kirchner aus Bad Kissingen. Der Volksaltar und Ambo sind Werke des Kronacher Bildhauers Heinrich Schreiber. Der Tisch hat an seiner Front als Relief einen Weinstock als Zeichen des Lebens zur Aktivierung der Gemeinde.
Feldkapelle Am östlichen Ortsrand steht auf einem Feld eine Kapelle, die 1921 aus Dankbarkeit für die gesunde Rückkehr eines Sohnes aus dem Ersten Weltkrieg von den Eltern errichtet wurde. In dem kleinen Backsteinbau mit einem schiefergedeckten Satteldach befindet sich unter anderem ein schlichter Holzaltar mit einer bemalten Figur der Heiligen Rita.
Baudenkmäler In der Bayerischen Denkmalliste sind drei Baudenkmäler aufgeführt: Haus Nr. 29: Forstamt, ein eingeschossiger Mansardhalbwalmdachbau von 1852 Zwei Bildstöcke
Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und nach Mariä Geburt (Steinwiesen) gepfarrt. Eine katholische Bekenntnisschule befand sich seit dem 19. Jahrhundert vor Ort. Seit 1842 wird der Ort von der katholischen Kuratiekirche Aufnahme Mariens in den Himmel in Neuengrün betreut. Die protestantische Minderheit ist nach St. Jakobus in Geroldsgrün gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Ortsblatt 1853
Einzelnachweise neuengruen.de: Ortsgeschichte frankenwald-tourismus.de: Wolfsgrüner Runde RT 17 Wolfersgrün, St. Georg: Kirchengeschichte wallenfels.de: zahlen-fakten
Im Original 354 Einwohner. Die Einwohnerzahl von Ober- und Unterwellesmühle wird sowohl einzeln angegeben als auch bei Wellesberg mit einberechnet. Es ergeben sich 344 Einwohner nach Subtraktion dieser Einzelangaben.
Zuzüglich Wellesberg (S. 940).
Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.
Kategorie:Geographie (Wallenfels) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1323 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)