mini|Bevölkerungsdichte in China nach Provinz (Zensus 2010): Die Volksrepublik China ist nach Indien das Land mit der zweitgrößten Bevölkerungszahl der Welt. Für 2018 wurde die Gesamtbevölkerung von den Vereinten Nationen auf 1,415 Mrd., von der CIA auf 1,384 Mrd. und vom Staatlichen Amt für Statistik der Volksrepublik China auf 1,395 Mrd. Einwohner geschätzt. China liegt bei der Bevölkerungsdichte mit 151 Personen pro km² im weltweiten Mittelfeld. Die Volkszählung 2020 ergab eine Bevölkerung von 1,412 Mrd. Die Einwohnerzahl nicht nur des Zensus 2020 wird teilweise von Experten als stark übertrieben angezweifelt, sodass es möglich erscheint, dass die tatsächliche Gesamtbevölkerungszahl 2020 etwa 10 % niedriger bei nur etwa 1,28 Mrd. Menschen lag.

Die Bevölkerung des Landes konzentriert sich besonders auf die Küstengebiete, während das Innere Chinas nur sehr dünn besiedelt ist. Das Land muss ca. 20 % der Weltbevölkerung mit nur 10 % der weltweiten Ackerflächen ernähren.

Die Regierung führt alle 10 Jahre eine Volkszählung durch, die für das gesamte chinesische Festland gilt. China hat am 1. November 2020 seine sechste nationale Volkszählung durchgeführt. Laut der Volkszählung von 2020 waren 91,1 % der Bevölkerung Han-Chinesen und 8,9 % Minderheiten. Chinas Bevölkerungswachstum ist inzwischen negativ. Derzeit befindet sich das Land in einem demografischen Übergang hin zu einer älteren Bevölkerungsstruktur, wie sie in vielen Ländern vor langer Zeit stattgefunden hat und in anderen Ländern gerade stattfindet.

Bevölkerung mini|Bevölkerung Chinas von 400 v. Chr. bis 2015

Historische Entwicklung China hatte (Stand um 1990) immer einen Anteil an der Weltbevölkerung von mindestens 15 %.

Die Bevölkerungszahl Chinas schwankte während der Han-Dynastie zwischen 30 und 86 Millionen Menschen.

Nach dem Zusammenbruch der Han-Dynastie blieb die Bevölkerung bis zum Aufkommen der Tang-Dynastie bei rund 50 Millionen.

Während der Tang-Dynastie stieg die Bevölkerung im Laufe von 200 Jahren von 45 Millionen auf 80 Millionen.

Zu Beginn der Song-Dynastie lag die Einwohnerzahl bei über 100 Millionen.

Nach der Ming-Dynastie und in der früheren Periode der Qing-Dynastie wuchs die Bevölkerungszahl bis 1700 von 100 Millionen auf 150 Millionen Menschen.

In der Zeit zwischen 1749 und 1851 verdoppelte sich die Bevölkerung. Damals lebte mehr als ein Drittel der Menschheit im heutigen China.

Unter Mao Zedong verdoppelte sich die Bevölkerung Chinas beinahe, von 540 Millionen (1949) auf 969 Millionen (1979). Zu dieser Zeit ereignete sich mit der großen chinesischen Hungersnot von 1958 bis 1961 eine der größten demographischen Katastrophen der chinesischen Geschichte mit schätzungsweise 15 bis 40 Millionen Toten.Peng Xizhe (), Demographic Consequences of the Great Leap Forward in China’s Provinces, Population and Development Review 13, no. 4 (1987), 639–70. For a summary of other estimates, please refer to Necrometrics (englisch).

Das Wachstum der Bevölkerung verlangsamte sich erst mit der Einführung der Ein-Kind-Politik. Die Bevölkerungszahl erreichte 2015 mit 1,4 Milliarden ihren historischen Höchststand.

Moderne Volksrepublik

Ihre erste Volkszählung führte die Volksrepublik China im Jahre 1953 durch. Weitere Zählungen folgten in den Jahren 1964, 1982, 2000, 2010 und 2020. Die Zählung von 1982 gilt als die erste nach modernen Standards durchgeführte Zählung und als Meilenstein in der demografischen Erfassung Chinas und der Weltbevölkerung. Die Zählung bestätigte zudem erstmals, dass über eine Milliarde Menschen in China leben. Die Volkszählung 2020 war dann die bisher größte in der Geschichte der Menschheit. Die nächste Volkszählung ist für das Jahr 2030 angesetzt.

Folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahl in allen Verwaltungseinheiten des Landes seit dem Jahre 1953.

+ Bevölkerung nach Verwaltungseinheit 1953–2020 Provinz oderStadt Zensus 1953 Zensus 1964 Zensus 1982 Zensus 1990 Zensus 2000 Zensus 2010Zensus 2020 Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl % Anzahl %Anzahl %Peking 3.768.149 0,65 8.568.495 1,23 9.230.687 0,92 11.819.407 0,95 13.569.194 1,09 19.612.368 1,4621.893.0951,55 Hebei 35.984.644 6,18 49.687.781 6,58 53.005.876 5,26 61.082.439 5,39 66.684.419 5,33 79.854.202 5,3674.610.2355,28 Tianjin 2.693.831 0,46 7.764.141 0,77 8.785.402 0,77 9.848.731 0,79 12.938.224 0,9713.866.0090,98 Shanxi 14.314.485 2,46 18.015.067 2,59 25.291.389 2,51 28.759.014 2,54 32.471.242 2,60 35.712.111 2,6734.915.6162,47 Innere Mongolei 6.100.104 1,05 12.348.638 1,78 19.274.279 1,91 21.456.798 1,89 23.323.347 1,88 24.706.321 1,8424.049.1551,70 Rehe (aufgelöst) 5.160.822 0,89 Liaoning 18.545.147 3,18 26.946.200 3,88 35.721.693 3,54 39.459.697 3,48 41.824.412 3,35 43.746.323 3,2742.591.4073,02 Jilin 11.290.073 1,94 15.668.663 2,26 22.560.053 2,24 24.658.721 2,18 26.802.191 2,16 27.462.297 2,0524.073.4531,71 Heilongjiang 11.897.309 2,04 20.118.271 2,90 32.665.546 3,24 35.214.873 3,11 36.237.576 2,91 38.312.224 2,8631.850.0882,26Shanghai 6.204.417 1,06 10.816.458 1,56 11.859.748 1,18 13.341.896 1,18 16.407.734 1,32 23.019.148 1,7224.870.8951,76 Jiangsu 41.252.192 7,08 44.504.608 6,41 60.521.114 6,00 67.056.519 5,91 73.043.577 5,88 77.659.903 5,8784.748.0166,00 Zhejiang 22.865.747 3,92 28.318.573 4,08 38.884.603 3,86 41.445.930 3,66 45.930.651 3,69 54.426.891 4,0664.567.5884,57 Anhui 30.343.637 5,21 31.241.657 4,50 49.665.724 4,93 56.180.813 4,96 58.999.948 4,73 59.500.510 4,4461.027.1714,32 Fujian 13.142.721 2,26 16.757.223 2,41 25.931.106 2,57 30.097.274 2,65 34.097.947 2,74 36.894.216 2,7541.540.0862,94 Jiangxi 16.772.865 2,88 21.068.019 3,03 33.184.827 3,29 37.710.281 3,33 40.397.598 3,27 44.567.475 3,3345.188.6353,20 Shandong 48.876.548 8,39 55.519.038 7,99 74.419.054 7,38 84.392.827 7,44 89.971.789 7,17 95.793.065 7,15101.527.4537,19 Henan 44.214.594 7,59 50.325.511 7,25 74.422.739 7,38 85.509.535 7,54 91.236.854 7,31 94.023.567 7,0299.365.5197,04 Hubei 27.789.693 4,77 33.709.344 4,85 47.804.150 4,74 53.969.210 4,76 59.508.870 4,76 57.237.740 4,2757.752.5574,09 Hunan 33.226.954 5,70 37.182.286 5,35 54.008.851 5,36 60.659.754 5,35 63.274.173 5,09 65.683.722 4,9066.444.8644,71 Guangdong 34.770.059 5,97 42.800.849 6,16 59.299.220 5,88 62.829.236 5,54 85.225.007 6,83 104.303.132 7,79126.012.5108,93 Hainan 7.559.035 0,62 8.671.518 0,6510.081.2320,71 Guangxi 19.560.822 3,36 20.845.017 3,00 36.420.960 3,61 42.245.765 3,73 43.854.538 3,55 46.026.629 3,5550.126.8043,55 Sichuan 62.303.999 10,69 67.956.490 9,78 99.713.310 9,89 107.218.173 9,46 82.348.296 6,58 80.418.200 6,0083.674.8665,93 Chongqing 30.512.763 2,44 28.846.170 2,1532.054.1592,27 Guizhou 15.037.310 2,58 17.140.521 2,47 28.552.997 2,83 32.391.066 2,86 35.247.695 2,78 34.746.468 2,5938.562.1482,73 Yunnan 17.472.737 3,00 20.509.525 2,95 32.553.817 3,23 36.972.610 3,26 42.360.089 3,39 45.966.239 3,4347.209.2773,34 Autonome Region Tibet 1.273.969 0,22 1.251.225 0,18 1.892.393 0,19 2.196.010 0,19 2.616.329 0,21 3.002.166 0,223.648.1000,26 Xikang (aufgelöst) 3.381.064 0,58 Shaanxi 15.881.281 2,73 20.766.915 2,99 28.904.423 2,87 32.882.403 2,90 35.365.072 2,85 37.327.378 2,7939.528.9992,80 Gansu 12.093.600 2,06 12.630.569 1,82 19.569.261 1,94 22.371.141 1,97 25.124.282 2,02 25.575.254 1,9125.019.8311,77 Ningxia 1.506.200 0,26 2.107.500 0,30 3.895.578 0,39 4.655.451 0,41 5.486.393 0,44 6.301.350 0,477.202.6540,51 Qinghai 1.676.534 0,29 2.145.604 0,31 3.895.706 0,39 4.456.946 0,39 4.822.963 0,41 5.626.722 0,425.923.9570,42 Xinjiang 4.873.608 0,84 7.270.067 1,05 13.081.681 1,30 15.155.778 1,34 18.459.511 1,52 21.813.334 1,6325.852.3451,83 Militärpersonal 4.238.210 3.199.100 2.498.600 2.300.0002.000.000 Aufenthaltsort nicht genau zu bestimmen 4.649.985 Total 582.603.417 694.581.759 1.008.175.288 1.133.682.501 1.245.110.826 1.339.724.8521.411.778.724

Geburtenkontrolle

mini|Entwicklung der Geburten- und Todesrate in China Chinas Führer waren nach 1949 ideologisch geneigt, eine große Bevölkerung als einen Vorteil zu betrachten. Die Problematik einer großen, schnell wachsenden Bevölkerung wurde jedoch schnell sichtbar. Ein Jahr lang, beginnend im August 1956, wurden Programme zur Geburtenkontrolle des Gesundheitsministeriums intensiv unterstützt. Sie hatten kaum Einfluss auf die Geburtenzahl. Nach dem großen Sprung nach vorne sah die chinesische Führung erneut ein rasches Bevölkerungswachstum als Hindernis für die Entwicklung, und ihr Interesse an der Geburtenkontrolle nahm wieder zu. In den frühen 1960er Jahren betonten Programme etwas verhaltener als in der ersten Kampagne die Tugenden der späten Ehe. 1964 wurden in der Zentralregierung und in einigen Provinzialregierungen Geburtenkontrollbüros eingerichtet. Die zweite Kampagne war besonders erfolgreich in den Städten, in denen die Geburtenrate zwischen 1963 und 1966 halbiert wurde. Die Umbrüche der Kulturrevolution brachten das Programm jedoch zum Erliegen.

1972 und 1973 mobilisierte die KPCh ihre Ressourcen für eine landesweite Geburtenkontrolle; die Ressourcen wurden von einer Gruppe im Staatsrat verwaltet. Auf allen Verwaltungsebenen und in verschiedenen Kollektivunternehmen wurden Ausschüsse zur Überwachung der Geburtenkontrolle eingerichtet. Dieses ausgedehnte und scheinbar effektive Netzwerk umfasste sowohl die ländliche als auch die städtische Bevölkerung. In städtischen Gebieten überwachte die Hauptverwaltung der öffentlichen Sicherheit Bevölkerungsabschnitte. In ländlichen Gegenden verteilten die „barfüßigen Ärzte“ des Landes Informationen und Verhütungsmittel an die Gemeindemitglieder. 1973 wurde Mao Zedong persönlich mit der Familienplanungsbewegung identifiziert, was ein größeres Führungsengagement für ein kontrolliertes Bevölkerungswachstum bedeutete als je zuvor. Bis mehrere Jahre nach Maos Tod 1976 zögerte die Führung jedoch, die Gründe für die Bevölkerungskontrolle für das Wirtschaftswachstum und die Verbesserung des Lebensstandards direkt darzulegen.

Das Bevölkerungswachstumsziel wurde für Verwaltungseinheiten und für einzelne Familien festgelegt. Um das Jahr 1975 wurden maximal zwei Kinder in Städten und drei oder vier Kinder auf dem Land empfohlen. 1979 führte die Regierung eine Ein-Kind-Grenze für ländliche und städtische Gebiete ein, maximal zwei Kinder unter besonderen Umständen. Ab 1986 bestand die Politik für Minderheitenangehörige aus zwei Kindern pro Paar, drei unter besonderen Umständen und keine Begrenzung für ethnische Gruppen mit sehr geringer Bevölkerungszahl. Das Gesamtziel der Ein-Kind-Politik bestand darin, die Gesamtbevölkerung im Jahr 2000 auf 1,2 Milliarden zu beschränken, unter der Annahme, dass die Modernisierungskampagnen von geringem Wert seien, wenn das Bevölkerungswachstum nicht unter Kontrolle gebracht würde.

Die Ein-Kind-Politik war ein sehr ehrgeiziges Programm zur Bevölkerungskontrolle. Wie bei früheren Programmen der 1960er und 1970er Jahre setzte die Ein-Kind-Politik eine Kombination aus öffentlicher Bildung, sozialem Druck und in einigen Fällen auch Zwang ein. Die Ein-Kind-Politik war insofern einzigartig, als sie Reproduktion mit wirtschaftlichen Kosten oder Nutzen in Verbindung brachte.

mini|Bevölkerungsänderungen 2000–2010 in Prozent: mini|Bevölkerungsänderungen 2010–2020 in Prozent: Im Rahmen des Ein-Kind-Programms belohnte ein ausgeklügeltes System diejenigen, die die Regelungen einhielten und bestrafte diejenigen, die dies nicht taten. Paare mit nur einem Kind erhielten ein „Ein-Kind-Zertifikat“, mit dem sie unter anderem Geldleistungen, längeren Mutterschaftsurlaub, bessere Kinderbetreuung und Vorzugswohnungen erhielten. Im Gegenzug mussten sie sich verpflichten, keine Kinder mehr zu haben. Auf dem Land herrschte großer Druck, die Ein-Kind-Grenze einzuhalten. Da die ländliche Bevölkerung ungefähr 80 % der Gesamtbevölkerung ausmachte, wurde die Wirksamkeit der Ein-Kind-Politik in ländlichen Gebieten als Schlüssel zum Erfolg oder Misserfolg des Programms insgesamt betrachtet.