mini|Bevölkerungspyramide der USA 2023 Die Vereinigten Staaten von Amerika sind derzeit das drittbevölkerungsreichste Land der Welt mit einer Einwohnerzahl von 331.449.281 (Stand Zensus 2020). Diese Zahl schließt fünf nichtinkorporierte Territorien aus: Amerikanisch-Samoa, Guam, die Nördlichen Marianen, Puerto Rico und die Amerikanischen Jungferninseln, mit denen die Einwohnerzahl bei über 334 Millionen liegt. Die Vereinigten Staaten sind ein stark urbanisiertes Land, denn 82,3 % der Bevölkerung leben in Städten und Vorstädten. Die großen Bevölkerungszentren des Landes erstrecken sich über die östliche Hälfte der Vereinigten Staaten (insbesondere die Region Great Lakes, Nordosten, Osten und Südosten) und die westlichen Pazifik-Staaten. Die Gebirgsregionen, hauptsächlich die Rocky Mountains und Appalachen, Wüsten im Südwesten, die dichten Waldgebiete im äußersten Norden, die zentralen Präriestaaten und Alaska sind weniger dicht besiedelt. Die bevölkerungsreichsten Staaten sind heutzutage Kalifornien und Texas, da sich der Bevölkerungsmittelpunkt der USA in der Geschichte des Landes immer weiter nach Westen und Süden verschoben hat. New York City ist derzeit die bevölkerungsreichste Stadt in den Vereinigten Staaten und bildet die größte Agglomeration.

Das CIA World Factbook weist für den im Juli 2018 endenden Zwölfmonatszeitraum ein Bevölkerungswachstum von 0,8 % auf, was im Vergleich zu den anderen Industrieländern hoch ist, jedoch unter der weltweiten Durchschnittsrate von 1,1 % liegt. In den USA wird die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer für 2017 auf 1,77 Kinder pro Frau geschätzt, was unter der Ersatzfruchtbarkeitsrate von etwa 2,1 liegt.

Die amerikanische Bevölkerung vervierfachte sich im 20. Jahrhundert nahezu von 76 Millionen im Jahr 1900 auf 281 Millionen im Jahr 2000. Sie überschritt die 200-Millionen-Marke im Jahr 1967 und die 300 Millionen-Marke 2006. Das Bevölkerungswachstum ist unter den Minderheiten (Personen, die nicht Teil der weißen Bevölkerung sind) insgesamt am schnellsten, und nach Schätzungen des Census Bureaus für 2012 gehörten 50,4 % der Neugeborenen Minderheiten an.Morello, Carol and Mellnik, Ted. "Census: Minority Babies Are Now Majority in United States." Washington Post. May 17, 2012.

Die Mehrheit der Bevölkerung der USA besteht aus weißen Amerikanern. 2017 waren dies rund 234.370.202 Personen oder 73 % der Bevölkerung. Nicht-hispanische Weiße (Weiße ohne Abstammung aus Spanien oder Lateinamerika) machen knapp 60 % der Bevölkerung des Landes aus. Die nicht-hispanische weiße Bevölkerung der USA wird bis 2045 voraussichtlich auf unter 50 % sinken. Die hispanische Bevölkerung ist aufgrund von Einwanderung und Geburtenüberschuss für knapp die Hälfte des Bevölkerungswachstums verantwortlich. Von Einwanderern und ihren in den USA geborenen Nachkommen wird erwartet, dass sie in den kommenden Jahrzehnten den größten Teil der Bevölkerungszuwächse in den USA erzielen werden.

Das US Census Bureau prognostiziert für das Jahr 2060 eine US-Bevölkerung von 417 Millionen, eine Zunahme von 38 % gegenüber 2007 (301,3 Millionen), und die Vereinten Nationen schätzen, dass die US-Bevölkerung im Jahr 2050 402 Millionen betragen wird, ein Zuwachs von 32 % gegenüber 2007.

Eine Volkszählung erfolgt in den USA alle zehn Jahre und ist von der Verfassung vorgeschrieben. Die nächste Volkszählung ist für das Jahr 2030 angesetzt.

Demografische Geschichte

Vor den Gründungen der ersten Siedlerkolonien waren die Vereinigten Staaten von verschiedenen Indianerstämmen besiedelt, die keine ethnische, kulturelle oder sprachliche Einheit bildeten. Die prä-koloniale Bevölkerung des heutigen amerikanischen Staatsgebiets kann nur geschätzt werden, da keine belegbaren Bevölkerungszahlen vorliegen. Eines der ersten europäischen Besiedelungsprojekte begann im Jahre 1620 mit der Überfahrt der Mayflower, welche heute einen symbolischen Gründungsmythos der Vereinigten Staaten darstellt. Die ersten Siedler waren vorwiegend religiöse Flüchtlinge (Puritaner), die von den britischen Inseln kamen. Mit der Zeit stieg die Zahl der Siedler aus anderen europäischen Nationen an, was vor allem an den großen freien und landwirtschaftlich nutzbaren Siedlungsflächen in Amerika, bei einer gleichzeitig stark wachsenden europäischen Bevölkerung, lag, was eine Überfahrt attraktiv erscheinen ließ. Wurden zuerst die Flächen des heutigen Neuenglands (Nordosten) erschlossen, so begannen sich die Siedlungsgebiete danach immer weiter nach Westen und Süden auszubreiten. Diese demografische Expansion erfolgte zulasten der ursprünglichen indigenen Bevölkerung.

Von 1620 bis 1700 stieg die Zahl der Siedler und Sklaven in den Siedlerkolonien von 500 auf 250.900 an. Bis 1760 stieg sie weiter auf 1,6 Millionen. Im selben Jahr waren die drei größten Kolonien Virginia (339.700 Ew.), Massachusetts (202.600) und Pennsylvania (183.700).lib.utexas.edu Die Siedlerbevölkerung hatte eine sehr hohe Geburtenrate bei einer für damalige Verhältnisse niedrigen Sterblichkeit. Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden massenhaft Sklaven von der Westküste Afrikas verschleppt, die auf den Plantagen der neugebildeten Südstaaten arbeiten mussten. Die schwarze Population hatte 1760 einen Bevölkerungsanteil von 2,8 % im Nordosten, 6,8 % in den Mittelstaaten und 39,7 % in den Südstaaten.

Bei der ersten amerikanischen Volkszählung von 1790, die eine Bevölkerungszahl von 3,9 Millionen Einwohnern ergab (ohne indianische Urbevölkerung), gaben 2,1 Mio. Personen englische, 757.000 afrikanische (wovon die meisten in Sklaverei lebten), 300.000 schottisch-irische, 270.000 deutsche, 150.000 schottische und 100.000 niederländische Abstammung an. Bereits 1790 wurde die Abstammungsfrage für viele irrelevant, da die Mischehen verschiedener ethnischer Gruppen immer häufiger wurden und die Menschen eine gemeinsame amerikanische Identität bildeten. Die gesamte weiße Bevölkerung im Jahr 1790 war zu 80 % britischen Abstammung und würde sich durch natürliche Zunahme alle 25 Jahre etwa verdoppeln. Ab etwa 1675 würde der in den Vereinigten Staaten geborene Bevölkerungsanteil nie wieder unter 80 % der Gesamtbevölkerung sinken.

Im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung weiter sehr stark an. Die Quellstaaten der Migration wurden allerdings zunehmend die europäischen Länder außerhalb der britischen Inseln. Eine große Zahl an Deutschen migrierte nach der gescheiterten Revolution von 1848 und viele Iren während der Hungersnot von 1845 bis 1852. Weitere Gebiete mit steigender Immigration in die USA waren Italien, Osteuropa und Skandinavien. Es kam zudem erstmals zu bedeutenden Migrationsbewegungen aus außereuropäischen Gebieten, vor allem aus Lateinamerika und China. Die sich dadurch verändernde Bevölkerungsstruktur erregte allerdings den Unmut der angloamerikanischen Bevölkerung und einwanderungsfeindliche Kräfte begannen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend an Einfluss zu gewinnen. Mit dem Chinese Exclusion Act von 1882 wurde die Einwanderung aus China blockiert und die Einwanderung aus anderen außereuropäischen Gebieten wurde stark eingeschränkt.

Texas und Kalifornien traten 1845 bzw. 1850 den Vereinigten Staaten bei, wodurch das Staatsgebiet stark erweitert wurde. In dieser Zeit wurde der Westen des Landes erschlossen und besiedelt (Zeit des Wilden Westens).

Der amerikanische Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 brachte die bisher größte demografische Katastrophe mit mindestens 600.000 Todesfällen. Gleichzeitig brachte das Ende des Krieges die Befreiung der schwarzen Bevölkerungsgruppe, die allerdings weiterhin von der weißen Bevölkerung getrennt blieb. Aufgrund der starken Diskriminierung in den Südstaaten migrierten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Millionen Afroamerikaner in die Industriestädte des Nordens.

Im Jahr 1900, als die US-Bevölkerung 76 Millionen betrug, gab es in den Vereinigten Staaten 66,8 Millionen Weiße, was 88 % der Gesamtbevölkerung entsprach," U.S. Census Bureau. 8,8 Millionen schwarze Amerikaner, von denen etwa 90 % noch in den südlichen Bundesstaaten lebten,We the Americans: Blacks. Census.gov. und etwas mehr als 500.000 Latinos. Mit der fortschreitenden Industrialisierung des Landes wandelte sich die USA in dieser Zeit von einer vorwiegend ländlichen Agrargesellschaft in die heutige urbane und suburbane Zivilisation. Der steigende Anteil an Katholiken, Nichtweißen und Juden traf auf eine zunehmend fremdenfeindliche Stimmung in Teilen der Bevölkerung. Durch den Emergency Quota Act von 1921 wurde die Einwanderung quotiert und beschränkt. Diese Quote sollte in erster Linie dazu dienen, die Einwanderung aus Süd- und Osteuropa einzudämmen und gleichzeitig die Einwanderer aus Nord- und Westeuropa zu begünstigen. Das Einwanderungsrecht wurde erst unter Lyndon B. Johnson durch den Immigration and Naturalization Services Act von 1965 liberalisiert. Die seitdem stark angestiegene Migration aus Lateinamerika und anderen Teilen der Welt verschob das demografische Profil des Landes deutlich hin zu einem höheren Anteil von Migranten und ethnischen Minderheiten an der Gesamtbevölkerung.

Die Volkszählung 2010 ergab eine Steigerung der Bevölkerung auf 308,7 Millionen Einwohner. Neben der zunehmenden ethnischen Vielfalt ist zudem eine Alterung der Bevölkerung zu beobachten, da die Geburtenrate seit dem Ende des Babybooms in der Nachkriegszeit gesunken ist.

Demografische Indikatoren Geburten und Todesfälle seit 1935

Jährliche Statistik der Geburten und Todesfälle: mini|Bevölkerungspyramide 1900–2020